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IOSC: Der Prolog

von BIG FG
Kurzbeschreibung
OneshotKrimi / P12 / Gen
03.10.2022
03.10.2022
1
4.727
 
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Namen und Abkürzungen:
Maraya Kingston (auch King-Queen genannt), die Hauptfigur – Wilhalm Barhorst (Willy Wonker), treuer Begleiter der King-Queen
Felix Kryan (Supervisor der COT), verhört die King-Queen – Oliver Walters (DEA-Agent) + Pablo Fernández (FBI-Agent)
IOSC → Interdependent Injury Office of Supreme Court, COT → Criminal-Organizations-Taskforce
HBIHead Bureau Investigator, AIO → Assisting Inspector of Office, HIO → Head Inspector of Office
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„Sie haben es vermasselt und das wissen Sie!“

Breit baute er sich vor ihr auf. Er wollte sie einschüchtern, doch gelingen sollte ihm das nicht. Unbeeindruckt saß sie da. Einfach so. Keinen Zentimeter regte sie sich vom Fleck. Auch keinen einzigen Ton gab sie von sich. Regungslos starrte sie einfach die Wand an. „Hallo?“, wurde er langsam ungeduldig, „Ich rede mit Ihnen!“ Noch immer schenkte sie ihm keinerlei Aufmerksamkeit. Doch dies änderte sich schlagartig. Mit voller Wucht knallte er eine Akte auf den Tisch. Denn sprach er: „Ihr Vorgesetzter ist korrupt und das wissen Sie! Die ganze Zeit über!“

Zum ersten Mal blickte sie Felix Kryan, dem Supervisor der COT in die Augen. Doch anstatt ihm eine Antwort zugegen, versank sie in ihren Gedanken.
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„Jetzt bewegen Sie endlich Ihren Hintern!“

Wenn sie eins leid war, dann war die Unpünktlichkeit. Schon schnell hatte sie das klargestellt. Nach ihrem ersten Tag bei der IOSC wusste jeder, wie der Hase laufen würde. Sie musste schließlich ihrem Namen gerecht werden.

Maraya Kingston, kurz auch The King-Queen genannt, war berühmt für ihre Strenge und Härte. Niemand wagte es, sich mit ihr anzulegen. Diese Eigenschaften hatte sie ihren Job beim FBI gekostet, weswegen sie hier gelandet war. Hier bei der sogenannten IOSC, was für The Interdependent Injury Office of Supreme Court stand. Als sie das Jobangebot erhielt, musste sie lachen. Doch als all ihre Bewerbungen abgelehnt worden war, blieb ihr keine andere Wahl: Sie übernahm den führenden Posten HBI (Head Bureau Investigator) Philadelphia im Unabhängigen Untersuchungsbüro des Obersten Gerichtshofs in der Dienststelle North East.

Ich komme ja schon!“ - Völlig außer Atem eilte er herbei.

Wilhalm Barhorst, von den meisten auch liebevoll Willy Wonker genannt, war ein klein gebauter, aber breiter Mann. Seine Liebe zur Süßem und Saurem war kaum zu übersehen. Recht schnell hatte Maraya festgestellt, dass ihr engster Mitarbeiter nicht der Schnellste und Ausdauerndste war. Diese Schwächen machte er aber mit seiner Fähigkeit für Technik und blitzschnelles Denken wieder wett. „Haben Sie etwas für mich?“, fuhr sie Willy Wonker etwas zu laut an. Doch dieser war das in der Zwischenzeit gewohnt und entgegnete seelenruhig: „Ich habe feststellen können, wo sich der verdächtige DEA-Agent aufhalten könnte.“

Leicht gereizt blickte sie an und fragte: „Sie wissen, wo er sein könnte?“ Die letzten Worte spuckte sie wortwörtlich. Wenn sie eins nicht leiden neben Unpünktlich nicht leiden konnte, dann war es Unfähigkeit. In diesem Fall war es die Unfähigkeit, einen Verdächtigen aufzuspüren. „Na ja..“, erwiderte er, „Vieles deutet darauf hin, dass er sich in dem Haus gegenüber stand. Zumindest konnte ich dort sein Smartphone orten.“ Diese Aussage gefiel ihr schon besser. Dementsprechend meinte: „Worauf warten wir dann noch? Auf geht’s! Schnappen wir dieses korrupte Drecksschwein!“

Doch Barhorst musste seine Vorgesetzte bremsen: „Wir sind nicht das FBI! Wir können nicht einfach darein stürmen und ihn festnehmen! Ich habe es schon einmal erklärt! Wir sind als IOSC nicht berechtigt, Festnahmen durchzuführen! Wir sind keine Bundesbehörde, sondern nur unabhängige Ermittler des Obersten Gerichtshofs.“
Wie sie diesen Satz hasste. So oft hatte Willy Wonker ihn schon aufgesagt und noch immer hatte sie sich daran gewöhnt. Sie war eine Frau der Tat und nicht dazu bestimmt, einfach herumzusitzen. „Wir sind als IOSC nicht berechtigt, Festnahmen durchzuführen!“ – Immer wieder ging ihr dieser Satz durch den Kopf und jedes Mal, wenn sie ihn hörte, wurde sie energischer. Stets konnte sie sich gerade noch so bremsen. Doch dieses Mal nicht. Dieses Mal war alles anders. Dieses Mal würde sie eher ruhen, wenn das Drecksschwein hinter schwedischen Gardinen sitzen würde. Voller Elan marschierte sie voran. Verdutzt blickte ihr Barhost hinterher, nur um ihr wenige Momente später zu folgen. Als er sie endlich erreicht hatte, fragte er sie: „Was zum Teufel haben Sie jetzt vor?“ Die King-Queen zuckte mit den Schultern und entgegnete: „Ich gehe meinen Pflichten als aufrichtige Bürgerin nach.“

Schwer atmend folgte ihr Willy Wonker ihren schnellen Schritten. „Das wird uns unseren Job kosten..“, wimmerte er kleinlaut. Kopfschütteln schmunzelte seine Vorgesetzte: „Sie können ja gerne hier bleiben. Ich habe nicht gesagt, dass Sie mich begleiten müssen.“ Verdutzt blieb ihre rechte Hand stehen: „Wenn Sie glauben, Sie bekommen den ganzen Spaß alleine, dann haben Sie sich getäuscht.“ Und ob sie sich getäuscht hatte, und zwar ihn ihm – Niemals hätte sie Barhorst so eingeschätzt. Von ihrem ersten Tag aus an, war sie davon ausgegangen, dass er nichts weiter als ein kleiner pummeliger Nerd war, der sich von allem und jedem drückte. Anscheinend lag sie mit ihrer Einschätzung wie so oft komplett daneben.

So wie sie es mit der IOSC getan hatte. Für einen Saftladen hatte sie das unabhängige Untersuchungsbüro des Obersten Gerichtshofs gehalten. Schnell musste sie aber feststellen, dass sie falsch lag. Sie hatte tatsächlich einen Heidenspaß, bei der Verfolgung von korrupten Staatsdiener – Das war die Hauptaufgabe der sogenannten IOSC. Sie wurde gerufen, wenn eine Behörde des Staates Probleme hatte oder verursachte. So auch im aktuellen Falle des korrupten DEA-Agenten. „Na dann? Worauf warten wir dann? Mögen die Spiele beginnen! Schnappen wir uns dieses korrupte Drecksschwein!“, wiederholte sie sich quasi indirekt. Leicht musste Barhorst grinsen. Dann fragte er: „Kann es sein, dass dies Ihr Lieblingswort ist?“ – Schulterzuckend entgegnete sie daraufhin:

Kann schon sein.“
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Ich habe Ihnen eine Frage gestellt!“

Leicht zuckte sie zusammen. Felix Kryan hatte sich breit vor ihr aufgebaut. Doch einschüchtern konnte sie ihn damit nicht. Sie hatte schon deutlich angsteinflößendere Gegenspieler gehabt. Selbst ein kleiner Neonazi aus ihrer FBI-Zeit hatte sie mehr unter Druck setzen können, als der Supervisor dieser COT. „Und ich möchte Ihnen keine Antwort geben“, sprach sie nach einer ganzen Weile zum ersten Mal. Leicht verzog Kryan das Gesicht und meinte: „Wenigstens reden Sie.“ Doch Maraya dachte erst gar nicht daran, mit ihm zusprechen. Das ließ sie ihn auch wissen: „Haben Sie mir eigentlich gerade zugehört? Ich werde nicht mit Ihnen sprechen!“ Der Supervisor nippte an seinem Kaffee, woraufhin er erwiderte: „Und dennoch widersprechen Sie mir“ – Leicht gereizt verzog sie das Gesicht. ‚Wie kann das sein?‘ rügte sie sich selbst. Er hatte es irgendwie geschafft, sie zum Reden zubekommen. Anscheinend hatte sie diesen Jüngling falsch eingeschätzt, wie so sie oft schon hatte.

Also“, kramte er eine Akte hervor und auf den Tisch legte, woraufhin er zum ursprünglichen Thema zurückkam, „Was können Sie mir über den FBI-Agenten Fernández erzählen?“
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Wenn das nicht die King-Queen ist.“

Kopfschütteln legte sie die Unterlagen bei Seite. „Was willst du hier, Fernández?“, entgegnete sie dem ungebetenen Gast. „Ich wollte dich nur hier in Baltimore begrüßen“, beantwortete der FBI-Agent ihre Frage, „Denn ich freue mich dich wiederzusehen, auch wenn du mir das wahrscheinlich ohnehin nicht glauben werden.“ Mit einem Grinsen im Gesicht nickte sie: „Damit hast du zu hundert Prozent recht! Wer hätte das gedacht?“ – Schon während ihrer Zeit beim FBI war er ein nerviger Schleimbeutel gewesen. Dennoch hatte sie bei jeder gemeinsamen Ermittlung Spaß gehabt. Eine Tatsache, welche nicht oft vorkam. „Schon immer witzig, wie wir uns immer über den Weg laufen“, erwiderte er ihr, „Erst beim FBI, jetzt bei der IOSC.“ Den Namen ihres neuen Arbeitgebers zog er extra in die Länge. Stutzig blickte sie ihn an und stemmte beide Arme in die Hüften. „Was soll das denn heißen?“, wollte sie daraufhin erbost wissen.

„Na ja“, zuckte er leicht mit den Schultern, „Du warst beim FBI und jetzt die IOSC? Bei deinen Erfahrungen ging ich davon aus, dass du bei DEA oder beim ATF landen, vielleicht sogar bei der Homeland. Doch bist du hier. Bei der IOSC-Außenstelle East in Baltimore“ – So langsam wurde sie wütend. Er kommt her, behauptet er hätte sie vermisst und beleidigt er sie? Sie wollte ihm gerade widersprechen, da kam Wilhalm Barhorst in den Raum und meinte: „Wenigstens begleitet sie eine Führungsperson, anders als Sie.“ „Wenn das nicht Willy Wonker ist“, entdeckte Fernández ihren engsten Mitarbeiter. Barhorst wollte etwas entgegensetzen, doch seine Vorgesetzte kam ihm zuvor: „Hör zu Fernández, erstens: Nur ich habe die Ehre ihn so zu nennen. Und zweitens: Wenn du nichts Besseres zu tun haben, mich oder meine Kollegen zu beleidigen, gehst du nun besser“ – Verdutzt starrte der FBI-Agent sie an, kam ihr Aufforderung aber fluchend nach.

„Ich wusste gar nicht, dass ich Ihr Kollege bin“, schmunzelte Barhorst, nachdem Fernández endlich verschwunden war, „Bin immer davon ausgegangen, dass ich persönlicher Diener und Sklave bin.“ Beide Arme stemmte sie in die Hüften und erwiderte: „Wollen Sie mich jetzt auch noch provozieren? Sollte dies der Fall sein, können Sie Fernández begleiten!“ Beschwichtigend hob Barhorst beide Hände die Luft und sprach: „Schon verstanden. Sie sind schlecht gelaunt. So wie immer..“ – Die letzten Worte hatte er leise vor sich her geflüstert, doch Maraya hatte jedes einzelne Wort hören können. Dementsprechend reagierte sie daraufhin: „Was wollen Sie denn damit sagen?“

Wilhalm holte tief Luft und offenbarte: „Seit der Sache mit der DEA sind Sie immer leicht reizbar. Und jetzt noch die Sache mit der Versetzung..“ Immer größer wurde ihre Wut im Bauch. Nur gerade so schaffte sie es, ihr Temperament zu zügeln: „Wollen Sie damit sagen, dass ich daran schuld bin?“ Sofort verneinte Willi Wonker dies mit einem kräftigen Kopfschütteln und erklärte: „Nein, ganz und gar nicht. Was ich eigentlich damit sagen wollte ist, dass Sie seither.. Nun ja..“ – Wenn sie etwas hasste, dann wenn man ihr etwas vor enthielt. Das ließ sie ihn auch wissen: „Jetzt spucken Sie es schon aus!“ Auch wenn es ihm total unangenehm war, beantworte er die Frage:

Seitdem Vorfall mit dem DEA-Agenten verhalten Sie sich anders. Genauso, als wir uns kennenlernten..“
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„DEA-Agent Walters. Laut den Akten war er ein hochdekorierter Bundesagent. Na ja, bis Sie und Wilhalm Barhorst das Gegenteilige bewiesen haben.“ Als Antwort bekam Felix Kryan lediglich ein Schulterzucken ihrerseits: „Mmm.. Kann schon sein“ – So langsam verlor der Supervisor der COT die Geduld. Schon seit Stunden saß er ihr mit der sogenannten King-Queen in einem Raum und wie sich herausstellte, einfach eine riesige Zeitverschwendung war. Seinen Unmut ließ er daraufhin freiem Lauf: „Sie wissen schon, dass ich Ihnen versuche zu helfen!“ Leicht erschrak sie. Niemals hätte sie ein solches Temperament von ihm erwartet.

„Und ich habe Ihnen gesagt..“, setzte sie gegen, „..dass ich nicht mit Ihnen sprechen werde.“ Anders als er blieb sie die Ruhe in Person. Nicht, dass ihr das allzu leicht fiel. Sie wollte ihm einfach keine Angriffsfläche geben. „Sie stecken tief in der Scheiße mit drinnen. Ich bin Ihre einzige Möglichkeit, hier halbwegs unbeschadet herauszukommen.“ Maraya entspannte sich und legte ihr Füße hoch. „Ach, Sie sind das?“, fragte sie daraufhin, „Wie kann mir der super niedliche Supervisor der Criminal-Orcanizations-Taskforce behilflich sein?“ Felix Kryan holte tief Luft, um die Ruhe zu bewahren. Dann beantworte er zähneknirschend: „In dem ich Sie vor dem Gefängnis bewahre.“ Was darauf folgte, war ein herzhaftes Lachen ihrerseits.

„Sie wollen mich..“, mit ihrem Finger deutete sie auf ihn, „..vor dem Gefängnis bewahren? Mit all Ihren lückenlosen Beweisen?“ Ein breites Grinsen hatte sie aufgesetzt. Dass dieses Grinsen so schnell verschwinden würde, wie es gekommen war, wusste sie zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht – „Diese Beweise haben zumindest für eine Verhaftung und unsere gemeinsame Zeit hier in dieser gemütlichen Zelle ausgereicht. Dafür habe nicht einmal ich zwölf Stunden gebraucht. Was glauben Sie, was ich erreichen kann, wenn eine ganze Woche, gar einen Monat lang Ihr Leben aufstelle. Was dann Ihre Tochter von Ihnen denken würde?“, erwischte er sie eiskalt.

Naila schoss es ihr in diesem Moment durch den Kopf.
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„Hast du mir überhaupt richtig zugehört?“

Keinen Zentimeter regte sie sich vom Fleck. „Naila!“, wiederholte er seine Aufforderung. „Was ist denn?“, war daraufhin die genervte Erwiderung seiner jugendlichen Tochter. „Ich habe dich gebeten, deine Sachen wegzuräumen. Du weißt, ich kann es nicht leiden, wenn du überall deine Sachen herumliegen lässt.“ Schnaubend kam sie seiner Aufforderung nach. „Danke!“, rief er hinterher, woraufhin sie ihm einer ihrer berühmten Stöhner schenkte. Leicht musste er schmunzeln. Manchmal erinnerte Naila ihn an ihre Mutter – An King-Queen Maraya Kingston höchstselbst, welche auch zufälligerweise seine Exfrau war.

Jene Exfrau, die gerade zufälligerweise in diesem Moment vor seiner Türe stand und klingelte.
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„Das würden Sie nicht wagen!“

Sie hatte ihre Verteidigungsstellung aufgegeben. Felix Kryan versuchte sich zu provozieren und das wusste sie. Zulassen würde sie das aber nicht. „Ist bestimmt interessant für Naila zu wissen, dass ihre Mutter unter Verdacht steht wegen Hochverrat an ihrem eigenen Land“, schaffte der Supervisor der COT aber genau das Gegenteilige, „Vor allem Naila’s Vater, der auch gleichzeitig Ihr Exmann ist und das alleine Sorgerecht innehält. Jenes Sorgerecht, welches Sie haben wollen.“ Mit großen Augen starrte sie ihn an. Sie wollte etwas erwidern, doch konnte es einfach nicht. Er hatte sie genau dort, wo er sie haben wollte. Geschlagen fragte sie: „Was wollen Sie wissen?“ Nachdem er wieder auf seinem Stuhl Platz genommen hatte, beantworte er ihre Frage:

„Ich will alles über DEA-Agent Walters, FBI-Agent Fernández und deren Verbindung zu Ihrem Boss wissen.“
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„Sie wissen schon, dass es nicht Ihre Schuld ist, oder?“

Geistesabwesend nickte die berühmt-berüchtigte King-Queen. Sie wollte von alldem nichts mehr wissen. Kaum war sie zurück in ihrer Geburtsstadt namens Baltimore, da schien alles schiefzugehen. Zuerst entkam ihr Verdächtige, weswegen sie von Philadelphia in dieses Drecksloch strafversetzt worden war und dann wird noch der Verdächtige am helllichten Tage direkt vor ihren Augen erschossen – Anscheinend hatten sich alle bekannten Götter, selbst das Universum gegen sie verschworen. „Mein Gehirn weiß das auch“, entgegnete sie auf die Aussage von Barhorst, „Aber mein Herz sagt mir etwas anderes.“ Sie hielt kurz inne und stand auf. Sie brauchte unbedingt einen Kaffee. Anders würde sie diesen gottverdammten Montag nicht überstehen. Wie sie Montage einfach hasste. „Ich werde mal seine Verbindungsnachweise checken. Vielleicht finde ich was“, sprach ihr engster Mitarbeiter, bevor sie im Pausenraum verschwand.

Wie er es angekündigt hatte, war der als Willy Wonker bekannte PC-Nerd kurz darauf in seinem kleinen stillen Kämmerchen verschwunden. Wenn dies der Fall war, hatte niemand das Recht in zu stören. Nicht einmal eine Maraya Kingston. Diese verbleib hingegen weiterhin im Pausenraum und ordnete ihre Gedanken. ‚Ich muss unbedingt mit Donovan reden‘ ging es ihr durch den Kopf. Sie nippte an ihrem Kaffee und dachte an ihre bewegte Vergangenheit – Viel hatte sie durchmachen müssen. Eine knallharte Scheidung, die Trennung von ihrem einzigen Kind, der tragische Tod ihrer Eltern. Es gab kaum eine Zeit, in der sie glücklich war. Die Zeit als Mutter war einer der wenigen guten Zeiten. Eine Zeit, die schnell wie vergangen war, wie sie gekommen war. Nicht einmal ein halbes Jahr nach der Geburt von Naila war sie zurück zum FBI gegangen. Ihr damaliger Ehegatte hatte ihr das ziemlich übel genommen. Es war der Hauptgrund für die Scheidung gewesen, welche wiederum dafür gesorgt hatte, dass Donovan das alleinige Sorgerecht für Naila erhielt.

Doch jetzt war sie zurück in der Stadt. Eventuell gab ihr das die Möglichkeit, ihre Tochter zumindest wiederzusehen. Auch, wenn das ziemlich unwahrscheinlich war. Über 10 Jahre ist sie nicht mehr in D.C. gewesen. Über 10 Jahre hatte sie Tochter nicht mehr gesehen, ein ganzes Jahrzehnt also. ‚Wie sie jetzt wohl aussieht?‘ fragte sie sich selbst. Wahrscheinlich hatte Naila vergessen, dass es etwas wie eine Mutter gab. Wahrscheinlich wusste Naila nicht einmal, wie ihre eigene Mutter aussah – Verdenken konnte Maraya dies nicht. Sie selbst war daran ja schuld gewesen. Zumindest Briefe hätte sie schreiben können, vielleicht sogar anrufen hätte sie können. Doch nichts dergleichen hatte sie getan. Zu groß war einfach ihre Angst gewesen. Die Angst vor der eventuellen, aber zu nachvollziehbare Rückweisung. Die Rückweisung von ihrem Exmann. Die Rückweisung davor, ihre eigene Tochter wiederzusehen.

„Ich habe da was gefunden!“ – Leicht schreckte Maraya auf. Mit einem undefinierbaren Blick starrte sie Wilhalm Barhorst an. „Worauf warten Sie denn?“, entgegnete sie ihm darauf barsch, „Zeigen Sie es mir!“ Verdutzt kam er ihrer Aufforderung nach und verließ den Pausenraum wieder. Kurz hielt die sogenannte King-Queen inne. Sie wollte noch kurz ihre Gedanken ordnen und trank dafür einen Schluck Kaffee. Einen Schluck, welchen sie wenige Sekunden später wieder ausspuckte. Ihr Kaffee war tatsächlich kalt geworden. ‚Bin ich wirklich so lange hier?‘ konnte sie es selbst nicht glauben. Sie schüttete den kalt gewordenen Kaffee aus und verließ wie Willy Wonker zuvor den Pausenraum.
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„Ich bin damals neu zur IOSC gekommen.“

Gespannt verfolgte Felix ihren Ausführungen. „Es war einer meiner ersten Fälle. Der AIO (Assisting Inspector of Office) gab mir die Aufgabe, einen korrupten DEA-Agenten zustellen. Den Agenten Oliver Walters.“ Für einen kurzen Ausblick unterbrach sie ihre Erzählung. Sie wusste nicht, ob sie dem Supervisor der COT die ganze Wahrheit erzählen sollte. Am Ende würde sie deswegen wirklich noch im Gefängnis landen – „Alles in Ordnung?“, unterbrach er ihren Gedankengang. „Äh.. Was?“, war sie leicht verunsichert, fuhr aber dennoch fort, „Ich hab gerade nur kurz überlegen müssen.“ Leicht musste er schmunzeln: „Wie Sie mir den Datendiebstahl erklären wollen?“ Und wieder hatte er sie kalt erwischen können.

„Erstens“, widersprach sie ihrem Sitznachbarn, „..ist das Ausnutzen von Schwachstellen kein Diebstahl. Und zweitens: Ich habe meinen ehemaligen Arbeitgeber über das Versäumnis aufgeklärt und meine alten Zugangsdaten sperren zu lassen.“ „Nachdem Sie sich die notwendigen Informationen unter den Nagel gerissen hatten“, entgegnete Kryan daraufhin. Nur schwer konnte er sich ein Grinsen verkneifen – Leicht gekränkt blickte sie ihn an und offenbarte ihm ihre Meinung: „Ich habe nur meine Arbeit machen wollen.“ Danach kehrte Ruhe im Raum ein. Keiner der beiden Anwesenden sprach mehr ein einziges Wort. Während Maraya an die vergangenen Wochen und Monate zurückdachte, überflog Felix noch einmal seine Akten. Irgendwann hielt er es nicht mehr aus und er fragte: „In Ordnung. Der AIO gab Ihnen die Aufgabe, Walters zuschnappen, woraufhin ihn Sie mithilfe der FBI-Ressourcen ausfindig machten. Und was ist dann passiert?“

Maraya hielt kurz inne und begann zu erklären: „Mein Kollege und ich konnten feststellen, dass er sich im Haus seiner Stieftochter versteckt hatte. Wir hatten bereits die ansässige Polizei verständigt.“ Felix machte sich einige Notizen und sprach: „Mit Kollege meinen Sie sicherlich Wilhalm Barhorst, oder?“ Sie nickte kurz und erzählte weiter: „Auf meine Initiative hin näherten wir uns dem Haus. Irgendwie hatte uns entdeckt und bevor wir reagieren konnten, war Walters verschwunden.“ Aufmerksam hatte Felix ihr zugehört, woraufhin er zwischen grätschte: „Aus diesem Grund wurden Sie nach Baltimore versetzt, oder?“ Maraya holte tief Luft und offenbarte: „Strafversetzt trifft es wohl eher. Mein Vorgesetzter ist durchgedreht. Er meinte, ihm war im Vorhinein klar, ich wäre die falsche Frau für eine Führungsposition.“

Leicht musste der Supervisor schlucken. Das hatte er nicht kommen sehen. Er hatte nicht erwartet, dass die King-Queen so offen mit ihm reden würde. „Der HIO (Head Inspector of Office) war schon immer etwas speziell“, entgegnete er daraufhin. Leicht musste sie schmunzeln: „Sie nennen es speziell, ich nenne es frauenfeindlich“ – Und ob ihr Boss frauenfeindlich war. „Und der AIO hat nichts gesagt?“ Maraya zuckte mit den Schultern und meinte: „Was hätte er denn machen sollen? Er ist doch im Vergleich zum HIO eine Lachnummer.“ Kryan warf noch einmal einen Blick auf seine Unterlagen und wollte wissen:

„Und was denn? Wie ist es in Baltimore weitergegangen?“
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„Ich konnte Agent Walters Schritte von Philadelphia bis nach Baltimore zurückverfolgen. Er hatte anscheinend keine Ahnung, dass wir auch herkommen würden.“ Nachdem der korrupte DEA-Agent aus der pennsylvanischen Hauptstadt fliehen konnte, hatte man Maraya Kingston vor die Wahl gestellt: die Außenstelle East in Baltimore oder die Außenstelle West in Honolulu auf Hawaii. Auch wenn es schwer war, entschied sie sich für ihre Geburtsstadt. An andere Ende des Landes, auf eine einsame Insel, war ihr einfach zu suspekt. Klar, die hawaiianischen Inseln waren wunderschön und warm, doch andererseits war eine Rückkehr in die Stadt ihrer Jugend einfach verlockender. Schließloch lebte hier ihr einziges Kind. Ihre Tochter Naila Kingston.

„Schon ein Zufall, dass Agent Walters ebenfalls nach Baltimore gekommen ist“, sprach die King-Queen das Offensichtliche aus, „Als würde er uns..“ „..verfolgen“, vervollständigte Willy Wonker den Satz seiner Vorgesetzten, „Stellt sich nur die Frage des Warums.“ Maraya nickte daraufhin nachdenklich. Ihr Gespürsinn sagte ihr, dass hier etwas nicht stimmen konnte. Anscheinend hatte Agent Walters etwas im Schilde geführt, sonst hätte er sich nicht mit ihr treffen wollen. Ein Treffen, welches tödlich für ihn endete – „Haben Sie seine Telefondaten schon auswerten können?“, wollte sie von ihrem engsten Mitarbeiter wissen. Doch Barhorst schüttelte mit dem Kopf und erklärte: „Die DEA verweigert uns die Auskunft. Sie verweist auf den Schutz ihrer aktuell laufenden Operationen.“

„Das kann noch nicht deren Ernst sein!“, konnte sie es nicht glauben, „Die wissen, dass Walters korrupt war und decken lieber ihre Ermittlungen?“ „Willkommen in der Welt der Dummen, in der die Bundesbehörden uns, die IOSC für ungleiche Partner halten“, war daraufhin die Reaktion von Willy Wonker. Nachdenklich lief seine Vorgesetzte auf und ab, wobei sie laut nachdachte: „Es muss doch einen Weg geben, irgendwie an seine Nachweise heranzukommen..“ Dann fiel es ihr wie Schuppen von den Augen. „Wir haben doch das Handy von Walters, nicht wahr?“, richtete sie die Frage an Barhorst. Leicht verwirrt nickte dieser nur mit dem Kopf. „Wir können doch einfach auf seinem Handy die Daten auslesen, oder?“, erklärte sie ihrem engsten Mitarbeiter ihren Gedankengang.

Nun verstand Wilhalm Barhorst auf was die King-Queen hinauswollte: „Das wäre eine Möglichkeit, wenn das Gerät noch funktionieren würde.“ Jetzt war Maraya diejenige, die leicht verwirrt war: „Was meinen Sie?“ Auf ihre Frage hin öffnete er eine Schublade und holte eine undefinierbares Objekt hervor. Daraufhin erläuterte er: „Als Agent Walters erschossen worden ist, hat es auch sein Handy erwischt. Es ist beim Aufprall anscheinend zu Bruch gegangen. Ich hab mein Bestes versucht, aber ich konnte nichts mehr machen. Der Schaden ist einfach zu groß“ – Niedergeschlagen ließ sich der HBI der Dienststelle East in den Stuhl fallen. „Dann haben wir nichts“, stellte sie niedergeschmettert fest. „So ganz stimmt das nicht“, widersprach Barhorst ihr leicht, „Ich habe herausfinden können, wenn Walters als Letztes angerufen hat.“ Mit ungläubigen Augen starrte sie ihn an und sprach: „Worauf warten Sie? Jetzt spannen Sie mich nicht so auf die Folter! Raus mit der Sprache!“ Kurz überlegte er, ob er ihr die Wahrheit wirklich offenbaren sollte. Er hielt inne, hielt aber ihrem durchbohrendem Blick nicht mehr stand:

„Er hat mit Pablo Fernández telefoniert.“
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„Wussten Sie zum damaligen Zeitpunkt, in welcher Verbindung Walters und Fernández standen?“

Zu Felix Enttäuschung schüttelte sie mit dem Kopf und erklärte: „Wir wussten nur, dass die Beiden miteinander telefoniert hatten. Die Frage des Warums konnten wir erst später aufklären.“ Bedächtig nickte der Supervisor der COT und entgegnete: „Wie sind Sie ihm auf die Spur gekommen? Vor allem aber: Warum hat er das getan, was er getan hatte?“ – Lange hatte Maraya sich genau dieselbe Frage gestellt: Warum? Warum hat er sein eigenes Land verraten? Warum hatte er sie verraten? Sie dachte, sie würde ihn kennen, gar gedacht, man könne ihm vertrauen. Doch wie so oft in ihrem Leben hatte sie sich getäuscht. „Als wir herausgefunden hatten, dass Fernández und Walters in Verbindung stehen, haben wir mithilfe meiner alten Aufzeichnungen nachweisen können, was wirklich vor sich ging.“ Felix konnte es einfach nicht mehr aushalten. Ungeduldig wollte er endlich von ihr erfahren:

„Was beim Teufel haben Sie herausfinden können?“
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„Du hast mich angelogen! All die Jahre über! Und ich dachte, ich könnte dir vertrauen..“

Unzählbar viele Tränen liefen ihr über das ganze Gesicht. „Von meinem Leid erzählte ich dir!“, konnte sie es noch immer nicht fassen, „Und was machst du? Du lügst und betrügst mich! Ausgenutzt hast du mich, mehr nicht!“ Noch immer saß der Schock tief. Bis ins Mark hatte sie es erschüttert: FBI-Agent Pablo Fernández war käuflich, genau, wie ein gewisser DEA-Agent Oliver Walters – Ihre langjährig fein säuberlich geführten Notizen bewiesen das eindeutig. Auch wenn sie es glauben wollte: Es war die eiskalte Realität, mit der sie jetzt leben musste. Eine Realität, die einfach grauenhaft war. Erst hatte sie ihre Familie verloren und nun erfuhr sie noch, dass sie seit fast einem ganzen Jahrzehnt belogen und betrogen würde. Und das von jemand, der behauptete, ihr Freund zu sein.

Der korrupte FBI-Agent traute seinen Augen nicht. Sie hatte ihn wirklich ausfindig machen können. Eigentlich hätte er sich das auch denken können. Knapp fünf Jahre waren sie Partner gewesen. Aus diesem Grund wusste er, dass sie nicht mehr locker ließ, sobald sie sich etwas in den Kopf gesetzt hatte. Ebenfalls war sie davon ausgegangen, dass sie Freunde waren. Er sah dies ein wenig anders. Das ließ er die King-Queen auch wissen: „Es war nie etwas Persönliches. Es ging immer..“ Weitersprechen konnte er nicht mehr: „Ums Geld, nicht wahr?“ – Ein gewisser Willy Wonker war neben ihm aufgetaucht. In seinen Händen hielt der PC-Nerd eine geladene Glock. Das hatte Fernández nicht kommen sehen. Doch wirklich beeindruckt war der ehemalige Partner der King-Queen nicht.

„Was soll das denn werden?“, wollte er daraufhin wissen, „Wollen Sie den Helden spielen?“ Mit zittrigen Fingern hielt Barhorst die Waffe noch fester. Er warf einen kurzen Blick zu seiner Vorgesetzten: „Alles in Ordnung bei Ihnen?“ Doch sie reagierte nicht. Zu sehr wurde sie von ihren Gefühlen übermannt. Jahrelang hatte sie ihn für ihren besten Freund gehalten, vielleicht sogar etwas mehr. Und jetzt behauptete er, dass dies einfach alles erstunken und erlogen war? – „Keinen Schritt weiter!“, riss sie Wilhalm Barhorst zurück in das Hier und Jetzt. Nun bemerkte sie auch die Anwesenheit ihres engsten Mitarbeiters. „Barhorst?“, konnte sie sich sein Auftauchen nicht erklären, „Was machen Sie hier?“ Der Gefragte offenbarte: „Sie haben sich nicht mehr gemeldet. Da habe ich mir Sorgen gemacht und Ihr Handy geortet.“ „Wie niedlich!“, mischte Pablo Fernández wieder in die Unterhaltung ein, „Aber Sie kommen leider zu spät.“ Einen Wimpernschlag hatte auch er seine Waffe gezogen. Dann ging alles sehr schnell. Zu einem kurzen Schusswechsel kam es daraufhin.

Als sich der Staub wieder legte, war Pablo Fernández verschwunden und Wilhalm Barhorst lag tot am Boden.
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„Sie sind nicht schuld an seinem Tod, das wissen Sie, oder?“

Vehement schüttelte sie den Kopf: „Ich habe ihn damit hereingezogen! Ohne mich wäre er noch am Leben!“ Noch immer konnte sie es nicht realisieren: Er war wirklich tot und sie war schuld. „Sie waren nicht diejenige, die auf ihn geschossen hat“, versuchte Felix sie zu überzeugen. Doch sie wollte von alldem nichts mehr wissen: „Warst das jetzt? Haben Sie jetzt alles?“ – Der Supervisor der COT war nicht überrascht. Er konnte sie gut verstehen. Selbst hatte er auch schon Fehler begangen, die am Ende für jemanden tödlich geendet hatten. „Hören Sie“, redete er weiter auf sie ein, „Sie haben alles richtig gemacht. Sie wollten nur einen gefährlichen Mann aus dem Verkehr ziehen.“

„Und dabei ist ein Unschuldiger gestorben“, entgegnete sie ihm daraufhin. Felix schlug Akte zu und stand auf: „Sie können gehen. Ich hab alles, was ich wissen will.“ Ungläubig starrte sie ihn an: „Ist das Ihr Ernst? Erst schleppen Sie mich hier rein, behandeln mich wie einen Schwerverbrecher und jetzt lassen Sie mich gehen? Einfach so?“ – Kryan schob den Stuhl zurück an den Tisch und erläuterte: „Ich musste Sie so hart ran nehmen. Nur so konnte ich herausfinden, ob Sie die Wahrheit oder mich anlügen.“ Kopfschütteln erhob sie sich ebenfalls und erwiderte: „Dann war das eine riesige Zeitverschwendung. Sie hätten einfach meine Aufzeichnung lesen können.“ Leicht nickte der Supervisor der COT und dann offenbarte er der King-Queen:

„Das habe ich auch getan und dank Ihnen habe ich jetzt eine Spur, die mich zu Dorian Babić führen wird.“

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Anmerkung des Autors:
Diese Geschichte basiert lose auf der sogenannten COTseries, einer mehrteiligen FF-Reihe, in der Felix Kryan eine bedeutende Persönlichkeit ist. Anders, als in der IOSCduology: Hier wird Kryan keine Rolle mehr spielen, weswegen dies sein einziger Auftritt bleiben wird. Auch Dorian Babić ist unbedeutend für den weiteren Handlungsverlauf rund um Maraya Kingston und der IOSC. In der COTseries hingegen wird Babić noch einmal eine wichtige Rolle einnehmen.

Was die IOSCduology angeht, plane ich bereits den nächsten Teil:
IOSC: Unabhängiges Untersuchungsbüro des Obersten Gerichtshofs ~ Der Hauptteil des Prequels
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