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Sheriff Forbes

Kurzbeschreibung
GeschichteMystery, Liebesgeschichte / P18 / Het
Bonnie Bennett Caroline Forbes Elena Gilbert Elijah Mikaelson Kol Mikaelson Niklaus "Klaus" Mikaelson
14.09.2022
29.09.2022
9
31.910
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22.09.2022 4.211
 
„Was seht ihr da?“, fragte Caroline, als sie am nächsten Tag von einer Streifenfahrt zurückkehrte.
„Sieh selbst!“, erwiderte Elena und machte ihr Platz.
<… die kleine Stadt Mystik Falls in jüngster Zeit von mehreren Tierangriffen erschüttert. Den Behörden nach ist das Tier nicht gesichtet worden, doch es schlägt gewiss...>
Caroline schaltete ab. „Hey!“, beschwerten sich ihre Mitarbeiter. „Ihr kennt die Story! An die Arbeit!“, forderte sie und schleifte sich kopfschüttelnd wieder in ihr Büro.
Ihr Handy klingelte gerade, als sie sich auf ihren Sessel schob und den frischen Bagel zu den Lippen führte. Murrend schnappte sie sich ihr Telefon, doch ihre genervte Stimmung wandelte sich sofort wieder. „Hey Bon Bon, Liebes, was gibt’s?“
„Ich muss dich sprechen!“
Caroline hielt inne. „Oh man! Das klingt aber ganz schön seltsam!“
„Ist es auch.“
„Dann sag schon!“
„Nicht am Telefon! Komm und bring Elena mit!“
Schon legte ihre Freundin wieder auf.
Sie waren seit jeher ein Dreiergespann gewesen, doch Bonnie hatte ihren Vorschlag ebenfalls Polizistin zu werden kopfschüttelnd verneint. Sie war stattdessen Krankenschwester geworden und liebte ihren Beruf. Eigentlich sahen sie sich viel zu wenig, überlegte Caroline wieder einmal. Auf der Gründungsfeier hatten sie sich auch nur kurz gesehen.
Sie packte den Bagel wieder weg und sofort Elena in den Wagen und fuhr los.
„Es ist gar nicht Bonnies Art so dramatisch zu klingen“, überlegte Elena laut und Caroline nickte.
„Soll ich Blaulicht einschalten?“, grinste Caroline, doch ihre Freundin warf ihr einen tadelnden Blick zu.
„Schon gut!“, erwiderte sie augenrollend, waren sie ja ohnehin schon da.

„Also raus mit der Sprache!“, verlangte Elena sofort, als sie ohne eine Begrüßung eintrat.
„Hallo erstmal!“, sagte Bonnie beleidigt und ließ sich auf die Couch fallen.
„Hallo Bon Bon“, begrüßte Caroline sie wenigstens mit einem Kuss auf die Wange und setzte sich ebenfalls zu beiden, auf die alte Couch ihrer Granny.
Gespannt betrachteten sie ihre Freundin.
„Was wisst ihr über die Mikaelsons?“, fragte sie die polizeiuniformierten Freundinnen.
„Wie bitte?“, fragte Elena geschockt.
„Du weißt es?“, stieg Caroline mit ein und sprang wieder ungehalten auf um sich vor ihr aufzubauen.
„Woher?“, löcherte Elena sie weiter, ohne überhaupt eine Antwort abzuwarten.
„Es gibt da etwas, was ich euch beichten muss“, sagte sie kleinlaut und strich ihre pechschwarzen schulterlangen Haare zurück, während Caroline vorwurfsvoll ihre Arme in die Hüften stemmte und sie abwartend anblickte.
„Was, Bonnie?“
„Ich bin… ich bin…“
„Was denn nun, Bonnie?“, fragte Elena ebenso ungeduldig aufspringend.
„Eine Hexe!“
Tiefe, wirklich absolute Stille trat ein, sodass man eine Stecknadel fallen hören hätte können, bis Caroline hysterisch zu Lachen begann.
„Das ist ein Witz oder?“, piepste Elena, schüttelte jedoch ungläubig den Kopf. Caroline hatte ihr Klaus Bekenntnisse erzählt, auch wenn sie nicht begeistert war, dass Caroline schon wieder bei ihm gewesen war, doch ihre Freundin Bonnie… eine Hexe… das war einfach zu weit hergeholt!
„Doch!“, erwiderte Bonnie und stand jetzt auch auf.
„Du spinnst doch!“, sagte Caroline, was Bonnie lächeln ließ, doch ebenso abermals ihren Kopf verneinend schütteln.
„Seit wann weißt du es?“, fragte Elena aufgewühlt und raufte sich die Haare.
„Seit… einigen Jahren!“, gestand sie.
„Einigen Jahren?“, fuhr Caroline nun auf. „Und du hältst das nicht für besonders erwähnenswert?“
„Ich habe Granny versprochen, es für mich zu behalten und es war auch nicht wichtig, solange bis sie aufgetaucht sind.“
„Die Vampire“, riet Elena leise.
„So ist es! Nur sie sind unser Feind und ich muss etwas unternehmen bevor noch mehr Menschen sterben!“
„Du willst sie töten? Aber man kann sie nicht töten!“, wandte Elena ein.
„Die Mikaelsons wurden von einer Hexe verwandelt. Da muss es auch eine Lösung geben es ihnen wieder zu nehmen!“, erwiderte Bonnie hart.
„Gibt es denn keine andere Möglichkeit?“, fragte nun auch Caroline.
„Was?“, fiel Bonnie aus allen Wolken. „Du bist doch nicht etwa auf Klaus Seite? Er hat einen Menschen vor deinen Augen getötet, Caroline!“, tadelte er sie.
„Ich weiß! Ich weiß das!“, erwiderte sie schließlich mit schlechtem Gewissen und sie wusste auch, dass sie bereits eine viel zu enge Bindung zu diesem Monster aufgebaut hatte. Bonnie hatte Recht! Er tötete! Wenn es sein musste sogar wahllos. Das musste ein Ende haben und gerade sie als Sheriff dieser Stadt sollte sich darum kümmern!

Nach einer ausgiebigen Demonstration von Bonnies Künsten, in Form von schwebenden Federn und der Zerstörung mit bloßen Blicken unabsichtlich ihrer Nachttischlampe hielten sie eine kurze Lagebesprechung zu ihrem Vorhaben der Vernichtung der Vampirrasse ab.
Caroline und Elena erzählten ihr ihre Erkenntnisse und was sie bereits wussten.
„Eine Doppelgängerin? Ich glaube ich werde verrückt! Ihr musst euch schützen gegen Manipulation!“
„Geht das denn?“
Bonnie stand auf und holte zwei Schmuckstücke. „Hier! Diese Ketten enthalten Eisenkraut. Man kann es auch trinken, doch es reicht, wenn ihr es an euch tragt. Dann seid ihr vor Manipulation geschützt. Wenn ein Vampir mit Eisenkraut in Berührung kommt wird er verbrennen.“
„Ganz schön verrückt!“, kommentierte Caroline es kopfschüttelnd und legte die Kette an.
Bonnie verriet ihnen auch noch, dass die Urvampire durch einen Pfahl, geschnitzt aus einer Weißeichenasche sterben konnten, doch diese Bäume gab es nicht mehr und die Pfahle waren verschollen. Sie mussten sich also etwas anderes ausdenken, wozu sie sich am nächsten Abend verabredet hatten.

Die Information, dass ihre zweite beste Freundin eine Hexe sein sollte, hatte Caroline ganz schön geschlaucht. Reichte es nicht, dass es Vampire tatsächlich gab, außerdem Werwölfe und Hexen und dass ihre andere beste Freundin eine Doppelgängerin hatte?
Erschöpft schloss sie am Abend ihre Türe und warf ihren Schlüssel auf den kleinen Wohnzimmertisch, doch ein Klopfen hielt sie davon ab sich auch noch auf die Couch fallen zu lassen. Es war niemand zu sehen, als sie durch das Fenster in der Türe blickte. Komisch! Sie trat näher und erspähte etwas vor ihrer Türe. Was konnte das sein? Sie öffnete und stellte erstaunt fest, dass es sich um ein schönes Paket mit einer weißen Schleife handelte. Noch einmal sah sie sich um, doch es war niemand zu sehen. Schulterzuckend hob sie es auf und nahm es mit nach oben. Sie legte es auf das Bett und machte die seidene Schleife ab, bevor sie vorsichtig den Deckel hob. Ihr Herz blieb einen Moment stehen, als sie die vielen funkelnden Steine auf dem wunderschönen blauen Stoff erblickte. Sie nahm die Karte und öffnete sie. Es war eine Einladung zu einem Ball zu den Mikaelsons. Schnaubend schüttelte sie den Kopf und wusste nicht recht, ob sie wütend oder erfreut sein sollte.
„Sichere mir einen Tanz! Klaus!“, stand in altertümlicher Schrift auf der Rückseite der Karte.
„So ein…“ Wieder schnaubte sie zwiegespalten. Was wollte er überhaupt ständig von ihr?
Jetzt, wo sie sich feinsäuberlich zurechtgelegt hatten, dass sie gemeinsam mit ihrer Hexe die Urvampire zu Fall bringen würden war es ihr umso schlechter Zumute, doch vielleicht würde ihnen der Ball auch dabei helfen herauszufinden, wie man sie töten konnte!
Sie beschloss die Entscheidung, ob sie dort hingehen sollte am nächsten Abend mit ihren Freundinnen zu besprechen. Schließlich war es erst Donnerstag und der Ball würde am Samstag sein. Genug Zeit um die Lage noch einmal zu peilen.
Ihr Handy piepste plötzlich.
<Noch ein Drink im Grill?>
Caroline lächelte. Warum eigentlich nicht? Es konnte nicht schaden dieses ganze Vampirdrama mal für ein paar Stunden zu vergessen! <15 Minuten >, schrieb sie deshalb zurück und sprang schnell unter die Dusche.

„Er hat dich eingeladen?“, fragte Bonnie dreißig Minuten später, sodass Caroline klar war, dass sie dieses Thema wohl doch heute noch besprechen würden.
„Ja“, gab sie schlechten Gewissens zu. Sie konnte es sowieso nicht verheimlichen, also konnte sie auch heute schon damit rausrücken. „Und er hat mir… ein Kleid geschickt“, gab sie ebenso zu.
„Ein… Kleid?“, fragte Elena stirnrunzelnd.
„Was für ein Kleid?“, fragte Bonnie.
„Ein Kleid eben!“, gab Caroline zornig zurück.
„Ist ja gut! Wir sollten uns auf die Mission konzentrieren!“, sprach Bonnie auch ihre Gedanken aus. „Wenn Caroline bei ihnen ist, kann sie vielleicht mehr über ihre Verletzlichkeit herausfinden!“
„Und wirst du das Kleid tragen?“, neckte Elena sie, was Carolines Gesichtszüge erstarren ließ.
„Ich weiß es noch nicht! Es ist… wunderschön, aber…“
„Aber?“, fragte Elena neugierig.
„Aber ich soll ihn töten!“, gab sie wütend zurück.
„Du hast doch nicht etwa Gewissensbisse? Er ist schlecht, Caroline!“, sagte Bonnie hart.
„Ich weiß doch! Es ist nur… vielleicht ist er einfach nur verletzt!“
„Und das gibt ihm das Recht unschuldige Menschen zu töten?“, fragte die Hexe arg.
„Nein, natürlich nicht! Es tut mir leid!“
Eine Weile hing jeder seinen Gedanken nach bis Elena wieder das Wort ergriff.
„Wieso geben sie eigentlich ein Fest?“, fragte Elena.
„Familienzusammenkunft oder so ähnlich!“
„Ganz richtig!“, ertönte plötzlich eine wohlbekannte Stimme hinter ihr. Die drei Mädchen drehten sich auf ihren Barhockern um und sahen etwas verdattert in fünf mehr oder weniger unbekannte Gesichter.
Elena gegenüber beugte sich die blonde Frau plötzlich ganz nah zu ihr.
„Da brat mir doch einer ein Storch!“, flüsterte sie fasziniert und fasste Elena an die Wange, doch die Überraschte erholte sich schnell wieder und schlug ihr die Hand weg.
„Lass sie in Ruhe, Schwester!“, fauchte Elijah sie an.
„Ist ja schon gut!“, murrte sie und verschränkte beleidigt die Arme.
„Darf ich vorstellen?“, schaltete sich Klaus ein. „Meine Geschwister, Elijah, Kol, Rebekah, Finn und seine Frau Sage.“
„Caroline… Elena… und das ist Bonnie… unsere Freundin“, erklärte Caroline etwas unwohl.
Ob sie wohl riechen würden, dass sie eine Hexe ist oder ähnliches?
Doch der blonde, jünger wirkende Bruder nahm galant ihre Hand und hauchte einen Kuss darauf.
„Sehr erfreut, Bonnie!“, raunte er.
Doch sie entzog sie ihm zornig schnell wieder.
„Leider kann ich das nicht zurückgeben, Roy! Entschuldigt mich!“, fauchte sie und verschwand auf die Toilette.
„Ich heiße Kol“, rief er hinterher, doch sie war schon um die Ecke. Kol sah ihr lächelnd hinterher.
„Was für eine Frau!“
„Reiß dich zusammen, Roy!“, nahm ihn Rebekah amüsiert hoch und suchte mit ihm einen Tisch. Auch Sage und Finn folgten ihnen.
„Es wäre mir eine Ehre, wenn Sie mich auf den Ball begleiten würden, Elena“, sagte Elijah plötzlich an Elena gewandt.
Caroline beobachte, wie ihre Freundin schluckte und heftig nervös umherrutschte. Mit Sicherheit würde sie ihm gleich alles gestehen, daher schaltete sich Caroline umgehend dazwischen.
„Elena kommt sicher gerne“, erwiderte sie lächelnd, was Elijah zufrieden abrauschen ließ und Elena daraufhin in der Toilette verschwand.
„Heißt das Sie kommen ebenfalls?“, fragte nun der übriggebliebene Urvampir.
Sie drehte sich wieder gen Bar. „Ich weiß es noch nicht!“
Doch er rutschte natürlich neben sie.
„Hat Ihnen das Kleid gefallen?“
„Nein!“, log sie und er legte anklagend den Kopf schief.
„Na gut, ja hat es, aber das tut nichts zur Sache, Klaus. Sie können nicht einfach…“, sagte sie und stoppte ungehalten.
„Kommen Sie, Caroline! Lernen Sie mich kennen!“
Sie betrachte ihn von der Seite und schnaubte ungläubig.
„Ist das Ihr ernst?“, fragte sie augenrollend.
„Ja, ist es!“
„Ich… kann nicht“, erwiderte sie in die Ecke gedrängt und beschloss ebenfalls in der Toilette zu verschwinden. Konnte der Abend noch schlimmer werden? Sie hasste es ihn zu betrügen, dabei war das blanker Unsinn. Schließlich war er hier das Monster und nicht sie. Doch sie fühlte sich, als wäre sie es.

Am Samstagabend gingen die drei Frauen durch die große Türe in die luxuriös geschmückte Halle. Kol, alias Roy hatte Bonnie den ganzen Abend solange bedrängt bis sie schließlich eingewilligt hatte ebenfalls zu kommen. So standen sie nun alle drei hier und hatten nur eine Mission: Tarnen und Täuschen!
„Wir teilen uns auf“, flüsterte Elena verschwörerisch und rauschte auch schon davon, doch sie kam nicht weit, da sich ihr Elijah in den Weg stellte. Er betrachte ihr schwarzes funkelndes Märchenkleid und hauchte ihr einen Kuss auf den seidenen schwarzen Handschuh. „Sie sehen wunderschön aus, Elena!“
Elena hob ihr Kinn hochnäsig an. „Ein weiser Mann meinte einmal ich sollte mich von Ihnen fernhalten“, gab sie mit einem herausfordernden Lächeln zurück und ignorierte dabei ihr heftiges Herzklopfen. Er sah einfach umwerfend aus, was sie vergessen musste. Er war der Feind! Und sie sollte sich auf gar keinen Fall auf ihn einlassen.

„Bonnie! Schön, dass Sie da sind“, flüsterte Kol verschwörerisch, als er sie sich gerade ein Glas Orangensaft nahm. Sie musste schließlich einen klaren Kopf behalten.
„Kol!“, sagte sie wenig begeistert, doch er schien davon sehr begeistert zu sein.
„Viel besser! Haben sie heute Nacht geübt meinen Namen zu rufen?“
Bonnie schüttelte augenrollend den Kopf. „Ich weiß, was Sie sind, Kol…“
„Ein Vampir?“, fragte er lächelnd.
„Ich meinte ein notorischer Weiberheld, aber das ist auch ein Grund sich von Ihnen fernzuhalten!“
„Ich bin ganz brav, Bonnie, ich verspreche es!“
„Ich bezweifle, dass Ihr Wort ehrenhafte Bedeutung hat.“
„Jetzt kränken Sie mich aber“, schmollte er, sich an sein nicht mehr schlagendes Herz fassend.
Er stellte ihr Glas lächelnd zur Seite und reichte ihr die Hand. „Sie sollten das wieder gutmachen, mit einem Tanz“, forderte er sie auf.
Bonnie schnaubte. Gut, sie war ihn ganz schön angegangen, doch sie hasste schließlich Vampire und sie hasste Aufreißer, wie er einer war. Dennoch nahm sie seine Hand und ließ sich auf die Tanzfläche ziehen. Immerhin konnte er tanzen, was mittlerweile auch schon rar war unter den männlichen Exemplaren.

„Caroline! Guten Abend“, sagte Klaus, als er sich wieder einigermaßen gefangen hatte. Sie war in sein Haus gekommen, als wäre sie ein Engel und sie trug tatsächlich das Kleid.
„Ich brauche einen Drink!“, erwiderte sie jedoch ausweichend und rauschte wieder davon. In seinem Inneren braute sich etwas zusammen, doch es war keine Wut und kein Zorn, wie so oft. Er wollte sie auch nicht einfach besitzen, doch er wusste nicht recht, was es war. Er wusste nur er würde ihr folgen und das tat er auch.
„Gefällt Ihnen das Haus?“, fragte er und gesellte sich zu ihr an die Bar.
„Sie meinen, wenn Sie mich darin nicht gerade umbringen wollen?“, gab sie mit falschem Lächeln zurück.
„Werden Sie mir je verzeihen, Liebes?“
„Ich fürchte Sie sind noch nicht fertig mit Ihren Missetaten, also bleibt mir wohl kaum die Chance dazu.“
Ihr Handy klingelte und sie zog es aus der Tasche. Elena schrieb. <Habe die Mutter gesehen! Sie hat Bonnie mitgenommen!>
Oh mein Gott! Was bedeutete das? Wollte Sie ihr schaden oder verbündeten sich die beiden?
„Alles in Ordnung, Liebes?“
„Ja“, piepste sie wieder zu vorschnell und lächelte auch noch dämlich, sodass er sie misstrauisch beäugte, doch er sagte nichts mehr dazu, sondern erzählte ihr, wie sie aufgewachsen waren. Das Leben damals musste verdammt hart gewesen sein. Er hatte einiges auf dieser Welt gesehen, doch auch das gab ihm nicht das Recht unschuldige Menschen zu töten.
Ihr Handy piepste erneut, als plötzlich ein Raunen durch die Menge ging und alle zur Treppe aufsahen.
<Sorgt dafür, dass Sie alle den Champagner trinken!>, las sie schnell, während auch sie und Klaus sich aufrichteten. Hatte sich die Mutter der Urvampire nun tatsächlich mit Bonnie verbündet? Schweißperlen traten ihr auf die Stirn, während ihr schlechtes Gewissen mehr und mehr zunahm. Würden Sie etwa mit diesem Drink sterben? Das glaubte sie nicht, doch ihre Aufmerksamkeit richtete sich auf die Frau, die zwei Schritte die Treppe hinabging und einen umherschweifenden Blick über alle wagte.
Sie sah entschlossen aus und wirkte nicht gerade nett. Doch wie nett sollte auch schon eine Mutter sein, die ihre Kinder womöglich tötete?
Sollte sie Klaus davon abhalten es zu trinken? Er lächelte ihr prostend zu, während in ihr ein Sturm tobte, doch auch Elena ging es nicht besser. Ihr Gesicht spiegelte ebenso verschiedenste Emotionen wieder. Nur Bonnie sah ebenso entschlossen neben Kol aus, wie Esther, die sich soeben bei all den Gästen vorstellte und einen gelungenen Abend wünschte.
„Auf die Familie!“, sagte sie scheinheilig und Caroline presste die Lippen zusammen.
Halte ihn ab es zu trinken, befahl ihre innere Stimme und ihre Hand führte beinahe den Befehl aus, doch der böse Blick ihrer dunkelhäutigen Freundin ließ sie ihre Hand wieder sinken und er trank es.
„Entschuldige mich!“, sagte sie hastig und verschwand auf die Toilette.
Sie konnte das einfach nicht! <Er hat es verdient, Caroline!>, beschwor sie sich eisern. Nicht nur die Menschen in Mystik Falls waren in Gefahr, sondern auch sie selbst. Er hatte mehr als einmal gedroht sie zu töten und es war nur eine Frage der Zeit bis er sein Vorhaben in die Tat umsetzte, wären sie nicht schneller.
Bonnie und Elena traten ein. „Was soll das Bonnie?“, ging sie sie gleich an, doch Elena erklärte es ihr.
„Du willst doch nicht etwa behaupten, dass sich ihre Mutter auf das Ganze einlässt? Welche Mutter tut so etwas?“, fragte Caroline anschließend entrüstet.
„Genau genommen sind sie und Finn auf mich zugegangen. Sie wusste genau Bescheid über die Bennett Hexen und braucht mich, um ihren Plan auszuführen!“
„Wie bitte? Finn weiß Bescheid, dass er sterben soll?“
Bonnie nickte. „Er opfert sich! Diese Unart hätte es nicht geben dürfen, Caroline!“, versuchte sie es mitfühlend und legte ihr die Hand auf die Schulter.
Caroline nickte schwach. „Und was ist der Plan?“, wollte sie erfahren.
„Sie sind nun verbunden! Esther wird…“
Sie brachen ab, als zwei kichernde Damen in die Toilette gingen. Das konnten sie morgen auch besprechen. Sie mussten wieder hinaus um keinen Verdacht zu streuen.

Rebekah trat aus der Toilette und schluckte, bevor sie ihr bleichen Gesicht im Spiegel sah, welches unvermittelt an Zorn gewann. „Mutter!“, presste sie zornig hervor und ging wieder in den Festsaal.

„Komm schon, Sheriff, es ist Sonntag!“, bettelte am nächsten Morgen Tina, ihre kleine rothaarige Mitarbeiterin.
„Gerade sonntags ist immer was los!“, erwiderte Caroline jedoch streng. „Also keine Party!“
„Oh man! Ihr hattet ja gestern schon eine Party!“, beschwerte sie sich, machte sich jedoch wieder an die Arbeit.
Carolines Gedanken schweiften zum gestrigen Abend. Klaus war charmant gewesen, auch wenn er sie zeitenweise vermutlich lieber geluncht hätte, als sie ihm ihre Meinung über ihn und seine Geschwister gesagt hatte. Sie fand er müsste sie besser behandeln. Doch stand ihr dieses Urteil überhaupt zu? Sie war diejenige, die gestern gute Miene zum bösen Spiel gemacht hatte.
„Erde an Caroline!“, holte sie Elena aus ihren Gedanken.
„Was?“
„Die alte Mrs. Hendson hat mal wieder angerufen. Sie braucht unsere Hilfe!“
Caroline stand augenrollend auf und schnappte sich noch einen Donut. „Wenn Sie nicht am Ende der Welt wohnen würde, könnte sie wenigstens einen Nachbarn um Hilfe bitten. Was ist es diesmal? Ein Eichhörnchen auf dem Baum, bedroht von ihrer seltsamen Katze?“, witzelte Caroline, während sie mit Elena in den Wagen stieg.
Tina riss die Türe plötzlich hinten auf. „Ich komme mit!“
„Willst du Tim wirklich allein lassen?“
„Der kommt schon zurecht! Selbst, wenn Mrs. Hendson nur ihr Spiegelbild gesehen hat und dachte es sind Einbrecher, wäre es mehr Aktion, als hier herumzusitzen“, lachte sie.
„Also gut!“, gab die Chefin nach und fuhr los. Mrs. Hendson wohnte wirklich am allerletzten Ende dieser Kleinstadt und nicht mal das. Man musste erst noch durch wildes Gestrüpp fahren bevor man endlich zu dem kleinen Anwesen kam.

„Was zur Hölle…?“, rief Caroline, doch sie wusste bereits, dass hier etwas nicht stimmte. Sie zog ebenso wie Elena ihre Waffe. „Geh in den Wagen!“, rief sie ihrer Kollegin Tina zu, doch ihr Kopf rauschte nach links und hinter ihr tauchte Klaus bösartigste Miene auf.
„Ich fürchte dafür ist es zu spät!“, sagte er dunkel.
„Du hast sie umgebracht!“, flüsterte Elena schockiert. Elijah ging auf die Schwarzhaarige zu und nahm ihr die Waffe aus der Hand.
Sein Blick verhieß nichts Gutes.
„Es… es tut mir leid“, flüsterte sie wohlweislich, weshalb sie derart wütend waren.
„Fast hätte ich es dir auch geglaubt“, presste er verärgert hervor und hielt sie von hinten fest, während Klaus immer energischer auf Caroline zuschritt und kurz vor ihr Halt machte.
„Steck deine lächerliche Waffe weg, Caroline!“
Seine Stimme klang wirklich bedrohlich. So wütend war er nicht einmal, als sie zwei seiner Männer getötet hatte. Natürlich nicht! Hier ging es ja auch um sein Leben!
„Soll ich dich erst manipulieren?“
Sie griff sich automatisch an die Halskette, was er lachend verfolgte.
„Eisenkraut kann einen Urvampir nicht abhalten!“, verriet er ihr gehässig grinsend.
Carolines Mundwinkel fielen nach unten. Verflucht!
„Ich dachte wirklich du bist anders!“
„Wo ist Mrs. Henderson?“, flüsterte sie mit schockgeweiteten Augen.
„Der alten Dame geht es prächtig! Bonnie allerdings nicht so sehr!“
„Wo ist sie?“, schrie Caroline beinahe.
„Bei meinen liebreizenden Geschwistern Kol und Rebekah! Finn ist leider mit meiner Mutter… abgereist!“, erzählte er boshaft grinsend, doch plötzlich packte er sie am Hals und steckte ihre Waffe seelenruhig in den Holster, während Caroline immens um Luft rang.
„Lass sie los!“, rief Elena flehentlich und versuchte sich zu befreien, doch Elijah hielt sie mit Leichtigkeit fest.
„Das werde ich“, erklärte Klaus entspannt. „Sofort!“
Er beugte sich näher zu ihren grünen Augen und musterte sie. „Nein“, krächzte sie.
„Töte Elena!“, forderte er heimtückisch lächelnd.
Elena zog ebenso die Luft ein, wie ihre Freundin, die er nun krachend zu Boden fallen ließ. Sie holte tief Luft und rappelte sich ein wenig in dem staubigen Sand auf, bevor ihr Verstand ihr befahl zu der schwarzhaarigen Frau zu gehen und ihr Leben auszulöschen.
Elena erschrak, als sie Carolines unmenschlichen Blick sah. Das war nicht ihre Freundin! „Nein, Caroline! Du musst das nicht…“, flüsterte sie, doch ihre Freundin funkelte sie noch wilder an.
„Geh!“, schrie sie laut und Elijah entließ sie sogar. Sie rannte vorbei an dem leblosen Körper ihrer Kollegin, hastete in den Wagen und fuhr mit quietschenden Reifen davon. Sie nahm kaum war wohin sie fuhr, doch sie musste so weit weg, wie es nur möglich war. Sie fuhr was das Zeug hielt und spürte kaum die Tränen, die ihr übers Gesicht rannen. Sie durfte nicht anhalten! Sonst würde Caroline sie finden.

Klaus wanderte seit zwei Tagen nun rastlos in seinem Appartement auf und ab. Er hasste die Geschehnisse und er hasste sie. Doch am meisten hasste er sich dafür ihr Vertrauen geschenkt zu haben. Wie hatte er nur annehmen können, dass es bei ihr anders war?
Im Laufe dieser hunderten und aberhunderten Jahre hatte er kaum zu Menschen Kontakt gehabt. Sie waren nur zu einem Zwecke da. Aber auch zu Vampiren hatte er kaum eine zwischenmenschliche Beziehung geführt. Es gab wenige denen er vertraut hatte und umso mehr davon, die ihn betrogen hatte.
Er hatte sie gewarnt, dass es nicht gut war für sie ihn zu betrügen. Natürlich hatte er sie mehr als einmal angegriffen und bedroht, doch er hatte ihr nie wirklich etwas getan. Enttäuschung durchflutete ihn.
Bonnie hatte nicht lange gebraucht um zu Entkommen. Auch wenn er und seine vertrauten Geschwister Finn, Sage und seine Mutter mit ihren eigenen Waffen geschlagen und getötet hatten, war die Bennett Hexe entkommen. Doch sie hatte ihnen, bevor sie verschwand noch unter die Nase gerieben, dass sich Elena und vor allem Caroline geweigert hatten das zu tun, sie sie jedoch überredet hatte. Konnte er das glauben? Es spielte keine Rolle!
Doch er fand so keine Ruhe mehr und verließ deshalb das Haus, um genau diese Hexe aufzusuchen.
„Was willst du?“, fauchte ihn die dunkelhäutige Hexe an.
„Lass mich rein!“, forderte Klaus schwach.
Bonnie schnaubte verächtlich. „Damit du uns auch noch töten kannst?“
Er presste seine Lippen zusammen. „Ich werde den Bann von ihr nehmen!“, erwiderte er matt.
„Wieso sollte ich dir glauben?“, wollte die Hexe zögerlich wissen. Sie hasste es, dass sie es selbst nicht vermochte ihr diesen schrecklichen Bann zu nehmen. Caroline war in ihrem Keller. Sie hatten es zusammen irgendwie geschafft sie dort anzuketten. Seit zwei Tagen kauerte sie dort unten und schrie, dass es Bonnie Tag und Nacht die Tränen in die Augen trieb.
„Das musst du eben, Hexe!“, erwiderte er respektlos.
Sie zögerte. Caroline würde das nicht mehr lange durchhalten. Sie weinte und bettelte darum, dass man sie tötete. Es war furchtbar! Alles war furchtbar. Vielleicht hatte diese Aktion von ihnen ihrer drei Leben zerstört, wie es die Mikaelsons selbst nicht besser hätten machen können.
Daher nickte sie schwach. „Komm rein!“
Er trat nach Vorne und blieb vor ihr stehen, die Zähne fest aufeinandergepresst, doch er ging schließlich an ihr vorbei und folgte dem Wimmern.
Er konnte ihr Gesicht nicht sehen, weil sie über ihre Knie gebeugt war und ihre sonst so schönen lockigen Haare zerzaust über ihren Kopf hingen. Ihre beide Armen hingen seitlich mit langen Ketten gefangen.
„Töte mich!“, flüsterte sie immer wieder und wiegte sich auf ihren Knien. Wieder rührte sich etwas in ihm. Sie war so stark. Niemand hatte es je geschafft sich seiner Bindung zu entziehen. Doch ihr war es irgendwie gelungen nach Mystik Falls zurückzukehren und sich von Bonnie hierher verfrachten zu lassen. Doch nun hatte er sie gebrochen und ihr glühendes Licht erloschen.
Er hob ihren Kinn an und ihre schmutzigen Haare fielen zurück. Sie war furchtbar blass, dreckig im Gesicht und hatte verweinte Augen. Ihr Blick war so leer, als hätte man ihr die Farbe aus den Augen gezogen. „Töte mich!“, flüsterte sie durch ihn hindurchblickend.
Er schüttelte betroffen den Kopf. „Du musst Elena nicht mehr töten! Du bist frei!“, sagte er und sie hörte auf sich zu wiegen.
Sie blinzelte zwei Mal und kehrte zurück aus ihrer Starre, doch sie weinte plötzlich noch viel mehr, hängend in den stählernen Seilen.
Erst als ihre Tränen versiegten sah sie ihn an, doch ihr Blick war fast noch immer so leer, wie gerade. Er wollte die schweren Eisen lösen, doch sie zuckte zurück.
„Fass mich nicht an!“, flüsterte sie krächzend und er ging. Er hatte seine Mission erfüllt. Mehr wollte er ohnehin nicht.
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