Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Ein Supersoldat, ein Wandler, viele Feinde aber nur eine Mission

Kurzbeschreibung
GeschichteAction / P12 / Het
OC (Own Character)
16.09.2022
22.12.2022
111
93.750
4
Alle Kapitel
164 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
23.11.2022 757
 
Als ich fertig war, lag der Fuchs immer noch auf dem Waldboden und schaute mit großen Augen zu mir auf. Er wollte aufstehen, aber fiel wieder zurück auf den Boden. Allein konnte ich ihn also nicht lassen. Ich zog meine Jacke aus, zog die Stoffjacke darunter auch aus und wickelte sie um den Fuchs. Meine eigentliche Jacke zog ich wieder an und hob den Fuchs vorsichtig hoch. Ich kraulte ihn hinter den Ohren. Er kniff genüsslich die Augen zusammen und rieb seine Schnauze an meinen Oberkörper. Mit einer Hand hob ich mein Jagdgewehr auf. Die Sonne war inzwischen schon aufgegangen. Ich war etwas unschlüssig. Moment, ich hatte ja kein Ziel! Also, kein direktes. Mein Ziel war nur, die Geschehnisse in letzter Zeit so zu verarbeiten, dass ich wieder in meinem normalen, entspannten Zustand war.

Ach ja, ein paar Erinnerungen der letzten Missionen waren ja auch noch da. Nicht die mit dem Mädchen, ich wusste ja jetzt, dass sie glücklich da drüben war.

Kurz erschienen die Erinnerungen vor mir, es war nur ein Flackern. Islamistische Kriegsgebiete, Menschen, zum Teil ohne Arme oder Beine. Ich schüttelte energisch den Kopf.


Wenn du dagegen ankämpfst, werden die Erinnerungen dich für immer quälen.


Ich weiß, aber...nicht jetzt, okay? Ich muss mich um einen Fuchs kümmern.

Mit dem Fuchs in den Armen lief ich ziellos weiter, oder…

doch, ich hatte ein Ziel! Jetzt hatte ich eins! Ein konkretes Ziel. Nämlich den Waldrand. Dort gab es einen Spielplatz. Auf dem hatten die Jungs, meine Verwandten, meine Eltern, die Eltern der Jungs und ich die meiste Zeit verbracht, als wir noch jünger waren.
Wir hatten manchmal sogar dort gepicknickt. Das waren schöne Zeiten gewesen…
Bis, als wir an einem Tag auf dem Spielplatz waren. Diesmal waren Belials Eltern zuhause, weil sie nicht kommen konnten, aber er selbst war noch da, und dann...hatte er alles verloren. Dieser Vorfall hat ihn für sein Leben gezeichnet. Ich gebe euch einen Tipp:

Ich habe bis jetzt kein einziges Wort über seine Familie geschrieben. Nicht ohne Grund.

Aber alles zu seiner Zeit. Erst mal musste ich mein Ziel erreichen. Und den Fuchs gesundpflegen.


Skye POV:

Meine Mutter begrüßte mich mit einer Umarmung. „Hey, Skye! Endlich besuchst du uns mal wieder!“ „Ja…“, murmelte ich nur. Ich fand es nicht so überwältigend, meine Familie wieder zu sehen. Aber das brauchte ich jetzt ja nicht sagen. Mein Vater kam in den Eingangsbereich des Hauses und drückte mich erst mal. „Wie gehts dir?“, fragte er. „Gut“, meinte ich. „Hmm…“, machte meine Mutter. „Du wirkst so abwesend...“ Und las erstmal meine Gedanken. Mist, eine Mutter war ja schon manchmal eine Zumutung. Aber dann noch eine, die Gedanken lesen konnte!
„Aaah!“, rief meine Mutter verstehend. „Du denkst gerade an einen Jungen!“ Mein Gesicht wurde heiß. „Kann das nicht warten…“, begann ich schwach. „Moment. Den kenn ich doch! Das ist dieser...wie hieß der nochmal? Liam?“

Ich nickte. „Aha! Das ist doch der, der beim Elternbesuchstag so kalt zu mir war!“ „Kalt?“, fragte ich verwirrt. „Naja, ich habe einen Kommentar zu seiner Mutter über die Maske abgegeben, den hat er leider gehört.“ „Und dann?“, fragte Dad neugierig. „Dann hat er mich mit seinen lila Augen fixiert. Er hat mir regelrecht in die Seele gestarrt! Und wisst ihr was? Als ich seine Gedanken gelesen habe...da gab es nichts zu lesen! Sein Kopf war in dem Moment leer! So leer, dass ich einfach nur mich selbst aus seinen Augen gesehen hatte.“

Mein Vater zog die Augenbrauen hoch. „Also, mich überrascht es nicht, dass er dich so angestarrt hat. Es gehen Gerüchte um, dass er sogar mehr in seinem Leben gesehen hat als Colonel White. Manche Eltern gehen sogar davon aus, dass er ein traumatisierter Psycho ist. Aber ich persönlich glaube das nicht, ich hab mich nämlich mit ihm unterhalten.“

„Ein traumatisierter Psycho?!“, rief ich. „Wer sagt das denn?“ „Weiß ich nicht genau. Aber wir denken das nicht, oder Schatz?“ Mein Vater sah zu meiner Mutter. „Oder?“ „Natürlich nicht, sehe ich etwa so aus wie eine Verschwörungstheoretikerin oder was?!“

Am Küchentisch ging das Gespräch leider weiter. Die beiden hatten sich ja wirklich an dem Thema festgebissen!
„Wie...ist der denn so?“, fragte meine Mutter. Ich dachte nach. „Er ist sehr draufgängerisch. Er ist eigentlich entspannt und witzig, aber er kann auch sehr ernst werden.“ Über seine ganzen Erlebnisse erzählte ich lieber nichts.

Auf einmal kam meine ein Jahr jüngere Schwester herein. Mist, sie hatte was vom Gespräch mitbekommen! „Was höre ich da? Meine Schwester ist verliebt!“, quietschte sie. Ich seufzte entnervt.
Das konnte ja lustig werden.
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast