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Reisetagebuch

Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P12 / Gen
05.09.2022
08.12.2022
103
80.284
9
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Dieses Kapitel
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24.11.2022 1.030
 
Heute war wieder einer der späteren Uni-Tage und ich konnte etwas länger liegen bleiben, musste aber feststellen, dass ich etwas zuu lange liegen geblieben und damit eigentlich zu spät zur Uni gegangen bin. Anstatt Zweite war ich halt die vierte, denn nach mir sind immer noch einige aufgetaucht.

Ich arbeitete heute im ersten Unterricht an der Aufgabe mit den Postern, konnte der Lehrerin endlich meine Ideen zeigen und mit ihr gemeinsam besprechen sowie weiter ausbauen.
Den Comic müsste ich in meiner Bude in Ruhe selbst weitermachen.
Kurz nachdem ich meinen Kaffee, den ich mir mit einer der Üblichen zwischendurch geholt hatte, ausgetrunken hatte, war der Unterricht auch schon vorbei – er kam mir unnatürlich kurz vor, kann aber auch daran liegen, dass wir in unserer Ecke öfter Quatsch gemacht haben als sonst. Unter anderem wurde mir auch ein… äh…unangemessenes Video gezeigt, über das ich nicht reden möchte.
Dinge, die ich nicht sehen wollte. Nicht in der Uni, während dem Unterricht oder sonst wann…

In der Mittagspause stand ich erst einmal vor dem Menü und erinnerte mich daran, dass ich zwar ein Foto gemacht, aber noch nichts übersetzt hatte. Ich konnte dennoch lesen, dass es wie jeden Donnerstag wieder Zeppeline gab und ich nahm, anders als die Übliche vor mir, für die ich mitbezahlen musste, da sie ihr Portemonnaie nicht mitgenommen hatte, eine große Portion von diesen mit Fleisch sowie die besser aussehende Suppe. Ich weiß nicht genau, was letztere war, aber sie hatte scheinbar geschnittene Bratwurst oder ähnliches darin und schmeckte so gut, wie sie aussah.

Außerdem entdeckte eine der Üblichen unglücklicherweise dieses Tagebuch, nach dem sie schon seit längerer Zeit gesucht hatte. (Ja, du bist gemeint!) Warum auch immer sie so unbedingt mein Tagebuch lesen will, wenn sie so oder so bei dem meisten live dabei ist…

Als wir zum nächsten Unterricht des Tages und dem letzten der Woche aufbrachen, standen wir erst einmal ratlos vor der verschlossenen Schiebetür und fragten uns, ob wir vielleicht, ohne es zu wissen, frei hatten.
Während wir warteten, kam eine sehr schlechte Nachricht aus unserer Film-Projektgruppe: Wir konnten am Samstag nicht drehen. Scheinbar hatte der Barbesitzer derjenigen von uns, die den Kontakt mit ihm hat, das geschrieben und wir waren alle erst einmal verdutzt. So langsam wollten wir einfach nur noch alles hinter uns bringen und so wurde das nichts.

Aus Zufall kam unsere weibliche Hauptdarstellerin genau in dem Moment aus einem der Säle in diesem Gang – sie war ja ebenfalls eine Studentin hier – und wir konnten ihr gleich schon die Neuigkeiten überbringen.

Die Hoffnung auf keinen Unterricht wurde jedoch zunichte gemacht, als wir sahen, dass die Lehrerin doch noch kam.
Wir waren dennoch glücklich darüber, denn wir besprachen in der Gruppe unsere Ideen sowie erste Konzepte für die Abschlussprüfungsaufgabe, brainstormten in der Gruppe – wobei eigentlich immer nur ein kleiner Prozentsatz wirklich mitmachte – uns konnten so weitere Ideen sammeln oder die bereits bestehende ausbauen.

In einer kleinen Pause, die wir machten, holte ich mit der Hausi-Üblichen, für die ich heute schon das Mittagessen bezahlen musste, einen Kaffee – vielmehr holte ich ihr einen Kaffee, den sie wieder einmal fast komplett auf der hiesigen Sprache bestellte, und ich mir einen Tee. Dieser war jedoch eigentlich nur Marmelade in heißem Wasser…
Außerdem drückte mich die Übliche fest und hinterhältig von der Seite, was ich normalerweise nicht duldete. Das zahlte ich ihr dann im Unterricht heim, als ich ein kleines, aber hässliches „hi“ in ihr Skizzenbuch schrieb – das mochte sie nämlich nicht.

Nach der Uni las ich in meiner Bude ein wenig, da ich nicht gewillt war etwas anzufangen, wenn ich am Abend wieder ein Meeting mit der Bastel-Projektgruppe hätte und dann in meinem Arbeitsfluss gestört würde.
In dieser Zeit machten wir auch noch den Treffpunkt aus, der bis dahin noch nicht festgelegt war. Es stand nur fest, dass es ein Etablissement sein musste, das auch Kakao hatte, da dieser eigentlich unangenehme Typ – mit dem man mittlerweile normal reden konnte – unbedingt auf seinen Kakao bestand. Er trank ja keinen Kaffee, der feine Herr.

Auf dem gesamten Weg zu ebendiesem Café, das auch Kakao servierte, wurde ich erst einmal stetig berieselt und kam wie ein mit Puderzucker bestreutes Gebäck an. Jedenfalls fühlte ich mich wie ein mit Puderzucker bestreutes Gebäck, bis der Schnee in dem deutlich wärmeren Café auf mir schmolz und ich eher ein durchgeweichtes Gebäck war. Außerdem sah ich einige Minuten erst einmal gar nichts, weil meine Brille beschlug.

Ich bestellte mir eine „Zimtrolle“ – so stand es zwar auf dem Menü hinter der Theke, aber es war keine Zimtrolle in dem Sinne, es war einfach nur ein Kaffee mit Zimt – und, weil ich einfach neugierig war sowie noch nichts anderes gegessen hatte seit der Mittagspause, eines der kleinen Törtchen mit Blaubeeren darauf. Stellte sich heraus, dass dieses eine Art Pudding- oder Quarkfüllung hatte. Lecker, aber für diesen Preis nicht nochmal.

Wir besprachen die Abgeänderte Projektidee und die neu zugeteilten Aufgaben für diese Woche sowie was unsere Projektleiterin mit dem Studentenrat besprochen hatte.
Außerdem hatte ich diese komischen Arbeitsblätter mitgenommen, die unsere Hausaufgaben darstellten. Nach einer kleinen Raucherpause, in der ich von meinen beiden weiblichen Kolleginnen verlassen wurde und somit mit dem komischen Typen verbringen musste – er redete einen solchen Stuss, aber immerhin war es keine komplett unangenehme Unterhaltung mehr – setzten wir uns daran, diese Aufgabe endlich einigermaßen fertig zu machen und hochzuladen.
Warum auch immer ich diejenige war, die die Ergebnisse aufschrieb. Ich habe eine fürchterliche Handschrift!

Zwischendurch beobachteten wir auch alle ganz fasziniert den einen, unglaublich flauschigen, großen Hund, der einen extra Becher mit Schlagsahne oder ähnlichem zum Schlabbern bekam, während seine Besitzer auf ihre Becher warteten. Sogar alle drei Barista-Damen kamen einmal um die Theke herum um ihn zu streicheln.

In meiner Bude zurück machte ich mir einen Tee und setzte mich an Hausaufgaben, bis ich mit der Üblichen, mit der ich mittlerweile schon öfter wegen des Film-Projekts rumgekurvt bin, schrieb, wann wir uns wo morgen treffen sollten, um die restlichen Requisiten suchen zu gehen.
Frühstücksgelegenheit mitinbegriffen.

Als dies dann geklärt war und ich die Aufgabe auch beendet hatte, an der ich arbeitete, legte ich mich mit dem Handy und einer neuen Geschichte zum Lesen ins „Bett“.
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