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Midnight Sun - 365 Days to fall in Love

Kurzbeschreibung
GeschichteRomance, Erotik / P18 / Het
16.09.2022
01.02.2023
24
44.491
9
Alle Kapitel
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Dieses Kapitel
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25.01.2023 3.170
 
Der Tag lief erfolgreich und zufriedenstellend. Ich wunderte mich, dass Idun – die mit Suvinna beim Arzt gewesen war und daher später angefangen hatte –, Adrian und ich eine schnelle Entscheidung bezüglich der angekommenen Möbel treffen konnten. Einstimmig waren wir der Meinung, dass Iduns vorgeschlagenes Modell am besten mit der Terrasse harmonierte und ich trauerte kein bisschen meiner Auswahl aus dem Katalog nach. Idun verfügte über mehr Erfahrung im Hotelgeschäft, weshalb ich nicht einmal daran dachte, meinen ehemaligen Vorschlag durchzusetzen.

Wie versprochen bezahlte Adrian die verbliebenen Modelle und schrieb dafür sogar eine Rechnung. „Damit alles seine Ordnung hat."

Nach der Arbeit hängte ich den Anhänger des Hotels an mein Auto an, da es Suvinna nicht besonders gut ging und Idun langsam bezweifelte, am nächsten Tag mit nach Narvik zu kommen. Da ich nicht wollte, dass sie ihre Tochter krank zuhause ließ, versicherte ich ihr, dass sie sich keine Sorgen um mich machen musste. Ich kam gut allein klar, auch wenn ich nicht ganz so viel wie vorgenommen schaffen würde. Das trübte meine Laune nicht, denn ich nahm mir fest vor, das Wochenende zu genießen.

Sobald ich mit Hilfe von Adrian die Möbel verladen, zu ihm gebracht und wieder entladen hatte, brachte ich den Anhänger zurück und fuhr Einkaufen. Sorgfältig wählte ich die Lebensmittel für die kommenden Tage aus, dazu noch ein paar Leckereien und Konserven.

Summend stellte ich schließlich den Motor in unserer Einfahrt ab und sprang aus dem Wagen. Sobald Sven und ich mit dem Abendessen fertig wären, würde ich meine Reisetasche packen. Das war ein erfüllendes Abendprogramm, da ich einige Dinge nach Narvik mitnahm.

„Ich bin wieder zuhause", rief ich fröhlich, als ich das Haus betrat und mir die Schuhe abstreifte. Mit dem Fuß schob ich sie ordentlich zusammen und hörte, wie Sven die Treppe nach unten kam.

„Hej, Freyja. Lass mich dir mit den Tüten helfen", bot er an und nahm mir eine davon ab.

Während wir auspackten und ich bereits eine Tasche mit den Konserven vorbereitete, unterhielten wir uns über den Tag. Dabei ließ mich Sven wissen, dass er bereits alles gepackt hatte und mir helfen konnte, wenn ich ihn brauchte. Das Angebot würde ich annehmen.

Zuerst wollte ich jedoch zu Abend essen und war froh, dass Sven den Rest der Fischsuppe aufgewärmt hatte. Schnell deckte ich den Tisch und saß ihm kurz darauf gegenüber. Unser Tischgespräch drehte sich um Narvik und Svens Reise nach Oslo. Er wirkte so ruhig und gelassen wie ich ihn kannte.

Kaum abgeräumt, machte ich mich auf den Weg nach oben und fing mit dem Packen an. Die Reisetasche zuerst. Das Minimum, was ich in den drei Tagen benötigte, landete darin. Zusätzlich Wechselwäsche, die ich weniger sorgfältig wählte. Wer sah mich schon dort oben, einsam in den Bergen? Genau, niemand. Da konnte ich genauso gut nackt herumspringen und würde lediglich die einheimischen Tiere vertreiben.

Solange ich mit meiner Wäsche beschäftigt war, packte Sven eine weitere Reisetasche, in die wichtige Dinge für die Hütte kamen. Unter anderem einen neuen Erste-Hilfe-Kasten, da unserer im Winter abgelaufen war. Manchmal rief Sven nach mir und wollte wissen, ob er das Richtige in der Hand hielt. Bisher war er eine großartige Hilfe und ich konnte es nicht fassen, als wir nach einer Stunde komplett fertig waren.

Erschöpft ließ ich mich auf das Bett fallen und starrte an die Decke. Ich freute mich auf Narvik genauso wie auf eine ausgiebige Dusche. Plötzlich stand Sven in der Tür und ich hob meinen Kopf. „Ist etwas los?", wollte ich wissen und stützte mich auf den Unterarmen ab.

Ich sah genau, dass Sven etwas auf dem Herzen hatte, aber scheinbar nicht wusste, wie er darüber reden sollte. Also klopfte ich auf das Bett neben mir. Langsam kam Eriks Bruder auf mich zu und ließ sich seufzend nieder. „Sprich, was belastet dich?", hakte ich nach.

„Ich ...", begann Sven. Etwas zu kräftig knetete er seine Hände, wobei mir auffiel, wie schlank seine Finger eigentlich waren. Fast schon wie die einer Frau. „Ich weiß wirklich nicht, wie ich es sagen soll, Freyja."

„Komm schon, wir kennen uns schon ewig. Wir vertrauen uns, also schieß los", versicherte ich. Was zur Hölle war nur los?

Anstatt zu antworten, drehte sich Sven zu mir um und küsste mich genauso vorsichtig wie vor einigen Tagen. Überrascht, aber nicht zurückziehend schloss ich die Augen und horchte in mich herein. Nein, auch jetzt spürte ich keinen Funken, aber irgendwie tat es gut, körperliche Nähe auszutauschen, nachdem ich seit dem Verlust keine verspürt hatte.

Nur deshalb schlang ich meine Arme um Sven und zog ihn ein wenig an mich heran. Er tat es mir gleich und unser Kuss wurde intensiver, obwohl Sven immer wieder meine Reaktion abwartete. Schließlich lösten wir den Kuss und ich sah ihn forschend mit leicht schiefgelegtem Kopf an. Wohl von mir eingeschüchtert, senkte Sven den Blick.

„Also?", wiederholte ich.

Auch jetzt antwortete er nicht, dafür färbten sich seine Wangen, als er die Hand hob und sie auf meine Brust legte. Zärtlich, als wäre ich zerbrechlich, streichelte er mich ohne den Blickkontakt wiederherzustellen.

Ich ahnte, was er damit sagen wollte, wusste aber nicht, ob ich dazu bereit war. Die Berührung tat zwar gut, aber mehr auch nicht. Sollte ich trotzdem zustimmen? Bestimmt wollte Sven ein wenig Erfahrung sammeln und da ich in keiner Beziehung war, lag es nahe, es mit mir zu versuchen, nicht wahr?

„Ist es wirklich das, was du willst, Sven?", fragte ich leise. Neugierig war ich irgendwie schon, wie Eriks kleiner Bruder im Bett war. Komisch, dass mir zuvor nie solche Gedanken gekommen waren. Für mich hatte es immer nur Erik gegeben, und mit Sven jemals im Bett zu verkehren, hätte ich auch nie als eine Option gesehen. „Willst du Erfahrungen sammeln?" Erst, als er leicht nickte, legte ich meine Hand auf seine. „Versprich mir eins: Unsere Freundschaft geht daran nicht zu Bruch und unsere momentane Beziehung verändert sich nicht und wird peinlich."

„Ich verspreche es ...", flüsterte Sven. Endlich hob er seinen Blick. Seine Augen glänzten leicht und er wirkte nervös, aber gleichzeitig auch bittend, sodass ich einfach nicht nein sagen konnte.

Kurz entschlossen atmete ich tief ein, schaltete mein schlechtes Gewissen gegenüber Erik im Himmel aus und ließ meine Hände unter Svens T-Shirt gleiten. Ich wollte ihn langsam an die Sache heranführen.

Er schloss die Augen und schien meine Berührungen zu genießen. Einmal, als ich an seiner Seite ankam, zuckte er kurz zusammen und ich erinnerte mich wieder, dass er dort kitzlig war. Daher ließ ich sie aus und schob den Stoff Stück für Stück nach oben, bis ich ihn Sven über den Kopf zog. Mit freiem Oberkörper, der mich an einen Strich in der Landschaft erinnerte, saß er mit hochrotem Kopf auf dem Bett. „Willst du mich ausziehen?", wollte ich sanft wissen.

Eilig machte sich Sven daran, meine Bewegungen zu imitieren und als er mich von meinem Oberteil befreite, lächelte ich ihm aufmunternd zu. „Du kannst dich ruhig trauen, ich beiße nicht", forderte ich ihn auf, da ich wusste, wie schwer ein Anfang sein konnte. Obwohl sich die Erinnerung mit Erik in den Vordergrund drängen wollte, ließ ich es nicht zu, sondern konzentrierte mich auf Sven.

Nach und nach wurde er mutiger, bis wir schließlich nur noch in Unterwäsche dasaßen. Die leichte Kühle streichelte meine Haut und verwandelte sie in die einer Gans. Da Sven mich im gleichen Moment berührte, wurde sie verstärkt.

„Freyja?"

„Hm?" Was Sven wohl wissen wollte? Langsam glaubte ich, dass seine Wangen zu rauchen begannen.

„Würdest du mich ..." Auch jetzt stockte er, doch selbst mit meiner Aufforderung, weiterzusprechen, bekam ich nichts aus ihm heraus. Er starrte auf seinen Schoß und minutenlang grübelte ich, was er wollte.

Endlich hatte Gott mit mir ein Einsehen und schubste das Männchen von meiner Leitung. „Du willst, dass ich dich oral befriedige?", fragte ich vorsichtig. Ich liebte Oral-Sex! Mit Erik hatte ich mich wohlgefühlt und war immer auf meine Kosten gekommen.

„J-Ja", stotterte Sven.

Ich schmunzelte, da ich nachvollziehen konnte, wie schwer die Frage für ihn wohl sein mochte. „Gerne. Möchtest du dabei liegen, stehen oder sitzen?"

Mein Einverständnis schien Sven zu überraschen. „Du willst wirklich?"

Lachend nickte ich. Warum auch nicht? „Ich warte aber auf deine Antwort", erinnerte ich ihn.

„Ich möchte liegen, weil ..."

Mit dem Finger an seinen Lippen unterbrach ich ihn. Es brauchte keine weiteren Worte, um zu wissen, was er sagen wollte. Ich veränderte meine Position auf dem Bett und drückte Sven sanft darauf nieder. Ich fühlte, wie peinlich ihm die Sache war, aber auch, wie neugierig und unerfahren er war. Daher wandte ich mein ganzes Verführungskönnen an, wie ich es bei Erik getan hätte. Anfangs küsste ich Sven, von dort verwöhnte ich seine Haut an Hals, Schulter, Brust und Bauch, und rieb mich leicht an ihm, um sein erwartungsvolles Glied zu necken.

Noch einmal atmete ich tief durch, bevor ich meine Zunge über seine Spitze fahren ließ und sein Stöhnen verstärkte, das schon seit Beginn der Verführung im Schlafzimmer präsent war. Im Gegensatz zu Erik war er mager bestückt, doch ich sollte und wollte keine Vergleiche ziehen. Das war ungerecht, denn jeder war anders und es war kein Problem, wenn der Penis kleiner war. Es gab genug Stellungen und andere Dinge, um den Partner zum Kommen zu bringen, daher machte ich mir darum auch keine Gedanken.

Svens Geruch aber auch Geschmack waren angenehm, als hätte er zuvor geduscht. Mit seiner Eichel spielend und sie neckisch mit der Zunge anstupsend, nahm ich meine Hand zur Hilfe. Das schien Sven noch mehr zu gefallen. Manchmal bog er den Rücken durch und schob sich mir damit wohl ungewollt in den Rachen, doch meine Toleranzgrenze beim Würgen war durch Erik stark geworden. Es brauchte viel, um mich zum Würgen zu bringen.

„Freyja ... I-Ich komme g-gleich ...", stöhnte Sven. Er griff in meine Haare und drückte mein Gesicht auf sein Glied. Ich hielt still, löste mich dann aber von ihm, da er noch nicht kommen sollte. Sein erstes Mal sollte schön und unvergesslich bleiben! Ich hoffte, dass es ihm wirklich gefiel und ich ihm helfen konnte.

Verwirrt sah Sven mich an und ich nahm eine Enttäuschung, aber auch Erregung in seinen Augen wahr. „Was ist los?", fragte er heiser.

„Willst du weitergehen?"

„J-Ja ..." Er richtete sich auf und begann mich wieder zu küssen. Dabei entledigte er mich meiner Unterwäsche und legte mich auf den Rücken.

Liebevoll sah er mich an und streichelte meinen Körper, ließ jedoch meine Scham aus. Ich fragte mich, was los war und ob er sich nicht traute. „Keine Angst, du kannst gerne weitergehen", versicherte ich, als er meinen Bauch streichelte.

Erwartungsvoll spreizte ich meine Beine weiter, als Sven sich zwischen ihnen niederließ. Ob er genauso gut wie Erik war? Mittlerweile war ich neugierig, auch wenn das schlechte Gewissen im Hinterkopf trommelte.

Alles kam anders, als ich es kannte. Sven streifte sich ungeübt ein Kondom über und fragte mich, ob es richtig saß. Ich warf einen Blick darauf und stimmte zu, hoffte aber, dass er mich verwöhnte. Zwischen meinen Beinen war es feucht, aber weitaus weniger, als es bei Erik der Fall gewesen wäre. Leider wurde mein Wunsch nicht erhört, denn Sven legte sich auf mich und drang vorsichtig in mich ein.

Sanft legte ich meine Hand an seine Brust und sah ihm tief in die Augen. „Sven, wie viel weißt du von den Bedürfnissen einer Frau?", wollte ich zögernd wissen.

Beinahe hilflos richtete sich Sven auf und zuckte mit den Schultern. „Nicht viel, du ... du bist die Erste."

Hatte ich also doch richtig gelegen! „Möchtest du, dass ich dir ein wenig davon erzähle?" Eigentlich hätten wir das vorher tun sollen, aber besser jetzt als später.

Sven nickte und blieb auf seinen Knien sitzen, dafür zog ich seine Hand langsam zu mir und an meine Scham. „Wenn du möchtest, dass eine Frau ihren Spaß hat, solltest du sie verführen und auch hier berühren. Nicht für alle reicht es aus, überall außer dort gestreichelt zu werden", sagte ich ruhig. Während Sven seine Hand zuerst liegen, sie dann aber vorsichtig weiter nach unten fahren ließ, sprach ich weiter. „Frauen mögen es, wenn man sie dort berührt, entweder mit der Hand oder mit der Zunge. Ich mag beides."

„Und ... wie macht man das?"

Plötzlich fingen meine Wangen an, leicht zu brennen. Das hier erinnerte mich an den superpeinlichen Sexualunterricht, der nach den ersten Stunden dank einiger Erklärungsbedürfnisse zwischen Schülern und Lehrer angenehm und informativ geworden war. „Ich zeige es dir."

Kurzerhand führte ich seine Finger weiter zu meiner Spalte und bat ihn, mich dort zu streicheln. „Manche mögen es sanft, andere mit mehr Druck. Auch hier mag ich beides. Du musst dich nicht fürchten, mir wehzutun."

Zögernd kam Sven meiner Bitte nach und wurde mutiger, als ich leise stöhnte. Es fühlte sich gut an, aber irgendetwas fehlte mir. Vielleicht der Pep und der Funken?

„Ist das ... richtig so?", fragte Sven nach einer Weile. Noch immer saß er auf seinen Knien, doch als ich nickte, legte er sich neben mich.

„Du kannst deinen Finger auch in mich einführen und von innen stimulieren", schlug ich vor. „Es ist ein schönes Gefühl", versuchte ich ihn aufzufordern, doch Sven blieb beharrlich dabei, lediglich meine Schamlippen zu streicheln.

Wollte er etwas lernen oder nicht?

Erneut nahm ich seine Hand, und legte sie etwas fester an meine Scham. Gleichzeitig spaltete ich dort meine Lippen, sodass er die Feuchtigkeit dort spüren konnte. Sofort zog er seine Hand weg.

„Das ist natürlich, wenn man erregt ist, Sven", erklärte ich. Das war aber nicht alles. Auch versuchte ich genauer darauf einzugehen, dass der Sex für Frauen angenehmer war, wenn sie feucht genug waren. „Dann tut es nicht weh und es ist für den Mann einfacher."

Ob Sven viel mit meinen Erklärungen anfangen konnte? Ich versuchte schon, die Worte so leicht wie möglich zu wählen.

Scheinbar hatte er es verstanden, denn er wagte einen neuen Versuch, der darauf hinauslief, meine Feuchte ein wenig zu verteilen. Ich musste zugeben, dass es sich gut anfühlte, aber irgendwie war es nicht das Richtige. Ich wurde auch nicht so übermäßig nass, wie ich es gewohnt war. Sollte ich vielleicht sogar abbrechen? Dann wäre Sven womöglich enttäuscht und ich wollte nicht, dass er meine Ablehnung falsch verstand. Einen Versuch konnten wir doch wagen, oder etwa nicht?

„Sieh mal, Sven. Die Klitoris einer Frau hat viele Nervenenden, wenn du sie berührst." Als er leicht den Kopf schief legte, fragte ich mich, ob er jemals beim Sexualunterricht anwesend gewesen war oder ob er sich absichtlich so dämlich anstellte. Allerdings wollte ich ihm keine Vorwürfe machen, sondern legte seine Hand genau an meine Knospe. „Du kannst sie durch reiben, zwirbeln, anstupsen und drücken stimulieren. Es gibt viele verschiedene Wege, die Klitoris zu verwöhnen. Viele Männer küssen ihre Frauen, streicheln ihren Körper und verwöhnen sie dabei sogar mit der Zunge.

Okay, als Lehrerin eignete ich mich definitiv nicht! Meine Erklärungen waren wahrscheinlich zu vage, doch vielleicht würde Sven dadurch neugieriger werden?

Auch jetzt war Eriks Bruder eher verhalten, doch ich versuchte ihn, mit vorgetäuschtem Stöhnen zu ermutigen. Ich wusste, dass das falsch war, aber gleich entmutigen war auch nicht das Richtige für jemanden, der noch keine Erfahrungen mit Frauen hatte.

Leider schien Sven nach nur wenigen Minuten genug zu haben. „Reicht das?", fragte er.

In meinem Kopf hallten seine Worte wie in einem Gletscherspalt wider. Hatte er das ernsthaft gefragt?

„Bei manchen Frauen reichen wenige Berührungen, um feucht zu werden. Andere haben Schwierigkeiten dabei. Du solltest auf die Bedürfnisse der Frau eingehen", schlug ich vor.

„Aber ... ich bin schon so nah dran, zu kommen ... können wir das ein anderes Mal versuchen?", wagte Sven zu fragen. „Ich bin noch zu ungeübt und ich weiß nicht, wie lange ich mich noch zurückhalten kann."

Als sich Sven wieder über mich rollte, unterdrückte ich den Instinkt, ihn von mir zu schieben. Mit zusammengekniffenen Augen lag ich enttäuscht darüber, dass sich Sven kaum Mühe gab, mich auf ihn vorzubereiten, da. Während Sven zuerst vorsichtig war und danach zu einem wildgewordenen Hasen wurde, stellte ich fest, dass ich absolut nichts spürte. Keine Erregung, keine Lust, rein gar nichts. Wäre da nicht das klatschende Geräusch der aufeinandertreffenden Haut, wäre ich davon ausgegangen, dass Sven einfach auf mir lag und nichts tat. Dennoch streichelte ich ihn, täuschte Stöhnen vor und versuchte, mich von der ganzen Situation abzulenken. Es half nicht einmal, an Erik zu denken, um die Lust zu entfachen und mich zum Höhepunkt zu bringen.

Mit einem lauten Stöhnen kam er nur Minuten später. Erschöpft und keuchend blieb er zuerst liegen. „Hat es dir gefallen? Bist du gekommen?", fragte er.

In Gedanken rollte ich mit den Augen. Das war eine No-Go-Frage, die sich nicht gehörte. Natürlich konnte man darüber sprechen, doch solch eine Frage zu hören, war absurd, wenn der Partner auf einen achtete. Das hatte Sven nicht, aber ich wollte ihn nicht enttäuschen und entmutigen. „Ja. Es war wunderschön, Sven", log ich außer Atem und wischte mir die nicht vorhandenen Schweißperlen von der Stirn.

Sobald sich Sven von mir rollte und liegenblieb, erhob ich mich. „Ich bringe dir Taschentücher und gehe danach duschen, ja?", fragte ich mit einem sanften Kuss auf seine Lippen. Mühsam hielt ich meine Tränen und Enttäuschung zurück, selbst, als ich das Schlafzimmer verließ und die Taschentücher holte. Kaum abgegeben, verbarrikadierte ich mich im Badezimmer und sprang unter die Dusche, unter der meine Tränen und mein Schluchzen keine Bedeutung fanden. Ich fühlte mich hundeelend. Elend, dass ich mit Sven geschlafen hatte. Elend, weil ich Sven angelogen hatte. Elend, dass ich nicht auf meine Kosten gekommen war und etwas vorgetäuscht hatte, was eigentlich ein schöner Moment sein sollte.

Mir war klar, dass Sven im Moment nicht verstehen konnte, dass ich die klitorale Stimulierung brauchte, um überhaupt zum Orgasmus zu kommen. Einfach nur ein rein und raus war bei mir nichts. Bis ich das verstanden und mit Erik darüber gesprochen hatte, hatte es gedauert. Auch, bis wir herausgefunden hatten, was mir am meisten lag.

Konnte ich Sven dafür die Schuld geben, dass ich einverstanden gewesen war, mit ihm zu schlafen, gleichzeitig ihm aber nicht zu sagen, was ich brauchte? Oder war es meine Schuld, zu hohe Ansprüche zu haben? Vielleicht hätte ich etwas sagen sollen, aber war das bereits ein Thema für einen Unerfahrenen? Ich war davon ausgegangen, dass Sven interessiert war und wissen wollte, wie der weibliche Körper funktioniert.

„Hör auf, darüber nachzudenken! Du kannst nicht mehr ändern, was war!", schimpfte ich leise und lehnte mich an die nassen Fliesen der Wand. Zuvor war ich traurig gewesen, Sven eine Woche lang nicht zu sehen, jetzt war ich froh, Zeit für mich zu haben, ihm ein wenig aus dem Weg gehen zu können und nachdenken zu können.

„Wie konnte ich nur so dumm sein ...?", fragte ich leise und gab mich der bedrückenden Stimmung und den Tränen hin.
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