Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Female Predator

Kurzbeschreibung
GeschichteRomance, Horror / P18 / Het
OC (Own Character)
07.10.2022
16.12.2022
7
12.871
2
Alle Kapitel
19 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
29.10.2022 1.294
 
Vladimir Koslow saß gerade stirnrunzelnd in seinem Büro und studierte die streng geheime verschlüsselte Nachricht die er vor 4 Monaten per Mail erhalten hatte, als auf dem Gelände des russischen Alien Technology Centers eine laute Explosion zu hören war.
Er fuhr so hastig mit seinem Drehstuhl herum, dass er beinah seinen Kaffee verschüttet hätte und blickte erschrocken auf den Monitor der die Aufzeichnungen der Überwachungskameras wiedergab.
Die Kamera die am vorderen Teil des Gebäudes angebracht war zeigte schießende Soldaten. Dann fiel sie aus.
Was hatte das zu bedeuten? Wurden sie angegriffen?

Plötzlich brach im Innenbereich des Zentrums die Hölle los. Der Alarm läutete schrill. Durch die Sirene waren Schüsse und gequälte Schreie zu hören.
Dann fielen auch die beiden Überwachungskameras im Labor aus. Wissenschaftler in weißen Kitteln hetzten die Kellertreppe hinauf, durch den Empfangsbereich und stürmten zum Haupteingang raus. Soldaten kamen ihnen entgegen die eigentlich der Bewachung des Außenbereichs zugeteilt waren. Sie rannten die Treppe hinunter und in den hinteren Teil der Forschungseinrichtung wo sich die Ausstellungsabteilung und die Cafeteria befanden. Die Aufzeichnungen letzterer zeigten das fleischgewordene Grauen.

Koslow saß fassungslos vor dem Bildschirm und traute seinen Augen kaum. Es war ein Massaker wie in einem Horrorfilm.
Die Soldaten wurden dort von etwas abgeschlachtet dass sie nicht sehen konnten. Lediglich ein Flackern, wie eine Lichtreflektion, war hinter ihnen zu sehen bevor sie von beinah durchsichtigen Klingen durchbohrt wurden und im nächsten Moment tot zu Boden fielen. Sie hatten absolut keine Chance. Wahllos und ziellos schossen sie umher und trafen sich zum Teil gegenseitig.
Die meisten Stühle und Tische waren umgeschmissen und Ströme aus Blut ergossen sich auf den terrakottafarbenen Linoleumboden.

„Vladimir!“ schrie Dimitri Wolkow hysterisch in die Kamera während er mit seiner AK-47 weiter wild umherballerte.
„Wir haben einen von ihnen draußen abgeknallt. Die Wissenschaftler sind gerade dabei die Leiche zu bergen, damit wir sie untersuchen können. So etwas hab ich noch nie gesehen!“
Wolkow ging die Munition aus und seine blauen Augen waren vor Todesangst weit aufgerissen.
„Du musst es hier raus schaffen und die Überwachungsaufnahmen mitnehmen! Versuch es über den Geheimgang. Er führt nach Igarka. Vielleicht schaffst Du es bis nach Moskau. Der Präsident muss wissen was hier passiert ist. Er soll wissen dass es -“

Koslow sah zu wie hinter dem Soldaten ein Schatten auftauchte. Sekunden später wurde er hochgehoben und eine fast unsichtbare Klinge ragte aus seiner linken Brust. Sie musste verdammt scharf sein, da sie Wolkows Körper wie Butter durchdrungen hatte.
Er fiel zu Boden und die Kreatur, die ihn getötet hatte, wurde sichtbar. Offenbar besaß sie eine Tarnvorrichtung die sie nach Belieben ein und ausschalten konnte.
Koslow gefror das Blut in den Adern. Das grazile Wesen trug eine silberne Maske und war spärlich bekleidet mit einer knappen Rüstung aus Leder und Metall. Es hatte lange schwarze Haare, die wie Würste aussahen und mit silbernen Ringen geschmückt waren.
Einen Mangel an Ästhetik konnte man ihm wirklich nicht vorwerfen.
An beiden Armen trug die Kreatur Manschetten. Die Rechte war mit einer ausfahrbaren Klinge ausgestattet, die Linke mit einer Art tragbaren Computer.

„Das ist ein weiblicher Predator“ hauchte Koslow und starrte mit einer grotesken Mischung aus Faszination und Abscheu gebannt auf den Bildschirm.
„Warum ist er hier? Es ist doch nicht seine Technologie die hier untersucht wird.“
Elegant wie ein Raubtier beugte sich die außerirdische Kreatur nach unten zu Wolkows Leiche.
Koslow stockte der Atem, als sie ihre filigrane, mit langen schwarzen Krallen bewehrte Hand in den Rücken des toten Soldaten rammte. Mit einer derart ruckartigen Bewegung, die er diesem zierlichen Wesen gar nicht zugetraut hätte, riss der weibliche Predator seine Klaue wieder heraus und hielt einen Teil von Wolkows Rückgrat und seinen Schädel in ihr. Triumphierend warf er den Kopf zurück und stieß einen animalischen Schrei aus.
Koslow rang mit dem Brechreiz. Er hatte schon immer einen schwachen Magen und es kostete ihn viel Beherrschung sich nicht zu übergeben.
Der weibliche Predator hielt seine bluttriefende Errungenschaft provokant in die Kamera und zerschlug sie dann mit der anderen Hand.

Koslows schüttere braune Haare klebten ihm an der Stirn. Mit zitternden, schweißnassen Händen goss er sich zur Beruhigung ein Glas Wodka ein und kippte es in einem Zug hinunter.
Beklommen sicherte er die Aufnahmen auf einen Datenträger und ließ ihn in seine Jackentasche gleiten. Mit wackligen Beinen stand er auf und schlich so schnell es seine weichen Knie zuließen aus dem Büro in den Empfangsbereich.
Er versuchte so geräuschlos wie möglich zu laufen, in der Bestrebung nicht bemerkt zu werden. Bei dem Gedanken an den weiblichen Predator schnürte sich ihm die Kehle zu. Hoffentlich blieb er noch eine Zeit lang in der Cafeteria. Der Eingang zu dem geheimen Tunnel, welcher nach Igarka führte, befand sich im Labor.
In dem gesamten Gebäude herrschte mittlerweile Totenstille.

„Diese Bestie. Sie hat sie getötet. Sie hat sie alle getötet“ hämmerte es in Koslows Kopf und Schweißperlen rannen seine Stirn hinab.
Furchtsam stieg er, eng an die Wand geschmiegt, die Treppe hinunter die ihn in den Forschungsbereich führte.
Dort erwartete ihn ein noch weitaus schlimmeres Grauen als er es eben gesehen hatte. Der Predator hatte die Soldaten, die er in diesem Teil des Gebäudes gekillt hatte, gehäutet und sie kopfüber an die Decke gehängt. Den eigentlich mintgrünen Wänden hatte er einen neuen roten Anstrich verpasst. Manche von den Männern waren auch buchstäblich in der Mitte zerteilt worden. Ihre Eingeweide dekorierten die Neonröhren wie Girlanden bei einem Kindergeburtstag. Koslow war sich sicher, dass sich dieses grässliche Bild für immer in sein Gedächtnis eingebrannt hatte. Diesen Anblick würde er nie wieder vergessen...

Er widerstand dem Drang zu schreien und rannte so schnell er konnte durch das Labor. Dabei rutschte er auf einem Reagenzglas aus und stieß sich den Kopf an einem umgeworfenen Beistellschrank an. Keuchend rappelte er sich wieder auf und hetzte weiter.
Als er schon fast bei der Tür war, die zu dem Geheimgang führte, hörte er hinter sich ein unmenschlich klingendes Knurren. Kreidebleich fuhr er herum und sah ein seltsames Flackern. Wie ein schemenhafter Lichteffekt sah das aus.

„Das wars...“ schoss es ihm durch den Kopf und seine Schläfen begannen zu pochen. Der Angstschweiß strömte ihm aus sämtlichen Poren. Er blieb wie angewurzelt stehen, unfähig sich zu bewegen. Der Predator kam näher. Dann deaktivierte er seine Tarnung.
Koslow blinzelte überrascht. Das war nicht der Predator, den er in den Überwachungsaufnahmen gesehen hatte. Dieser hier war eindeutig männlich, hatte einen Speer in der Hand und seine Maske sah auch anders aus. Mit wie vielen dieser Kreaturen hatten sie es hier eigentlich zu tun? Koslow wusste dass es keinen Sinn hatte davon zu laufen und erst recht nicht zu kämpfen. Das Wesen vor ihm war in etwa 2,50m groß und besaß wahrscheinlich eine Stärke, die er sich nicht einmal vorstellen konnte.
Er schloss die Augen und bereitete sich wimmernd auf seinen Tod vor.

Doch nichts dergleichen geschah. Vorsichtig öffnete Koslow die Augen wieder und blickte mit eingezogenem Genick zu dem Predator hinauf. Dieser sah ihn einfach nur mit schief gelegtem Kopf an. Es schien fast so als würde er ihn bedauern. Offenbar gab er ein ziemlich erbärmliches Bild ab. Nach einer Weile drehte sich der Predator um und marschierte einfach davon. Koslow sah ihm verständnislos nach und versuchte zu begreifen was gerade passiert war.
„Ich bin unbewaffnet. Das macht keinen Spaß“ nuschelte er und die Erkenntnis traf ihn wie ein Schlag.

„Sie veranstalten das alles hier nur aus Freude am Morden. Sie wollen dass wir uns wehren und sammeln Trophäen als Erinnerung an den schönen Trip auf der Erde. Vielleicht ist Predators die falsche Bezeichnung für sie. Killeraliens würde es eher treffen.“
Kopfschüttelnd öffnete Koslow die Tür und betrat den Geheimgang. Er musste diese Aufnahmen nach Moskau bringen, aber zuvor würde er sie als verschlüsselte Nachricht an jemand anderen versenden. Schließlich schwang die Tür nach beiden Seiten...
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast