Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Ein Supersoldat, ein Wandler, viele Feinde aber nur eine Mission

Kurzbeschreibung
GeschichteAction / P12 / Het
OC (Own Character)
16.09.2022
22.12.2022
111
93.750
4
Alle Kapitel
164 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
25.11.2022 624
 
Endlich war ich angekommen. Der Spielplatz. Sobald ich in seine Nähe kam, erfüllten mich die vertrauten Gefühle aus der Kindheit.

Wut – auf die imaginären Feinde, mit denen wir gespielt hatten.

Stolz – wenn wir die „Mission“ erfüllt hatten.

Entschlossenheit und Angst – wenn die Leute, die uns immer wieder gemobbt hatten, ankamen.

Angst – wenn wir uns eine lebensgefährliche Situation vorstellten.

Naja, was soll ich sagen...wir hatten als Grundschüler SEHR viel Fantasie gehabt. Und damals war ich lieber in meiner Fantasiewelt gewesen als in der Realität. Sobald ich den Spielplatz verlassen hatte, war ich immer traurig und enttäuscht geworden.

Ich sah inzwischen wieder Illusionen von uns. Gerade taten wir so, als würden wir in See stechen und hätten Verbrecher entdeckt. Ja, ich weiß. Dafür, dass wir damals zehn waren, war das immer noch ziemlich kindisch, aber wir waren eben nicht normal.

Auf einmal fiel Xan von der Brücke. Ich warf mich sofort hin und konnte ihn gerade noch packen. „Hey!“ Nate strahlte. „Unser Spiel ist ja fast Wirklichkeit geworden!“

Die Illusionen verschwanden wieder und neue tauchten auf. Aber diesmal kamen auch Illusionen von Polizisten dazu, die gerade auf uns zuliefen. Etwas ängstlich schauten wir ihnen entgegen. Wir hatten damals nämlich immer Angst vor der Polizei gehabt. Wegen dem Schlagstock und der Knarre.
„Ist Bilal Acar hier?“, fragte einer der Polizisten, der dickere, uns. „Ja, das bin ich…“, meldete sich Belial etwas unsicher. „Wir haben schlechte Neuigkeiten für dich“, meinte der dürre Polizist bedauernd. „Komme ich ins Gefängnis? Ich habe doch gar nichts gemacht!“ „Nein, es geht um deine Familie. Euer Haus ist von Soldaten gestürmt worden.“ „Unser Haus ist weg? Wo sind Mama und Papa! Das glaube ich erst, wenn sie es sagen!“

„Nein, es ist nicht weg. Aber...du kannst nicht mit ihnen reden...sie sind...nicht mehr da.“ „Was ist mit meiner Schwester? Meinem Bruder? Meinem Hund?“ „Die auch. Sie sind alle von uns gegangen.“ „Was heißt das?“, fragte der naive Belial. „Sie sind tot.“ „Was? Tot? Wieso?“ „Deine Eltern...waren böse“, meinte der dicke Polizist. Er hatte keine Ahnung, wie er einem zehnjährigen erklären sollte, dass er gerade seine ganze Familie verloren hatte. „Sie...haben sehr schlimme Dinge getan. Und jetzt haben die Guten sie getötet.“ Belial verstand nicht. Oder wollte es nicht verstehen. Aber man sah, dass er langsam Panik bekam. „Wie? Mama und Papa können nicht böse sein! Sie sind doch Mama und Papa!“ „Ja...aber…“

Als der Polizist es ihm klarmachen konnte, brach Belial zusammen. „Aber...warum meine Geschwister?“, fragte er heulend. „Sie haben sich vor ihre Eltern geworfen. Und der Hund hat einen Soldaten angegriffen. Es war Notwehr. Sie mussten getötet werden. Also, wir gehen jetzt, du kommst jetzt mit.“ „Nein! Meine Freunde will ich aber noch sehen! Ihnen geht es noch gut!“ „Ja, aber du hast jetzt keine Eltern mehr, Bilal! Du brauchst Pflegeeltern!“ „Nein, keine Pflegeeltern!“, schrie er verzweifelt. Er rannte weg. Die Polizisten hinterher. „Diese Kinder! Machen nur Probleme!“

Wir anderen versuchten natürlich, die Polizisten aufzuhalten, auch wenn wir so viel Angst vor ihnen hatten. Aber wir schafften es natürlich nicht. Sie schoben uns einfach beiseite, holten Belial ein, packten ihn, hoben ihn hoch und steckten ihn in ein Polizeiauto. Die Illusionen verschwanden. Ich hatte das Szenario geschockt beobachtet.

Es war immer noch genau so schrecklich, wie als ich es erlebt hatte.

Also, um es euch noch mal genauer zu erklären. Belials Eltern waren Terroristen gewesen. Sie waren sehr tief in organisierter Kriminalität dringewesen, hatten enge Kontakte zur mexikanischen Mafia gehabt, dealten Drogen – in Belials Haus wurden zehn Kilo Kokain entdeckt – und hatten schon sehr viele Morde begangen.

Kurz darauf war er in ein Waisenhaus gesteckt worden. Dann hatten wir ihn erstmal für ein halbes Jahr nicht mehr gesehen und nichts mehr von ihm gehört.
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast