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2022 08 31: Hoffnung(slos) [by PanicAndSoul]

Kurzbeschreibung
GeschichteSchmerz/Trost, Tragödie / P16 / Gen
Hikari "Kari" Yagami und Gatomon
31.08.2022
31.08.2022
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31.08.2022 795
 
Tag der Veröffentlichung: 31.08.2022
Titel der Geschichte: Hoffnung(slos)
Song: „Hoffnung“ von MIA
Autor: PanicAndSoul
Kommentar des Autors: Die Geschichte ist ein Auszug aus dem vierten Kapitel meiner FF Das Spiel ist aus . Triggerwarnung: Suizid

Hoffnung(slos)


Schlimmer als heute kann es einfach nicht mehr werden
Ich lieg auf dem Rücken, hab mich verirrt und möchte sterben
Wo kommen all, wo kommen all die Gedanken her
Ich hab keine Kraft, ich hab keine Lösung
Und ich hab keine Lust mehr
"Ich will das einmal alles anhält"
Für einen Augenblick
Ich steh neben mir, seh mich an und hör mich klagen
Hab heut kein Appetit und trotzdem schlägts mir auf den Magen
Ich muss raus – Ich muss raus auf die Straße und frag mich wohin
Ich seh keinen Sinn ich seh kein Ufer und ich krieg keine Luft mehr
- Wo kommt die Erlösung her


Sie lag auf dem Rücken, mitten in ihrem Zimmer und starrte an die Decke. Zum Millionsten Mal, zogen ihre Gedanken nun immer die gleichen Kreise, verirrten sich, verkanteten und die Spirale begann wieder von neuem. Heute war mal wieder so ein Tag, an dem einfach nichts gelang. Ihr Lächeln fühlte sich falsch an, jedes Wort, das sie wechselte, wirkte gelogen und jeder Schritt, den sie machte, war wie einer, in die falsche Richtung. Am liebsten hätte sie geweint, doch irgendwie, wollten da keine Tränen fließen. Was war denn nur los? So war sie doch früher nicht. Früher war es ihr doch leicht gefallen, zu lächeln. Sie konnte sich mit den Leuten unterhalten. Positiv in Richtung Zukunft gehen.
Doch seit einiger Zeit, waren da diese Gedanken. Gedanken, die sie immer wieder beschäftigten, belasteten und in die Tiefe zogen. Wieder einmal überkam Hikari das Bedürfnis, sich jemandem anzuvertrauen. Doch sie schaffte es einfach nicht, sich aufzuraffen. Stattdessen blieb sie einfach auf ihrem Boden liegen und starrte weiter an die Decke. Wenn ich doch einfach nicht mehr hier sein müsste, einmal diesen Gedanken entfliehen könnte, wenn die Welt einfach einmal stoppen würde, dachte sie und schloss ihre Augen. Da tauchte ein Bild vor ihr auf. Blonde Haare, blaue Augen. Sie hob ihre Lider. Nein, wenn sie nicht mehr da war, was würde dann aus Takeru werden? Oder ihrem Bruder, ihren Freunden, ihrer Familie?
Mühsam richtete sie sich auf. In ihrem Magen breitete sich ein flaues Gefühl aus. Wann hatte sie das letzte Mal etwas zu sich genommen? Vielleicht hatte ihre Mutter noch ein Mittel gegen Übelkeit. Sie stand auf, um ins Badezimmer zu gehen. Ihre Eltern waren auf der Arbeit und Taichi in der Schule, Hikari hatte behauptet, krank zu sein und da sie seit Tagen schon so blass aussah, stellte ihre Mutter sie nicht infrage. Mühsam schleppte sie sich zum Arzneischrank, der über dem Waschbecken im Badezimmer hing und öffnete ihn. Hikari kramte darin herum, auf der Suche nach einem Medikament, für ihren Magen.
Als sie nicht fündig wurde, wollte sie bereits aufgeben, doch da erregte eine kleine Schachtel ihre Aufmerksamkeit. Sie nahm sie heraus und drehte sie herum. Es handelte sich dabei um ein Mittel zum Einschlafen, welches ihrer Mutter vor langer Zeit einmal verschrieben wurde. Neugierig öffnete sie die Packung, sie war noch fast voll. Hikari erinnerte sich, dass das Medikament ziemlich stark war und ihre Mutter nur wenige der Tabletten eingenommen hatte, da sie sich davon so betäubt fühlte. Sie starrte einen Moment auf die kleinen Pillen, dann schloss sie die Schranktür und ging, mit der Packung in der Hand, zurück in ihr Zimmer.
Unsicherheit überkam Hikari. Sollte sie wirklich auf so etwas zurückgreifen? Andererseits könnte sie so vielleicht die Gedanken, die sie quälten, betäuben. Wenigstens für eine Weile. Sie zog den Blister hervor und drückte ein paar der Tabletten heraus. Sie hatte keine Ahnung, wie viele nötig waren, doch sie wollte lieber kein Risiko eingehen. Nicht, dass sie zu wenige nahm und sie nicht halfen. Sie begann mit vier Tabletten. Nach einer halben Stunde, merkte sie nichts.
Sie nahm noch einmal die Schachtel zur Hand und drückte noch vier weitere Pillen heraus. Nach einer Weile, begann ihr Blick sich etwas zu vernebeln und ein leichtes Schwindelgefühl setzte ein. Doch die Gedanken kreisten noch immer in ihrem Kopf herum. Also nahm sie sich ein letztes Mal einen der Blister und schluckte nun gleich sechs der Tabletten hinunter.
Langsam spürte sie die Wirkung. Es fühlte sich an, als habe jemand einen Föhn genommen und damit ihre Gedanken regelrecht weggepustet. Das Schwindelgefühl verstärkte sich und Hikari musste sich auf den Boden legen. Sie bemerkte, wie ihre Glieder schwer wurden. Als sie die Müdigkeit überkam, schloss sie ihre Augen. Wie herrlich dieses Gefühl war. Sie fühlte sich so leicht, frei von allem Ballast. Und als sie endlich die Schwärze umfing, hieß sie diese willkommen, wie einen alten Freund.
 
 
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