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the storm in the silence

Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 / Het
Bloom Farah Dowling OC (Own Character) Riven
03.09.2022
22.09.2022
2
4.496
3
Alle Kapitel
2 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
22.09.2022 2.352
 
Heyhey meine Lieben,
ich hoffe ich habe euch nicht zu lange auf das zweite Kapitel warten lassen. Es war einiges los in letzter Zeit aber jetzt versuche ich regelmäßiger neue Kapitel hochzuladen.
Ich wünsche euch ganz viel Spaß beim lesen und freue mich wie immer über jedes Review:)
Eure Alice ;)
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Kapitel 2.

Von Miss Dowling wieder zurück, lernte ich endlich meine Mitbewohnerinnen kennen. Da war Terra, eine Erdfee und mit ihr teilte ich mir auch das Doppelzimmer. Sie schleppte schon die ganze Zeit Topfpflanzen durch die Gegend und stellte sie immer wieder um, bis sie an ihrem richtigen Platz standen. Persönlich konnte ich leider nicht sehr viel mit Pflanzen anfangen, ich hatte einen schwarzen Daumen und es störte mich schon ein wenig, dass sie unser Zimmer damit vollstellte und auch der Gemeinschaftsraum war schon voll damit, doch sagen würde ich nichts, denn es schien ihr sehr wichtig zu sein. Und davon abgesehen, lief man Gefahr, dass sie nicht mehr aufhörte zu reden, wenn sie einmal damit anfing. Aber sonst schien sie sehr nett zu sein. Nur hoffentlich bat sie mich nicht irgendwann, mich um die Pflanzen zu kümmern. Dann könnte sie sie auch gleich wegschmeißen, kam beim gleichen Ergebnis raus.

Dann war da noch Aisha, eine Wasserfee. Sie war eine Afroamerikanerin und Sportlerin, hatte eine imposante Ansammlung an Medaillen und teilte sich das Zimmer mit Bloom. Noch wusste ich nicht, wie ich mich ihr gegenüber verhalten sollte, doch das würde sich mit der Zeit schon geben, dachte ich.

Und dann gab es noch Musa, sie war, wie ich, eine Mentalfee.

Sie war alleine in einem Doppelzimmer, aber sie wirkte so, als würde es ihr gefallen, und das konnte ich nur zugut nachempfinden. Ein wenig beneidete ich sie dafür, ein Zimmer für sich zu haben. Wenn man den ganzen Tag so viele Emotionen mitbekommt und aufnimmt, wünscht man sich nichts sehnlicher als ein wenig Ruhe. Ich hoffte, dass ich mich vielleicht eines Tages gut mit ihr verstehen würde. Dann war da noch Stella, eine Lichtfee, sie war auch meine Mentorin, aber sie hatte bisher auch wenig Ambitionen gezeigt, mir zu helfen. Sie besaß als einzige hier ein richtiges Einzelzimmer. Verstand ich nicht wirklich, aber gut, vielleicht würde sich dieses Geheimnis mit der Zeit ja lüften.



Ich war schon auf dem Weg zur Willkommensfeier, als ich merkte, dass ich etwas vergessen hatte. Also ging ich nochmal zurück in das Zimmer von Terra und mir, doch da überkam mich eine Welle von Kummer, Niedergeschlagenheit und Unwohlsein, mein Körper überzog eine Gänsehaut und in meinem Kopf fühlte es sich an wie ein Dröhnen einer Maschine.

Mein Blick richtete sich auf Terra, die den Kopf hängen ließ.

Ich glaubte, mich zu erinnern, dass Stella wegen ihrer Pflanzen etwas gesagt hatte, bevor ich die WG verlassen hatte. Was genau, wusste ich aber nicht.

Sie bemerkte meinen Blick und fing an zu lächeln.

„Sie meint es nicht so. Ist ja auch etwas viel auf einmal. Eine Erdfee namens Terra, und sie mag Pflanzen. Was eine Überraschung. Aber das liegt in der Familie. Meine Cousine heißt Flora und meine Mom Rose, und mein Dad arbeitet hier im Gewächshaus. Witzig, oder? Die Namen, meine ich.“, sagte sie zuckersüß. Sie überschlug sich fast vor Bemühtheit, und ihre hektische Stimme nahm während des Sprechens zunehmend an Fahrt auf. „Naja, jedenfalls... Deshalb kenne ich schon ein paar aus der zweiten Jahrgangsstufe. Ich bin hier groß geworden und…“

Ein paar aus der zweiten Jahrgangsstufe, meinte sie Stella damit? Was war das denn?

„Wenn Stella im zweiten Jahr ist, warum wohnt sie dann in einer WG voller Erstsemester?“

„Oh ja! Keine Ahnung… ich weiß es nicht. Irgendwas Bürokratisches im letzten Jahr vielleicht? Ich meine, ich glaube…“

Sie lügt, das stand fest. Das stand ihr ins Gesicht geschrieben.

Ich schickte meine Magie für einen kurzen Moment absichtlich in ihre Richtung, doch als ich das erste Gefühl erhielt, das sich anfühlte wie ein leichtes Zwicken in der Magengegend, lies ich es wieder. Viele Leute logen. Und Terra brauchte jetzt nicht auch noch eine Bestärkung von mir, dass ich sie durchschaute.

„Na gut“ wiegelte ich ab „Ist ja auch nicht weiter wichtig“ dabei griff ich nach meinen Kopfhörern, die auf meinen Tisch lagen, die auch der Grund waren, warum ich überhaupt nochmal zurückgekommen war.

Terra plapperte weiter, als hätte ich nichts gesagt. „Ich würde das Thema Stella gegenüber aber lieber nicht ansprechen. Also ich weiß nicht, aber das nehme ich an. Und außerdem, wen interessierts?“

„Eben, das ist überraschenderweise auch mein Lebensmotto! Wir sind uns also absolut einig“

„Willst du eine Sukkulente haben?“ fragte sie. „Die sind cool, Absolut pflegeleicht. Ganz dein Ding. Also ich kenne dich zwar kaum, aber…“

„Wenn ich eine nehme, hörst du dann auf zu reden?“ fragte ich genervt, ich hatte versucht das Gespräch freundlich zu beenden doch anscheinend kam das bei Terra wohl nicht so an als wäre es beendet. Im nächsten Moment fühlte ich mich schuldig. Ich wollte sie nicht angehen, doch Terra empfand ihre Gefühle so intensiv, dass sie nur noch intensiver auf mich übergingen, und das reizte mich dann nur noch mehr.

„War nur ein Scherz, Terra!“ versuchte ich die Situation zu retten und nahm die Pflanze, die sie mir entgegengestreckt hatte, schnell in meine Hand. Die Sukkulente stellte ich auf meinen Tisch ab und drehte ihr den Rücken zu. Es fühlte sich an, als wollte sie noch etwas sagen, doch im selben Moment klopfte es an der Türe und Aisha steckte ihren Kopf herein. Dabei atmete ich erleichtert aus.

„Hast du gesagt, du wärst hier in Alfea aufgewachsen?“

Die Sportfanatikerin war auf der Suche nach einem Pool. Sie wollte unbedingt zweimal am Tag schwimmen, und zwar jeden Tag, das war selbstverständlich überlebenswichtig. Terra antwortete mit einem völlig unnützen Strom an Informationen über den Teich, an dem die Spezialisten trainierten. Das waren Krieger, beziehungsweise noch Schüler, die zu solchen hier ausgebildet wurden. Das hatte mir Miss Dowling noch über Alfea erklärt, als ich bei ihr war und sehr verwirrt drein geguckt hatte.

Anscheinend war es in der militärischen Einheit der Schule üblich, sich beim Zweikampf – Training gegenseitig ins Wasser zu schubsen.

Ich überließ es Aisha mit Terra fertig zu werden. Endlich verließ ich das Zimmer, um mich auf den Weg zu machen und mich für kurze Zeit darauf zu konzentrieren niemanden und nichts zuzuhören bis ich unten in der großen Halle ankommen würde.



Der Innenhof war mit Lichterketten geschmückt, es spielte Musik, es fiel kaum auf, wenn man nicht direkt hinhörte, weil so viele Schüler hier waren die mit einander redeten. Bei genaueren hinhören, hörte man aber raus, dass es ruhigere Musik war doch es entspannte sogar. Für einen kurzen Moment schloss ich die Augen und genoss den Beat. Dann schlängelte ich mich durch all die anderen Schüler an einen Tisch, der wie eine Art kleine Bar aufgebaut war. Als ich mir gerade einen Punsch eingoss dauerte auch nicht mehr lange, da fanden auch schon die anderen Mädels aus der WG den Weg zu mir. Auch sie kamen auf die Bar zu und ich setzte ein leichtes Lächeln auf.

„Vielleicht starb er auch einfach an Altersschwäche.“, hörte ich unsere Blumenkönigin sagen.

Meine Augen weiteten sich.

Von was redete sie bitte?

Terra bemerkte meinen Blick und erklärte: „Eine Leiche wurde außerhalb der Barriere gefunden. Man munkelt, dass es ein Verbrannter war, aber Gerüchte werden hier immer schnell herumerzählt“, tat sie die Situation ab.

Meinte sie wirklich, das konnte mich beruhigen?

Wo bin ich nur gelandet? Mein erster Tag und schon hört man was von einer Leiche.

Und was oder wer sind bitte diese Verbrannten? So wie sie davon erzählte, schien das nicht ungewöhnlich zu sein, aber sonderlich nett klangen sie auch nicht.

„Verbrannte?“ fragte ich und zog eine Augenbraue in die Höhe.

„Verbrannte sind bösartige Kreaturen, vor mehreren Jahrzenten gab es wegen ihnen einen Krieg, doch man hatte schon seit Jahren keinen mehr gesehen. Wegen ihnen gibt es auch diese Barriere um Alfea. Sie soll uns beschützen, aber es wurde uns versichert, dass alle vernichtet worden sind.“

Das beruhigte mich wirklich nicht... die anderen sahen auch etwas besorgt drein, was es nicht besser machte.

Na ganz klasse.

„Ich bin also in einer Schule gelandet, die von einer magischen Barriere beschützt wird, weil dort draußen Monster lauern könnten?“

„Es wird schon nichts passieren, Elena“, versicherte mir Aisha. Bloom legte mir eine Hand auf die Schulter. Eine leichte Gänsehaut überzog mich wieder, wie als wir uns das erste Mal gesehen hatten. Ich ignorierte dies und sah Bloom ins Gesicht.

„Ich weiß, wie du dich fühlst, aber da wird schon nichts Böses sein“, versuchte auch sie ihr Glück.

„Menschen werden nun mal alt und sterben. Wir alle sterben“ sagte Aisha und schenkte sich ein Glas Punsch ein.

Das klang doch einleuchtend und weniger beängstigend.

„Klar, den Kopf zu verlieren, ist eine typische Alterserscheinung“ murmelte Musa, doch meine Aufmerksamkeit lag bei Aisha, die sich mehrere Kekse auf eine Serviette stapelte.

Der schiefe Turm der Kekse.

Terra betrachtete nervös das Buffet. Überlegte sie, was sie sich zuerst nehmen sollte? Oder ob es komisch kam, sich direkt von allem etwas zu nehmen? Oder... hatte es vielleicht einen anderen Grund? Obwohl... nein, das war bestimmt Schwachsinn. Sie war wunderschön und das wusste sie auch.

Die Anderen scherzten währenddessen darüber, wie viele Kekse Aisha schon verdrückt hatte. Auch ich musste dabei leicht lachen und schnappte mir einen Keks von ihrem Turm, dafür erntete ich einen gespielt bösen Blick. Ähnlich, wie wenn jemand versuchte, sich an meinen Pommes zu vergreifen. Als ich dann auch noch herzhaft hineinbiss, klappt ihr empört der Mund auf und alle fingen an zu lachen.

Ich stupste Terra mit der Schulter an und schnappte mir nochmal einen Keks und brach ihn in der Hälfte.

„Auf eine gute Freundschaft.“

Ich hielt ihr die eine Hälfte vor die Nase und zwinkerte ihr zu. Sie zögerte kurz, doch dann bewegten sich endlich ihre Mundwinkle, sie lächelte und nahm sie sich die Hälfte. „Auf eine gute Freundschaft“ lächelte sie glücklich, und im selben Moment spürte ich auch eine Welle der Glückseligkeit auf mich übergehen.

Ich freute mich, dass Terra sich wohlfühlte und aß selber noch die eine Hälfte. Kurz darauf verabschiedete sich Aisha mit ihren Keksen für ihre zweite Runde schwimmen.



Es dauerte aber auch nicht lange, da hatte ich schon das Bedürfnis mir eine Auszeit zu nehmen. Es hatte zwar eine kleine Weile gedauert, doch all diese Feen auf einem Haufen überforderten mich doch nach kurzer Zeit.

Also suchte ich mir in dem Getümmel eine ruhigere Stelle und entdeckte nach kurzen suchen ein stilleres Eckchen. Von da würde ich noch immer genügend mitkriegen und etwas zur Ruhe kommen. Schnell verabschiedete ich mich von meinen Mitbewohnerinnen und schlüpfte durch die Menge.

An dem netten Eck angekommen lehnte ich mich gegen die kalte Mauer die an manchen Stellen mit Blumenranken beschmückt war, und schloss für einen Moment die Augen. Ja, das tat gut...

Bis ich plötzlich eine besondere Präsenz wahrnahm. Verwirrt sah ich mich um doch ich konnte nicht ausmachen woher es kam oder von wem.

Doch so schnell, wie das Gefühl kam, war es auch schon wieder weg. Es verwirrte mich immer wieder Gefühle zu empfinden, die nicht meine waren, die ich nicht zuordnen konnte, beziehungsweise, dass ich Dinge fühlte, die ich überhaupt nicht kannte.  Als ich mich wieder gefasst hatte, machte ich mich auf den Weg nach draußen, um frische Luft zu schnappen.

Da war wenigstens nicht so viel los und ich lies mich auf einer leeren Bank nieder, setzte meine Kopfhörer auf, und sobald mein Körper von der Musik durchdrungen wurde, beruhigt sich dieser auch endlich.

Die Ruhe hielt aber nicht allzulang, zumindest die in meinem Kopf. Nur war es jetzt eine andere Art von Unruhe.

Meine Gedanken hingen bei meinen Eltern, ich musste einfach das Beste daraus machen und versuchen mein Bestes zu geben, damit ich wieder nach Hause konnte. Alfea war meine einzige Möglichkeit zu lernen damit umzugehen, was... oder wer ich bin. Doch als erstes musste ich wohl lernen, mich auf mich zu konzentrieren. Damit nicht immer alles der anderen auf mich einprasselte wie ein wilder Regen in einem Gewittersturm.

Eine Bewegung neben mir ließ mich zusammenfahren. Ich war so tief in meinen Gedanken versunken, dass mir die Präsenz einer zweiten Person entgangen war. Dementsprechend zuckte ich zusammen und drehte den Kopf. Neben mir hatte sich ein junger Mann niedergelassen, die Knöchel von seinem rechten Bein lässig aufs linke Knie und die Arme auf die Banklehne gelegt. Sein Arm war unangenehm dicht an meinem Körper, das gefiel mir nicht wirklich.

„Kann ich dir irgendwie helfen?“ Sollte er ruhig merken, dass ich nicht begeistert von der ungefragten Gesellschaft war.

„Ganz schön viel los hier.“

Okay? Das interessierte mich jetzt, weil...? Ein besserer Einstieg war ihm wohl nicht eingefallen.

„Kennen wir uns?“ stelle ich eine Gegenfrage.

„Leider nicht. Ich bin Riven und hab dich beobachtet. Und du wirkt, als wärst du ein klein wenig verloren, da dachte ich, ich bin mal nett“ grinste er schon fast unverschämt. Beinah wäre mir ein Lachen über die Lippen gekommen, aber nur fast. Stattdessen drehte ich mich ein Stück zu ihm. „Warum so aufopferungsvoll?“

„Weiß nicht, liegt vielleicht daran das ich ein Spezialist bin“ grinste er.

Ah, arrogant war er also auch. Dafür musste ich nicht mal auf den Anflug von Hochmut hören, der in mir aufkeimte.

„Sehr lieb von dir, aber ich brauch keine Gesellschaft, du würdest dich nur mit mir langweilen“ versuchte ich ihn loszuwerden. Die Information, dass er einer dieser Spezialisten war, machte mich gerade auch nicht wirklich an. Was hatte er gedacht? Dass ich mich an ihn schmiss? Dass er ein kleiner Stalker war, machte das Ganze auch nicht besser „Außerdem bin ich ein Mädchen mit einem großen Knacks, mit sowas willst du dich doch nicht abgeben, oder?“

Meine Mühe, ihn abzuwimmeln hatte scheinbar genau das Gegenteil bewirkt. Denn er schien alles andere als abgeschreckt zu sein.

„Ich mag Mädchen mit einem Knacks“ lächelte er.

Leicht schmunzelte ich, wusste nicht was ich davon halten sollte. Normalerweise wäre ich aufgestanden und einfach gegangen. Mit so einem Ego konnte ich nichts anfangen. Aber aus irgendeinem Grund blieb ich sitzen.

Vielleicht... war er doch ein Gespräch wert. Nur eins.
 
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