Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

The Last Song

von Caraga
Kurzbeschreibung
GeschichteAbenteuer, Schmerz/Trost / P18 / Gen
Meiko Mochizuki und Meikuumon OC (Own Character) Sora Takenouchi und Biyomon Taichi "Tai" Yagami und Agumon Yamato "Matt" Ishida und Gabumon
06.10.2022
05.02.2023
26
120.803
3
Alle Kapitel
27 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
25.01.2023 6.223
 
Hello, Hello,
das Kapitel diese Woche erscheint pünktlich zum Bergfest. :-)
Hier das Lied von dem Mimi spricht: Why you wanna von Jana Kramer. Die Rechte liegen Selbstverständlich beim Künstler und den Vertragspartnern, sowie der Plattenfirma. https://www.youtube.com/watch?v=Ho5HV_9_o_E

----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

“Kido-sensei wird sich dann um alles Weitere kümmern. Am Hintereingang wartet ein Wagen auf Sie, der Sie dann nachher nach Hause bringt. Bitte lassen Sie sich von der Security begleiten bis Sie zu dort sind. Sakai-san wird sich noch mit Ihnen in Verbindung setzten.” Der ältere Herr wandte sich an Joe. “Bitte halten Sie uns weiterhin über die Yagami-sans Genesung auf dem Laufenden.” “Natürlich.” Antwortete der Blauhaarige und Sato-sensei nickte kurz. “Also dann, ich wünsche Ihnen weiterhin eine gute Besserung.” Leicht überfordert sah er dem Regierungsarzt nach, der nach seiner Verbeugung das Krankenzimmer verließ. Man hatte ihm bereits gesagt, dass seit über einer Woche über ihn und ihren Kampf berichtet wurde und es sich, nachdem er aufgewacht war, erneut verstärkt hatte. Aus diesem Grund hatte man ihm auch abgeraten den Fernseher anzuschalten. Von seinen Freunden wusste er, dass sich immer wieder Reporter vor dem Eingang des Krankenhauses aufhielten, weshalb auch sie nur noch durch den Hintereingang das Krankenhaus betraten. “Gut, ich werde regelmäßig bei euch vorbeikommen.” Ergriff nun Joe das Wort. “Denk bitte an deine Atemübungen und daran deine Medikamente dreimal täglich zu nehmen.” Der Ältere reichte ihm eine kleine Pappschachtel. “Hie...” Gerade als er diese entgegennehmen wollte, entschied Joe sich um und reichte sie seiner Freundin. “Hier.” War das sein Ernst? “Vertraust du mir etwa nicht?” Warf er empört ein, als Meiko die Medikamente entgegennahm. “Natürlich vertraue ich dir. In diesem Fall aber, vertraue ich Meiko mehr.” Er hörte Sora und seine Schwester leise hinter sich Lachen und konnte das schadenfrohe Grinsen seines besten Freundes im Nacken spüren. ‘Na danke auch.’ Er hasste es wie seine Freunde ihn alle bemutterten. “Wenn irgendetwas ist, ruft mich bitte an. Ihr habt ja die Nummer meines Diensthandys, da könnt ihr mich immer erreichen.” “Danke Joe.” “Also, bis morgen.” Der Blauhaarige nickte ihnen kurz zu und verließ dann ebenfalls das Zimmer. “Gut, dann schlage ich vor, dass ich schon einmal vorfahre. Kari und Meiko können ja dann mit dir nachkommen.” “Was?” Geschockt drehte er sich zu seiner Mutter und augenblicklich fuhr ein scharfer Schmerz durch seinen Körper. ‘Fuck!’ Das war definitiv zu schnell gewesen. “Wie was?” “Was meinst du mit nachkommen?” Sie erwartete doch nicht etwa... “Na du glaubst doch nicht, dass ich dich nach Shinjuku lasse. Ihr kommt mit nach Odaiba.” Fassungslos sah er sie an. Das konnte doch nicht wirklich ihr Ernst sein. Er und Meiko sollten bei seinen Eltern wohnen? Wie stellte sie sich das vor? Und wie zur Hölle sollte er sich da erholen? Hilfesuchend sah er zu der Schwarzhaarigen, die ebenfalls etwas überfordert schien. “Ich möchte, dass ihr in der Nähe seid solange du noch nicht wieder fit bist.” “Also, wenn es darum geht... wir müssen ja nicht nach Shinjuku...” Jetzt sah er Meiko fassungslos an. Sie wollte doch nicht wirklich... “Wir können auch in unsere Wohnung nach Odaiba, dann sind wir auch quasi um die Ecke.” “Ja, ja genau!” Gott sei Dank hatte seine Freundin die rettende Idee gehabt. “Wir ziehen einfach frühzeitig um.” Pflichtete er Meiko bei. Einen Moment sah seine Mutter ihn an und schien zu überlegen. “Na gut, dann kommen wir halt mit zu euch.” “Was?” Entkam es ihm erneut und wieder starrte er sie fassungslos an. Das konnte doch wirklich nicht ihr Ernst sein. “Schau nicht so. Du glaubst doch nicht wirklich, dass ich Meiko-chan alleine lasse.” “Sie ist nicht alleine!” Protestierte er. “Alleine mit dir Pflegefall!” Die Ergänzung seiner Mutter entlockte ihm ein empörtes Schnauben. Leider fehlten ihm die Argumente. In gewisser Weise konnte er sie auch verstehen. Trotzdem, er war schließlich erwachsen. Außerdem war in Anwesenheit seiner Mutter gemeinsame Zeit mit seiner Freundin ausgeschlossen. “Sora und ich könnten doch mit zu euch kommen.” Schaltete sich nun Matt ein. “Genau, wir wohnen doch sowieso seit zwei Jahren fast zusammen und sind was das angeht eingespielt.” Pflichtete Sora ihrem Verlobten bei und er warf den Beiden einen dankbaren Blick zu. “Also, wenn das für dich in Ordnung ist Yuuko-san.” Wandte sein bester Freund sich nun direkt an seine Mutter. “Das ist doch gar nicht so schlecht Mama. Onii-chan ist nicht weit weg, wir sind schnell vor Ort und Meiko ist nicht alleine.” Kam ihm nun auch seine Schwester zur Hilfe. “Außerdem, sollte wirklich etwas sein ist es sicher gut, wenn Matt da ist. Er kann Onii-chan schließlich, im Gegensatz zu uns, stützen.” Na danke. Und so schnell machte sie es wieder kaputt. Sie grinste ihn an, woraufhin er genervt die Augen verdrehte. Den letzten Satz hätte sie sich wirklich schenken können. “Einverstanden.” Sagte seine Mutter schließlich. “Aber sollte irgendetwas sein, gebt mir bitte sofort Bescheid.” “Natürlich.” Antwortete Meiko und schenkte seiner Mutter ein Lächeln. “Und selbstverständlich stehen euch unsere Türen jederzeit offen.” Bitte was? Hatte er sich gerade verhört oder hatte seine Freundin seiner Mutter eben einen Freibrief gegeben, direkt nachdem sie sie erfolgreich losgeworden waren? “Danke Meiko-chan. Und du brauchst gar nicht so gucken.” Wandte seine Mutter sich ihm wieder zu. “Du kannst dir an deiner Freundin wirklich mal ein Beispiel nehmen. Die eigene Mutter einfach loswerden wollen, nur weil sie sich Sorgen macht.” Oh ha, sein Blick schien wohl Bände gesprochen zu haben. “Darum ging es doch gar nicht...” Er hatte sicher nicht die Absicht gehabt seine Mutter zu verletzen. “Ja ich weiß.” Sie schenkte ihm ein Lächeln. “Ich komme später noch einmal bei euch rum. Soll ich noch Sachen von euch holen?” “Lass nur, das machen Matt und ich später.” Antwortete seine beste Freundin. “Wir müssen schließlich eh in die Wohnung um unsere eigenen Sachen zu holen.” Seine Mutter nickte kurz. “Soll ich schon etwas aus deinem Zimmer mitbringen?” Ob er etwas aus seinem Zimmer benötigte? Eigentlich... “Vielleicht das Bild vom Schreibtisch, das aus der Digiwelt” Überrascht drehte er sich zu Meiko. Wie kam sie darauf und woher wusste sie wo es stand? “Und die Playstation. Tai wird sonst unerträglich.” Der Einwand seines besten Freundes entlockte seiner Mutter ein leises Lachen. “Gut, dann bringe ich euch die Sachen später rum. Ich nehme an du fährst direkt mit zu deinem Bruder, Kari?” Seine Schwester nickte als Antwort. “Gut, ich nehme dich dann heute Abend mit nach Hause. Also, bis später.”  

Mit einem leisen stöhnen lehnte er sich an die Rückenlehne des Sofas. Auch wenn die Schmerzen schon etwas besser geworden waren, merkte er seine Verletzungen immer noch bei jeder Bewegung. “Ich denke wir sollten direkt die Sachen holen fahren, bevor es dunkel wird.” Als er eine sanfte Berührung an der Schulter spürte, legte er seinen Kopf in den Nacken und sah zu seiner besten Freundin auf. Sora stand hinter dem Sofa und lächelte ihn an. “Du benimmst dich bitte. Wir brauchen auch nicht lange.” Was sollte das denn bitte bedeuten? “Das ist jetzt aber nicht nett, was soll ich denn schon groß machen?” Erwiderte er gespielt beleidigt. Sie lächelte nur und wuschelte ihm durch seine Haare, dann drehte sie sich zu seiner Freundin. “Ich werde versuchen möglichst viel von deinen Sachen mitzubringen, gibt es denn etwas, das du auf jeden Fall brauchst?” “Nein. Aber vielleicht solltet ihr Futons mitbringen. Außer unserem Schlafzimmer sind die anderen Zimmer noch nicht eingerichtet.” Sora nickte. “Das wird kein Problem sein.” “Wollen wir dann? Der Fahrer wartet schließlich.” Drängte Matte. Man hatte ihnen auf der Fahrt vom Krankenhaus gesagt, dass die Regierung ihnen bis auf Weiteres einen Fahrdienst zur Verfügung stellte. Es diente, aufgrund dem aktuell sehr hohem Interesse der Öffentlichkeit, auch zu ihrem Schutz. Er hoffte nur, dass diese Maßnahmen bald gelockert werden könnten und das hohe Interesse an Ihnen etwas abflachte. Es nervte ihn. Das Ganze in der Öffentlichkeit stehen war nicht wirklich seine Welt. Eigentlich war ihm auch das offizielle Interview vor dem letzten Kampf schon ein Dorn im Auge gewesen, auch wenn er es verstand. “Hey, ich werde nicht gefragt ob ich etwas Bestimmtes brauche?” Also wirklich. Fair war das nicht. “Du hast ohnehin keinen Klamottengeschmack.” Rief der Blonde ihm noch zu kurz bevor die Tür hinter seinen besten Freunden ins Schloss fiel. Er schnaubte empört und hörte seine Schwester leise kichern. “Kann ich dir etwas bringen?” Warme Arme legten sich um seine Schultern als seine Freundin ihn von Hinten umarmte. “Nein, danke. Ich kann aber...” Er unterbrach sich selbst. Das er sich selbst etwas holen könnte wollte Meiko gerade ganz sicher nicht hören. “Gut.” Sie gab ihm einen Kuss auf die Wange. “Ich mache uns mal etwas zu Essen. Kommt euer Vater später auch?” Essen? Sie waren doch gerade erst hier angekommen, von was wollte sie bitte etwas zu Essen machen? “Ich denke nicht, er muss schließlich arbeiten. Aber wie...” “Eigentlich wollte Papa versuchen früher Feierabend zu machen.” Überrascht sah er zu Kari, die sich neben ihn setzte. Warum? Das musste doch wirklich nicht sein. “Aber möchtest du wirklich für alle kochen? Ich denke Mama und Papa werden heute nicht lange bleiben und morgen kommen sie ja eh zum Frühstück.” Seine Eltern kamen zum Frühstück? Wann war das denn abgesprochen worden? “Hmm, meinst du?” Meiko sah Kari zweifelnd an. “Ist es nicht sehr unhöflich, wenn ich nur für uns Fünf koche?” Seine Schwester schüttelte ihren Kopf. “Papa isst meistens auf der Arbeit und Mama wollte heute die Reste von gestern verwerten.” “Mit was willst du eigentlich kochen? Wir dürften doch gar nichts hier haben.” Einen Moment sahen die beiden Frauen ihn, irritiert über die zusammenhanglose Frage, an. “Ich habe vorhin unten am Empfang angerufen und habe durchgegeben was wir brauchen.” Sie hatte am Empfang angerufen? “Schatz, wie genau hast du dir eigentlich die Wohnungsanzeige durchgelesen?” Wie genau er das gelesen hatte? Eigentlich, wenn er richtig darüber nachdachte, gar nicht. Meiko hatte ihm die Wohnung in dem Prospekt gezeigt und er hatte es nur überfliegen können, ehe Izzys Nachrichten seine Aufmerksamkeit gefordert hatten. Wenn er ganz ehrlich war, hatte er auch bei der Besichtigung, der Dame welche ihnen die Wohnung gezeigt hatte, nicht wirklich zugehört. “So wie Onii-chan schaut, wohl gar nicht.” Er hörte Meiko leise seufzen. “Die Sicherheitsmaßnahmen in diesem Gebäude sind sehr hoch, eben weil hier viele Politiker wohnen. Der Empfang sorgt nicht nur dafür, dass nur befugte und angemeldete Personen Zutritt haben, es werden zudem einige Services angeboten. Unter Anderem, dass Besorgungen gemacht werden.” Natürlich, es gab sicher einige Leute hier, die nicht ohne weiteres alleine Einkaufen gehen konnten, da es der Bekanntheitsgrad nicht so einfach zuließ. Ähnlich, wie aktuell bei ihnen. “Na gut, ich fang dann mal an zu kochen. Wenn ihr etwas braucht schreit einfach.” “Danke Meiko.” Sagte seine Schwester zu seiner Freundin, die sich bereits in die Küche begab. “Mama und Papa kennen eure Wohnung noch gar nicht, stimmts?” Er beobachtete Kari, die ihren Blick durch den großen Raum schweifen ließ. Sie war wirklich erwachsen geworden und ihr schulterlanges Haar wirkte noch immer etwas ungewohnt. Es stand ihr, doch er hatte sie sein ganzes Leben nur mit kurzem Bob, der nach vorne hin etwas länger wurde, gekannt. “Was ist denn?” Karis Frage riss ihn aus seinen Gedanken. “Ach, ich habe nur gerade gedacht, dass du wirklich erwachsen geworden bist.” Sie lächelte und strich sich eine Haarsträhne hinter ihr Ohr. “Ist das denn gut oder schlecht?” “Ich schätze: Beides.” Sie lachte leise. Er würde sich wohl nie daran gewöhnen können. “Wie geht es dir?” Überrascht sah sie ihn an. “Sollte ich das nicht besser dich fragen?” “Glaub mir, ich kann die Frage langsam nicht mehr hören.” Sie lächelte, doch es wirkte etwas traurig. “Ich mache mir Sorgen Onii-chan...” “Weshalb?” Sie verdrehte die Augen und warf ihm einen vorwurfsvollen Blick zu. Ja gut, die Frage konnte er sich wirklich selbst beantworten. “Du musst dir keine Sorgen machen.” “Sie versucht das Wappen des Mutes zu brechen, sie versucht dich zu brechen.” “Es kann mich nicht töten.” “Das ist ja der Punkt.” Überrascht über ihren Tonfall schreckte Kari zurück. “Entschuldige.” Er nickte. Er verstand sie und er selbst würde, wenn Kari an seiner Stelle wäre, wohl noch viel heftiger reagieren. “Wir schaffen das schon, haben wir immer.” Er griff nach ihrer Hand und lächelte sie beruhigend an. “Und hey, nicht einmal vor zwei Jahren hat mein Wappen einen Kratzer bekommen. Da glaubst du doch nicht wirklich, dass es dieses Ding schafft.” Wenn der Verlust von Agumon ihm seinen Mut nicht geraubt hatte, dann würde es auch Albe nicht schaffen. “Oder zweifelst du etwa an deinem großen Bruder?” Fügte er grinsend hinzu. “Man du bist doof.” “Warum? Weil ich dich zum Lachen bringe?” Er konnte sehen wie sie ihr eigenes Grinsen herunterkämpfte. “Du bist einfach doof.” Presste sie hervor. Erwartungsvoll zog er eine Augenbraue hoch und wartete ab. Tatsächlich dauerte es nur wenige Sekunden bis sich ein leises Lachen aus ihr herauskämpfte. Lächelnd beobachtete er sie. Er liebte es sie so zu sehen. “Ach man...” Seine Schwester lehnte sich neben ihn an die Rückenlehne des Sofas und drehte ihren Kopf zu ihm. “Wie geht es dir denn?” Wirklich? Hatte er nicht gerade gesagt, dass er diese Frage nicht mehr hören konnte? “Ich meine abgesehen von deinen Verletzungen.” Warum fragte ihn das alle Welt? Matt hatte ihm erst kürzlich dieselbe Frage gestellt. “Abgesehen davon?” Sie nickte nur. “Hmm, also eigentlich sehr gut. Ich habe einen guten Job und eine tolle Frau an meiner Seite, mit der ich in einer wirklich schönen Wohnung zusammenziehe.” Sie musterte ihn, als suchte sich in seinem Blick nach etwas, doch sie sagte nichts weiter.

“Hey Izzy,” er winkte seinen Freund zu sich. “sag mal wie ist der aktuelle Stand? Ich nehme an, dass Imura-san mich aktuell vertritt?” Der Rothaarige nickte. “Suzuki-san ist auch stark involviert und ich unterstütze natürlich vermehrt. Zum Glück ist es seit dem letzten Angriff ruhig.” “Sie wird auch erst einmal nicht angreifen.” Überrascht sah er zu Yui, die sich ebenfalls in ihr Gespräch eingeschaltet hatte. “Das Risiko ist gerade einfach zu hoch.” Er nickte. Albe brauchte ihn lebend, zumindest solange sein Wappen noch genug Kraft hatte. “Das glaube ich nicht. Oneiroimon wird vielleicht nicht physisch angreifen aber...” “Hey! Was habe ich euch gesagt?” Bei Mimis lauten Ausruf zuckte sein Freund sichtlich zusammen. “Dieses Thema ist heute Tabu!” “Tai wollte doch nur...” “Und du!” Sie wandte sich ihm zu. “Es hat seinen Grund warum Meiko dein Handy noch beschlagnahmt hat. Du sollst dich ausruhen.” “Ach so, deswegen hast du also Alle zu uns eingeladen?” Erwiderte er grinsend. Erst als Meiko ihn heute daran erinnert hatte, war ihm bewusst geworden was für ein Tag war. Hatte er sich gestern noch gefragt, weshalb seine Eltern zum Frühstücken kommen wollten, hatte er heute die Antwort darauf bekommen. Durch alles was die letzte Zeit geschehen war, hatte er seinen Geburtstag völlig vergessen. Mimi hatte es jedoch nicht daran gehindert alle seine Freunde zu ihnen einzuladen. Na gut, nicht alle. Alle kannte die quirlige Frau auch bestimmt nicht und alle hätten sicherlich keinen Platz in ihrer Wohnung gehabt, doch die wichtigsten waren hier. Die Menschen, mit denen er die schlimmsten aber auch die schönsten Dinge überstanden und erlebt hatte. “Ich habe dir eine Party versprochen, also hast du eine bekommen.” Verwirrt sah er sie an. Sie hatte was? Doch bevor er nachfragen konnte hatte sie sich bereits umgedreht. “So Mädels, Cocktailzeit! Alle in die Küche! Izzy, kümmere dich um Eiji.” Damit rauschte sie in Richtung Küche. “Wir reden später.” Entschuldigte sein Freund sich und er nickte nur. Mimis Beschäftigungstherapie war eindeutig dazu gedacht, sie davon abzuhalten weiter über die Angriffe und die Arbeit zu sprechen. “Wo bleibst du Nanako?” Amüsiert beobachtete er seine Ex-Freundin die sich, noch etwas von Mimi überfordert, ebenfalls erhob und den Frauen folgte. “Mimi hat mal wieder alles Fest im Griff.” Ein leises Lachen entkam ihm. “Das wundert dich doch nicht wirklich, oder?” Er grinste dem Blonden zu, der sich zu ihm gesetzt hatte. “Nicht wirklich, nein.” Auch T.K. entkam ein Lachen. “Dir scheint es wirklich schon deutlich besser zu gehen.” “Hast du etwas anderes erwartet?” Sein Grinsen wurde breiter. “Nein. Ich meine nur, es ist okay. Du solltest dir Zeit nehmen um fit zu werden.” Er seufzte leise. “Mir wird leider nichts anderes übrigbleiben. Joe schreibt mich sicher nicht gesund und wenn ich ehrlich bin, tut mir immer noch jede Bewegung weh. Deswegen sitz ich hier auch so nutzlos rum.” “Du bist auch so nutzlos!” Hörte er von der anderen Ecke seinen besten Freund rufen. “Fresse Ishida!” War ja klar, dass er das gehört hatte. Sein Wortwechsel mit Matt brachte T.K. erneut zum Lachen. “Ihr ändert euch auch wirklich nie.” “Du kennst doch deinen Bruder, er liebt das Drama.” “Erzähl keinen Scheiß Yagami!” Mischte Matt sich erneut ein. “Leugnen ist zwecklos, jeder kennt dich hier. Aber du kannst gerne an unserem Gespräch mit teilhaben und deinen Bruder von etwas anderem überzeugen.” Das leise Schnauben des älteren Blonden signalisierte ihm, dass Matt wohl wenig Lust darauf hatte. Kein Wunder, schließlich würde er in diesem Fall haushoch verlieren. “Dein Buch ist fertig?” Wandte er sich wieder dem jüngeren Blonden zu, der überrascht wirkte. “Ja. Hat Matt dir das erzählt?” Ja, hatte Matt ihm das erzählt? Langsam schüttelte er den Kopf. “Nein, ich denke nicht. Wahrscheinlich hat Kari es mal erwähnt.” Skeptisch sah T.K. ihn an. “Also, Kari wollte ich erst morgen davon erzählen.” Wie bitte? Seine Schwester wusste es noch gar nicht? “Ich fand es nicht passend. Du lagst im Koma und ich wollte Kari damit nicht noch mehr belasten.” Anscheinend hatte sein Blick mal wieder Bände gesprochen. “Verstehe. Aber dann wird es wirklich Zeit. Wann wird es denn veröffentlicht?” So wie der Jüngere sprach, war es das wohl noch nicht. “Nächste Woche.” “Mega! Herzlichen Glückwunsch.” T.K. lächelte verlegen. “Danke, aber ohne dich hätte ich es nicht geschafft.” “Ach Unsinn! Es hätte vielleicht einfach etwas länger gedauert aber geschafft hättest du es.” “Sag mal Tai...” “So ihr Lieben es wird Zeit für Klatsch und Tratsch.” Aufgeregt klatschte Mimi in die Hände und lenkte so ihre Aufmerksamkeit zu den sieben Frauen, die sich gerade um den Wohnzimmertisch setzten. “Klatsch und Tratsch? Geilo, ich bin dabei.” “Ernsthaft Davis?” Hörte er T.K. neben sich fragen. “Worüber möchtest du denn reden?” Fragte seine Schwester nach. “Hmmm...” Mimi legte einen Finger an ihr Kinn und schien kurz zu überlegen. “Wie sieht es mit der Kinderplanung aus? Matt? Sora?” “Was?” Bei den ungläubigen Blicken und dem gleichzeitigen Ausruf seiner besten Freunde entkam ihm ein Lachen. “Du braucht gar nicht so grinsen. Du und Meiko seid die Nächsten an den diese Frage geht.” “Ähm, also..., bei uns fehlt noch etwas ganz entscheidendes.” Versuchte seine Freundin das Unglück abzuwenden. “Ihr habt wirklich noch nicht miteinander geschlafen?” Alle Blicke richteten sich auf Yui, die sie ungläubig anstarrte und ein kurzes Schweigen legte sich in den Raum. Dann begann Mimi lauthals zu lachen. “Die?” Prustete sie hervor. “Gerade die Beiden sollen noch nicht...” Sie unterbrach sich und schnappte nach Luft. “Die waren nicht einmal zusammen, da sind die schon...” “Also Mimi!” Dankbar sah er zu Sora, die vor ihm die Sprache wiedergefunden hatte, war für Mimi wohl auch besser so war. “Aber, aber ich dachte mit sowas lässt man sich möglichst lange Zeit...” Was sah Yui denn ihn jetzt so fragend an? “Außerdem hast du doch gerade gesagt, dass noch etwas Entscheidendes fehlt.” Nun sah sie zu Meiko. “Ja, also...” Langsam hob die Schwarzhaarige ihre Hände und tippte leicht auf ihren linken Ringfinger. “Das war deutlich.” Flüsterte T.K. und sprach genau seine Gedanken aus. Oh ja, das war es. “Oh... das meintest du...” “Ihr müsst das entschuldigen. Meine Schwester redet meistens bevor sie denkt.” “Ach das macht doch nichts. Das sind wir gewohnt, wir haben schließlich auch drei so Kandidaten im Team.” Sora lächelte und zeigte den Beiden mit ihren Blicken, dass sie von Davis, Mimi und ihm sprach. “Aber stellt euch mal vor, dass sich die Dinge nicht so entwickelt hätten vor zwei Jahren. Also, dass Agumon, Gabumon und Biyomon nie verschwunden wären. Dann wäre Meikuumon auch nicht wieder da.” Hä? Was faselte Davis da? “Worauf möchtest du hinaus?” Danke! So wie Matt bei ihm, war Ken derjenige, der Davis immer wieder zurücklenkte. “Naja, Früher oder später müssten sie es ihren Kindern erklären oder?” “Du meinst warum Meikuumon fort wäre?” Hakte Yolei nach und der deutlich angetrunkene Davis nickte. “Das wäre sicher nicht leicht.” Sagte Cody leise. “Naja Kinder, das Digimon eures Vaters hat meines einfach filetiert” Lachte der Lilahaarige los. Eine Stimmung, in der ein Jeder mit sich zu hadern schien, ob er nun lachen oder besser nichts sagen sollte erfüllte den Raum. Irgendwie hatte Davis schon Recht. So wie die Dinge heute standen, könnte es wirklich, auf markaberer Art und Weise, als witzig ansehen, auch wenn es definitiv nicht sein Lieblingsthema war. “Gott sei Dank habe ich eine sehr verständnisvolle Freundin.” Sagte er und lächelte leicht und auch seine Freunde folgten seinem Beispiel. Selbst Meiko lächelte. “Jetzt schaut doch nicht so verstört.” Tatsächlich sahen Yui und Eiji, die Mimi angesprochen hatte, leicht verstört aus. “Bis jetzt ist noch jede schwarze Digitation gutgegangen, nicht wahr Tai?” Provokant zwinkerte sie ihm zu. War das ihr Ernst? “Eine schwarze Digitation?” Schaltete sich nun Nanako ein, die offensichtlich nicht folgen konnte. “Was ist eine schwarze Digitation?” “Eine Digitation zu einem bösartigen Digimon.” Antwortete Cody trocken. “Moment, so etwas gibt es? Und ihr, eure Partner, hä?” Verwirrt sah sie ihn an und er hob abwehrend die Hände. Er würde das ganz sicher nicht erklären. “Es gibt zwei Arten für ein Digimon auf ein höheres Level zu kommen.” Begann nun Izzy zu erklären. “Sie können aus eigener Kraft und mit viel Training digitieren. Das ist aber sehr schwer und dauert lange, weshalb es, je höher das Level ist, weniger Digimon der Art gibt.” Nanako nickte. “Die andere Möglichkeit ist, dass die Digimon durch die Kraft eines Partners und die Bindung zu diesem digitieren. Je höher das Level, desto mehr Kraft wir benötigt und desto stärker muss die Verbindung sein. In diesem Fall ist das Digimon nicht in der Lage ein hohes Level dauerhaft zu halten, weshalb unsere Digimon immer zurück auf das Rookie- oder sogar das Ausbildungslevel digitieren. Mit der Ausnahme von Gatomon und Meikuumon, da Beide es aus eigener Kraft auf das Champion-Level geschafft haben.” “Okay, aber was hat das mit einer schwarzen Digitation zu tun?” Hakte seine Ex-Freundin nach. “Es kann eben aufgrund dieser Bindung passieren. Die Kraft unserer Partner ist von uns abhängig. Kämpfen wir aus den falschen Gründen, wirkt sich das auf die Digitation aus. Negative Emotionen wie beispielsweise Hass, falscher Eifer, Druck, Angst oder Trauer, können dafür sorgen, dass eine Digitation fehlschlägt. So wird aus Agumon Skullgreymon, aus Nyaromon Ophanimon Falldown Mode oder aus Meikuumon Meicrackmon
Vicious Mode.” “Aber das bedeutet ja, dass ihr eine enorme Selbstkontrolle haben müsst.” Geschockt über diese Erkenntnis sah Nanako in die Runde. “Und ihr wart doch sogar Kinder.” “Naja, so schnell geht das nicht.” Kari legte beruhigend eine Hand auf die Schulter der Brünetten. “Diese Gefühle müssen schon wirklich extrem sein. Das passiert nicht so leicht.” “Es scheint aber in der Familie zu liegen.” Matt grinste ihn an. ‘Arschloch.’ “Hey Nanako, was ich dich fragen wolle,” Lenkte nun Mimi das Thema um. “handelt ‘why you wanna’ auch von Tai?” Why you wanna? War das ihre neue Single? “Ich finde nämlich, dass es nach einer echten Situation klingt.” “Naja,” Kurz sah Nanako ihn an. “Das war es auch. Vor zwei Jahren, bei meinem Auftritt in Shibuya, haben wir uns zufällig getroffen.” Alle Blicke richteten sich auf ihn. “Ähm, also, ich habe mich in den Backstage Raum verirrt...” Naja, zumindest mehr oder weniger. “Verirrt? Wie verirrt man sich denn in einen Backstage Raum. Hing da kein Schild an der Tür?” Stirnrunzelnd musterte Sora ihn. “Keine Ahnung.” Antwortete er wahrheitsgemäß. Er wusste es wirklich nicht mehr. Vielleicht hatte er auch gar nicht darauf geachtet. “Außerdem hat Nanako mich sofort wieder rausgeschmissen.” “Lüg doch nicht.” Warf seine Ex-Freundin empört ein. “Lüg du nicht!” Sie hatte es vielleicht nicht gesagt, doch ihr Verhalten hatte Bände gesprochen und ihn daran erinnert, dass sie Abstand gewollt hatte. “Also echt. Du bist wirklich unmöglich Taichi.” “Das ist auch dein Lieblingsspruch, was Japanerin?” Sie schnaubte empört, amüsiert. “Hast du ein Problem damit?” Kurz tat er so, als würde er überlegen. “Nö, deswegen hast du dich doch damals in mich verliebt.” Er grinste sie an. Gespielt genervt verdrehte sie die Augen. “Natürlich, ich habe schon immer von einem unhöflichen Hitzkopf geträumt.” “Ach jetzt bin ich der verantwortungslose Paart gewesen?” Ein Lachen entkam ihm. “Wer hat denn unsere Ausweise gefälscht um in bestimmte Clubs zu kommen?” Nanako wandte sich den Frauen zu. “Ich habe keine Ahnung wovon der spricht.” Doch auch sie konnte sich das Lachen nicht verkneifen. “Da tun sich ja ganz neue Abgründe auf.” Wieder war es Matt, der sich diesen kleinen Seitenhieb nicht entgingen ließ. “Oh, jetzt tu mal nicht so, als wüsstest du das alles nicht.” “Ja genau Matt, jetzt tu mal nicht so.” Stellte Sora sich nun auf seine Seite. “Uhh, alle gegen Matt. Darf ich mitmachen?” “Nein!” Schmetterten sie alle Drei gleichzeitig Mimi entgegen. Kurz herrschte Stille, dann brachen alle in Gelächter aus. “Gut. Ich hol mir noch ein Bier. Wer kommt mit?” Rief Davis und stolzierte in Richtung Küche. "Ich denke, ich folge ihm mal.” Er nickte T.K. zu der sich nun ebenfalls erhob und Davis nachging. Es dauerte nicht lange, da hatten sich erneut mehrere Gesprächsthemen in verschiedenen Konstellationen gebildet. Er ließ seinen Blick durch den Raum schweifen. Es war wirklich schön. Alle seine Freunde waren hier, einzig die Digimon fehlten. Doch die hatten zurück in die Digiwelt gewollt. Zumindest für ein paar Tage und er konnte es verstehen. Ihre Freunde waren nun wirklich lange bei ihnen gewesen und auch sie mussten sich noch immer erholen. Wenn er ehrlich war, war er einigermaßen froh darüber. Er genoss die Zeit, die er alleine mit seiner Freundin hatte außerdem, wären ihre Partner in einigen Tagen wieder die ganze Zeit bei ihnen. “Hey...,” Wandte er sich an Yui und Eiji, als sein Blick bei den Beiden hängen blieb. “Ich wollte euch noch...” “Nein, nein, das ist wirklich nicht nötig. Deswegen sind wir ja schließlich hier.” Unterbrach Yui ihn lächelnd. Okay? “Wenn du dich bedanken willst, kannst du ja eine Nacht im Internetcafé übernehmen.” “Eiji!” Ermahnte Yui ihren Bruder sofort. “Internetcafé?” Fragte Meiko nach als sie sich neben ihn setzte. “Sagt bloß ihr schlaft da...” “Naja... schon.” “Warum das denn?” Auch Sora hatte sich zu ihnen gestellt. “Ich dachte ihr kommt aus Tokio.” “Das stimmt schon.” Antwortete Yui. “Aber wir wohnen nicht hier.” “Und deswegen schlaft ihr aktuell in Internetcafés?” Meiko klang leicht geschockt, doch die Beiden nickten bestätigend. “Okay, dann schlaft ihr ab sofort hier!” Was? Überrascht sah er seine Freundin an. Es war untypisch für sie etwas so bestimmt, beinahe anzuordnen. “Aber das...” “Nein, keine Widerrede. Wir haben noch zwei leere Zimmer außerdem...,” Sie warf ihm einen kurzen Blick zu. “sind wir euch etwas schuldig.” Er nickte. “Meiko hat Recht.” “Also...” “Hackts noch?” Mischte sich nun Matt ein und fuhr Yui dazwischen. “Ihr könnt doch nicht...” “Schatz...” Sora legte ihm beruhigend eine Hand auf die Brust. “Ich finde die Beiden haben unser Vertrauen wirklich verdient und ich stimme Meiko und Tai zu. Wir können sie doch nicht in diesen dummen Cafés schlafen lassen. Außerdem sind wir doch auch hier.” Dass es seinem besten Freund missfiel konnte man deutlich sehen, doch er sagte nichts weiter. Sora hatte Recht. Die Beiden hatten sich ihr Vertrauen wirklich verdient.  

Entspannt sog er die warme Nachtluft ein und atmete einmal durch. Der stechende Schmerz, der daraufhin durch seinen Körper fuhr, ließ es ihn sofort bereuen. Wahrscheinlich sollte er froh darüber sein, dass er sich bereits einigermaßen wieder bewegen konnte ohne, dass ihn der Schmerz sofort in die Knie zwang. Joe hatte ihm erklärt, dass sein sportlicher Körper und das tägliche Training, das aktuell leider ausfiel, ihm hier zugutekamen. Auch, warum es so war, doch da hatte er bereits nicht mehr zugehört. Die Schmerzmittel schlugen gut an und auch wenn die Schmerzen nicht weg waren, so waren sie doch erträglich. Zumindest solange er auf seine Bewegungen achtete. Ja, wahrscheinlich konnte er wirklich froh sein, doch er hasste es. Er hasste nur rumzusitzen und sich nicht wirklich bewegen zu können, hasste es krank zu sein. Im Gegensatz zu seiner Schwester war er eigentlich nie krank gewesen. Zum Glück. Auch als Kind hatte er es bereits nicht leiden können. Seine Mutter hatte ihn regelrecht dazu zwingen müssen zu Hause zu bleiben. Auch seine Freunde wussten das, was sicher auch ein Grund dafür gewesen war, dass Sora und Matt nun bei ihnen eingezogen waren. Er schloss die Augen und lauschte der Musik und den leisen Stimmen seiner Freunde, welche durch die geschlossene Balkontür zu ihm herausdrang. Keiner von ihnen war ihm gefolgt oder hatte ihn begleiten wollen. Ein Lächeln legte sich auf seine Lippen. Auch wenn sie alle hier waren, ein Jeder respektierte, dass er gerade ein paar Minuten für sich brauchte. Egal wie oft sie Meinungsverschiedenheiten hatten und egal ob er zu dem Einzelnen viel oder wenig Kontakt pflegte, sie waren eine Einheit. Jeder kannte jeden und auf jeden Einzelnen konnte man sich immer verlassen. Er war wirklich froh, dass er solche Freunde hatte. Das leise Aufschieben der Tür und das kurzzeitige lauter werden der Stimmen seiner Freunde ließ ihn auf sehen. Er beobachtete Yui, wie sie die Tür leise wieder schloss und kurz, mit geschlossenen Augen, verweilte und tief durchatmete. Irgendwie wirkte sie gerade anders. Vielleicht ruhiger? Er konnte es nicht ganz sagen. “Ach man...” Seufzte sie leise. “Das klappt schon hat er gesagt...” Sie zog ein kleines Gerät aus ihrer Tasche und betrachtete es. Was war das? Ein Digivice? Nein... Ein Handy, oder? “Akio... ich würde gerade echt gerne mit dir reden.” “Dein Freund?” Überrascht fuhr sie zu ihm herum. Offensichtlich hatte sie nicht damit gerechnet, dass er hier war. “Ich, entschuldige ich wusste nicht, dass du hier bist.” “Kein Grund sich zu entschuldigen.” Er lächelte ihr zu. Sie nickte kurz und ließ ihren Blick dann über das Meer schweifen. “Ich mag es hier.” Was genau meinte sie mit hier? Den Balkon? Tokio? Oder die Tokio Bay? “Die Stille der Nacht, meine ich.” Beantwortete sie seine unausgesprochene Frage. “Das kann ich gut verstehen.” Er selbst hatte es auch schon immer gemocht und sich schon immer, auf der Suche nach Ruhe, auf den Balkon begeben. “Darf ich?” Sie deutete neben ihn und er nickte als Antwort. Yui lächelte kurz und setzte sich dann zu ihm. “Also, Akio ist dein Freund?” Sie nickte nur. “Wie lange seid ihr zusammen?” “Noch nicht lange. Ein halbes Jahr vielleicht.” Er musterte sie. Die braunen Augen wirkten abwesend und sie wirkte... traurig? “Warum ist er nicht mitgekommen?” “Nur Eiji und ich wurden geschickt.” Geschickt? Und nur? “Akio arbeitet also auch für diese Organisation?” Kurz zögerte sie, doch dann nickte sie bestätigend. “Wie alt seid ihr eigentlich?” Seltsame Frage und es passte nicht wirklich in den Zusammenhang, doch er hatte irgendwie den Drang es zu erfahren. “Ich bin zweiundzwanzig und Eiji zwanzig.” Sie war also die ältere von Beiden. Er hatte es sich fast schon gedacht, so wie die Beiden sich verhielten. “Kann ich dich mal etwas fragen?” Ihre Stimme war leise. “Na klar.” “Wie machst du das?” Hä? Verdattert sah er sie an. Was meinte sie? “Ich meinte, das alles hier. Du leitest eine Abteilung und das Team, deine Freunde vertrauen auf dein Urteil. Du bist ein wirklich guter Anführer. Wie machst du das?” “Erfahrung schätze ich. Warum fragst du?” Er musterte ihr Gesicht. Es war fein geschnitten und der hochgebundene Zopf, betonte es umso mehr. “Interesse...” Antwortete sie leise. Nein, nein das stimmte nicht. Sie fragte nicht nur aus Interesse. “Du hast die Leitung oder?” Überrascht sah sie wieder zu ihm. Bingo. “Woher... Naja ist ja auch egal. Es stimmt, ja. Man hat mir die Leitung übertragen aber wenn ich ehrlich bin, habe ich keine Ahnung was ich tue.” Sie seufzte leise. “Ich habe das Gefühl, dass ein jeder es erwartet, dabei wollte ich nie eine Anführerin sein.” Ja, dieses Gefühl kannte er. “Ich habe es mir nie ausgesucht weißt du.” “Kein wahrer Anführer sucht sich das aus.” Antwortete er leise und richtete seinen Blick zum Horizont. “Du schon und du triffst immer die richtigen Entscheidungen.” Bei ihren Worten entkam ihm ein leises Lachen. “Wie kommst du denn auf so einen Unsinn?” Wieder sah er sie an. Sie wirkte dezent verwirrt. “Ich weiß ja nicht was ihr für ein Bild von uns oder mir habt aber ich treffe ganz sicher nicht immer die richtigen Entscheidungen. Vor allem früher nicht. Und ausgesucht habe ich mir das Ganze auch nicht.” “Du... ich dachte du hast es gewollt?!” Ging sie lediglich auf einen Teil ein. Diese Klarstellung schien sie wirklich zu überraschen. “Nein.” Er schüttelte leicht seinen Kopf. “Ich bin gewählt worden. Naja, gewählt ist vielleicht falsch ausgedrückt. Die Anderen haben es einstimmig bestimmt.” Er hatte es nicht gewollt, hatte sogar versucht es abzuwenden, doch nach und nach hatten alle seine Freunde, Joes und Matts Entscheidung unterstützt. Er hatte es als seine Pflicht angesehen und den vorgebrachten Argumenten hatte er nicht widersprechen können. Zwar hatte er trotzdem noch was sagen wollen, doch die Erwartung und Hoffnung in den Augen seiner Freunde hatte ihn davon abgehalten. “Habt ihr deswegen darauf bestanden mit mir zu sprechen?” Sie nickte. “Wir dachten, dass wenn wir mit dir sprechen, das Team...” Sie unterbrach sich selbst. Er konnte sich schon vorstellen was sie gedacht hatten und in gewisser Weise war es ja auch so gekommen. “Allerdings hatten wir nicht mit diesem blonden Clown mit Aggressionsproblem gerechnet.” Ein leises Lachen entkam ihm. “Du magst Matt nicht, was?” “Eigentlich schon...” Eigentlich? Doch er fragte nicht weiter nach. “Wie lange bist du es schon?” Wieder sah sie ihn verwirrt an. “Ich meine in dieser Position.” Ergänzte er. “Also, ungefähr einen Monat.” Er nickte. “Ich bin es seit vierzehn Jahren. Ich habe viele Entscheidungen getroffen, manche waren gut, andere wirklich fatal und hätte ich meine Freunde nicht gehabt, wäre vieles bestimmt anders ausgegangen. Es gibt Entscheidungen, die mich bis heute verfolgen, bei denen ich mich bis heute frage, ob man es nicht hätte anders hinbekommen können. Das alles hat mich an diesen Punkt gebracht. Ich bin daran gewachsen verstehst du? Du wirst deine eigenen Erfahrungen machen, deine eigenen Entscheidungen treffen und ganz bestimmt wirst du daran ebenfalls wachsen. Geh deinen eigenen Weg aber vergiss nicht, ein Anführer ist immer nur so gut wie sein Team.” Er lächelte sie an. Er kannte diese Zweifel und er konnte sie wirklich gut verstehen, doch es war ihr Weg. Er konnte ihr nur diesen Rat geben und so gern er es täte, er konnte ihr die Last nicht abnehmen. “Das verstehe ich nicht ganz.” Sagte sie nach kurzer Pause. “Tja...” Wahrscheinlich war es für jemanden, der gerade erst in diese Rolle geschlüpft war wirklich nicht leicht zu verstehen. Doch wie sollte er es ihr erklären? Er war wirklich kein guter Redner, zumindest nicht bei so etwas. “Ich kann dir auch nicht sagen was du tun sollst, aber es ist wichtig eine Einheit zu sein. Zumindest kann ich das von mir und meinen Freunden sagen. Die Rolle jedes Einzelnen hat so gesehen keine Bedeutung, solange wir als Team arbeiten.” War das verständlich? Yuis Blick zu folgen nicht wirklich. Zumindest schien sie seine Worte noch zu verarbeiten. “Hmm...” Ohne groß noch etwas zu sagen lenkte sie ihren Blick in den Horizont. Sie war so anders. Bis jetzt hatte er die junge Frau aufgeschlossen und lebensfroh kennengelernt, doch jetzt, in diesem Moment wirkte sie melancholisch und beinahe verloren. “Du hast jemanden verloren.” Die Worte waren ihm über die Lippen gekommen, bevor er darüber nachgedacht hatte. Es war ihm einfach klar gewesen. Jetzt gerade schien alles Sinn zu ergeben und sich der Verdacht seiner Freundin zu bestätigen. “Wieso denkst du?” Sie sah ihn nicht an, hielt ihren Blick weiterhin auf den Horizont gerichtet, doch ihre Augen glänzten nun leicht. “Ich kenne den Blick.” Ja er kannte diesen Blick. Er hatte ihn nur allzu oft bei sich selbst gesehen. “Seid ihr deswegen hier? Seid ihr so auf Albe gestoßen?” Warum fragte er das? Wäre es nicht besser das Gespräch an dieser Stelle zu beenden? Sie nickte leicht und eine Träne bahnte sich den Weg über ihre Wange. “Ich weiß nicht was ich tun soll.” Flüsterte sie leicht gebrochen. Ja, er kannte dieses Gefühl, doch er konnte ihr nicht helfen. Das war etwas, was sie alleine schaffen musste. Aber vielleicht... Er atmete einmal durch um das aufkommende Brennen in seinem Hals zu unterdrücken. Eigentlich wollte er nicht, doch vielleicht würde es ihr helfen. “Weißt du...” Begann er und bemühte sich darum seine Stimme fest klingen zu lassen. “ganz egal wie hart die Wirklichkeit ist, gib niemals auf. Es ist jetzt deine Aufgabe eine neue Zukunft zu erschaffen.” Er bemühte sich um ein lächeln. “Lebe deinen Traum.” Zwang er sich auch die letzten Worte seines ehemaligen Lehrers zu wiederholen. “Was?” Yui fuhr herum und sah ihn mit großen
Augen an. Hatte er etwas Falsches gesagt? Doch bevor er erneut etwas sagen konnte, fiel sie ihm um den Hals, presste ihr Gesicht an seine Schulter und begann bitterlich zu weinen.
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast