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and they only shine for us

Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Romance / P16 / Het
Harry Styles Liam Payne Niall Horan OC (Own Character)
10.09.2022
27.09.2022
21
36.388
1
Alle Kapitel
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22.09.2022 1.456
 
Ich schaue auf die Uhr und muss feststellen, dass Nikolas schon fast zwanzig Minuten zu spät ist.

Gelangweilt ziehe ich mein Telefon aus der Tasche um zu schauen, ob er sich eventuell gemeldet hat und sein zu spät kommen begründet.

Doch natürlich habe ich keine neue Nachricht, worauf ich frustriert einen Stein wegkicke. Gerade als ich wieder gehen wollte, weil ich annahm, er habe mich versetzt, höre ich jemanden meinen Namen rufen.

Ich drehe mich um und sehe, wie Nikolas hektisch aus einem Auto steigt und mit schnellen Schritten auf mich zugelaufen kommt.

„Es tut mir so leid, dass ich zu spät bin, aber ich hatte noch eine Besprechung im Krankenhaus und dann stand ich ewig im Stau.", als er vor mir zum Stehen kommt, lächelt er mich nervös an.

Eigentlich war ich jetzt überhaupt nicht mehr in der Stimmung, mit ihm etwas zu trinken, allerdings war er jetzt da und ich wollte ihn nicht einfach so stehen lassen.

„Schon in Ordnung. Es wäre aber toll gewesen, wenn du mir Bescheid gesagt hättest.", sage ich und lächle ihn ebenfalls an.

Wir betreten gemeinsam das Café und suchen einen freien Tisch, an dem wir Platz nehmen können.

„Also erzähl mal wie geht es dir?", fragt er mich, nachdem er sich vor mir platziert hat.

„Mir geht es ganz gut. Meine Großmutter ist gestern aus dem Krankenhaus entlassen worden und ihr geht es jeden Tag ein bisschen besser. Und wie gehts dir?"

„Das freut mich, zu hören. Ja mir geht es auch gut, ich habe nur ein wenig Stress auf der Arbeit, es ist in letzter Zeit ganz schön viel los.", er lehnt sich in seinem Stuhl zurück und schaut in die Getränkekarte.

„Apropos Arbeit. Wie alt bist du überhaupt? Du siehst für einen Arzt relativ jung aus.", frage ich neugierig, worauf er anfängt zu lachen. „Das höre ich häufiger. Ich bin 26 und habe meine Assistenzzeit gerade abgeschlossen.", schmunzelnd stützt er seinen Kopf in die Hand. Seine braunen Augen mustern mich, jedoch machten sie mich nicht so nervös wie Harrys Augen, wenn sie mich so mustern.

Nachdem eine Bedienung unsere Bestellung aufgenommen hat, erzählt Nikolas mir von seiner Familie.

„Ich habe eine Zwillingsschwester, die das komplette Gegenteil von mir ist.", sagt er lachend, während er mir Bilder von ihr zeigt.

„Wie heißt sie denn?", frage ich schmunzelnd, als ich ein Bild von den beiden sehe, als sie klein waren. „Nicole.", sagt er lachend und macht auf dem Tisch etwas Platz als unsere Getränke kommen.

„Nikolas und Nicole, das passt ja wie die Faust aufs Auge.", ich lache ebenfalls und greife nach der Tasse, die vor mir steht.

„Ja, keine Ahnung, was sich meine Eltern dabei gedacht haben. Wie sieht's bei dir aus, hast du Geschwister?", er legt sein Telefon wieder auf den Tisch.

„Nein, ich bin Einzelkind.", erwidere ich auf seine Frage, worauf er nickt. „Und was ist mit deinen Eltern? Ich meine, du erzählst immer nur von deinen Großeltern, ich habe noch nichts von deinen Eltern gehört.", mein Herz sticht für ein paar Sekunden als ich an sie denke und ich schaue bedrückt auf meine Hände, die in meinem Schoß liegen.

„Meine Eltern leben nicht mehr.", sein Lächeln verschwindet und er sieht mich mitleidig an.

„Das tut mir leid.", ich nicke nur und versuche mir ein Lächeln aufzuzwingen. „Lass und das Thema wechseln.", sagt er und lächelt mich behutsam an. Er wollte gerade etwas sagen, da klingelt sein Telefon.

„Tut mir leid, da muss ich rangehen.", er steht auf und geht vor die Tür.

Schmunzelnd schaue ich ihm hinterher.

Er ist wirklich sehr nett und rücksichtsvoll. Ich mag es, dass er nicht ständig nur von sich redet, sondern auch mir Fragen stellt und aufmerksam zuhört.

„Das war das Krankenhaus. Es gibt ein Notfall, ich muss leider nochmal zurück.", er schnappt sich seine Jacke, die über dem Stuhl hing.

„Oh.", mache ich nur und versuche nicht allzu enttäuscht zu klingen. Ich stehe ebenfalls auf und laufe gemeinsam mit ihm nach draußen.

„Würdest du mir noch eine zweite Chance geben? Beim nächsten Mal kommt, das nicht wieder vor, das ist wirklich eine absolute Ausnahme.", sagt er während er sich seine Jacke überzieht.

„Ja kein Problem.", er lächelt mich an und lässt seine Hände in den Taschen verschwinden.

„Liv?", erklang es hinter mir, worauf ich mich umdrehe.

Harry kommt geradewegs auf mich zugelaufen. „Was willst du?", frage ich in einem leicht genervten Ton. Ich habe jetzt echt keine Lust auf seine Stimmungsschwankungen. „Können wir reden?", ungläubig sehe ich ihn an und verschränke meine Arme. „Nein, können wir nicht, ich bin beschäftigt, wie du siehst.", ich deute auf Nikolas, der hinter mir steht und ihm seine Hand entgegenstreckt. „Ich bin Nikolas.", sagt er in einem freundlichen Ton, doch Harry schaut nur missbilligend auf seine Hand und sagt kein Wort.

„Wie auch immer.", Nikolas zieht seine Hand wieder zurück und dreht sich zu mir. „Ich muss jetzt los, ich schreibe dir, sobald ich alles erledigt habe.", er lächelt mich an und verabschiedet sich von mir.

Ich kehre Harry den Rücken zu, um ihn loszuwerden, doch er läuft mir hinterher. „Liv warte bitte.", ich versuche schneller zu laufen, doch er läuft immer noch neben mir her. „Was hast du für ein Problem.", sagt er jetzt gereizter und bleibt stehen. Entgeistert drehe ich mich zu ihm.

„Das hast du mich jetzt nicht wirklich gefragt, oder?", verwirrt zieht Harry die Augenbrauen zusammen. „Ich ertrage deinen Launen nicht! Erst bist du nett zu mir, dann bist du wieder gemein zu mir, normalerweise müsste ich dich fragen, was du für ein Problem hast.", sage ich aufgebracht und mache ein paar Schritte auf ihn zu.

„Komm runter.", sein Ton ist so ruhig und gelassen, dass ich ihm am liebsten eine donnern würde.

„Nein, sowas sagst du nicht zu mir! Du hast mich einfach rausgeschmissen und obendrein hast du mich auch noch angelogen!", ich drehe mich wieder um und wollte weiter laufen. Doch Harry zieht mich an meinem Handgelenk zurück.

„Wo habe ich dich bitte angelogen?", fragt er mich, während er mein Handgelenk immer noch im Griff hat.

„Du hast mir gesagt du bist nicht mit Emily zusammen.", wütend verenge ich meine Augen und versuche ihm mein Handgelenk zu entreißen.

„Bin ich doch auch nicht."

„Das sieht für mich aber ganz anders aus, mein Lieber!", mit meinem Finger tippe ich ihm auf die Brust, worauf er einen Schritt nach hinten taumelt. „Wenn du mit ihr zusammen bist, ist das doch schön, aber lüge mich gefälligst nicht an!", sein Griff um mein Handgelenk wird fester.

„Hör auf, mir zu unterstellen, dass ich gelogen habe. Ich habe keinen Grund eine Beziehung anzufangen, wenn ich in ein paar Wochen eh die Stadt wieder verlasse!", jetzt verengt er wütend seine Augen.

Er hat recht. Harry verlässt in ein paar Wochen wieder die Stadt, also gibt es keinen Grund eine engere Bindung zu ihm aufzubauen oder mich überhaupt noch mit ihm abzugeben und ständig über ihn und seine Launen nachzudenken.

„Lass mich lieber in Ruhe, bevor Emily kommt und uns zusammen sieht. Ich möchte nicht noch eine Standpauke bekommen.", ich drehe mich erneut um, doch Harry war schneller und zieht mich wieder zurück, worauf ich gegen seine Brust knalle und genau vor ihm stehe.

Seine Augen durchbohren meine und ich kann das komische Gefühl in meinem Bauch nicht ignorieren. Mein Herz schlägt so schnell, dass ich Angst habe, es springt mir jeden Moment aus der Brust. Ich kann seinen Atem auf meinem Gesicht spüren und am liebsten wäre ich einen Schritt zurückgegangen, aber meine Beine fühlen sich an wie Gummi und ich befürchte, wenn ich auch nur einen Schritt mache, falle ich auf den Boden.

Ich weiß nicht, warum er mich immer so nervös macht und warum es kein anderer schafft, nur durch einfachen Blickkontakt mein Herz schneller schlagen zu lassen.

Er schaut abwechselnd in meine Augen und leckt sich über die Lippen.

Mir steigt die Hitze in die Wangen und sofort bekomme ich das Gefühl, es wären über 40 Grad.

„Harry, ich ...", versuche ich etwas zu sagen, doch es kommt nichts weiter raus.

Er steht so dicht bei mir das mir sein Parfum in die Nase dringt und man könnte meinen das es mir die Sinne benebelt.

„Das geht nicht", hauche ich und fühle mich dabei so schwach.

Einen Augenblick stehen wir noch so da und schauen uns einfach in die Augen. Doch dann lässt Harry mein Handgelenk los, macht ein paar Schritte nach hinten und lässt mich alleine hier zurück wie damals am See.
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