Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Hidden feelings

von sunrise82
Kurzbeschreibung
GeschichteRomance / P18 / Het
29.08.2022
08.10.2022
41
57.805
25
Alle Kapitel
119 Reviews
Dieses Kapitel
4 Reviews
 
 
29.08.2022 1.662
 
April 2025 Oregon

Ihre eher widerspenstigen, langen und leicht gewellten Haare hat Lindy heute zurückgebunden. Lenkt den Van durch die Strassen von Parkdale, einem kleinen Dorf, zu Füssen des mit noch etwas Schnee bedeckten Mount Hood. Obwohl Dorf fast schon übertrieben ist. Das Land wird grösstenteils für landwirtschaftliche Zwecke genutzt und vereinzelt stehen Häuser dazwischen. Es gibt zwar alles, was sie brauchen, Supermarkt, Apotheke, einen Arzt. Dennoch leben hier meist nur Personen, die für die Touristenbranche arbeiten. Hotels und Campingplätze hat es viele in der Umgebung. Und im Winter ist am Mount Hood, der eigentlich ein erloschener Vulkan ist, ein herrliches Skigebiet, das fast bis in den Frühling genutzt werden kann.

Lindy blickt in den Rückspiegel und Seitenspiegel, biegt ab Richtung Timberline Lodge. Ein Hotel, welches einsam auf etwa 1800 m und am Südhang des Berges steht. Seit nun mehr als 4 Jahren, ist es im Besitz ihrer Eltern. Sie war damals 21, als sie es übernommen haben. Tatkräftig unterstützt Lindy sie, wo sie nur kann. Ist sozusagen Mädchen für alles, wie auch Gäste mit eben diesem Van abzuholen, in dem sie sitzt. Doch jetzt muss sie dies nicht tun, denn sie werden die nächsten 3 Monate ganz besondere Hotelgäste haben. Für eben genannte Zeit hat ein Filmproduzent das ganze Hotel gebucht.

Die gesamte Filmcrew, samt Schauspielern, werden bei ihnen sein. Sie wollten es so, dann haben sie ihre Ruhe, hoffen das niemand den Filmdreh, für eine romantische Komödie mitbekommt. Denn ihr Hotel liegt eher abgeschieden und wenn keine anderen Gäste da sein werden, ist die Chance gross, dass sie unentdeckt bleiben. Lindy findet es aufregend und sie freut sich darauf, dafür haben sie gerade grossen Stress, alles muss auf einen Streich vorbereitetet und geplant werden, jedes Zimmer wird gebraucht. Bereits in dieser Woche treffen die ersten Crewmitglieder ein. Der Produzent, Philip Duncon, ist schon anwesend. Und eben zu diesem muss sie gehen, zusammen mit ihren Eltern. Denn Lindy hat eine ganz besondere Aufgabe bekommen.

Ob sie dieser gewachsen ist, weiss sie nicht. Hat bisher nur wenig von ihrer Mutter erfahren, nur dass sie heute eine Besprechung deshalb haben. Die beiden Hauptdarsteller, haben auf Wunsch des Produzenten, beide einen persönlichen Assistenten. Nur einer von diesen, hat sich anscheinend vor drei Tagen, sein Bein gebrochen. Mr. Duncon hat dringend Ersatz gesucht und Lindys Mutter, hat sie dann vorgeschlagen. Sie ist ihr dankbar für das Vertrauen, zugleich ist sie sich nicht sicher, was da alles auf sie zukommt. Ob sie dem gewachsen ist, wie geht man mit Hollywood Stars um. Denn solche sollen es sein, sie weiss nur die Namen noch nicht. Mit Gästen hat sie zwar Übung, auch mit schwierigen. Nur das sind Schauspieler, die haben sehr wahrscheinlich andere Bedürfnisse und Anforderungen.

Die Strasse schlängelt sich den Berg hinauf und je näher sie dem Hotel kommt, desto mehr macht sich die Aufregung in Lindy breit. Da tut der vertraute Anblick sehr gut, das Gebäude erhebt sich vor dem Berg, sein Dach ist im Design, dem Mount Hood nachempfunden. Sie mag die Architektur, es ist keines dieser neuen Betonklötze, welche nicht in die Landschaft passen. Die Timberline Lodge fügt sich in das Bild ein, als wäre es dorthin gemalt worden. Auch drinnen, ist es aus Holz und Stein gebaut, als wäre es aus dem Berg herausgewachsen. Ein herrlicher Rückzugsort und Lindy ist stolz darauf, dass sie hier arbeiten darf, wo andere Ferien machen. Gut, ihr Pläne waren mal andere, aber sie ist dennoch zufrieden damit, wie es jetzt ist.

Gekonnt parkt sie den Wagen und geht die Steintreppe hoch, unter dem Steinbogen hindurch. Die gläserne Türe schiebt sie mit der Hüfte auf, da Lindy ihre Hände voll hat. Legt die mitgebrachten Unterlagen am Empfang ab. Tammy lächelt sie freundlich an, sie hat heute Dienst. Lindy blickt hinter den hölzernen Tresen, ein Bild des Mount Hood erstreckt sich über die gesamte Länge der Wand, was sie lächeln lässt. Lindy blickt auf die Uhr, sie sollte sich beeilen. Achtet nicht gross auf ihre Umgebung, als sie durch die Gänge läuft. Sie kennt jeden noch so kleinen Winkel hier drin, könnte sich auch im Dunkeln bewegen.

Mit zügigen Schritten durchquert sie den Aufenthaltsraum, oder wohl eher Halle. Mit seinen hohen Decken, den Balustraden, vielen gemütlichen Sitzmöglichkeiten. In der Mitte ragt ein steinerner Kamin empor, ist der Blickfang des ganzen Raumes, welcher gemütlich und einladend wirkt. Und an den vielen Fenster rundherum, bietet sich ein wundervoller Blick auf die gesamte Umgebung, des Berges und die Natur. Sie haben fast alles hier, von einer Bar, Restaurant, einen kleinen, aber feinen Wellnessbereich und ein Trainingsraum. Viele Speisesäle und einen beheizten Aussenpool. Alles was das Herz begehrt und natürlich Zimmer, von klein bis gross.

Lindy klopft an die Holztür, bevor sie den Raum betritt. Ihre Mutter ist bereits da, ihr Vater wird wie immer beschäftigt sein. Denn er ist hier der Hausmeister, kann fast alles reparieren. Sie hilft ihm sogar manchmal dabei und ihre Mutter, macht den ganzen Papierkram, wie ihn ihr Vater immer nennt. Olivia erblickt ihre Tochter, lächelt sie zufrieden an. Ein Mann erhebt sich, er sieht einschüchternd aus, imposant und einflussreich. Dennoch liegt eine gewisse Wärme in seinem Blick und auch Gesichtsausdruck „Guten Tag, sie müssen Lindy Peters sein? Ich bin Philip Duncon, aber nenn mich doch bitte nur Phil, wie es alle anderen tun. Ich bin sehr froh, dass du so kurzfristig einspringen konntest.“

Lindy lächelt ihn freundlich an und ergreift seine Hand, die er ihr reicht. Danach setzen sie sich hin „Also… da du in den drei Monaten bei mir angestellt bist und zur Crew gehörst, übernachtest du natürlich auch hier im Hotel, bist ein Gast“, sie sieht zu ihrer Mutter, die sie nur anlächelt. Ein Gast in ihrem eigenen Hotel, Lindy kann sich das nicht vorstellen, aber wenn der Produzent darauf besteht, dann ist es so „Ich werde mein Bestes versuchen Phil… es ist neu für mich, was sind meine Aufgaben, auf was muss ich besonders achten?“ Diese Fragen stellt sie sich, seit sie davon erfahren hat.

„Also… auch wenn er meinte, dass es nicht nötig wäre, bestehe ich trotzdem darauf, dass du seine Assistentin bist… ich will nur das Beste, für meine Hauptdarsteller, da dulde ich keine Widerrede. Deine Aufgaben, dass es ihm an nichts fehlt. Heisst so viel, wie dass du ihn mit dem Wagen fährst, wo auch immer er hinwill. Am Set in seiner Nähe bist, für seine Verpflegung und allgemein leibliches Wohl sorgst. Falls er etwas braucht, oder du ihm einfach nur eine Jacke bereithältst, damit er sich aufwärmen kann. Er wird seine Wünsche schon äussern und wenn was unklar ist, kannst du ihn oder auch mich fragen. Und natürlich bekommst du ein Handy von mir, damit er dich erreichen kann und du ihn. Ich lege Wert auf äusserste Diskretion und Verschwiegenheit. Setze dies voraus, möchte aber auf einen Vertrag verzichten. Vertraue ihnen da, oder es wirft kein gutes Licht auf ihr Hotel.“

Olivia räuspert sich, sie lächelt freundlich „Natürlich… ich stehe für jeden Mitarbeiter hier ein und besonders für meine Tochter Lindy. Wir wissen, wie wir mit Gästen umzugehen haben. Sie haben sich für das richtige Hotel entschieden“, sie muss schmunzeln, ganz ihre Mutter, sie ist Geschäftsfrau durch und durch. Aber ihre Worte sind aufrichtig, sie haben hier wirklich tolle Mitarbeiter „Gut… sie wollen sicher wissen, wer denn hier nächtigen wird“, am liebsten würde sie Phil schütteln, dass er endlich damit rausrückt. Im Grunde kann es ihr egal sein, sie haben hier ab und an berühmte Persönlichkeiten, welche sich ihre Ruhe gönnen. Weiss, wie damit umzugehen. Und leider weiss sie auch, dass manche nach aussen nett wirken, aber in Wirklichkeit fiese Personen sein können.

Natürlich kann es auch umgekehrt sein, denn Stars sind auch nur Menschen „Also Ashley Miller… sie hat eine Assistentin… Alice… und du wärst für Ryan Garcia verantwortlich.“ Lindy hört wie ihre Mutter vor Freude übersprudelt „Oh… das gibt es doch nicht… Hollywood bekanntestes und schönstes Liebespaar, in unserem Hotel. Da hätten wir nicht zwei Zimmer gebraucht, aber sie liegen direkt beieinander. Da haben sie genug Platz und können dennoch zusammen sein.“ Phil nickt „Das passt doch sehr gut“, er scheint zufrieden zu sein. Während in Lindy seine Worte nachhallen. Ryan Garcia. Der im Moment angesagteste Schauspieler. Sie hat all seine Filme gesehen und dies nicht nur einmal. Auf YouTube Interviews angeschaut und was es sonst noch alles gibt. Er lächelt sie auch in Werbespots und von zahlreichen Werbeplakaten an.

Wirkt immer sehr nett und sympathisch. Zusammen mit Ashley, gibt er das perfekte Paar ab. Und diesen Wahnsinns Mann soll sie betreuen. Sie sendet ein Stossgebet hoch, dass sie das nicht vermasselt. Normalerweise ist sie in ihrem Job selbstbewusst und sicher. Aber ansonsten eher unsicher und schüchtern, zweifelt etwas an sich. Hofft einfach, dass sie sich nicht vor Ryan blamiert. Sie begibt sich mit diesem Job auf fremdes Terrain und noch etwas hofft sie, dass er in Wirklichkeit kein eingebildeter Snob ist. Bei all seinem Ruhm, könnte er das durchaus sein. Es würde das Bild, welches sie sich über ihn gebildet hat, vielleicht zerstören. Was sie sehr schade finden würde.

„Hast du noch Fragen, Lindy?“, holt sie Phil aus ihren Gedanken. Sie fängt sich von ihrer ersten Überraschung „Ähm… ja… hat er besondere Wünsche, von denen ich wissen muss? Oder vielleicht sogar Allergien, etwas was er gar nicht mag?“ Der Produzent überlegt kurz „Ich sehe schon, dass wir die richtige Person für diesen Job gefunden haben. Gut, das du solche Dinge fragst. Ich habe mit seinem Manager Gabriel Carter gesprochen. Spezielle Dinge braucht er nicht. Was ich weiss, dass er keinen Kaffee trinkt, sondern Tee. Und er mag kein scharfes Essen. Ansonsten ist mir nichts zu Ohren gekommen, keine Allergien oder dergleichen.“

Lindy macht sich gedanklich ihre Notizen, versucht ihr aufgewühltes Inneres zu beruhigen. Was es zum Glück auch tut, als sie weiteres besprechen. Dennoch gehen ihr karamellfarbene Augen, für den Rest des Tages nicht mehr aus dem Sinn. Ob sie auch in echt so aussehen, wie auf den zahlreichen Bildern, welche es von Ryan gibt.
Review schreiben
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast