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Kurzes Familienglück

von Lady0409
Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P12 / Gen
Dr. Sabine Petersen Jens Blank OC (Own Character)
03.09.2022
05.02.2023
18
29.485
 
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24.01.2023 1.984
 
Vorgeschichte - Kapitel 14:
"Ich habe Dich belogen" - Teil 2


24. Mai 2006
Zwei Tage später war Sabine endlich aus dem Krankenhaus wieder entlassen worden und sofort, als sie von Jens abgeholt wurde, wollte sie wieder zu Leonie ins Krankenhaus, um sich nach dem Kind zu erkundigen.
„Natürlich kann ich Dich jetzt in die Kinderklinik fahren, damit Du nach der kleinen Maus schauen kannst. Aber ich weiß nicht, ob Du Dich nicht lieber erholen solltest. Du bist gerade erst wieder aus dem Krankenhaus entlassen.", seufzte Jens und drückte seiner Lebensgefährtin einen Kuss auf die Lippen, als er die große Reisetasche von Sabine in die Hand nahm und seine Lebensgefährtin aus der Klinik abholen wollte.

„Ich muss jetzt aber… Ich muss jetzt aber wirklich zu meiner Kleinen in die Klinik. Ich muss doch meinem Kind endlich sagen, dass sie meine kleine Tochter ist. Dass ich die kleine Maus auf die Welt gebracht habe. Dass die kleine Leonie in meinem Bauch gewesen war. Und dann muss ich sofort zum Jugendamt und dafür sorgen, dass ich meine Tochter zu mir holen darf.", seufzte Sabine und nervös blickte die Ärztin kurz zu ihrem Lebensgefährten, als sie zu weinen begann.
„Du hast ja eigentlich recht, Sabine. Es wäre für die kleine Maus schon gut, wenn sie wissen würde, dass sie wenigstens jemanden hat, der sich erst einmal um die Maus kümmern könnte, bis eine Regelung getroffen werden kann. In ein paar Tagen wird die kleine Maus aus dem Krankenhaus entlassen und bis jetzt weiß niemand, wie es für Leonie danach weiter gehen wird. Im Moment denken alle noch, dass Leonie ins Kinderheim ziehen muss.", meinte Jens, als er noch einmal nachdachte, wie man der Sechsjährigen jetzt helfen könnte. „Aber bisher weiß das Jugendamt auch noch nicht, dass Du wahrscheinlich die leibliche Mutter von Leonie bist. Das wird dann auch noch einmal ein großes Problem."

„Nach dem Krankenhaus können wir ja auch erst einmal zum Jugendamt fahren und dort klären, dass ich Leonie zu mir holen will. Dass die kleine Maus meine leibliche Tochter ist. Ich meine, wenn ich mein kleines Mädchen nicht zu mir hole, dann… Dann muss sie ins Kinderheim ziehen. Und das ist für mich das Schlimmste, was passieren könnte. Ich will nicht, dass mein kleines Baby ins Kinderheim gebracht wird.", seufzte Sabine und atmete noch einmal tief durch, als sie sich auf den Beifahrersitz von Jens' Auto setzte und ihrem Freund dabei zusah, wie er die Reisetasche der Ärztin im Kofferraum verstaute.
Anschließend nahm Jens selbst auf dem Fahrersitz des Kombis Platz, sah kurz in die Augen seiner Lebensgefährtin und atmete tief durch, bevor er die Fahrt in Richtung Kinderklinik antrat.


Die Fahrt in die Kinderklinik dauerte an diesem Tag nicht sehr lange und schon am Eingang trafen Jens und seine geliebte Sabine auf die behandelnde Ärztin von Leonie und ihrem großen Bruder Leon.

„Frau Doktor Petersen. Schön, dass Sie die kleine Leonie endlich wieder besuchen kommen können. Ihr Lebensgefährte hat uns, bei seinem letzten Besuch gestern Abend hier in der Klinik, schon erzählt, dass Sie krank waren und selbst im Krankenhaus gelegen haben.", berichtete die Kinderärztin ihrer Kollegin und Sabine atmete tief durch, als sie erwiderte: „Ja… Ja, mich hat etwas, das ich erkannt hatte, völlig aus dem Konzept gebracht. Erst einmal musste ich ehrlich gesagt meine Gedanken sortieren. Aber jetzt bin ich ja wieder da und kann mich um meine kleine Prinzessin kümmern."

„Ja, das… Das wird Leonie bestimmt auch sehr gut helfen, wenn Sie wenigstens für die kleine Maus da sind. Von mir und den Schwestern lässt sich die Maus leider nicht so gut beruhigen, da klappt es bei Ihrem Lebensgefährten und Ihnen schon wesentlich besser.", berichtete die Kinderärztin und Sabine nickte kurz, als sie überlegte, ihrer Kollegin gleich die Wahrheit über sich und das sechsjährige Mädchen zu erzählen.
Doch dann schüttelte die Notärztin kurz den Kopf und seufzte: „Wie geht es… Wie geht es der kleinen Leonie denn eigentlich inzwischen? Weiß sie vom Tod ihrer Mutter?", fuhr die langjährige Ärztin sofort nervös auf und sah ihre Kollegin an, die mit einem Blick in die Krankenakte von Leonie erwiderte: „Nein… Nein, von mir und meinen Kollegen hat Leonie bisher noch nichts davon erfahren, dass ihre Mutter tot ist. Wir haben uns gedacht, dass Sie es der Kleinen vielleicht besser sagen sollten. Dann ist Leonie vielleicht etwas entspannter und leidet weniger. Zumal ihr großer Bruder ja zum Glück auch bald endlich bei Leonie im Zimmer untergebracht werden kann."

„Leo… Leonies WAS?! Wieso großer Bruder? Was ist denn… Wieso hat Leonie plötzlich einen großen Bruder? Ich hab doch nur die kleine Maus auf die Welt gebracht; meine kleine Leonie hat keinen großen Bruder.", sprudelte es urplötzlich aus Sabine heraus und ihr Lebensgefährte drückte kurz die Hand der Ärztin, als sie merkte, was sie gerade getan hatte.

Erschrocken schaute ihre Kollegin zu der Notärztin und fragte: „Was… Was wollen Sie denn damit sagen, Frau Kollegin? Wollen Sie denn die Kleine adoptieren? Ich meine, das wäre für die kleine Motte erst einmal das Beste, was ihr passieren könnte. Sie sind für das Mädchen jetzt schon eine Bezugsperson geworden; so schnell wie Leonie an Sie hat sich noch nie ein Kind an völlig fremde Menschen gehangen. Gleich nach der Einlieferung der Kleinen waren Sie für Leonie eine wichtige Person; als wären Sie die leibliche Mutter."

Traurig ließ Sabine ihren Kopf hängen und atmete tief durch, als sie antwortete: „Ich bin… Ich bin ja auch die leibliche Mutter von Leonie. Vor sechs Jahren habe ich meine kleine Tochter auf die Welt gebracht und… und musste nach der Geburt wegen einer Blutung sofort notoperiert werden. Es ging um Leben und Tod; ich wäre fast nicht mehr aufgewacht. Und innerhalb dieser Zeit, in der ich auf dem Tisch im OP und später auch für zwei Tage auf der Intensivstation im Koma lag, hat mein Exfreund… der leibliche Vater von Leonie… unsere gemeinsame Tochter zur Adoption freigegeben. Er wollte unser Kind damals während meiner gesamten Schwangerschaft nicht; für ihn zählte nur die Musik und sonst nichts. Deshalb konnte ich auch keine weiteren Kinder bekommen; Ich hatte Angst vor der Reaktion von meinem Exfreund auf eine eventuelle erneute Schwangerschaft."

„Aber wie… Wie kommen Sie denn da auf die Idee, dass ausgerechnet die kleine Leonie ihre leibliche Tochter ist?Haben Sie denn bereits mit dem Jugendamt gesprochen und gefragt, was mit ihrem leiblichen Kind passiert ist? Oder vermuten Sie nur, dass Leonie Ihr leibliches Kind ist? Ich meine, das würde im Moment vieles für die kleine Prinzessin verändern. Wenn sie erfahren könnte, dass Sie die leibliche Mutter sind."
„Ich habe… Ich habe zwar noch nicht mit dem Jugendamt gesprochen, was mit meiner Tochter nach ihrer Geburt damals passiert ist. Aber ich sehe in Leonies Körper so verdammt viele Gemeinsamkeiten zwischen ihr und mir. Schon alleine die Augen… und der Mund der kleinen Maus. Und dann ist mir… Bei der Untersuchung von Leonie am Unfallort ist mir an ihrer Schulter ein kleiner, mir sehr gut bekannter Fleck aufgefallen."
Kurz zog Sabine den linken Ärmel ihres Oberteils ein Stück von ihrer Schulter weg und deutete auf den kleinen Leberfleck, der sich direkt auf ihrer Schulter befand.
„Das habe ich meiner Kleinen wohl während meiner Schwangerschaft noch geschenkt, als sie entstanden ist. Ich bin mir wirklich zu fünfundneunzig Prozent sicher, dass Leonie meine kleine Tochter ist.", wusste Sabine und zog sich wieder an, bevor sie tief in ihren Bauch atmete und an die Geburt ihrer kleinen Tochter dachte.
„Ich habe damals… Ich habe damals nach der Geburt von meinem Baby sofort gespürt, dass Karsten etwas plant. Und dann… Er wollte Leonie damals schon während meiner Schwangerschaft nicht. Für ihn wäre es vielleicht sogar besser gewesen, wenn ich Leonie verloren hätte - so, wie ich es zweieinhalb Jahre später mit unserem zweiten Kind durchleben musste."

„Du… Du hast eine Fehlgeburt durchmachen müssen, Sabine?!" Von dem Bericht seiner geliebten Sabine geschockt fuhr Jens auf und die Notärztin nickte, bevor sie tief in ihren Bauch atmete und erzählte: „Ja… Ja, mein Schatz. Ich hatte eine Fehlgeburt. In der Nacht ein plötzlicher Abort in der 28. Woche. Ich habe nicht mehr daran gedacht, dass das noch passieren würde. Aber ganz plötzlich hatte ich nachts starke Schmerzen und dann… der Kollege in der Uniklinik in Ulm konnte nichts mehr für unser Kind tun. Es wäre ein Junge geworden. … Von dem Tag an, als mein Baby in meinem Bauch starb, habe ich mir vorgenommen, nie wieder auch nur daran zu denken, ein Baby zu bekommen."

„Hatte denn vielleicht Dein Exfreund…dieser Karsten etwas mit dieser Fehlgeburt zu tun? Ich meine… So ganz abwegig ist dieser Verdacht doch bestimmt nicht, oder? Er wollte euer erstes Kind nicht, das Zweite bestimmt auch nicht. Und deswegen hat er vielleicht für eine Fehlgeburt gesorgt. Man kann ja schließlich mit Medikamenten bestimmt eine Fehlgeburt auslösen, oder?", erkundigte sich Jens bei seiner Lebensgefährtin und Sabine nickte kurz, als sie antwortete: „Ja… Ja, natürlich kann man mit Medikamenten eine Fehlgeburt auslösen. Das ist überhaupt kein Problem. Aber warum sollte Karsten denn so etwas Schreckliches tun? Er hat dafür keinen Grund gehabt - außer seiner Musik… Ich hätte mich doch dann um unser Kind gekümmert. Sowohl um Leonie, wie auch um den kleinen Bruder von meinem Mädchen. Karsten hätte sich voll und ganz auf seine Musik konzentrieren können, während ich mich um die beiden Zwerge gekümmert hätte. Für die Babys hätte ich doch sogar daran gedacht, meinen Job aufzugeben."

„Das… Das kann man auch später noch klären. Aber ich habe jetzt erst einmal eine Frage an Sie, Frau Kollegin. Nehmen wir einmal an, Sie hätten Leonie damals nicht… Ihr Exfreund hätte Leonie damals nicht zur Adoption freigegeben und sie hätten auch nicht die Fehlgeburt gehabt. Könnten Sie sich denn in Ihrer heutigen Situation vorstellen, Leonie und deren großen Bruder eventuell bei euch sich aufzunehmen? Wir haben zwar schon mit dem Jugendamt Kontakt aufgenommen, damit für die Kinder eine Lösung gefunden wird. Aber wenn Ihr Lebensgefährte und Sie die Zwei bei sich aufnehmen könnten, wäre das ein Jackpot für die Kinder… und auch für meine Kollegen und mich.", fragte die Ärztin und Sabine schaute zu ihrer Kollegin, bevor sie noch einmal tief atmete und seufzte: „Ich… Ich habe zwar noch nicht geahnt, dass ich mein kleines Baby… meine Leonie jemals wieder in meine Arme schließen könnte. Aber… Aber noch einmal lasse ich mein Baby nicht alleine. Natürlich würde ich Leonie sofort und ohne Umschweife bei mir aufnehmen. Und mir dann erst einmal ein paar Tage frei nehmen, damit sich meine Tochter bei Jens und mir richtig einleben kann. Es ist… Ich weiß nicht, wie meine Kollegen oder mein Chef auf die Nachricht reagieren, aber mein Baby ist mir wichtig. Und deswegen… ja, ich werde meine Tochter bei mir aufnehmen."
Sanft streichelte sich Sabine über den Bauch und sah in ihren Augenwinkeln ihren Lebensgefährten, der geschockt zwischen der Kinderärztin und seiner geliebten Sabine hin und her schaute.
„Du… Du meinst das ehrlich, Sabine. Hab ich recht? Du bist Dir sicher, dass Du Deine kleine Tochter jetzt wieder zu Dir holen willst und… und Leonie bei uns einziehen soll. Du willst Deine kleine Tochter bei uns behalten, habe ich recht?"

Sabine nickte noch einmal und wandte sich dann mit einer Frage an ihre Kollegin: „Aber Sie… Sie haben ja nicht nur von meiner Kleinen gesprochen, sondern auch noch von einem großen Bruder meiner kleinen Prinzessin. Was ist denn mit dem Kind los? Liegt der Junge denn auch hier im Krankenhaus? Was ist denn mit dem Kind?"
„Leon… der große Bruder ihrer kleinen Tochter… ist in der Schule mit starken Schmerzen im Bauch und einem recht hohen Fieber zusammengebrochen; der McBurney-Punkt war stark druckschmerzhaft. Als Ärztin müssten Sie sich ja eigentlich schon denken können, warum ich den Jungen nach seiner Einlieferung und der Erstuntersuchung operieren musste."
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