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Du kannst den Wind nicht ändern

Kurzbeschreibung
GeschichteRomance, Schmerz/Trost / P18 / Mix
OC (Own Character) Severus Snape
20.09.2022
26.09.2022
14
39.560
7
Alle Kapitel
5 Reviews
Dieses Kapitel
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22.09.2022 3.913
 
Hallo, ich wollte diesen Abend nicht zu Bett gehen, ohne euch noch ein wenig Severus Snape dazulassen! Also viel Spaß beim Lesen. (Ich habe gerade wehmütig die letzten Zeilen dieser Geschichte geschrieben, aber bis wir da angekommen sind, muss erst noch einiges passieren!)

Vertrauen

Severus stand im Labor an seinem Arbeitstisch und rührte den blassgrünen Trank ein letztes Mal um, bevor er die Flamme unter dem Kessel ausdrehte. Sein Blick ging zur Uhr an der gegenüberliegenden Wand. Es war bereits zwanzig nach fünf. Er hatte die ganze Nacht im Labor verbracht. Er überlegte kurz, ob er sich noch für ein oder zwei Stunden in sein Bett legen sollte. Doch Severus entschied sich anders, er ging in seine Wohnung und zog sich seine schwarze Hose, den langen Gehrock, die dunkle Weste und das weiße Hemd aus. Er holte sich ein dunkelgraues Henley Shirt aus dem Schrank, zog seine Jogginghose und das Shirt an. Dann nahm er seine Laufschuhe und verließ seine Wohnung. Wenige Minuten später lief Severus die Treppe vor der Eingangshalle runter und bog in Richtung der Gewächshäuser ab, es war noch recht dunkel, aber Severus kannte den Weg, schließlich lief er ihn seit Jahren, jeden Morgen vor dem Frühstück. Er hatte die morgendliche Ruhe immer sehr genossen. Beim Laufen konnte er wirklich abschalten und seinem Kopf eine Pause gönnen. Eine gute dreiviertel Stunde später, hatte er das Schloss fast umrundet und lief den steilen Weg zum See hinauf. Erst bekam er nur ein paar Tropfen Regen ab, doch auf einmal fing es aus heiterem Himmel stark zu regnen an. Es dauerte nicht lange und Severus war nass bis auf die Haut. Er lief am See vorbei in Richtung Portal, sein nasses Haar klebte ihm im Gesicht und er war gerade dabei eine nasse Strähne aus seinen Augen zu streichen, als er aus dem Augenwinkel eine Person unter der Weide am See sitzen sah. Er blieb stehen und es dauerte nur Sekunden bis er Emma erkannte. Severus drehte um und lief zurück zum Baum. Emma war völlig durchnässt. Sie hatte die Arme um die Beine geschlungen und weinte. Ihr ganzer Körper zitterte vor schluchzen. Severus sprach sie an, doch sie reagierte nicht, sie sah nicht einmal auf. Er beugte sich nach unten, hob sie in seine Arme und apparierte mit ihr in sein Wohnzimmer. Severus überlegte kurz und ging dann mit ihr zum Sofa. Er wollte sie runter setzten doch Emma hielt sich an seinem Hals fest. Severus seufzte. „Emma was ist passiert?“ Emma schluchzte auf und drückte sich an seine Brust. Was sollte er nur tun, sie war nass bis auf die Haut und zitterte am ganzen Körper, ob nun vor Kälte oder wegen dem was geschehen sein musste, vermochte Severus nicht zu sagen. Wie lange hatte sie wohl schon dort am See gesessen?  „Emma, ich trag dich jetzt zu mir ins Schlafzimmer und wir ziehen deine Nassen Sachen aus. Dann legst du dich hin und schläfst ein wenig und danach geht es dir bestimmt etwas besser.“ Emma antwortete nicht. Severus trug Emma ins Schlafzimmer und setzte sie auf sein Bett. Dann ging er zu seinem Kleiderschrank und holte ein frisches Henley Shirt heraus. Er setzte sich auf die Bettkante und zog seinen Zauberstab. Severus ließ Emma nasse Kleider verschwinden und zog ihr das Shirt über den Kopf. Emma war wie paralysiert, sie ließ Severus machen, sie sagte kein einziges Wort und blickte nur starr vor sich hin. Severus drückte sie sanft in die Kissen und zog die Decke über ihren Körper. Er streichelte ihr Gesicht und gab ihr einen Kuss auf die Stirn, dann nahm er ihre Hand und streichelte sie sanft. Er sprach leise und beruhigend auf sie ein. Es dauerte nicht lange und sie war eingeschlafen. Severus stand auf und ging unter die Dusche. Als er ins Zimmer zurück kam, um sich neue Kleidung zu holen, drehte Emma den Kopf zu ihm. „Severus, komm her und halt mich. Bitte!“ Er überlegte kurz, zog sich dann eine Shorts und ein T-Shirt über und legte sich hinter Emma aufs Bett. Emma drehte sich um und legte ihren Kopf auf Severus Brust. Er legte den Arm um sie und streichelte sanft ihren Rücken.    

Als Emma erwachte war Severus noch da, sie konnte sein Herz ruhig und gleichmäßig unter ihrer Wange schlagen hören. Sie wollte in sein Gesicht blicken und hob den Kopf leicht von seiner Brust. Augenblicklich schlug Severus die Augen auf und sah zu Emma. Er lächelte sie sanftmütig an. „Geht es dir besser?“ Emma schloss kurz die Augen und zog die Luft tief in ihre Lungen. „Ein bisschen!“ Severus streichelte über ihren Arm. „Erzählst du mir was passiert ist?“ Emma zögerte, sie war unsicher. Konnte sie Severus vertrauen? Schließlich war er einst ein Todesser gewesen. Was, wenn er wusste wer sie war und deshalb versucht hatte in ihren Geist einzudringen. In Emma stieg nun die Panik hoch. Sie versuchte sich zu beruhigen. Sie durfte sich nicht diesem Gefühl hingeben, es würde sie ihres klaren Verstands rauben. Sie dachte an das Training mit Heinrich. Sie fokussierte, sie konzentrierte sich auf ihre Umgebung. Alles um sie herum verlangsamte sich. Sie konnte die Luft um sich herum verwirbeln sehen. Ihr Blick wurde klarer, ihr Herzschlag verlangsamte sich. Als sie die Augen wieder öffnete, sah sie in das leicht panisch aussehende Gesicht von Severus. „Emma was ist los, ist alles ok mit dir?“  Sie setzte sich im Bett auf und sah Severus ernst an. „Mir geht es gut! Ich werde es dir erzählen, aber erst erzählst du mir was am Mittwochabend los war mit dir! Severus ich weiß nicht ob ich dir vertrauen kann!“ Severus schluckte. „Das könnte ich auch über dich sagen Emma, du hast Geheimnisse vor mir. Was hast du mit Potter und McGonagall besprochen und was hat Granger damit zu tun?“ Emma seufzte und stand vom Bett auf. „Severus wir drehen uns so im Kreis. Ich kann dir nicht vertrauen, wenn du mir nicht vertraust! Vielleicht haben wir beide zu viele Geheimnisse, als das es mit uns gut gehen könnte. Wenn du bereit bist mir zu vertrauen, bin ich auch bereit dir zu vertrauen! Danke, dass du dich vorhin um mich gekümmert hast! Ich werde jetzt gehen!“
Emma verließ das Schlafzimmer und drehte sich nicht noch einmal um. Sie rief ihre Tasche und ihre Kleider auf. Sie nahm alles in den Arm und verließ Barfuß, nur mit Severus Shirt bekleidet seine Wohnung.
Auf dem Gang begegnete sie mehreren Slytherin Schülern, doch es war ihr egal. Auch auf dem Weg zu ihrem Zimmer im sechsten Stock, begegnete ihr eine Schülerin aus dem Abschlussjahrgang, diese sah sie verwundert an und fragte, „Professor Jensen ist alles okay bei Ihnen, soll ich jemanden holen?“ Emma blickte die Schülerin an. „Lieb dass Sie sich Sorgen, aber ich bin heute Morgen nur in den Regenschauer geraten, mehr nicht!“ Die Schülerin nickte. „Ja es regnet immer noch, ich hoffe Sie werden nicht Krank Professor!“
Emma ging in ihr Zimmer und legte sich auf ihr Bett, sie zog sich die Bettdecke über den Kopf und schloss die Augen.
Sie musste eingeschlafen sein, denn sie erschrak, als sie eine quickende Stimme neben dem Bett hörte. Emma schlug die Bettdecke zurück und sah in die großen runden Augen einer Hauselfe. Emma blickte die Elfe verwundert an. „Professor Jensen, Madam. Die Schulleiterin hat mich gebeten Ihnen auszurichten, dass Sie bitte Augenblicklich zu Ihr ins Büro kommen sollen!“ Emma schluckte, sie bedankte sich bei der Hauselfe und lief ins Badezimmer. Emma trug immer noch das Shirt von Severus. Sie zog sich schnell eines ihrer Kleider über und flocht sich die langen Haare zu einem Bauernzopf.
Zehn Minuten später lief Emma die Wendeltreppe zum Büro der Schulleiterin hoch,  zögerlich betrat sie das Büro. Sie sah sich um, es war leer. Keiner war da, bis auf die Portraits der ehemaligen Schulleiter an der Wand. Hinter dem Schreibtisch hing das Portrait von Albus Dumbledore. „Miss Jensen, schon zurück aus Deutschland? Ich hoffe Sie konnten alles klären, das es zu klären galt?“ Emma lächelte dem ehemaligem Schulleiter zu. „Leider hat mein Besuch in der Heimat mehr Fragen aufgeworfen, als das er Antworten gebracht hat, Sir!“ Albus Dumbledore beobachtete sie nachdenklich durch die halbrunden Gläser seiner Brille.
„Manchmal ist es gut wenn man einen Freund hat, mit dem man solche Dinge bereden kann. Man hat so die Möglichkeit die Dinge aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten.“ Emma sah Professor Dumbledore fragend an. „Sir, meine Freunde sind alle so weit weg und außerdem erwarten sie ihr erstes gemeinsames Kind. Ich will sie nicht in Gefahr bringen, ihr Kind soll nicht ohne Eltern aufwachsen müssen!“ Professor Dumbledore nickte. „Das kann ich natürlich verstehen, Emma. Aber vielleicht finden Sie hier in Hogwarts ja neue Freunde oder zu mindestens Menschen denen Sie ihre Sorgen anvertrauen können. Ich selbst habe in meiner Zeit als Lehrer an dieser Schule mehr als nur einen guten und treuen Freund unter den Lehrern gefunden!“ Emma sah den Professor nachdenklich an. „Darf ich Sie etwas Fragen Sir?“ Dumbledore lächelte. „Aber sicher Emma, seit meinem Ableben ist das eine der wenigen Aufgaben, die mir geblieben sind. Fragen beantworten, zuhören und mehr oder weniger gute Ratschläge erteilen.“ Emma sah Professor Dumbledore leicht Mitleidig an. „Vertrauen Sie Professor Snape, Sir?“ Dumbledore schenkte ihr ein Lächeln. „Natürlich meine Liebe, ich würde Severus mein Leben anvertrauen!“  Emma lachte auf. „Entschuldigen Sie Sir, aber Sie wissen schon wie ironisch das aus Ihren Mund klingt, oder? Schließlich war es Professor Snape der Sie getötet hat!“
„Da haben Sie natürlich Recht und gerade das macht Severus doch zu einem noch treueren Freund, meinen Sie nicht auch? Es war mein letzter Wunsch an ihn und er hat ihn mir erfüllt, ohne dabei auf sein eigenes Wohl zu achten!“ Emma sah Dumbledore verwundert an. Dann hörte Sie ein räuspern hinter sich. „Es tut mir Leid, dass ich Sie habe warten lassen Emma, es ist etwas Unerwartetes dazwischen gekommen! Setzen Sie sich doch, möchten Sie Tee?“  Emma sah Professor McGonagall verwundert an.
„Gerne, Professor! Sie wollten mich sehen?“ McGonagall blickte Emma nun ernst an. Sie reichte ihr eine Tasse Tee und begann dann zu sprechen. „Meine Liebe, es geht mich ja wirklich nichts an, was Sie in ihrer Freizeit so machen! Aber wenn mir Schüler berichten, das sie Sie gesehen haben, wie Sie nahezu Unbekleidet aus Professor Snapes Wohnung gekommen sind, kann ich das nicht einfach ignorieren!“ Emma schluckte. „Minerva, es war nicht so wie Sie denken!“ Minerva sah Emma nachdenklich an. Im nächsten Moment waren schnelle Schritte auf der Treppe zu hören. „Entschuldigen Sie Minerva, es ging leider nicht schneller!“  Severus Snape betrat mit wehendem Umhang das Büro. Sein Blick ging zu Emma, die ihn überrascht ansah. „Severus, wie ich Miss Jensen gerade mitgeteilt habe, ist es mir egal ob Sie beide nun ein Verhältnis haben oder nicht! Es geht mich auch gar nichts an! Aber ich würde Sie doch darum bitten in Zukunft etwas Diskreter zu sein!“  Severus sah entsetzte zu Minerva und dann zu Emma. „Selbstverständlich, Minerva. Ich habe dieses Vorkommnis auch schon mit meinen Schülern besprochen und sie über die Sachlage aufgeklärt!“ Nun blickten beide Frauen Severus Snape entgeistert an. „Du hast was?“ schoss es aus Emma heraus. „Das würde mich jetzt allerdings doch auch interessieren, Severus! Sie haben doch nicht allen Ernstes den Schülern von Ihnen und Miss Jensen erzählt? Ich hatte Sie doch um Diskretion gebeten!“ Emma konnte das belustigte Gesicht von Professor Dumbledore hinter Minerva erkennen. Severus sah zu Emma. Er blickte sie intensiv an, dann spürte Emma einen leichten Druck im Kopf und für eine winzige Sekunde, die Ihr Geist brauchte um die Mauer aufzubauen, konnte sie Severus dunkle Stimme hören, die ein einziges Wort übermittelte. „Vertrauen!“  Emma riss die Augen auf, doch Severus hatte sich Minerva McGonagall zu gewendet. „Ich habe meinen Schülern erklärt, dass ich Miss Jensen den Verbotenen Wald gezeigt habe und wir dann in den Regenschauer geraten sind und ich ihr lediglich ein trockenes Shirt geliehen habe. Nicht mehr und nicht weniger!“ Minerva sah Severus verwundet an.
„Und das haben Ihnen Ihre Schüler so geglaubt?“ Severus hob eine Augenbraue. „Warum sollten sie meinen Worten nicht glauben? Wenn Sie mich jetzt entschuldigen, ich habe noch meinen Unterricht für morgen vorzubereiten.“ Severus stand auf. Minerva sah Severus verwundert hinterher. Emma blickte zu Minerva, „Wenn es Ihnen recht ist würde ich jetzt auch gerne gehen, Minerva!“ Minerva nickte. „Sicher doch!“ Als Emma bereits im gehen war, hörte sie die Stimme von Professor Dumbledore, „In Sachen Vertrauen muss man auch mal mutig sein. Manchmal muss man einfach selbst die Segel anders setzten!“ Emma blieb stehen und drehte sich langsam um. Sie sah zum Portrait von Albus Dumbledore, es war leer. Minerva zuckte nur mit den Schultern. Emma drehte sich um und ging die Treppe hinunter.  

Emma ging zurück auf ihr Zimmer und stieg ersteimal unter die Dusche. Sie fragte sich was Professor Dumbledore gemeint hatte, war es ein Zufall gewesen, das er genau diese Worte verwendet hatte? Emma zog sich bequeme Kleidung an und legte sich auf ihr Bett. Sie sah zum Fenster, es regnete zwar nicht mehr, doch es war ein wolkenverhangener Nachmittag. Sie dachte an die merkwürdige Situation mit Severus, wie konnte Emma seine Stimme nur in ihrem Kopf gehört haben? Heinrich hatte Jahre lang probiert mit ihr Gedanken Konversation zu betreiben. Es hatte nie wirklich geklappt. Emma schreckte aus ihren Gedanken hoch, als sie die Stimme ihrer Tür wahrnahm. „Severus Snape bitte um Einlass!“ Emma seufzte. Sie ging zur Tür und öffnete sie, dort stand Severus  mit einer Flasche Wein in der Hand und sah sie herausfordernd an. „Darf ich eintreten, Miss Jensen?“ Emma drehte sich zur Seite und gab so den Weg in ihr Wohnzimmer frei. Als Emma die Tür geschlossen hatte, drehte sie sich zu Severus um. „Wenn ich jetzt mit dir Wein trinken soll, dann bin ich in einer Minute betrunken. Ich habe heute noch gar nichts gegessen!“ Severus hob eine Augenbraue, er räusperte sich. „Libby, du kannst jetzt bitte das Essen für Miss Jensen und mich bringen.“ Augenblicklich erschien eine kleine Hauselfe mit einem Tablett in der Hand. Sie stellte das Tablett auf den Tisch vor dem Kamin und drehte sich zu Severus. „Kann ich sonst noch etwas für Sie tun Professor Snape?“ Severus sah die Elfe freundlich an. „Nein danke, Libby! Aber ich melde mich, sollten wir doch noch etwas brauchen!“ Libby nickte und verschwand mit einem leisen plopp. „Ich bekomme Essen aufs Zimmer?“ Severus sah verlegen zu Emma. „Du solltest es vor Minerva besser nicht erwähnen!“ Emma lachte auf. Sie nahm sich ein Sandwich vom Teller und setzte sich auf den Teppich vor dem Sofa. „Bist du nur gekommen um für mein leibliches Wohl zu sorgen? Oder was führt dich zu mir“ Severus seufzte, er setzte sich aufs Sofa und stellte die Weinflasche auf den Tisch. „Ich habe nachgedacht, du vertraust mir nicht und ich hatte auch meine Zweifel, wir sollten versuchen diese Zweifel aus dem Weg zu räumen, denkst du nicht auch?“ Emma sah Severus fragend an. Er zog eine kleine Phiole aus seiner Tasche und hielt sie Emma hin. Emma griff danach und besah sich die Phiole. „Darf ich dran riechen?“ Severus hob eine Augenbraue und nickte. Emma entkorkte die Phiole und roch daran. Sie hielt sie gegen das Licht und zog die Augenbrauen hoch. „Veritaserum, wirklich? Du willst dass ich das schlucke?“ Severus sah erschrocken zu ihr, „Ich dachte du würdest mir mehr vertrauen, wenn ich es schlucke?“ sagte er nun leicht verlegen. Emma schmunzelte. Sie stand auf und setzte sich neben ihn aufs Sofa. „Für mich reicht es, wenn du mir einige Fragen beantwortest und mir dabei in die Augen schaust! Du darfst deinen Blick aber nicht abwenden, einverstanden?“ Severus schluckte. Dann nickte er. Emma setzte sich gerade hin und schloss für einige Sekunden die Augen. „Warum hast du mich am Mittwoch angegriffen?“ Severus zögerte. „Ich dachte du würdest mir etwas verheimlichen!“ Emma nickte. „Was war es, was ich dir angeblich verheimlichen sollte?“ Severus schluckte. „Ich weiß es nicht genau, nur so ein Gefühl!“ Emma hob ihre Augenbrauen. „Du sagst nicht die Wahrheit, Severus!“  Severus sah sie überrascht an, „Woher willst du das wissen, Emma?“ Emma seufzte. „Weil ich zufällig eine jahrelange Ausbildung bei einem der besten Lehrer des Ministeriums für Verhörtechnikern, Legilimentik und Okklumentik genossen habe.“ Severus sah sie entsetzt an. „Bist du ein Auror?“  Emma schmunzelte. „Nein, ich bin nur von zwei Auroren großgezogen worden!“  Severus sah sie fragend an. „Jetzt bist du aber erst mal wieder dran, Severus!“ Er nickte und sah ihr tief in die Augen. „Ich dachte, ich wäre ein neues Sozialprojekt von Miss Granger!“ Emma sah ihn fragend an, „Ich verstehe nicht, geht das genauer?“ Severus seufzte, „Ich dachte du wärst von Hermine Granger beauftragt worden, dich mit mir einzulassen!“ Severus sah zu Boden. Emma schluckte und entschied sich nicht weiter nach zuhaken. Sanft strich sie über Severus Wange. Er blickte auf und Emma lächelte ihn an. „Da musste mich niemand beauftragen, das wollte ich ganz von alleine! Darf ich weiter fragen?“ Severus nickte. „Was weißt du über mich?“ Nun sah Severus überrascht aus. „Ich weiß, dass du Emma Jensen heißt, dass du aus Deutschland kommst und in Adelgrief zur Schule gegangen bist. Du bist ein Animagus, ein Rabe. Du fliegst gerne auf einem Besen, hast aber noch nie Quidditch gespielt. Du unterrichtest zum ersten Mal, bist aber sehr begabt was Verwandlungen angeht. Du hast mir erzählt, dass du auch Zaubertränke braust und da du das Veritaserum ohne Probleme erkannt hast, würde ich sagen, dass du dich recht gut mit Zaubertränken auskennst.“ Severus überlegte kurz. „Du bist unglaublich gut in Legilimentik und Okklumentik und deine Eltern sind Auroren, zumindest hast du dass gerade erzählt.“ „Und sonst nichts?“ Severus dachte nach, „Du joggst gerne vor dem Abendessen, trägst gerne aufreizende Kleider und deine Schüler lieben dich! Selbst die Slytherin Schüler. Dein Alter weiß ich nicht, ich tippe aber auf Mitte Zwanzig, obwohl du viel jünger aussiehst! Zufrieden? Darf ich jetzt fragen?“ Emma lächelte und nahm sich noch ein Sandwich. „Gleich okay, ich möchte noch kurz was richtig stellen.“ Als Emma aufgekaut hatte, sagte sie, „Also die Auroren von denen ich gesprochen habe, sind mein Vater und sein bester Freund gewesen. Mein Vater hat für das Auroren Büro als Experte für Zaubertränke und Gifte gearbeitet, außerdem war er Leiter des Büros. Sein bester Freund hat die Auroren in Legilimentik, Okklumentik und Verhörtechniken ausgebildet. Meine Mutter ist gestorben, als ich noch klein war. Papa und Heinrich haben mich großgezogen. Nach der Schule habe ich mit einem Freund ein Forschungslabor für Zaubertränke gegründet. Wir sind recht erfolgreich gewesen und wir haben einen neuen Wolfsbanntrank erfunden, den möchte das britische Ministerium von uns kaufen. Das ist der Grund warum ich Hermine kenne, ich habe den Kontakt zwischen meinem Freund und ihr hergestellt. Davon hat Mister Potter gesprochen. Ich bin übrigens 27 Jahre alt.“ Severus sah sie mit großen Augen an. „Du hast den neuen Wolfsbanntrank erfunden?“ Emma sah ihn verlegen an. „Also ich habe dabei geholfen, die meiste Arbeit hat Thommy gemacht.“ „Wenn du von Thommy sprichst meinst du Thomas Hansen oder?“ Emma nickte. Nun lachte Severus auf. „Ich habe seit Monaten Kontakt zu Mister Thomas Hansen aus Hamburg in Deutschland. Und das ist dein Freund?“ Emma verzog das Gesicht, „Thomas ist mein bester Freund, er hat mir nur erzählt, er hätte unsere Forschungsergebnisse mit einem weiteren Zaubertrankmeister besprochen. Er hat deinen Namen nie erwähnt.“ Severus grinste, „Er hat mir sogar einen Job angeboten, da seine beste Mitarbeiterin gekündigt hat.“ Nun lachte Emma. Severus Blick wurde wieder ernster. „Das mit deiner Mutter tut mir leid! Arbeitet dein Vater immer noch fürs Ministerium? Du hast in der Vergangenheitsform von ihm gesprochen?“ Emma stützte ihren Kopf in die Hände. „Bekomme ich ein Glas Wein?“ Severus schenkte zwei Gläser Wein ein und reichte eines Emma. Emma nahm einen großen Schluck und ließ sich zurück in das Polster des Sofas fallen, sie holte tief Luft. „Mein Vater ist vor etwas mehr als zwei Jahren verschwunden. Er wurde dann vom Ministerium als im Einsatz verstorben eingestuft. Also hättest du mich vor zwei Tagen gefragt, hätte ich gesagt mein Vater ist tot!“ Emma schluckte, sie kämpfte mit den Tränen. Severus rückte näher, nahm ihre Hand und strich zärtlich darüber. „Hat der Brief was damit zu tun?“ Emma nickte. „Der Brief war von Heinrich, dem besten Freund von meinem Vater. Der Mann der mir alles über Legilimentik und Okklumentik beigebracht hat, und auch darüber wie man merkt ob jemand die Wahrheit sagt oder lügt. Heinrich hatte in seinem Brief nicht geschrieben worum es geht, deshalb bin ich gestern nach Deutschland gereist.“ Emma stockte, sie überlegte wie viel sie Severus erzählen sollte und da kamen ihr die Worte von Professor Dumbledore zurück in den Kopf. „Sag dir als ehemaliger Todesser die Gruppierung die Getreuen etwas?“ Severus sah sie überrascht an. „Nein, -das sagt mir rein gar nichts!“ antwortete er betont langsam. „Darf ich fragen was es mit dieser Gruppierung auf sich hat?“ Emma zögerte noch einmal kurz, sie führte ihr Glas an den Mund und trank es aus. Severus hob eine Augenbraue, nahm die Flasche Wein und schenkte Emma nach. Emma sah Severus fragend an. „Hast du heute noch was mit mir vor?“ Severus verdrehte die Augen, „Ich dachte du könntest noch etwas Wein vertragen! Aber du musst ihn ja nicht trinken.“ Emma blickte verlegen. „Tut mir leid, ich bin immer so, wenn mir etwas Nahe geht! Dann versuche ich abzulenken!“ Severus nickte. „Heinrich hat mir erzählt, dass er einen Brief bekommen hat, in dem jemand Anonym behauptet hat, mein Vater sei noch am Leben und er würde von einer Gruppe Namens die Getreuen in Großbritannien festgehalten werden!“ Emma schluckte, ihre Augen füllten sich mit Tränen und sie begann leicht zu zittern. Severus stellte sein Glas auf den Tisch. Er nahm Emma auch ihr Glas ab und zog sie dann in seine Arme. Emma drückte sich an seine Brust, die Tränen liefen immer noch und sie schluchzte. Severus streichelte sanft über ihren Rücken. Es dauerte eine Weile bis Emma sich beruhigt hatte. „Geht es wieder?“ fragte Severus mit seiner beruhigenden tiefen Stimme. Emma holte tief Luft.
„Tut mir Leid, es ist nur so schwer zu wissen, dass mein Vater noch am Leben sein könnte und nichts tun zu können!“ Severus sah sie nachdenklich an. „Wer sagt das?“ Emma sah Severus fragend an. „Was hat das Ministerium schon unternommen? Wenn dein Vater für die gearbeitet hat, haben sie bestimmt etwas unternommen!“ Emma holte tief Luft. „Heinrich meinte sie hätten alles Mögliche versucht und ein halbes Jahr lang nach ihm gesucht. Heinrich würde meinen Vater nicht so einfach aufgeben!“ Severus nickte, er nahm einen Schluck Wein. „Was weißt du über diese Gruppierung? Das sind keine Anhänger des Dunklen Lords, dann hätte ich von ihnen gehört.“ Emma nickte, „Heinrich meint es sind Anhänger von Grindelwald. Die sich seit den 30er Jahren in Deutschland versammeln und zur alten Ordnung aufrufen. Also die Magier stehen über den NichtMagischen. Sie wollen die NichtMagischen unterdrücken und versklaven oder so.“ Severus nickte. „Ja, das scheint mir nach Grindelwald zu klingen!“ Emma sah ihn fragend an. „Ich weiß leider nicht wirklich viel über Grindelwald, weißt du noch mehr?“ Severus seufzte. „Du könntest Dumbledore fragen! Der kennt Grindelwald wohl am besten.“ Emma nickte, „Danke, aber nicht mehr heute! Ich bin müde und der Wein hat mir den Rest gegeben!“ Severus lächelte verständnisvoll. „Dann sollte ich jetzt wohl besser gehen!“ Emma sah Severus überrascht an. „Nur wenn du willst!“
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