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Philia

von DarkLoony
Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Romance / P16 / Mix
Blaise Zabini Draco Malfoy Ginevra Molly "Ginny" Weasley Hermine Granger Ronald "Ron" Weasley
20.09.2022
26.01.2023
39
74.116
5
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7 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
20.09.2022 1.497
 
ACHTUNDZWANZIGSTER AUGUST
HERMINES POV

Der Himmel breitete sich immer weiter vor meinen Augen aus, wobei die leuchtenden Sonnenstrahlen hinter den dichten Wolken es nicht schafften, die Schatten zu vertreiben. Dennoch konnte ich nicht anders als das Wasser, dass meine Hände umspielte, zu ignorieren und zu starren. Es gab viele rosafarbene Fantasiefarben am Horizont, hinter denen sich ein zartes Violett verbarg.

Den Sonnenuntergang zu beobachten, war der beste Teil des Tages, nicht weil ein weiterer Tag zu Ende ging, sondern wegen der atemberaubenden Schönheit des Himmels. Jeder Untergang war anders und doch waren sie alle gleich. Ihre Farben waren leuchtend und warm, wobei ihre Schattierungen immer dunkler und schärfer wurden. Ich beobachtete fast jeden Sonnenuntergang mit der gleichen Begeisterung, weil es mich glauben ließ, dass alles ein schönes Ende hatte.

"Im Ernst, Schatz, wenn du nicht abwäschst, dann mach es wie meine Mutter." Ein Lächeln durchzuckte mein Gesicht, als ich seine Gestalt durch die Reflexion des Fensters sah.

"Und du solltest lernen und nicht andauernd Kekse in dich reinstopfen. Du hast gehört, was McGonagall gesagt hat: Wenn du dieses Jahr nicht ernst nimmst, wirst du vielleicht nicht ins Nächste kommen."

"Das sagt sie doch zu jedem." ,rollte er genervt mit den Augen und schob sich einen weiteren Keks in den Mund.

"Ich meine es ernst." Hielt ich streng dagegen und schaute dann auf das Geschirr.

"Vielleicht sollte ich dir etwas Gesellschaft leisten und die Aufzeichnungen des letzten Jahres durchgehen. Es kann ja schließlich nicht schaden, mein Gedächtnis aufzufrischen." Ich zückte meinen Zauberstab und das Geschirr begann sich von selbst zu reinigen, während ich zu dem großen Holztisch mit den acht Stühlen ging.

Ich war besser gelaunt, als die Situation es eigentlich verdient hatte aber so war es nun mal. Mein Licht flackerte mal nicht, so wie üblich. Manchmal passierte es von einer auf die andere Sekunde. Ich hatte unerwartete sprüng in meinen Beinen. Es war mir immer noch ein Rätsel, woher diese Energie Schübe kamen aber ich hatte solche Phasen schon seit dem Kindergarten. In hogwarts wurden sie schlimmer oder stärker aber mittlerweile hatte ich mich auch daran gewöhnt. Schließlich war es bei jedem so.

Ich konnte nicht widerstehen und gab meinem Freund beim Vorbeigehen einen Kuss auf den Kopf und ließ mich dann neben ihm nieder. Es war so idyllisch, wenn nur wir beide im Fuchsbau waren. Ich hätte nie gedacht, dass sogar die Zwillinge ausziehen würden Aber sie taten es. Der jüngste Sohn der Weasleys schien seitdem, viel ruhiger und entspannter zu sein. Es gab keine Streiche, keinen Stress und das Wichtigste für Ronald: kein Futterneid mehr.

Ein paar Stunden nachdem Ron versehentlich von Sirius gebissen wurde, gestand er mir, dass er mich mehr mochte als nur freundschaftlich, was daran lag, dass er dachte, er würde von dem Biss sterben. Seit diesem Tag an waren wir auch ein Paar und er nannte mich immer seine verrückte. Jetzt sind wir schon seit über einem Jahr zusammen und wurden sogar von Harry als Traumpaar von Hogwarts gekürt. Ich hatte dem Rothaarigen sogar beigebracht, wie man telefonierte, ohne dem anderen gleich einen bleibenden Hörschaden zu verpassen, woraufhin er versuchte mich an Quidditch zu gewöhnen.

Ein Klopfen an der Haustür riss uns beide aus den Büchern und mich mehr oder weniger aus den Gedanken. Wir standen beide gleichzeitig auf, nur um uns eine Sekunde später anzulächeln. Dann zwinkerte Ron mir so plötzlich und unerwartet zu, dass meine Endorphine explodierten und ich zu lachen begann. Ich dachte nicht mehr nach. Als er jedoch die Türe öffnete, verschwand mein Gekicher mit einem Fausthieb.

Eine sehr hübsche Junge Frau mit langen, silbernen Haaren, die ihr bis zur Taille reichten, drückte sich an uns vorbei. Ihre großen dunkelblauen Augen strahlten erfreut und ihre makellosen weißen Zähne kamen zum Vorschein.

"Oh, gut, dass ihr zwei zu Hause seid. Ich habe einen sehr wichtigen Termin und Bill hat gesagt, dass es euch eine Freude wäre, wenn ihr auf unsere kleinen Sonnenscheine aufpassen würdet." Es war immer das Gleiche. Fleur erschien mit ihren Kindern, erzählte eine Lüge und verschwand so schnell, wie sie gekommen war.

"Kein Problem. Wie gehts Bill?" Innerlich schrie ich Rons Naivität an. Sein edles Herz schien gar nicht erst zu bemerken, dass Bills Ehefrau wie gedruckt log. Wir hatten wirklich keine Zeit, den Babysitter zu spielen. In einer Woche würde das nächste Schuljahr beginnen und Ron war immer noch auf dem Wissensstand eines Trolls.

"Keine Zeit zum Plaudern. Ich muss los." Sagte die Blondine mit ihren französischen Akzent, hauchte einen Kuss zu ihren Kindern, kniff Ron in die Wange. Feindseligkeit lag in ihrem Blick, als sie verschwand.

"Warum hast du gesagt, dass es kein Problem ist? Wir müssen lernen." Erinnerte ich ihn, als Florence anfing, mit flachen Händen auf den Tisch zu schlagen, während seine Schwester Olivia eines der Bücher durch den Raum warf.

"Ich weiß, aber die Familie ist wichtig. Und ich kann sie nicht einfach wegschicken.", sagte er mehr verteidigen als ernsthaft und gab mir einen kurzen Kuss auf die Wange, so als würde das die Situation und meine Laune retten und schnappte sich dann das Buch, nur um es ein paar Sekunden später wieder aufzuheben. Ron tat immer so, als wäre das Verhalten der beiden vollkommen normal, so als wären sie nicht komplett verzogen.

"Wusstest du, dass sich nicht nur Harry und Ginny getrennt haben, sondern auch Mr. Wasserstoffblond und seine Schlangenbrut?", schrie er ein wenig, um das nervige Genörgel der Kinder hinweg. Ein Lächeln durchzuckte mein Gesicht. 'hoffentlich leidet der richtig.'

"Wundert es Dich wirklich? Malfoy scheint mir nicht gerade ein Beziehungsmensch zu sein oder ein Mensch im allgemeinen. Mir kommt es sowieso vor, als würde sich gerade jeder trennen. Zwischen Dean und Seamus herrscht auch nur noch Rosenkrieg." Rons von Sommersprossen überzogenes Gesicht wurde von Panik umhüllt, was mich nur kichern ließ. Ich war seit vier Tagen in Folge gut gelaunt. Wirklich gut. Das ist eine Art Rekord für mich. Mein Auf und Ab hat sich endlich verselbständigt und meine Gedanken waren still. Totenstill.

Ich schlang meine Arme um ihn und schaute in seine ozeanblauen Augen. "Das gilt für uns übrigens nicht.", er schenkte mir ein eher bemüht wirkendes Lächeln, welches ich ziemlich oft bekam, weshalb es mich nicht störte oder nachdenklich werden ließ.

Nach einer Weile schafften wir es, die beiden zu beschäftigen. Ich konnte es nicht leugnen, aber mein Freund konnte gut mit Kindern umgehen und dieses funkeln in seinen Augen, ließ ihn irgendwie erwachsener und unwiderstehlich süß aussehen. Eines Tages würden wir unsere eigenen haben, nur mit besseren Manieren. Ron und ich hatten sogar schon über unsere Zukunft gesprochen.

Er wünschte sich eine Hochzeit wie Bill und Fleur und drei bis vier Kinder. Ganz zu schweigen von dem kleinen Häuschen im Grünen. Es war nicht wirklich meine Zukunftsplanung für uns, aber jeder musste Opfer bringen, und solange er ein Teil meiner Zukunft war, war ich bereit, dieses Opfer auch in Kauf zu nehmen.

Mein Kopf ruhte immer noch an seiner Schulter. Die Art, wie er mich ansah, nachdem er mein Starren endlich bemerkt hatte, machte mich schwach. Ich liebte es einfach, wenn er so Ernst auf mich herabsah und dabei dieses liebevolle glänzen in den Augen hatte. Alles in seinem Gesicht schien zu passen; seine Sommersprossen, die große Nase und die dünnen Lippen, die mich am Anfang unserer Beziehung Nächte lang wach hielten.

"Was?" Fragte er etwas verwirrt, aber mein Verstand war zu weit weg, um zu antworten.

Unser Weg war am Anfang nicht leicht, aber die Liebe hatte uns immer wieder zusammengeführt. All die Streitereien, die falschen Entscheidungen und die Tränen hatten sich am Ende ausgezahlt.

Meine Lippen griffen nach seinen. Ich war glücklich. Wir waren glücklich. Kurze Küsse bedeckten seinen Mund und in dem Moment, als sich seine Hand auf meinen Rücken legte, krabbelte ich auf seinen Schoß, nur um zwei küsse später wieder schwungvoll heruntergestoßen zu werden.

"Hier sind Kinder, anwesend." ,meinte er Ernst.

"Sie sind drei und vier, Ron. Sie würden keinen Schlaftrunk schmecken und sich nicht daran erinnern." ,meinte ich sarkastisch, und er schüttelte empört den Kopf.

"Das ist selbst für jemanden wie dich ein bisschen zu unheimlich, findest du nicht? Außerdem können meine Eltern jeden Moment nach Hause kommen und ich bin eindeutig nicht in der Stimmung."

Ich rollte mit den Augen und biss mir auf die Zunge. Ich bin nicht in der Stimmung, war sein Lieblingssatz seit über sechs Wochen. Normalerweise waren frisch verliebte, so wie Kaninchen, aber wir waren eher wie ein Ehepaar mit fünf Kindern. Am Anfang unsere Beziehung war es zweimal die Woche und nach vier Monaten dann nur noch einmal und jetzt führte ich schon eine Strichliste für die Monate, in denen wir uns nicht so liebten, wie wir sollten.

"Ja, du hast recht.", lächelte ich und machte gedanklich einen weiteren Strich auf meiner Liste.
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