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Ghost

von BeCo
Kurzbeschreibung
GeschichteRomance, Schmerz/Trost / P18 / MaleSlash
Draco Malfoy Harry Potter Severus Snape
05.10.2022
24.11.2022
10
14.786
11
Alle Kapitel
4 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
24.11.2022 1.861
 
Hallo meine lieben Drarry-Fans, hier kommt Kapitel 10.
Dieses Mal gibt es einen Perspektivenwechsel – nämlich Draco erzählt seine Sicht der Dinge.
Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen.


Titel: Ghost
Kapitel: Hermines Verdacht

Langsam wurde es frisch auf der Terrasse des St. Mungos Hospitals. Ich hatte Harry noch immer fest im Arm und fuhr mit meiner Hand beruhigend über seinen Rücken. Auf mich trafen so viele Emotionen auf einmal ein, dass ich beinahe vergaß, dass Harry sicherlich noch zu Lilly wollte. Doch irgendwie hatte ich das Gefühl er wollte an der Position gar nichts ändern.
Mir war schwindelig bei den Erzählungen von Harry geworden. Ich war so unvorbereitet auf das Ganze, dass es mich wörtlich an manchen Stellen die Luft aus den Lungen presste.
Der Mann, den ich soeben in meinen Armen hielt und den ich mit all meiner Kraft schützen wollte, hatte einen Lebenslauf, bei dem andere ein deutliches Cut gesetzt hätten.
Die Aneinanderreihung der Ereignisse in seinem Leben, waren die pure Hölle, mit ein paar Ausblicken ins Licht.
Zunächst einmal eine schreckliche Kindheit, bei Verwandten, die ihm keine Liebe schenkten, die ihn behandelten wie einen Haushelfen. Wie es war ohne elterlicher Liebe aufwachsen zu müssen, wollte ich mir gar nicht vorstellen.  
Seit seinem elften Lebensjahr kämpfte er wörtlich jedes Jahr ums Überleben. Der dunkle Lord hatte keine Chance ungenutzt gelassen und griff immer wieder ein ziemlich wehrloses Kind an. Mit vierzehn Jahren sah er bewusst einen Menschen vor seinen Augen sterben, weil er kaltblütig ermordet wurde. Und anschließend hatte er auch noch das Ministerium und den Tagespropheten gegen sich.
Mit fünfzehn verlor er seinen wieder gefunden und befreiten Paten, weil meine ach so grauenhafte Tante ihn tötete. Und mit gerade einmal siebzehn, lag eine Last auf ihm, die kein Erwachsener ohne psychischen Schaden überstanden hätte.
Krieg, Verlust, noch mehr Tote, Flucht, Misshandlungen und noch so einiges mehr.
Der Lichtblick kam mit dem Ende des Krieges.
Severus erzählte mir damals, als er nach drei Monaten aus dem Hospital entlassen wurde, dass seine Kriegsverletzungen körperlich zwar geheilt waren, er müsse jedoch noch zu einem Seelenheiler und dort hatten sie sich wieder gesehen.
Severus berichtete mir nie, kein einziges Mal, wie es ihm nach den Sitzungen ging, sondern nur von Harry. Merlin wie ich den Namen anfing zu hassen.
Bei dem Gedanken stahl sich ein Grinsen auf mein Gesicht.
Sie hatten sich ausgesprochen, Severus erzählte Harry alles ganz genau, wie es dazu kam, was er tun musste um den, der dessen Namen nicht genannt werden durfte, zu überzeugen, dass er auf seiner Seite sei.
Harry musste ihm mit voller Neugierde zugehört haben, und sich mehrmals bedankt haben, für die Rettung.
Irgendwann nach drei, vier Wochen bei dem Seelenheiler, begannen die Beiden sich auch privat zu Treffen. Sie hatten so viel Redebedarf, dass die Beiden manchmal erinnert werden mussten, dass sie auch noch andere Dinge zu erledigen hatten.
Als Harry die Auroren Ausbildung begann und jede Woche für zwei Tage in einem Trainingslager verbringen musste, um den praktischen Teil zu üben, war ich Dauergast bei meinem Paten. Er hielt es alleine keine Sekunde mehr aus. Er flippte direkt aus, wenn ich meinte ich müsse gehen, weil ich morgen zur Arbeit musste. Und wie sollte es auch anders sein, wenn ich bei ihm war, ging es nur um Harry. Harry hier, Harry dort, Harry macht dieses oder jenes, Harry passierte das oder Harry war dort und so weiter und sofort.
Nach zwei Jahren Ausbildung, trafen sie sich täglich zum Essen. Entweder kochte Harry oder Severus lud ihn ein. Aber so viel ich mitbekam, ging es meistens zu Harry, da dieser ein Talent zum Kochen hatte, zumindest schwärmte Severus von nichts anderem.
Mir wurde die Sache irgendwann zu dumm, dieses Herumtänzeln der Beiden um den jeweils anderen, sollte doch endlich zu einem Ergebnis führen.
*Vor zwölf Jahren*
„Und wann wird das mal etwas mit euch?“, fragte ich Severus sichtlich genervt, nachdem es seit vier Stunden wieder einmal kein anderes Thema als Harry gab.
„Was?“, überrumpelt oder irritiert? Ich konnte den Ausdruck im Gesicht meines Paten nicht wirklich deuten.
„Ich höre seit über zwei Jahren, nichts anderes als Harry hier und Harry dort. Ihr trefft euch jetzt täglich und warum da noch nichts läuft, versteh ich beim besten Willen nicht.“
Severus legte das Besteck ab, mit dem er gerade gegessen hatte und sah mich völlig verdattert an.
„Zwischen mir und Harry wird nie etwas laufen.“
„Aha. … Weil er nicht auf Männer steht oder warum? … Wenn das so wäre, dann lässt du ihm ja überhaupt keine Zeit eine Frau zu suchen.“
„Was? Wie? Wovon redest du? … Harry steht auf Männer, zumindest hat er das selbst gesagt, aber was das jetzt mit dem anderen zu tun? Wir … naja wir verstehen uns gut. Und nach all der Hogwarts-Anfeindung, gab es viel Aussprachebedarf.“
„Na selbstverständlich. … Man Severus, dass sieht ein Blinder, dass du in Harry verschossen bist. … Und ich sowieso.“
Severus stand ruckartig auf und ging im Esszimmer, meiner kleinen Wohnung, auf und ab.
„Nein. … Das würde nie gehen oder passieren.“
„Und warum nicht? …. Stellt Potter der Idiot sich dumm an. Wäre ja schon immer meine Devise, aber auf mich hört ja niemand.“
„Harry ist nicht dumm.“
„Wenn du das sagst.“
Mit den Schulter zuckend, griff ich nach meinem Zauberstab und ließ das Geschirr in die Küche verschwinden.
„Geh hin und sag ihm, dass du mehr empfindest. … Er wird dir mit Sicherheit nicht den Kopf abschlagen. … Er ist ein Gryffindor und wird Verständnis zeigen oder dir seine Liebe gestehen.“
„Draco! … Bitte lass den Unsinn.“
„Severus Tobias Snape. … Nur weil du dir es nicht eingestehen willst, musst du mich hier nicht anschreien. … Mann Sev. … Du liebst Harry und Harry liebt dich. Glaub mir. Das sieht man. … Ich weiß nicht, weshalb du so ein Drama daraus machst. … Du hast es verdient.“ Ich war aufgestanden und hielt ihn an den Oberarmen fest, sodass er mir zuhören musste und nicht einfach davonlaufen konnte.
„Ich bin zwanzig Jahre älter als er. … Er wünscht sich sicher Kinder und eine lange Partnerschaft.“
„Und das macht dir Sorgen? … Sev du bist Ende vierzig und Harry bald 30, also seid ihr Beide im besten Alter. … Und so wie ich deine Natur kenne, würde ich sagen du wirst sicher 160. … Also lebst du noch ewig.“
*Rückblick Ende*
Wenn ich doch nur recht gehabt hätte. Den Beiden blieben noch ganze zwölf Jahre, davon beinahe 10 verheiratet.
Die Hochzeit, die Geburt von Lilly sieben Jahre später, war die Krönung in Harrys Leben. Er hatte das schwarze, trostlose, Loch hinter sich gelassen und er lebte auf.
Harry nahm mich mit in die Familie auf und wie ich nun merkte, schätzte er mich mehr, als ich es jemals vermutet hätte.
Und nun zerbrach Harrys Welt.
Vor fünf Monaten verlor er seinen geliebten Ehemann und nun war seine Tochter krank und niemand wusste, was ihr fehlte.
Es tat mir in der Seele weh, welchen Schmerz meine Familie durchleben musste. Niemand hatte verdient so bestraft zu werden und Harry und Lilly schon gar nicht.
Jetzt musste ich noch hören, dass Harry schon einmal ein Kind verloren hatte. Einen Sohn.
Nun konnte ich einfach meine Tränen nicht noch länger unterdrücken, ich zog Harry noch enger an mich.
Ich spürte, wie Harry seine Fingernägel in mein T-Shirt krallte und die Umarmung einfach geschehen ließ. Am liebsten würde ich all die Sorgen und Ängste auf mich nehmen und ihm alles Glück dieser Welt schenken. Eine weitere Umarmung oder ein weiterer Kuss von Severus. Eine intakte, komplette Familie, ich würde mein Leben hergeben, wenn dies möglich wäre.
„Hat dir der Heiler gesagt, weshalb er dein Blut bräuchte?“, drang leise die Stimme von Harry zu mir.
„Nein. … Er meinte nur, vielleicht könnte es helfen, weil ich der Pate sei. … Er hat diese Fragen gestellt, weil Zauberer, welche ein Kind auf die Welt brächten und dann noch den Paten bestimmten, etwas Besonderes erschaffen. … Der Rest war mir zu viel Heilhokuspokus.“
Harrys Atmung beruhigte sich allmählich, aber die Umarmung löste er trotzdem nicht.
„Darf ich dich was fragen?“
„Immer doch, Harry.“
„Würdest du heute Nacht bei mir zu Hause bleiben? … Ich kann sowieso nicht schlafen und bräuchte etwas Gesellschaft, um den Wahnsinn zu verdauen.“
„Natürlich.“
Harry ließ doch tatsächlich Hilfe zu, wenn es sich auch nur um Ablenkung handelte, fühlte ich mich geehrt. Schließlich bat er seinen ehemaligen Schulrivalen um jenen Gefallen.
„Danke. … Ich würde noch gerne zu meinem Kind.“
Vorsichtig löste ich die Umarmung.
Harry wischte sich die Tränen weg, nahm noch mal einen kräftigen Atemzug und ging dann hinein.
Ich brauchte für mich noch ein paar Minuten. Die Ereignisse des heutigen Tages waren doch zu viele, um sofort damit fertig zu werden.
„Draco?“
Hermine stand plötzlich hinter mir und sprach mich an.
„Ja?“
„Sag mir die Wahrheit.“
„Was?“
Ich drehte mich fragend zu ihr um. Was meinte sie? Was wollte sie wissen?
„Harry weiß nicht, was du bist, oder?“
„Bitte? … Was soll ich denn sein?“
„Der Heiler hat Harry doch sicherlich gefragt, wer den Paten wählte, oder?“
„Woher?“
„Dachte ich es mir.“
Sie musterte mich bis auf die Knochen, zumindest fühlte es sich so an.
„Hermine wärst du so freundlich und sagst mir, was diese Fragen sollen?“
„Draco tu doch nicht so. … Du stammst aus einer reinblütigen Familie und du willst mir sagen, dass dich diese Frage des Heilers nicht irritiert?“
„Was diese Frage, mit meiner Abstammung zu tun?“
„Du willst mir ernsthaft, glaubhaft machen, dass dir nichts Seltsames dazu einfällt? … Reinblut, erwählter Pate jenes Elternteils, dass das Kind austrug. Deine schnellen Reflex bei Harry und Lilly und einst auch Severus, wenn sie angegriffen wurden oder werden. … Der Drang, Harry die Last von der Schulter zu nehmen, der Wunsch ihm das Leid zu ersparen. … Dein Beschützerinstinkt, wenn es um Lilly geht. Und wenn du in dich hineinhorchst, würdest du sogar so weit gehen, dass du Harry Einhalt gebietest, wenn er Lilly Schaden zufügen würde. … Du bist sicherlich schon mal ausgerastet, weil du dachtest das Harry eine falsche Entscheidung für Lilly getroffen hatte.“
Ich musste schlucken.
All dies stimmte.
Obwohl Harry ein ausgebildeter Auror war, Severus eine langjährige Kampferfahrung hatte, reagierte er immer schneller als die Beiden, wenn sie angegriffen wurden. Außerdem wünschte er sich für Harry ein sorgenloses Leben, ohne die Qualen, die er nun durchstand. Und dass er Harry in seinem Büro vor knapp fünf Monaten, die Leviten las, weil er dachte er würde Lilly alleine zu Hause lassen, machte schnell die Runde im Ministerium. Granger hatte Recht, mit allem, was sie sagte. Die Tatsache das er ein Reinblut war und wie er heute erfuhr, auch von Harry als Pate erwählt wurde passte auch zu ihren Ausführungen. Aber was meinte sie?
„Hermine?“, ich traute mich nicht zu fragen. Lilly würde doch deswegen keinen Schaden von sich tragen.
„Draco. … Du bist ein Halbwesen.“

So das war Kapitel 10.
Wird Hermine recht behalten, wird der Bluttest dasselbe aussagen, und ihn als Halbwesen entlarven? Und was bitte ist ein Halbwesen und was hat das für die Familie Potter zu bedeuten? Wird Draco zur Gefahr oder zum Retter?
Was wird Harry dazu sagen?

Bin mal gespannt was ihr dazu sagt – lasst es mich in den Kommentaren wissen.
Schreibt mir, berichtet mir, äußert Euren Verdacht – ich freue mich darauf.

Eure BeCo
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