Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Tödliche Leidenschaft

Kurzbeschreibung
KurzgeschichteDrama, Krimi / P12 / MaleSlash
04.09.2022
09.09.2022
6
19.100
4
Alle Kapitel
2 Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 
04.09.2022 2.144
 
Ich habe es mal wieder geschafft eine Geschichte von mir zu beenden. Es ist eine Kurzgeschichte mit sechs Kapiteln, inclusive Prolog und Epilog. Diese Geschichte ist aus der Ich-Perspektive geschrieben, wobei ich ab und an den Charakter wechsle. Interessant zu erwähnen ist wohl, dass ich auch aus der Perspektive des Täters schreibe, was mir irgendwie mehr Spaß gemacht hat, als aus der Sicht des Polizisten. *hust*

Heute veröffentliche ich erst Mal nur den Prolog, in den nächsten Tagen folgen dann die anderen Kapitel.

So, genug gelabert, nun wünsche ich euch viel Spaß mit dem Prolog. Nur eines noch: Wer Fehler findet, kann mich gerne auf diese hinweisen, damit ich sie ausbessern kann.

--------------------------------------------------------------------------------

...(“Feuerteufel“)...

Die Musik dröhnt in meinen Ohren und der Bass lässt meinen Körper vibrieren. Rhythmisch bewege ich mich zur Musik, dabei lasse ich meinen Blick schweifen, über die anderen Anwesenden auf der Tanzfläche dieser Bar. Ich bin auf der Jagd nach mein Abenteuer für diese Nacht. Wer wird es sein? Wer wird mir heute in die Falle tapsen?

Noch bevor ich mein Opfer gefunden habe, spüre ich einen Blick auf mir ruhen. Schüchtern und doch neugierig, versessen darauf, dass ich es bemerke, dass ich ihn bemerke. Und das tue ich. Prüfend suche ich mit meinen Augen die Umgebung ab, dann entdecke ich ihn. Einen jungen Mann, so um die zwanzig Jahre, zierlich, einen guten Kopf kleiner als ich, braune verstrubbelte Haare, ebenfalls braune Augen, wie die eines jungen Rehs sehen sie mich an. Leicht verschreckt, aber doch neugierig, wer ich bin, was ich mache.

Der Kleine ist ganz mein Typ und ein leichtes Grinsen schleicht sich auf meine Lippen. Aber nur kurz, schließlich will ich ihn ja nicht verschrecken. Daher wird aus dem Grinsen ein freundliches, aufmunterndes Lächeln. Ich weiß, dass ich dadurch einen sympathischen Eindruck mache. Und genau das ist auch mein Ziel. Immerhin soll er mir ja auch vertrauen. Damit er mich mit zu sich nimmt, mit zu sich nach Hause.

Langsam, dennoch zielstrebig gehe ich auf ihn zu. Er ist ebenfalls auf der Tanzfläche, bewegt sich zur Musik, lässt mich dabei aber nicht aus den Augen. Gut so.

Bei ihm angekommen, lege ich meine Arme um ihn und ziehe ihn an meinen Körper, so dass sein Rücken an meiner Brust gedrückt ist. Eine Weile tanzen wir so, bis er sich in meiner Umarmung dreht, seine Arme um meinen Hals schlingt und sich noch mehr an mich drückt, sich dabei an mir reibt. Oh ja. Genau so mag ich das. Er soll nur nicht aufhören. Genau das sag ich ihm auch, in dem ich mich zu ihm runter beuge und in sein Ohr flüstere. Oder besser gesagt schreie, doch bei dieser Lautstärke der Musik, wirkt es eher wie flüstern.

Er kichert leicht, macht aber, was ich verlange. Hmm. Ich liebe es, wenn sie so folgsam sind.

Eine seiner Hände wandert dabei in mein lockiges schwarzes Haar, hält meinen Kopf nah an seinem und versiegelt meine Lippen mit den Seinigen. Der Kuss ist sanft, schüchtern, fragend. Und nur zu gerne gebe ich ihm eine Antwort, in dem ich den Kuss erwidere und intensiviere. Es dauert nicht lange, da vergessen wir das Tanzen, stehen aber weiterhin Mitten auf der Tanzfläche und liefern uns ein wildes Zungenduell. Dieses lösen wir nach einer Weile, schwer atmend und ich beobachte, wie er sich genüsslich über die Lippen leckt, während er mir in die eisblauen Augen sieht.

“Wie wäre es, wenn wir woanders hingehen? Wo es ruhiger ist und wir allein?”, frage ich ihn, laut genug, um die Musik zu übertönen. Er nickt nur und ich führe ihn von der Tanzfläche und hinaus aus der Bar, wo uns die frische September Nachtluft umhüllt.

“Wohin?”, erkundigt er sich, sieht mich dabei neugierig und aufgeregt an.

“Zu dir? Falls es möglich ist.”, schlage ich vor. Er überlegt eine Weile, mustert mich dabei unschlüssig. Ich hoffe nur, dass er jetzt nicht den Schwanz einzieht, weil ihm plötzlich einfällt, keine Fremden mitzunehmen oder mit ihnen mitzugehen. Das würde nur meine Abendplanung ruinieren. Oder verzögern, weil ich mir dann Jemand anderen suchen muss.

“Ich kenne nicht mal deinen Namen.”, fällt ihm auf. Und auch, wenn ich nicht weiß, was das mit meinem Vorschlag zu tun hat, tue ich ihm den Gefallen.

“Luca.”, stelle ich mich vor. Natürlich ist das ein falscher Name. Warum sollte ich ihm auch meinen echten nennen? Nicht das es ihm nach dieser Nacht etwas bringen würde, diesen zu wissen. Aber dennoch. Es geht ihn nichts an.

Damit er allerdings nicht glaubt, dass ich mich nicht weiter, als für seinen Körper, für ihn interessiere, erkundige ich mich ebenfalls: “Und wie ist dein Name?”

“Dennis.”, antwortet er mir, meint dann noch hinterher: “Eigentlich mache ich das nicht. Jemanden am ersten Abend, wo ich ihn kennenlerne, mit zu mir nehmen.” Na super….

Ich versuche mir den Verdruss nicht anmerken zu lassen, schaue ihn also, so vertrauenswürdig, wie ich nur kann, an und meine: “Das ist auch vernünftig. Aber weißt du, Dennis…“ Es kommt immer gut, wenn man die Menschen mit ihren Namen anspricht, dann fühlen sie sich wahrgenommen und vor allem ernst genommen. “... Ich mag dich. Und ich würde dich gerne besser kennen lernen. Also… Wieso sollen wir diesen wunderbaren Abend nicht dazu nutzen, um genau dies zu tun? Uns besser kennen lernen. Und das geht am Besten, da wo wir ungestört sind. Wie zum Beispiel bei dir zu Hause. Was meinst du? Willst du mich denn nicht besser kennen lernen, Dennis?”

“Doch! Das will ich.”, erwidert er schnell, dann beißt er sich unsicher auf seine Unterlippe, scheint zu überlegen. Doch nicht lange, da nimmt er meine Hand in seine und geht los, mich leicht mit sich ziehend.

“Es ist nicht weit zu mir.”, meint er, während wir die Straße entlang gehen. Ich nicke nur und schaue mich etwas um. Dies hier ist eine Gegend, in der die Menschen wohnen, die nicht so viel Geld haben. Sich nicht viel leisten können. Und da der Junge, wohl kein Student ist, sondern jemand der eine Lehre hat, passt es, dass er hier wohnt. Sonst würde er wohl eher in einem Studentenwohnheim leben, oder in einer WG. … Ich hoffe doch, er wohnt in keiner WG.

“Sag mal… Wohnst du eigentlich allein?”, frage ich im plauderton. Er soll ja nicht misstrauisch werden.

“Ja. Es ist zwar nur eine kleine Wohnung, hat nur einen Raum, den ich als Schlaf- und Wohnzimmer nutzen kann. Dazu ein kleines Bad und gerade mal eine Küchenzeile. Aber ich kann sie mir leisten, mit dem Lohn, den ich bekomme. Und darauf kommt es doch an, dass man für sich allein sorgen kann. Oder?”, redet er einfach so darauf los, als ob mich das interessieren würde. Doch lasse ich es mir nicht anmerken, dass mir sein Gelaber am Arsch vorbei geht und nicke bei seiner Frage.

“Natürlich. Genau darauf kommt es an.”, meine ich noch und hoffe, dass wir bald da sind und wir unsere Zeit sinnvoller gestalten können. Anstatt mit uninteressanten Gelaber. Aber solange wir noch nicht bei seiner Wohnung angekommen sind, muss ich noch Interesse vorgaukeln.

“Und wie verdienst du dein Geld?”, frage ich daher, setze dafür sogar einen neugierigen Ton auf.

“Als Mediendesigner. Bin allerdings noch in der Ausbildung. Weswegen ich noch nicht so viel verdiene. Doch wenn ich ausgelernt habe, bekomme ich auch mehr Geld und dann kann ich mir eine bessere Wohnung leisten.” Aha… “Wir sind übrigens da.” Ah! Mal etwas, was mich wirklich interessiert.

Neugierig sehe ich mich um, als wir stehen bleiben. Es ist, wie nicht anders zu erwarten, ein heruntergekommenes Mehrfamilienhaus. Dennis kramt den Schlüssel aus seiner hinteren Hosentasche und schließt dann die Tür auf. Nach ihm betrete ich den Schmutzigen und nach Urin stinkenden Hausflur und folge ihm die Treppe hinauf. Im oberen Stockwerk machen wir halt und er schließt eine der vielen Wohnungstüren, die hier in einer Reihe sind, auf. In dem winzigen Flur der Wohnung, ziehen wir uns unsere Schuhe aus und gehen dann in den einzigen Wohnraum. Kurz lasse ich meinen Blick über die Einrichtung, die nur aus einem Bett, einem Schrank, einem Fernseher und einem Schreibtisch mit einem PC besteht, schweifen, ehe ich zu Dennis sehe, der unsicher im Zimmer steht und nervös seine Hände knetet. Bevor er noch zu hyperventilieren anfängt, gehe ich auf ihn zu, nehme seine Hände in meine und sehe ihm in die Augen.

“Dennis. Ganz ruhig. Ich tue dir nichts.”, rede ich beruhigend auf ihn ein. “Jedenfalls nichts, was du nicht auch willst.” Was allerdings nur zum Teil stimmt. Es würde mich wundern, wenn er das, was ich nachdem wir Spaß miteinander hatten, vorhabe, auch will.

Meine Worte bewirken, dass seine Nervosität verschwindet. Zum Glück. Dafür befreit er nun seine Hände aus den meinen und schlingt diese um meinen Hals, nur um mich kurz darauf zu sich hinunter zu ziehen und zu küssen. Gierig erwidere ich, lege dabei meine Hände an seinen Seiten und schiebe sein Oberteil nach oben, nur um kurz darauf über seine weiche Haut zu streichen. Nach einer Weile löst er sich allerdings von mir, doch nur, um sich das störenden Stück Stoff vom Körper zu zerren, genauso wie seine Hose, samt Boxershorts.

Dafür, dass er normalerweise nicht am ersten Abend Jemand mit nach Hause nimmt, befreit er sich ziemlich schnell aus seinen Sachen und kurz darauf mich. Ich lasse mich nur zu gerne, von ihm ausziehen. Denn auch, wenn ich es mag, wenn meine Liebhaber folgsam sind, mag ich es genauso, wenn sie zeigen, was sie wollen. Und dieser junge Mann, möchte mich anscheinend nackt. Wogegen ich natürlich nichts einzuwenden habe.

Kurz darauf sind wir beide unbekleidet. Ungeniert lasse ich meinen Blick über seine zierliche Gestalt wandern, er mustert mich genauso. Dabei leckt er sich über seine Lippen, anscheinend gefällt ihm, was er sieht. Wie sollte es aber auch nicht. Ich weiß, dass ich gut aussehe. Mit meinen gut durchtrainierten Körper, der die Muskeln an den richtigen Stellen hat, aber nicht so viel, dass es unnatürlich aussehen könnte. Am längsten weilt sein Blick, an meinem besten Stück, seine Augen weiten sich dabei etwas, allerdings funkeln sie auch aufgeregt und vorfreudig. Das wird sicher ein Spaß mit ihm…

Und das war es auch. Ein Spaß, ein reines Vergnügen. Der Kleine weiß genau, was man machen muss, um Mann bei der Stange zu halten. Ihn zu erregen, ihn auf den Höhepunkt zusteuern zu lassen, nur um ihn dann doch im letzten Moment hinzuhalten, das Spiel noch etwas in die Länge zu ziehen und den Orgasmus dann nur umso intensiver erleben zu können.

Nur leider war es das letzte, was er getan hat. Leider für ihn. Denn genau in dem Moment, als ich tief versenkt in ihm kam, umgriff ich mit meinen Händen seinen schlanken Hals und drückte ihm die Luftzufuhr ab. Er bemerkte es erst gar nicht, da er selber seinen Orgasmus ausgekostet hatte. Ich bin ja schließlich kein Unmensch, der nur seinen eigenen Spaß will. Mein Spielgefährte soll ruhig auch an sein Ziel kommen.

Doch als er seinen Höhepunkt hinter sich hatte, sah er mich mit schreckgeweiten Augen an. Seine eigenen Hände griffen um meine Handgelenke, versuchten diese von seinem Hals zu zerren. Vergebens. Dabei japste er immer wieder nach Luft, die allerdings seine Lungen nie erreichte. Und Während seine Gegenwehr immer weniger wurde, das Leben aus seinen Augen schwand, beobachte ich dies ausdruckslos und zog mich aus ihm heraus.

Nun stehe ich, vollständig bekleidet, am offenen Fenster, eine angezündete Zigarette in meiner Hand und schaue auf den leblosen Körper. Nachdem ich aufgeraucht habe, schnipse ich den Zigarettenstummel achtlos auf den Boden, dann mache ich mich daran die Schränke zu durchsuchen. Nach etwas mit sehr viel Alkohol. Im Kühlschrank finde ich dann eine Flasche Vodka, 40 % Alkohol. Das sollte reichen. Damit gehe ich wieder zurück in den Wohnraum, öffne die Flasche, die noch zu dreiviertel voll ist und genehmige mir einen Schluck. Den Rest verteile ich dann über den für immer schlafenden jungen Mann, dessen Bett und ziehe eine Spur, bis zur Tür. Dabei gehe ich sparsam damit um, es ist ja nicht so viel drin und soll reichen. Die Flasche werfe ich einfach in den Raum hinein, dann zünde ich mir eine weitere Zigarette an. Nehme davon ein paar Züge, öffne die Wohnungstür und schmeiße beim hinausgehen, die Zigarette in die Wohnung hinein, genau in die Alkohol Pfütze auf dem Laminatboden, die sofort Feuer fängt. Die Tür schließe ich hinter mir und ohne mich zu beeilen, gehe ich die Treppen hinunter. Als ich dann schließlich aus dem Hauseingang trete, hat sich das Feuer in der Wohnung ausgebreitet. Doch das interessiert mich schon gar nicht mehr. Der junge Mann, dessen Leiche nun von den Flammen verschlungen wird, ist schon so gut wie vergessen und ich mache mich zufrieden und befriedigt auf den Weg nach Hause.

-------------------------------------------------

So! Das war es dann auch schon wieder. Ich hoffe, es hat Jemanden gefallen und findet es spannend genug, um dran zu bleiben.
Review schreiben
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast