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Female Predator

Kurzbeschreibung
GeschichteRomance, Horror / P18 / Het
OC (Own Character)
07.10.2022
16.12.2022
7
12.871
2
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19 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
07.10.2022 2.008
 
Cover: https://www.directupload.net/file/d/6696/eupdyw7w_jpg.htm

Sanft fielen die ersten Strahlen der aufgehenden Sonne durch die glaslosen Fenster von Yatalys Zimmer. In dem spärlich beleuchteten Raum bereitete sich die junge Yautja gerade auf ihre erste Reise ins Weltall vor. Sie hatte vor Aufregung kaum schlafen können.
Wie sehr hatte sie diesen Tag herbeigesehnt.
Endlich bekam sie die Chance zu beweisen, dass sie genauso versiert und einfallsreich war wie ihre männlichen Artgenossen. Was ihr an körperlicher Stärke fehlte machte sie durch ihre Intelligenz wieder wett.
Einen guten Jäger zeichnete nämlich nicht nur seine Schnelligkeit, Stärke, Gewalttätigkeit und Grausamkeit aus, sondern auch eine gute Beobachtungsgabe und viel Geduld.
Scharfsinn war ebenfalls wichtig um brenzlige Situationen richtig einschätzen zu können.
Denn Yautja waren keineswegs unsterblich.

Viele waren schon bei der Jagd auf der Erde getötet worden. Die Erdenbewohner, auch als Ooman oder Pyode Amedha bekannt, eigneten sich hervorragend als Beute und gaben großartige Trophäen ab. Allerdings waren sie nicht so primitiv wie zunächst vermutet. Ein paar wenige Exemplare erwiesen sich als außerordentlich widerspenstig und wehrten sich verbissen. Obwohl sie den Yautja sowohl körperlich als auch technologisch geradezu lachhaft unterlegen waren, schafften manche es dennoch den Kampf auf Leben und Tod für sich zu entscheiden. Doch gerade dieser Umstand war besonders reizvoll und sorgte bei der Jagd für zusätzlichen Nervenkitzel.
Was gibt es Schöneres als Wild das sich wehrt?

Bedauerlicherweise galt auch Yatalys Vater Zayoll seit nunmehr 4 Monden als verschollen. Die Aufklärungseinheit die damals zur Erde geschickt worden war fand zwar sein Raumschiff und konnte verhindern, dass den Menschen die Technologie der Yautja in die Hände fiel, doch von Zayoll fehlte leider jede Spur. Es gab keinerlei Hinweise auf seinen Verbleib.

Yataly ging es nicht nur darum endlich in den Kreis der Erwachsenen aufgenommen und als Jägerin anerkannt zu werden. Sie wollte auch herausfinden was mit ihrem Vater passiert war.
Ein Anflug von Trauer erfasste Yataly bei dem Gedanken an ihn und sie ballte ihre rechte Hand so fest zusammen, dass sich ihre Fingernägel in ihr Fleisch bohrten.
Falls Zayoll noch am Leben war würde sie ihn finden und nach Yautja Prime zurückbringen. Das hatte sie sich geschworen.
Aber sie musste vorsichtig vorgehen und durfte ihre Beute nicht unterschätzen.
Es gab nur zwei Optionen, wie diese Prüfung enden konnte: Triumph oder Tod!

Sei immer wachsam.
Beobachte geduldig Deine Beute.
Isoliere sie.
Warte bis sie sich in Sicherheit wiegt.
Und dann schlag zu!


Das waren die Worte ihres Vaters. Nur er hatte bisher ihr enormes Potential erkannt und er war durchaus fähig das zu beurteilen, da er selbst ein großer Jäger war.

Yataly fuhr sich mit ihren scharfen Krallen durch ihre hüftlangen, schwarzen Dreadlocks und strich sie über ihre Schultern zurück. An einigen von ihnen trug sie silberne Ringe, gewissermaßen als Haarschmuck. Ihren zierlichen Körper bekleidete eine knappe Rüstung aus braunem Leder die mit Metallelementen versehen war. Um ihren Hals baumelte eine Kette, bestehend aus einem Lederband an dem kleine Tierschädel befestigt waren. Die einzige Waffe die sie bisher hatte waren ihre Wristblades, die sie im Kampf aus ihrer rechten Armmanschette herausspringen lassen konnte. Damit hatte sie in den Wäldern schon unzählige Tiere erlegt. Sie hob den Arm und fuhr die langen silbernen Klingen probeweise aus. Sie waren geschärft und einsatzbereit.

An ihrem linken Arm befand sich ein Wristcomputer, der eine Tarnvorrichtung beinhaltete mit deren Hilfe sie sich nahezu unsichtbar machen konnte. Des Weiteren besaß er auch einen Selbstzerstörungsmechanismus in Form einer Neutronenbombe.
Eine Vorrichtung zur Befestigung der besten Waffe der Yautja, dem Plasma Caster, befand sich ebenfalls bereits auf ihrer Schulter. Doch den musste sie sich erst verdienen.

Nachdem sie alle Funktionen kontrolliert hatte verließ Yataly schnellen Schrittes ihr Zimmer und bewegte sich Richtung Ausgangstür. Dabei kam sie an der prunkvollen Vitrine im Flur vorbei in der ihr Vater seine zahlreichen Errungenschaften ausgestellt hatte. Obwohl sie schon ziemlich spät dran war nahm Yataly sich einen Moment Zeit um sie ein letztes Mal zu begutachten. Es waren Schädel der verschiedensten Wesen, von den unterschiedlichsten Planeten, in allen erdenklichen Größen und Formen. Es waren auch menschliche Schädel unter ihnen, mit und ohne Wirbelsäule.
Bald werde ich meine erste Trophäe den anderen hinzufügen...

Voller Vorfreude wandte sich Yataly von der Vitrine ab und ging in den Garten hinaus.
Dort war ihre Mutter Nautica gerade damit beschäftigt die Nutzpflanzen zu gießen. Zu dieser Jahreszeit trugen sie besonders viele Früchte. Es war schwer auf ihrem Heimatplaneten etwas anzupflanzen, da es sehr wenig fruchtbaren Boden gab. Doch ihre Mutter hatte viel Erfahrung darin.
Die Luft war stickig und schmeckte nach Staub. Der steinige, sandige Boden knirschte unter Yatalys Füßen als sie den schmalen Weg zwischen den Beeten entlangging.
Ihr Bruder Aeon war auf einen Baum geklettert um einen Vogel zu fangen. Als er Yataly erblickte sprang er herunter und lief freudig zu seiner großen Schwester. Auch Nautica hielt inne und sah ihre Tochter unglücklich an.

Sie missbilligte es, dass Yataly an einer Jagd teilnahm. Ihr wäre es viel lieber, wenn sie sich mit einem Krieger zusammentun und somit in den Kreis der Erwachsenen aufgenommen werden würde. Schließlich war das bei den weiblichen Yautja eigentlich so üblich. Es war ja nicht so, dass Yataly diesbezüglich noch keine Angebote bekommen hätte. Sie war eine Zierde ihrer Rasse, mit ihren langen schwarzen Dreadlocks, ihrer grazilen, femininen Statur und ihrer außergewöhnlich schönen Hautmusterung. Bei den meisten Yautja waren die Musterungen entweder braun, schwarz oder grau, doch ihre war rötlich und stach daher besonders aus dem beige hervor.  
Außerdem war Yataly bereits im gebärfähigen Alter und könnte für Nachkommen sorgen.
Prozentual gesehen gab es ungefähr doppelt so viele männliche Yautja wie weibliche. Deswegen waren Weibchen für die Erhaltung ihrer Art besonders wertvoll.
Dass ihre Tochter andere Pläne hatte gefiel Nautica gar nicht. Dennoch respektierte sie widerwillig ihre Entscheidung.

Yataly lächelte ihre Mutter an und umarmte sie zum Abschied.
„Ich wünsche Dir viel Erfolg“ presste Nautica übellaunig hervor und sah ihrer Tochter tief in die großen bernsteinfarbenen Augen.
„Wenn Du mich wieder siehst, werde ich eine Jägerin sein“ versprach Yataly mit sanfter Stimme und versuchte so zuversichtlich wie möglich zu klingen.
„Pass gut auf Dich auf und geh bitte kein unnötiges Risiko ein“ bat Nautica sie mit einem fast schon flehenden Unterton.

Yataly hörte aus den Worten ihrer Mutter heraus, dass diese ihren Optimismus nicht teilen konnte. Wahrscheinlich hatte sie große Zweifel daran, dass sie es schaffen würde.
Dass sie überhaupt zurückkommen würde...
Yataly verlor bewusst kein Wort über ihren Vater, da sie fühlte, dass sich ihre Mutter auch so schon genügend Sorgen machte. Sie wollte ihr nicht noch mehr Kummer bereiten als ohnehin schon.

„Bis bald kleiner Bruder“ wandte sie sich stattdessen an Aeon und streichelte ihm liebevoll über seinen zotteligen Kopf.
„Viel Glück“ rief das niedliche Kerlchen und klammerte sich an ihrem Bein fest.
Yataly ließ ihn einen Augenblick gewähren, dann befreite sie sich aus seinem Griff.

Der aus massivem Sandstein bestehende Obelisk in dem sie lebten stand auf einem Hügel unweit des Marktplatzes.
Yataly winkte ihrer Familie noch ein letztes Mal, dann sprang sie die Anhöhe hinunter und rannte durch die karge Landschaft in Richtung der Lebensmittelstände.
Nautica und Aeon sahen ihr lange nach.

Der köstliche Geruch von gebratenem Fleisch lag in der Luft und Yatalys Magen begann demonstrativ zu knurren. Doch sie hatte keine Zeit mehr etwas zu essen.
Sicher warteten ihre Mitstreiter schon in der Pyramide auf sie.
„Warum hab ich nur wieder so lange herumgetrödelt?“ ärgerte sich Yataly über sich selbst während sie ihren Blick über den Marktplatz schweifen ließ.
Manche der Händler, die ihre Waren dort anboten, beäugten sie misstrauisch und begannen zu tuscheln als sie erkannten wohin ihr Weg führte. Sie konnte ihre stechenden Blicke im Nacken spüren als sie sich ihrem Ziel nährte. Yataly versuchte ihr Unbehagen zu verbergen und so selbstbewusst wie möglich zu wirken.
Es war schon eine ganze Weile her, dass eine Frau sich getraut hatte an einer Jagd teilzunehmen. Genau genommen gab es bisher nur 3 weibliche Yautja die den Mut dazu besaßen.

Die erste war Itub. Sie schaffte es leider nicht und fiel auf der Erde durch ihre eigene Neutronenbombe.
Die zweite war Ruanke. Sie kehrte mit einer Trophäe zurück und wurde von ihrem Clan als Jägerin akzeptiert.
Die dritte war Vadytain. Sie war so erfolgreich, dass sie sogar in den Rang der Ältesten aufstieg.

„Zu welcher Kategorie werde ich gehören?“ dachte sich Yataly während sich leichte Selbstzweifel in ihr regten und stieg angespannt die Stufen der Pyramide hinauf. Sie war das Heiligtum ihres Clans und Yataly hatte sie noch nie von innen gesehen. Der Eingang wurde von zwei Elitekriegern mit Combisticks flankiert.
Welch prunkvolle Waffen.

Die Speere hatten Yataly schon immer gefallen. Zum Inventar ihres Vaters gehörte ebenfalls so einer und sie hatte schon oft damit trainiert und gejagt.
Die Krieger musterten Yataly von Kopf bis Fuß und gingen dann beiseite um sie eintreten zu lassen.
Im Inneren der Pyramide erwarteten sie bereits Pyriat und Eyou, die gemeinsam mit ihr an der Prüfung teilnehmen würden.
Eyous großer, muskulöser Körper war grau und mit einer bräunlichen Musterung abgesetzt. Er prahlte gerne und fühlte sich über alle Zweifel erhaben. Yataly kannte ihn schon ewig und konnte ihn wegen seiner arroganten Art noch nie leiden.
Pyriat zählte eher zu den stilleren Zeitgenossen. Seine Statur war nicht so brachial wie die von Eyou, aber dafür war er definierter und somit auch beweglicher. Seine Hautfarbe war beige und mit einer schwarzen Musterung versehen. Mit ihm hatte Yataly bisher noch so gut wie keinen Kontakt gehabt. Sie waren sich ein paar mal auf dem Marktplatz begegnet, hatten aber nie auch nur ein Wort miteinander gewechselt.
Ihre schwarzen Dreadlocks reichten den beiden bis zu den Schultern und sie trugen eine ähnlich knappe Rüstung wie Yataly.

„Hast Du auch endlich den Weg hierher gefunden? Ich dachte schon Du würdest kneifen“ begann Eyou sofort zu sticheln als Yataly sich zu ihnen gesellte. Er war wie so viele Andere der Meinung, dass Frauen nicht jagen sollten. Obwohl sie sich ärgerte ließ Yataly seine boshafte Anspielung vorerst unerwidert und stellte sich zwischen ihn und Pyriat. Dieser zwinkerte ihr aufmunternd zu. Gemeinsam betraten sie den gigantischen, prunkvollen Saal in dem der Älteste Vahtab schon auf sie wartete. Als er sie durch die Pforte schreiten sah erhob er sich von seinem aus Gebeinen bestehenden Thron. Seine goldene Rüstung leuchtete im Schein der zahlreichen Fackeln, die mit Halterungen an den Wänden angebracht waren. Zu seiner linken und rechten standen ebenfalls zwei Elitekrieger mit Combisticks.
Vahtab war trotz seines Alters größer als die beiden Yautja neben ihm und er hatte lange, mit goldenen Ringen reich verzierte graue Dreadlocks. Einst war er ein großer Jäger. Inzwischen jedoch glänzte er eher mit seiner Weisheit.

„Seit gegrüßt Jungblute“ hallte seine tiefe, grollende Stimme durch die große, durch Marmorsäulen gestützte Empfangshalle.
„Heute ist der Tag an dem ihr euer Können als Jäger beweisen werdet. Nutzt eure Intelligenz und euren Verstand, sowie eure Schnelligkeit und eure Stärke.
Jeder von euch Dreien muss eine Trophäe erringen um die Prüfung abzuschließen.
Kinder, trächtige und unbewaffnete Ooman zu töten ist unehrenhaft und ruhmlos. Sucht euch also nur bewaffnete Erdlinge als Beute aus und seid wachsam. Es gibt ein paar wenige Individuen dieser Spezies die wissen was ihr seid. Sie werden euch als Predators bezeichnen. Wenn ihr diesen Begriff hört, müsst ihr besonders vorsichtig sein.
Sobald ihr eure Aufgabe vollendet habt schickt mit eurem Wristcomputer ein Signal ab und ein Shuttle wird euch abholen. Soweit alles klar?“

Zustimmend nickten die Jungblute; sichtlich erleichtert.
Die lockere Ansprache des Ältesten beruhigte Yataly und sorgte dafür, dass sich ihre Anspannung augenblicklich in Euphorie verwandelte.
Nur ein Schädel von einem bewaffneten Menschen? Das wird ja viel leichter als gedacht!

Vahtab räusperte sich geräuschvoll und sah die drei jungen Yautja mahnend an. Sein Blick ruhte auf Yataly als er seine Rede fortsetzte.
„Solltet ihr scheitern ist euer oberstes Ziel unsere Technologie zu schützen. Sie darf den Ooman unter keinen Umständen in die Hände fallen. Wenn es nötig ist, sprengt alles in die Luft.
Bewahrt eure Ehre und die Unsere.
Nun denn, viel Spaß, viel Erfolg und eine gute Jagd!“
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