Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Hidden feelings

von sunrise82
Kurzbeschreibung
GeschichteRomance / P18 / Het
29.08.2022
08.10.2022
41
57.805
25
Alle Kapitel
119 Reviews
Dieses Kapitel
4 Reviews
 
22.09.2022 1.050
 
Zuerst hat Lindy den Jogger nur am Rande wahrgenommen, sah im Augenwinkel, wie er gestolpert ist. Je näher sie ihm kommt, desto anders wird es ihr zumute. Hat sie jetzt schon Wahnvorstellungen, aber als sie ihm nah genug ist, er sich zu ihr umdreht, bleibt ihr für den Moment die Luft weg. Es ist Ryan, seine karamellfarbenen Augen, sehen sie verwirrt und ungläubig an. Sind leicht gerötet, als hätte er eben geweint. Er sieht fertig aus, ihm scheint es schlimmer zu gehen, wie ihr. Lindy muss sich zusammenreissen, sich nicht in seine Arme zu werfen. Er will reden, bei sich zu Hause.

Jetzt laufen sie stumm nebeneinander her, ihr geht so vieles durch den Kopf. Getraut sich kaum zu atmen. Was will er ihr sagen, oder will er ihr keine Szene in der Öffentlichkeit machen. Was ist, wenn er sie jetzt für eine Frau hält, die ihn nicht in Ruhe lassen kann. Aber dann würde er sie kaum zu sich bringen. Lindy ist am Verzweifeln, ihre Gedanken schwirren wild umher, malen sich die schlimmsten Szenarien aus, worüber er mit ihr reden will. Sie sind nicht mehr am Strand, Lindy reisst sich zusammen, ihn nicht ständig anzuschauen. Ihre Nerven sind zum Zerreissen angespannt. Wie gross kann die Chance sein, dass sie ihm über den Weg läuft. Das Schicksal wird sicher nicht so gemein zu ihr sein und Ryan schickt sie gleich wieder weg.

An einer Tür, welche neben einem Tor ist und eine Mauer weiterführt, bleiben sie stehen. Ryan tippt etwas in ein Tastenfeld, er hält ihr die Tür auf und sie treten ein. Lindy lässt ihren Blick schweifen, als sie über den steinernen Weg laufen. Es sieht wundervoll aus, Wiesen, Sträucher und exotische Bäume umrahmen das besonders gebaute Haus, welches aus hellem Holz und Beton besteht. Mit ganz eigenen Formen, eckig und rund, nicht wie ein normales Haus. Es sieht aus, als hätte es jemand designet. Sie laufen auf die verspiegelte Tür zu, Ryan holt einen Schlüssel hervor und sie können eintreten.

Lindy wird immer nervöser, zieht sich, wie er, ihre Schuhe aus. Der aus Steinplatten bestehende Boden fühlt sich angenehm unter ihren Füssen an. Oder hätte sie ihre Schuhe besser anlassen sollen. Sie hält es kaum noch aus, ist unsicher und ihr Herz schlägt ihr bis zum Hals. Kann Ryan, der in gewissem Abstand zu ihr steht, leer schlucken sehen. Er fährt sich mehrmals durch die Haare. Öffnet den Mund und schliesst ihn wieder. Nicht nur sie scheint überfordert zu sein. Sein Blick trifft auf den ihren, sie kann diese Traurigkeit und Leere darin sehen. Aber auch Sehnsucht, Hoffnung leuchtet auf. Tief atmet er ein und aus „Lindy… es war ein Fehler…“

All ihre Hoffnung wird zerschlagen, sie ist den Tränen nahe. Dennoch will sie sich erklären „Ryan… ich… es ist nicht so wie du denkst. Ich bin auch gleich wieder weg, kann verstehen, wenn du mich jetzt für eine Irre hältst, die dir nach stiehlt… aber das habe ich nicht. Ich kann dich nicht vergessen, fühle mich nur als halber Mensch ohne dich. Wenn es dir nicht gleich ergeht, akzeptiere ich das. Das klingt sicher eigenartig für dich… aber ich bin in Los Angeles, weil ich dir nahe sein wollte… tut mir leid… ich gehen dann besser…“ Das zu sagen, besonders das ganz am Schluss, erforderte ihre grösste Überwindung.

Sie wendet sich ab, will zu ihren Schuhen greifen. Doch eine Hand an ihrem Handgelenk hält sie zurück. Diese kleine Berührung löst Dinge in ihr aus, die es nicht sollte. Wie ein Stromschlag, der ihr durch und durch geht „Stopp Lindy… nicht…“ Ryan ist dicht bei ihr, sie kann seine Wärme spüren. Sein Blick ist nicht mehr leer, eher entschuldigend und direkt auf sie gerichtet „Du hast mich komplett falsch verstanden, bitte lass mich ausreden.“ Sie seufzt leise „Erstens, ich halte dich sicher nicht für irre… du bist die wundervollste Frau, die ich je kennenlernen durfte…“ Ihr Herz macht einen kleinen Hüpfer.

„Ich wollte sagen, dass es der grösste Fehler war, was ich vor Monaten gemacht habe. Mich von dir zu trennen, ich wollte dich beschützen Lindy. Ich will nicht, dass es deine und meine Welt gibt. Sondern unsere… aber du hast was Besseres verdient, als was dir in meiner Gegenwart passieren könnte, oder mit Sicherheit wird. Ich wollte doch nur, dass du glücklich bist. Das dies mir so schwerfallen würde… ich gehe zugrunde ohne dich Lindy. Ich vermisse dich so sehr. Und das schlimmste ist, ich habe dich sehr verletzt. Genau das wollte ich nicht…“

Lindy glaubt zu träumen „Ich… bitte… Lindy. Ich weiss, es ist viel verlangt und egoistisch von mir, dich zu bitten… aber ohne dich kann ich mir mein Leben nicht mehr vorstellen. Ich brauche dich… und ich verspreche, dass ich zu dir stehe, dich versuche so gut es geht, vor allem zu beschützen. Alles, was in meiner Macht steht, dafür tue. Wenn du jetzt gehen willst, dich auf all das nicht einlassen kannst, dann muss ich das akzeptieren.“ Sie legt eine Hand an seine Wange, welche sicher mehrere Tage keinen Rasierer gesehen hat. Sein leichter Bart kitzelt und stecht zugleich.

„Ryan… ich würde alles auf mich nehmen, wenn ich nur bei dir sein darf. Aber bitte versprich mir eins, stosse mich nie wieder von dir weg, weil du meinst, dass es besser für mich ist. Weil du meinst, dass du mich dadurch schützen kannst. Rede mit mir, über alles, Ryan. Ich weiss, wer du bist, in dir und auch wer du für andere bist. All das ist ein Teil deines Lebens, zu dem ich dazugehören will…“ Ryans Augen verändern sich. Die Leere weicht und er fängt an zu strahlen. Und um sie beide ist es geschehen, schlingen die Arme um den Körper des anderen. Vereinen ihre Lippen zu einem Kuss, der sie alles um sich herum vergessen lässt.

Lindy hat das Gefühl zu schweben, er küsst all die letzten Wochen weg. Erfüllt sie mit Wärme und Liebe, eng schmiegt sie sich an ihn. Diese schwere Last auf ihr weicht und macht einer Leichtigkeit Platz. Ryan löst sich nur leicht von ihr, hält ihr Gesicht zwischen seinen Händen fest „Lindy…“, haucht er ihren Namen „Ich liebe dich… du weisst nicht wie sehr, so sehr, dass es schmerzt.“- „Und ich liebe dich, Ryan“, mehr bringt sie nicht hervor. Seine Lippen legen sich auf die ihren.
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast