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Reisetagebuch

Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P12 / Gen
05.09.2022
26.01.2023
152
115.388
12
Alle Kapitel
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Dieses Kapitel
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24.01.2023 994
 
Countdown: 1

Mein letzter, richtiger Tag hier und ich startete wie immer mit einer Tasse Tee in den Tag.
Dann ging es für mich ein bisschen an den letzten Putz, da ich die Wohnung reinlich verlassen soll – aber nur so weit, wie ich sie auch vorgefunden hatte. Ich mache doch nicht die Arbeit derjenigen, für die ich die Endreinigungskosten am Ende noch zahlen muss!

Am frühen Mittag machte ich mir dann auch schon mein Frühstück/Mittagessen: Der letzte Rest vom letzten Rest. Die letzte Tüte Reis, der letzte Rest Hackfleisch von gestern angebraten im letzten Rest Margarine und die letzten Reste Tiefkühlbrokkoli, die ich eigentlich schon gestern in mein Abendessen machen wollte, aber dann vergessen hatte. Damit war mein Kühlschrank bis auf Milch – eine Bananenmilch und der letzte Rest in der Tetrapack-Milchtüte – auch gähnend leer. Das Kühlfach beinhaltete nur noch die restliche Handvoll Pelmeni, die ich wahrscheinlich schweren Herzens wegschmeißen muss.

Bald darauf war es auch schon Zeit, sich für die Außenwelt fertig zu machen. Ich schrieb der Hausi-Übliche, wie es auf ihrer Seite aussah und sie schien sich auch langsam auf den Weg zu machen.
Zu Anfang gab es noch ein wenig Verwirrung, da ich zuerst noch den Müll – zumindest einen Teil davon – rausbrachte und sie mir schrieb, dass sie beim Lidl sei – das wäre in meiner Nähe gewesen. Aber trotz dass ich einmal um das Gebäude herumgegangen bin, konnte ich sie nicht sehen und so ging ich los zu unserem eigentlichen Treffpunkt: Die Poststation.

Dort konnte ich sie auch ohne Probleme finden, sie hatte sich schon einen der erhältlichen Kartons geschnappt, den wir zusammen aufbauten und zusammenpappten, damit ich meine Sachen reinfüllen konnte. Adressen drauf und dann ging es daran, sich eine Nummer zu ziehen.
Während wir warteten, bis wir dran waren, hatten wir pure Verwirrung, aber auch Entertainment, indem wir einem anderen Kunden dabei zusahen, wie er ein Karton…mit Kartons füllte…und Papierschnipsel. Wohin auch immer dieses Paket gehen würde, es hätte sehr viel Papier für den Empfänger.
Als wir dann endlich an den Schalter gehen konnten, war wieder die Sprachbarriere ein Problem, da keine der Damen hier richtig gut Englisch konnte. Irgendwie und mit gebrochenem Englisch konnten wir uns trotzdem verständigen und mein Paket endlich versenden.

Danach konnten wir weiter in Richtung Katzencafé, machten aber noch einen Zwischenstopp bei einer Bäckerei, in der ich versuchte dem netten Herrn hinter der Theke verständlich zu machen, welches Brot meine Mutter gerne als Souvenir von hier hätte. Am Ende nahm ich den Rest von dem Brot, das am ehesten nach dem Klang, was sie haben wollte und so gingen wir schlussendlich zum Café.

Ich schrieb noch auf dem Weg der Dritten im Bunde, wie es bei ihr aussähe und glücklicherweise war sie noch dabei, machte sich tatsächlich auch gerade auf dem Weg und würde aufgrund des Weges etwas später dazustoßen.
Im Café wurden uns die Regeln noch einmal knapp erklärt – da wir schon einmal da waren, kannten wir diese bereits – und wurden zu unserem Tisch geführt. Dort saß schon direkt eine Katze, die zuerst einmal um uns herum streunerte und es sich dann auf dem Schoß der Hausi-Üblichen gemütlich machte. Auf ihrem Arm und dem Menü…
So musste ich ihr mein Menü beim Bestellen hinhalten. Auch sehr interessant.

Ich nahm ein Smoothie mit Erdbeere, Banane, Pfirsisch und Blaubeere, das laut der Hausi-Üblichen, die einmal daran Schlürfte, wie Marmelade schmeckte, sowie den Karamell-Nuss-Käsekuchen.
Irgendwann kam dann auch die Dritte, die noch nie hier war. Zwischendurch kamen uns immer wieder andere Katzen besuchen oder ich diese – die Hausi-Übliche war ja eine lange Zeit „belegt“.
Alles in allem eine sehr niedliche Erfahrung und ein schönes Event für meinen letzten, richtigen Tag hier.

Am Ende suchte ich mir auch noch ein paar Mitbringsel aus dem Laden aus, eines davon sorgte für pure Verwirrung, da etwas darauf geschrieben war, aber keiner wusste, was genau. Irgendwie kam dann doch etwas Sinnvolles durch gemeinsame Übersetzungsversuche raus und ich musste es einfach nur wegen dieser Mühen aller Angestellten hier mitnehmen.

Irgendwo auf dem Weg verabschiedeten wir uns von der Dritten, die sich noch in ein anderes Café setzen wollte, um zu lesen. So gingen wir nur noch zu zweit wieder in Richtung meiner Wohnung, doch noch ein letzter Stopp wurde bei dem bekannten Supermarkt auf dem Weg gemacht. Das nun wirklich letzte Mitbringsel wollte eingekauft werden – auf Wunsch.

Ich brachte die Hausi-Übliche noch um die Ecke zur Bushaltestelle beim Lidl, verabschiedete mich richtig als der Bus kam und staxelte die Treppen zu meiner Wohnung hoch. Dort hatte ich noch etwas zu tun, um genau zu sein, noch immer. Putzen.
Ich packte nun wirklich so gut wie alles ein, nur das, was ich noch am Abend brauchte wie Kissen, Decke und Pyjama ließ ich noch uneingepackt. Der Rest käme wahrscheinlichst auch in den Müll.
Ich kochte mir noch die wirklich letzten Reste der Nudeln ab, die ich in der Ecke meines Futterschranks gefunden hatte, und versicherte allen, die wissen, dass ich morgen fliegen würde, dass das schon irgendwie funktionieren würde.

Außerdem musste beziehungsweise konnte ich schon einchecken, um mir morgen etwas Stress oder wahlweise auch Verwirrung zu sparen. Alles kein Problem, bis ich sah, dass noch kein Gate auf meinem Ticket stand. Na danke. Nachdem ich aber die andere Übliche, die ja schon geflogen ist, danach fragte, versicherte diese mir, dass das Gate erst kurz vorher bekanntgegeben wird.
Außerdem suchte ich mir die Bushaltestelle heraus, zu der ich morgen laufen müsste, um den Bus zum Flughafen erwischen zu können. Lustigerweise hieß diese „Sparta“ – ich erinnerte mich noch vage von meiner ersten Suche, wie ich hierherkommen würde, daran.

Danach setzte ich mich zur Ablenkung ein bisschen an meinen Laptop und zockte wieder mein Lieblingsspiel, später zeichnete ich jedoch wieder ein bisschen. Nur noch ein paar Seiten, die ich mir für morgen aufsparte, sodass ich mein Skizzenbuch wie geplant zum Ende meiner Reise auch voll haben würde.
Alles andere, würde ich morgen herausfinden müssen.
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