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Kakaniens Dampf

von Senex
Kurzbeschreibung
GeschichteAbenteuer / P16 / Gen
23.08.2022
02.12.2022
19
398.822
1
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Voller Dampf für Kakanien


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Ein Steampunk-Abenteuer


1. Teil


WOLKEN AM HORIZONT


PROLOG


1878,




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5 April


In der nördliche Adria


Die kaiserliche Yacht KKS MARIA THERESIA war ein schnittiges Metallschiff, eine Luxusyacht mit einer Länge von 88 Metern länge, einer Breite von 11 und einem Tiefgang von maximal 5,9. Die mit der chemischen Melange namens Vaporid geheizten Dampfkessel konnten im Verbund mit den 1854 von Karl Friedrich Werner entwickelten PS-starken Werner-Turbinenmotoren und den verstellbaren Resselpropellern das schlanke Schiff mit einer veritablen Höchstgeschwindigkeit von 60 Knoten durch das Wasser treiben. An diesem ungemütlichen, stark bewölkten Tag aber fuhr die MARIA THERESIA mit gemütlichen 20 Knoten die Küste von Illyrien entlang. Maria Sophia, Prinzessin der Vereinigten Donaumonarchien und Erzherzogin von Österreich genoss in einen wind- und wasserdichten Reisemantel gehüllt die wenigen Sonnenstrahlen auf dem das Kommandodeck umlaufenden Balkon. Ein Kanonenschuss dröhnte durch die Luft, ein großes, mit stählernen Planken beschlagenes altes Breitseiten – Linienschiff, noch unter der Panzerung aus Holz gebaut und mit drei Segelmasten zusätzlich zum Dampfantrieb ausgestattet brach hinter einer Insel hervor und verlegte der MARIA THERESIA mit geöffneten Stückpforten und ausgefahrenen Kanonen den Weg. Erzherzogin Maria Sophia öffnete den Mantel, und Kapitän Jan Kubaček kam aus der Brücke zu Maria Sophia auf die Insel.

„Wir könnten Volldampf geben, Hoheit. Seine alten Kanonen fürchte ich nicht, unser Schiff besteht nicht umsonst komplett aus kristallinem Kortwitz- Leichtstahl. Wir könnten auch aus unseren neuen Langgeschützen einen schönen Gruß einmal quer durch ihren Rumpf schicken.“

„Was denken Sie, dass die von uns woll‘n, Kapitän?“ fragte Maria Sophia den Fachmann.

„Nun, wir haben zwar gerade keinen Kriegszustand mit den Welschen, aber Italienern kann man prinzipiell nicht vertrauen. Ich vermute, dass wir einen Kaperfahrer vor uns haben, Hoheit. Vielleicht sogar Capitano Garallio. Das ist ein ganz übler Pirat mit Kaperbrief.“

„Frag‘n wir ihn doch einmal, Kapitän. Stoppen Sie, aber wir sollt‘n die langen Lolas fertig mach‘n. Sicherheitshalber.“

„Selbstverständlich, Hoheit! Maschine stopp, aber in Bereitschaft, Position halten! Leutnant Huber, Geschütze vorbereiten!“



Obwohl es sich bei der MARIA THERESIA um eine Yacht handelte, hatte der Konstrukteur zwei mal zwei schwenkbare, lange Hinterladergeschütze mit langem Rücklauf drehbaren Lafetten in niedrigen, vom Hauptdeck gedeckten Barbetten auf dem abgesenkten Bug- und Achterdeck untergebracht. Das Kaliber von nur 10,9 Zentimeter war für damalige Verhältnisse zwar relativ klein, dafür besaßen sie aber hohe Reichweite und große Durchschlagskraft. Das Kommandodeck war ein eigener Aufbau mittschiffs. Zwischen den beiden Kanonendecks und rings um die Brücke waren noch acht jener Schnellfeuerkanonen untergebracht, die Richard Gatling im Jahr 1861 erfunden hatte. Nur, dass diese so genannten Gatling Guns der k. u. k. Marine nicht mehr mit einer Handkurbel betrieben wurden, sondern mit Dampf, dass die Munitionszufuhr nicht mehr durch ein aufgesetztes Stangenmagazin, sondern durch einen Munitionsgurt erfolgte und dass das Kaliber dieser vier Waffen nicht mehr nur .45 Zoll, also 11,5 Millimeter betrug, sondern .79 Zoll. Volle zwei Zentimeter, beinahe das doppelte, und die Ladung aus rauchfreiem, nitriertem Pulver weit stärker als nur das doppelte des ursprünglichen Maschinengewehres war. Die Panzerbrandgranaten der Revolverkanone schlugen durch ihre Explosivwirkung Löcher durch die meisten der in den 1860er Jahren üblich gewesenen Schiffspanzerungen und wurden auch den Decksaufbauten modernerer Kriegsschiffe durchaus noch gefährlich. Die Sprengbrandgranaten gegen – wie der Militärjargon beschönigend und auch ein wenig zynisch Menschen und Tiere nannte – ‚weiche Ziele‘ zeigten bei ihrer Explosion eine verheerende Splitterwirkung. Aber natürlich hatte die Firma Mannlicher in Steyr auch dampfbetriebene Gatlings im Kaliber 9 Millimeter mit Gurtzufuhr gebaut, und die Werft hatte zehn davon auf der MARIA THERESIA verbaut. Zum Schutz der allerhöchsten Familie kam eben nur die modernste Technik in Frage. Das fremde Kriegsschiff kam der MARIA THERESIA immer näher, und schon konnte man den Schriftzug am Bug mit bloßem Auge erkennen.

„Es ist wirklich die SQUALO, Hoheit. Das Schiff von Garillo!“ rapportierte Kubaček.

„Dann hoff‘ ich, dass alle Mann auf ihrem Post‘n und kampfbereit sind!“ plauderte Maria Sophia. „Aber das war jetzt eine unbedachte und dumme Bemerkung, Kapitän. Selbstverständlich sind sie das bereits, schon seit der erste Kanonenschuss g‘fallen ist. Entschuldigen Sie bitte, Kapitän.“

Jan Kubaček salutierte. „Es gibt nichts zu entschuldigen, Hoheit. Und selbstverständlich sind alle Mann bereit zum Gefecht.“



Mittlerweile war die SQUALO, benannt nach einem der gefürchtetsten Meeresräuber, dem Hai, näher gekommen und nur noch wenige Meter trennten die beiden Schiffe. Ein wuchtig gebauter, dunkelhaariger Mann mit langer Mähne und mächtigem Schnurrbart in einer abenteuerlichen, bunten Phantasieuniform mit großen, goldenen Epauletten auf den Schultern und jeder Menge Gold auf dem Zweispitz trat an die Reling der Brücke des alten, aber immer noch kampfstarken und gefährlichen Panzerlinienschiffes.

„Das ist aber erfreulich!“ Sein Deutsch hatte einen deutlichen italienischen Akzent, war aber an Bord der MARIA THERESIA noch gut verständlich. „Wie schön, dass ich hier draußen auf ein Mitglied des kaiserlichen Hauses von Österreich treffe. Wahrscheinlich die Signorina, das müsste sein Maria Sophia, vom Alter her. Ob ihrem Großvater, dem Kaiser Franz Karl wohl das Leben seiner Enkelin ein paar tausend Gulden wert ist, auch wenn er seit vorigem Jahr einen männlichen Enkel hat?“

Maria Sophia verschränkte ihre Arme, ihre Hände verschwanden unter dem Mantel. „Wahrscheinlich, Capitano! Ganz sicher sogar. Aber ob er das noch miterleben wird? Ich glaub's irgendwie nicht!“ Ihre Hände erschienen wieder, in der rechten lag dunkelblau, beinahe schwarz schimmernd ein .45 Revolver Colt Buntline special mit einem 14 Zoll langem Lauf. Noch während sie die Waffe ausrichtete, spannte ihr Daumen den Hahn, im richtigen Moment krümmte sich der Zeigefinger und mit 320 Metern in der Sekunde durchschlugen 16 Gramm Blei die Stirn den italienischen Korsaren und töteten ihn auf der Stelle. Sofort zog Maria Sophia  mit dem Daumen den Hahn wieder zurück, während sie den Lauf schon schwenkte, dann schoss sie dem Rudergänger in den Körper, welcher, als er zu Boden sank, noch das Steuerrad verdrehte. Damit lief die SQUALO komplett aus dem Kurs. Noch ehe ihre Besatzung reagieren konnte, überschütteten die an Steuerbord liegenden Revolverkanonen das Deck des Kaperschiffes mit den heißen Bleisplittern der Sprengbrandgranaten.

„Backbord ein Viertel Kraft zurück, Steuerbord volle Kraft rückwärts“, rief der Kapitän, und der Steuermannsmaat zweiter Klasse Konrad Wastič reagierte sofort. Er riss den an der rechten Seite der Maschinenkontrolle liegenden Hebel bis zum Anschlag zurück und den linken bis zur ersten Raste.

„Backbord ein Viertel, Steuerbord volle Kraft zurück liegt an, Herr Kapitän.“ Der Dampf strömte durch die Rohre in die Werner-Turbinen und trieben die Schrauben in schnelle Umdrehungen. Als die Kanonen der SQUALO das Feuer auf das österreichische Schiffe eröffneten, war dieses bereits aus der Schusslinie der Breitseite gekommen, die wenigen Treffer richteten nur marginalen Schaden an der Bugpanzerung an.

„Beide Maschinen ein Viertel voraus. Rudergänger, bringen Sie uns hinter das Heck des Feindes.“

„Beide ein Viertel voraus liegt an“, meldete Wastič, und Heinrich Korbach wirbelte das große Steuerrad herum.

„Hinter das Heck, verstanden!“  Die kampfstarke Yacht fuhr einen engen Viertelkreis und befand sich bald im Heck der SQUALO, wo dieser alte Schiffstyp keine nennenswerten Kanonen besaß.

„Signalgast! Signalisieren Sie der SQUALO, sie soll Kurs auf Fiume nehmen!“ Maria Sophia versorgte ihre Waffe wieder im Federholster unter ihrem linken Arm, dann nickte sie Jan Kubaček zu. „Bitte entschuldigen Sie mich, Kapitän.“



Erhobenen Hauptes schritt die Erzherzogin vom Kommandodeck und begab sich in ihre Gemächer.

„Verdammt, ist das ein Teufelsweib!“ Jan Kubaček zog eine Zigarre aus der Tasche seines weißen Rockes. „Ein wirklich prachtvolles Teufelsweib. Schön und mutig zugleich!“ Er paffte gemütlich, bis die Zigarre ordentlich brannte.

„Wirklich eine tolle Frau, Herr Kapitän!“ pflichtete der Rudergänger bei. „Wo hat sie das bloß her?“

„Hören's gut zu, Korbach, es war vor rund drei Jahr‘n in Fiume! In der k. u. k. Marineakademie, damals war die Prinzessin gerade einmal drei Monat' über sechzehn. Wollt' halt ein bisserl was von der Marine wissen und auch ein wengerl als Kadett den Drill mitmachen. Man weiß ja nie, wozu man als kaiserliche Prinzessin so ein Wissen braucht. Unser‘ Prinzessin, die Maria Sophia, ist ja sowieso mehr als Bub aufgewachs‘n und nicht wie ein typisches Mäd‘l. Hat ja siebzehn Jahr' gebraucht, bis die Helene unserem Thronfolger einen Sohn geschenkt hat, der überlebt hat! Vorher lauter Mäderln, und alle hab' schon dacht, dass die Maria Sophia eine zweite Maria Theresia wird. Na ja also, vor drei Jahr‘n. So ein depperter Dalmatiner hat z'Haus zu oft auf einen von diesen serbisch‘n Wapplern g'hört, diese Nationalrassisten, die dauernd von einem Großserbisch‘n Reich red'n, in dem die slawischen Völker die absoluten Herr‘n sind. Ich mein', ich bin ein Böhm‘, damit bin ich selber ein Slawe, und was bin ich? Kapitän von der kaiserlich‘n Yacht und damit von einem der best'n Schiff', das im Moment auf dem Meer schwimmt. Seit den Reformen vom Kaiser Franz Karl haben wir genau die gleichen Rechte wie die Deutschösterreicher, die Ungarn und die Bayern, sogar die Maori haben seit der Reform von 1850 die gleichen Rechte wie alle ander'n. Zu was also der Trottel unbedingt Revolutionär spielen wollt', das werd' ich nie vertsteh'n. Auf jeden Fall hat der dumme Bub sein Krotenstecher g'nommen und ist auf die Kleine losgegangen. Vor'm Sportsaal. Die Prinzessin hat damals die Kadettenuniform an und kann ihm ausweichen, springt in den Sportsaal und greift sich dort an Sabel vom Gestell. Ich war damals g'rad' Fregattenkapitän und auf der ERZHERZOG ALBRECHT, ich sollt' auf der Akademie ein paar Vermessungskarten abgeben. Wir haben in der Südsee neue Vermessungen g'macht, Lotungen für eine sichere Route. Also, ich geh' an  der Sporthalle vorbei, da hör‘ ich Klingen scheppern und weiß, es darf eigentlich gar keiner da sein! In der Mittagspause wird nicht mit Waffen trainiert, das ist so eine eiserne Regel!“ Zufrieden sog er wieder an seiner Zigarre. „Ich also rein in die Halle und seh', wie der Bursche versucht, die junge Prinzessin aufzuspießen. Und des Mädel ist eiskalt, weicht nach links aus, weicht nach rechts aus, und wie ich losschreien will, macht sie plötzlich einen formvollendeten Ausfallsschritt und treibt dem Burschen ihr Rapier genau unterm Brustbein in den Bauch. Kerzeng'rad, wie aus dem Lehrbuch. Na, er hat uns noch sagen können, warum und weshalb des Madel umbringen wollt, dann ist er g'storben. Nicht schad' um den, wenn er's überlebt hätt', hätt'n wir ihn halt nach einem Prozess nach allen Regeln auf'ghängt, den miesen Fallot, den elendiglichen! Mit Trommelwirbel und allem. Ist ja jetzt auch egal. Und weißt, wie alles vorbei war, hat sie den Sabel hin g'schmissen und hat gekotzt wie ein Reiher! Ang'spieben von oben bis unten hat sie sich. Während dem Kampf eiskalt und überlegt, und dann fix und fertig! Also ich glaub', das ist ihr angeboren!“

„Und wo hat sie fechten gelernt?“ fragte der Erste Offizier.

„Das weiß ich nicht, Karl. Aber mehr als ein Kratzer, da am Arm, wo sie den ersten Hieb abgewehrt hat, ist dem Schwein, Gott sei‘s gedankt, nicht gelungen! Schießen hat sie jedenfalls die letzten Jahr‘ in Amerika gelernt, da hat sie auch diesen langen Revolver her. Eine ganz blöde Sach‘, dass die G'schicht damals mit dem Fähnrich, einem Bürgerlichen, aufkommen ist, da hat sie dann halt eine Zeitlang weg aus Österreich müssen. War halt noch zu jung damals,  das Mäd'l!“

 

Die Geräusche aus den kaiserlichen Gemächern, wo Maria Sophia es eben noch auf die Toilette schaffte, ehe sie sich heftig erbrechen musste, hörten der Kapitän und seine Besatzung allerdings nicht. Es hätte ihrer Bewunderung aber auch keinen Abbruch getan, denn sie alle hatten ähnlich mulmige Gefühle nicht nur bei ihren ersten Feindberührungen erlebt. Die Erzherzogin hatte im richtigen Moment richtig reagiert, und jeder hätte den großen Cognac, den sie sich eben mit zitternden Händen eingoss, und den Zigarillo, den sie mit Vorliebe rauchte, komplett verstanden. Sie stürzte den doppelten französischen Weinbrand hinunter, schüttelte die Anspannung ab und sich den Kopf frei. Für die Besatzung der MARIA THERESIA und später auch für die Bewohner der Vereinigten Donaumonarchien war sie jedenfalls eine Heldin, und als sie eine halbe Stunde wieder souverän auf dem Kommandodeck stand und sinnend die Beute der MARIA THERESIA betrachtete, war ihr nichts mehr anzumerken.



=◇=




Es hatte sich schon eine Menge getan, seit jenem Revolutionsjahr 1848, in welchem Franz Karl Joseph von Habsburg den Thron von seinem Bruder Ferdinand übernommen hatte. Damit hatte er die Linie des Hauses Habsburg-Lothringen, welcher auch Maria Sophia entstammte, zur Hauptlinie gemacht. Seit dieser Machtübernahme hatten große Fortschritte, ja, regelrechte Umbrüche in Österreich-Ungarn stattgefunden, sowohl auf technischem wie auch sozialem und wirtschaftlichem Gebiet. Eine zweite, noch viel weiter reichende Revolution, weiter als die Aufständischen gegen den abgesetzten Kaiser Ferdinand je zu hoffen gewagt hatten. Dieses Mal allerdings war es eine von oben initiierte Revolution. Wenn es nach Sophie Friederike, der Mutter seines Sohnes, gegangen wäre, hätte allerding dieser Sohn Franz Joseph 1848 den Thron von Österreich besteigen und die in der Revolution dem Kaiserhaus abgetrotzten Zugeständnisse wieder rückgängig machen sollen. Doch ihr Ehemann Franz Karl Joseph von Österreich hatte trotz all ihrer Überredungsversuche beschlossen, sein Recht als Nächster in der Erbfolge selbst in Anspruch zu nehmen. Er hatte diese vom Volk erstrittenen Zugeständnisse nicht nur gesetzlich in einer vom Volk lange ersehnten Verfassung verankert, sondern war noch darüber hinaus gegangen. Zum Entsetzen der Kaiserin gründete er überdies auch noch den Rat der Kronländer und ein Parlament, machte bis 1850 aus dem völlig absolutistisch regierten Österreich-Ungarn die Vereinigten Donaumonarchien. Einen Bund von konstitutionellen Monarchien, von ihm in Personalunion als Kaiser oder König regiert, jeweils von eigenen Senaten und Kanzlern unterstützt. Mit den gleichen Rechten für Ungarn, Slawen und alle anderen Völker unter dem Doppeladler, den gleichen Rechten, wie sie auch die Deutsch-Österreicher genossen. Mit freien Senatswahlen, Rede- und Versammlungsfreiheit, sogar eine vorläufige Art Gewerkschaft wurde erlaubt. Und er förderte finanziell die Wissenschaften, unter anderen auch den Chemiker Nikolaus Novacek, der 1849 dann das Vaporid erfand. Ein chemisches Gemisch, mit dem man den Wassertank einer Dampfmaschine einen ganzen Tag heizen konnte. Endothermisch. Das bedeutet, dass man das salzähnliche Granulat einfach dem Wasser im Tank zuführte, und die Hitze wurde chemisch erzeugt. Ein Kaffeelöffel produzierte mehr Dampf und damit mehr Arbeitskraft als viele Tonnen Kohle, eine immense Revolution der Dampfmaschinentechnik. Man konnte nun den Atlantik mit einer Kaffeedose voll Vaporid überqueren und hatte immer noch Reserven, das Segelschiff schien für Österreich endgültig Geschichte zu sein. Zumindest im militärischen und kommerziellen Sektor. Ein immer dichter werdendes Netz von immer schnelleren Eisenbahnen durchzog bald die Monarchien und in weiterer Folge ganz Europa, angetrieben von den unermüdlichen Vaporid-Dampfmaschinen. Nicht nur Waren konnten jetzt immer schneller und sicherer transportiert werden, sondern auch Personen. Auch dem Proletariat, dem so genannten Pöbel, dem einfachen Menschen also, den Arbeitern, begann es allmählich besser zu gehen. Der soziale Wohnbau, den der Kaiser und König nicht nur in den Hauptstädten seines Reiches, sondern auch in allen anderen größeren urbanen Gebieten stark forcierte, brachte erschwinglichen Wohnraum mit Heizung und Warmwasser für jedermann. Plötzlich gab es dank der fortschreitenden Industrialisierung mehr Arbeitsplätze als je zuvor, was im Verein mit den erstarkenden Gewerkschaften auch dazu führte, dass die Löhne stiegen. Für Sophie Friederike aber war das schlimmste der eiserne Sparkurs des Kaisers. Selbst die Geheimpolizei, die Spitzel, alles, was der Fürst von Metternich so penibel und mühevoll aufgebaut hatte, wurde rigoros wieder abgebaut.

„Die Schleicher vom Metternich soll'n was g'scheit’s arbeiten geh'n“, pflegte Franz Karl immer wieder zu sagen. „Wenn's den Leut'n gut geht, braucht man keine Spitzel!“  Es sollte nicht nur Gedanken- sondern auch Redefreiheit geben, um Gottes Willen! Eine Katastrophe!  Das Ende der Welt, zumindest des Kaiserhauses, stand für sie kurz bevor! Fürchterlich, eine schreckliche Zukunft! Das Volk sollte mitreden, wählen, denken und sogar etwas Vernünftiges lernen und studieren dürfen! Was hatte man denn dann als Adel noch dem Pöbel, den Plebs noch voraus?



Sophie Friederike von Wittelsbach in Bayern, die Ehefrau des Kaisers Franz Karl, hatte es aber immerhin geschafft, ihrem Sohn Franz Joseph den Geist des Absolutismus einzuimpfen. Trotz dessen unbestreitbarer Weichherzigkeit. Dieser würde, sobald er erst einmal den Thron bestieg, diese dummen Zugeständnisse an das Volk so schnell wie nur möglich wieder rückgängig machen. Wenn dann die Plebs wieder aufmucken wollten, wozu gab es denn die Polizei und die Armee? Die sollten dann halt einmal ihre Waffen einsetzen. Sie, des Kaisers Mutter, würde dann schon dafür sorgen, das diesem Weichling Franz Joseph die Güte verging und er sich schnellstens die nötige Härte zum Regieren aneignete. Wenn er erst einmal auf dem Kaiserthron saß. Sie musste nur Geduld haben, viel Geduld, und nach der Regierung ihres Mannes die Regierungsentscheidungen für ihren Sohn selbst treffen. Zuerst gab es allerdings näher liegendes, dringenderes, und hier waren sich der Kaiser und seine Gattin sogar einig. Das Haus Habsburg-Lothringen musste bald einen Erben bekommen, es war an der Zeit, eine neue Generation heran zu ziehen. Die Linie der Habsburger musste unbedingt weitergeführt werden. Gemeinsam mit ihrer Schwester Ludovika war Sophie auf die Idee gekommen, deren Tochter Helene mit dem Thronfolger Österreichs zu verheiraten. Nicht nur, um Bayern dadurch noch enger an Österreich zu binden. Helene war von ihrer Mutter zur Herrscherin ausgebildet, ja schon beinahe dressiert worden, da Ludovika bereits sehr früh hohe Pläne mit ihrer Tochter gehabt hatte. Néné, wie Helene genannt wurde, war ein folgsames, sanftes Mädchen geworden, ein zarter Charakter. Im Jahre 1853, als sie dem Thronfolger von Österreich vorgestellt werden sollte, war sie gerade einmal 19 Jahre alt. Nicht ganz so lieblich und zart gebaut wie ihre jüngere Schwester Elisabeth, welche ihren Vater Maximilian auf seiner Reise nach Spanien begleiten durfte, aber Helene war schon adrett und recht hübsch anzusehen. Dazu war sie bescheiden, gebildet, körperlich bereits voll erblüht und mit einem gebärfreudigen Becken gesegnet. Eine kluge, ausgebildete Helferin für den zukünftigen Kaiser und hoffentlich auch eine gute Zuchtstute für das Haus Habsburg-Lothringen.



In der Nähe jener Stelle, wo der Fluss Ischl in die Traun mündete, lag eines der liebsten Jagdreviere des damals 23 Jahre alten Franz Joseph Karl, den Sohn des Kaisers und Thronfolger der Vereinigten Donaumonarchien, welche manchmal auch liebevoll Kakanien genannt wurden. Auf der  Katrin, dem Hausberg der Stadt Ischl, die später Bad Ischl genannt werden sollte, schoss der Prinz mit Vorliebe auf Gämsen, in den Wäldern rund um die Stadt auf Rehböcke und Hirsche. Je mehr, desto besser, in Schönbrunn waren bereits die Wände eines Zimmers mit den Trophäen des Prinzen zugehängt, die er in nur zwei Jahren geschossen hatte. Eines ziemlich großen Zimmers. Dieses Jahr war er angereist, um seinen Geburtstag am 18. August 1853 mit einer großen Jagd zu feiern. Und auf Anraten seiner Mutter Sophie auch seine Cousine Prinzessin Helene Caroline Therese, Herzogin in Bayern, im Verlaufe der Geburtstagsfeierlichkeiten zu treffen, um ihr eventuell den Hof zu machen.



Der Bräutigam, Kronprinz Franz Joseph von Habsburg-Lothringen, hatte keine sehr hohen Ansprüche an seine Braut. Solange sie ihm Kinder gebären konnte, würde er halt seine Pflicht tun und die zukünftige Kaiserin so schnell und so oft wie möglich schwängern. Ganz egal, wie sie aussehen würde. Hauptsache, die Kinder des hohen Paares waren gesund. Für seinen Spaß gab es in Wien genügend ‚Süße Mädels‘, der Kronprinz war Stammgast in Frau Wolffs Salon, einer Koberin der gehobenen Klasse. Frau Juliane Wolff war ebenso diskret wie ihre Angestellten willig, und dort musste er auch nicht auf irgendwelche Umgangsformen achten. Obwohl sich die jungen Damen durchaus in höheren Kreisen zu bewegen wussten, ohne aufzufallen. Trotzdem war Franz Joseph erleichtert, dass Néné halbwegs hübsch war und eine wirklich gute Figur vorzuweisen hatte. Er konnte seine Pflicht also erfüllen, ohne sich überwinden zu müssen. Er zeigte sich also einverstanden, wenn auch nicht hellauf begeistert mit Helene von Wittelsbach. Der Prinz gehorchte dem Ratschlag seiner Mutter aber immerhin ohne Widerwillen und machte in Gottes Namen Néné halt in Ischl den Hof. Diese war ihrer Mutter Ludovika, der Schwester der Kaiserin, gegenüber gehorsam und lachte sogar über die flachen Witze des Thronfolgers. Helene machte es Franz Joseph leicht, obwohl er alles andere als charmant war. Selbstverständlich sagte Néné ja, als er sie dann endlich um die Erlaubnis bat, bei ihrem Vater um ihre Hand anhalten zu dürfen. Noch im November des gleichen Jahres führte Franz Joseph seine Braut Helene vor großem Publikum zum Altar des Wiener Stephansdomes zu einer pompösen Trauungszeremonie. Die Pummerin im Nordturm des Steffls schien mit ihrem Geläut die Pläne von Sophia und Ludovika zu besiegeln, besonders, da die Braut neun Monate nach der Hochzeitsnacht bereits das erste Mal schwanger war. Einer Nacht, in welcher mehr als nur ein heimlicher Lauscher an den Türen des prinzlichen Schlafgemachs stand und die Aktivitäten des jungen Paares belauschte. Franz Maximilian Friedrich von Österreich wurde mit 101 Salutschüssen auf dieser Welt empfangen. Er war ein zarter, hübscher Knabe, wurde aber leider nur zwei Jahre alt, ehe er von ganz Wien und den Donaumonarchien betrauert an einer unbekannten Krankheit verstarb. Nun dauerte es aber mit einer neuen Schwangerschaft bis 1858, obwohl beide Partner ihren Pflichten im Ehebett durchaus nachkamen. Am 20. Februar 1859 wurde dem Thronfolger von seiner Frau dann endlich das zweite Kind geboren. Ein Mädchen, demzufolge waren es nur 51 Kanonenschüsse, welche ihr zu Ehren abgegeben wurden. Die Eltern nannten sie Maria und zu Ehren ihrer Großmütter Sophia und Ludovika. Im Gegensatz zu Franz Maximilian war sie ein kräftiges und willensstarkes Kind, das eine starke Persönlichkeit zu werden versprach. Und sie wurde auch eine starke, selbständige Frau, allen Erziehungs- und Dressurversuchen seitens ihrer Großmutter Sophia zum Trotz.



Der Thronfolger Franz Joseph von Österreich hatte drei große Schwächen, die sich manchmal ganz vortrefflich kombinieren ließen. Seine erste Schwäche war die Jagd, der natürliche Nachwuchs in den kaiserlichen Jagdrevieren reichte gar nicht aus, um seine Schießwut zu befriedigen. In großen Gehegen mussten jene Mengen an Wild gezüchtet werden, das man dann später dem Prinzen vor die geladene Flinte trieb. Mit Jagd hatte das eigentlich nicht mehr viel zu tun, eher mit einem Gemetzel, aber er war nun einmal der Kronprinz und hatte einiges zu sagen. Wenn seine Hoheit Wild zu erschießen wünschte, dann geschah das auch. Die zweite Passion Franz Josephs war jene für süße Mädel, wie man in den gehobenen Schichten Wiens die jungen Professionellen nannte, egal, ob man sie für nur eine Nacht buchte oder für einige Zeit in einer eigenen Wohnung mit Monopolrecht aushielt. Und seine dritte Leidenschaft galt allen Maschinen, die sich in die Luft erheben konnten. Er förderte die Entwicklung sowohl der Luftschiff- als auch der Ornithoptertechnologie, wo er nur konnte. Seit kurzem war er im Besitz eines nagelneuen Luftschiffes als Privatyacht, deren schlanker, stromlinienförmiger Körper mit einer Panzerung aus zwei Millimeter Kortwitz-Leichtstahl überzogen war. Eine Bauart, die den Luftwiderstand des Körpers ganz erheblich senkte. Es handelte sich um die KAISERIN SOPHIE, in welcher oben im Rumpf die gewaltigen Gastanks für Helium und unten die Passagierdecks mit allem erdenklichen Luxus untergebracht waren. Der kristallisierte Leichtstahl war eine Erfindung von diesem Preußen, dem Konrad von Kortwitz, und er war ein Segen nicht nur, aber natürlich auch für die Luftschifffahrt leichter als Luft. Sein Herr Papa, der Kaiser Franz Karl, hatte 1866 nach einigen Querelen die Verfassungen der einzelnen Staaten betreffend mit den berühmt gewordenen Worten ‚ich werde keinen einzigen Soldaten opfern, um etwas zusammen zu zwingen, das nicht zusammen bleiben will'  den deutschen Bund aufgelöst und einer ‚kleindeutschen‘ Lösung den Vorzug gegeben. Damals waren von den deutschen Staaten nur das Königreich Bayern und der südlich der Donau gelegene Teil des Königreiches Würtemberg sowie der südliche Teil des Herzogtums Baden bei Kakanien verblieben. Dafür war das nördliche Bulgarien freiwillig dem Bund beigetreten. Und überraschenderweise nahm auch Königin Rosherina von Madagaskar Kontakt zu Wien auf. Nach Neuhochadlerstein wurde die Insel Madagskar 1867 das zweite afrikanische Mitglied der Vereinigten Donaumonarchien. Zumindest der Norden und der Osten. Im Südwesten unterhielt Frankreich einige Forts und betrachtete den Küstenstreifen vom Fluss  Morondave bis zur Südspitze Madagaskars als französisches Eigentum. Als Kolonie.



Danach hatte sich Brandenburg – Preußen rasch zur deutschen Führungsmacht entwickelt, 1872 hatten die Fürsten des norddeutschen Bundes König Wilhelm von Hohenzollern zum Kaiser der Deutschen proklamiert. In der Nähe von Ulm war nach langen Verhandlungen der Staatsmänner auf einem Gebiet beiderseits der Grenze die gemeinsame Donau Luftschiff Fabrik DLF entstanden, wo sich die metallurgischen Entwicklungen der Deutschen und die maschinentechnischen der Österreicher in der Entwicklung neuer Luftschiffe verbanden. Eine für beide Seiten im Laufe der Zeit durchaus positive und profitable Entwicklung.



Mit einem Ausflug nach Bad Ischl ließen sich für Kronprinz Franz Joseph alle diese Vorlieben ganz hervorragend unter einen Hut bringen. Mit dem Luftschiff nach Bad Ischl, dort zwei, drei Mäderl für den Abend eingeladen, ganz diskret natürlich. Der Adjutant des Prinzen, Baron Alfred von Kotzlonsky, würde schon wie immer die richtige Auswahl treffen, er kannte den Gusto seines Herrn zur Genüge. Nach dem Essen wollte der Kronprinz dann noch ein wenig Spaß haben, vielleicht noch das eine oder andere Flascherl Wein. Und, na ja, natürlich die Auswahl vom Kotzlonsky besichtigen. Nun, nicht nur anschauen, das verstand sich ja von selbst. Also ging Franz Joseph am Abend des 14. September 1876 in seine Gemächer, auf dem Weg bereits seinen weißen Uniformrock aufknöpfend.

„Alsdann, ihr Mädels! Ausdirndln!“ befahl er, im Schlafzimmer angekommen. „Raus aus der Panier, aber komplett!“ Er warf sich in seinen bequemen Sessel und beobachtete das Entkleiden der Frauen voller Vorfreude. „Na, schaut doch alles ganz appetitlich aus“, lobte der Thronfolger. „Du da!“ er wies auf die dralle Frau mit der großen Oberweite und dem ebenso voluminösen Hinterteil. „Komm her, dreh' dich um und bück' dich!“ Genussvoll knetete er das große Gesäß, welches ihm unter Kichern und Kudern der Mädchen entgegen gehalten wurde. Dann klopfte er noch einmal darauf, erhob sich und streifte die Hosenträger von den Schultern. „Dann woll'n wir doch einmal den kleinen Prinzen aus seinem Gefängnis befreien! An die Arbeit, meine Hübschen, geht's mir zur Hand!“ Noch immer kichernd befreiten die drei Damen Franz Joseph bereitwillig von seinem Hemd, halfen ihm aus seiner Hose und zogen schließlich auch die Unterhose hinunter.

„Oh!“ machte eine der Damen beim Anblick der prinzlichen Mächtigkeit überrascht, und der Thronfolger, sich seiner umfassenden humanistischen Bildung entsinnend, legte seine Hand auf ihren Kopf, zog diesen näher zur erwähnten Sehenswürdigkeit und deklamierte feierlich:

„Begraben wollen wir Cäsar, nicht ihn preisen! Das richtige Goscherl hast ja eh schon g'macht!“



Am folgenden Tag wurden die Dienste der Damen dann leider nicht mehr benötigt, Baron von Kotzlonsky entlohnte sie mit Tränen in den Augen. Auf dem Weg zum Hochsitz auf der Katrin hatte sich unter dem Fuß des Kronprinzen Franz Joseph ein Stein gelöst und seine Hoheit aus dem Gleichgewicht gebracht. Zuerst hatte es ganz harmlos ausgesehen, ein kleiner Sturz, nicht einmal sonderlich schlimm und eigentlich auch gar nicht tief. Mehr gerutscht als gefallen, wie die Augenzeugen erzählten. Ein kleines Malheur, wie es jedem schon passiert war, man steht auf, klopft sich den Dreck aus dem Gewand und macht weiter. Doch Franz Joseph stand nicht sofort wieder auf, seine Begleiter hatten endlose Sekunden darauf gewartet, ehe sie zu ihm rannten. Dann hatten sie feststellen müssen, dass das Genick seiner Hoheit, Kronprinz Franz Joseph von Österreich aus dem Haus Habsburg-Lothringen, gebrochen war und er sich nie wieder erheben würde. Die Heimreise trat Franz Joseph im großen Salon seiner Yacht an, in voller Uniform seines Leibregiments in einen Eichensarg gebettet. Die SOPHIE flog tief und zog ein fünf Meter langes Banner hinter sich her. Damit stieg sein erst im Juni 1875 geborener und von einer zahlreichen Schwesternschar umgebener Sohn Franz Rudolph an die erste Stelle in der Nachfolge auf Österreichs Thron.



Am 25. November 1876, einen Monat nach der Beerdigung von Franz Joseph, schockierte der Kaiser  Franz Karl Joseph von Österreich seine Frau Sophie erneut und überraschte die ganze Nation. Er ernannte die sich öffentlich zum liberal geltenden Kurs des Kaisers bekennende Helene Caroline Therese, die Witwe Franz Josephs und Mutter des jetzigen Kronprinzen, zu seiner Mitregentin und zur alleinigen Regentin im Falle seines Todes. Gleichzeitig gab er seinen Völkern den Rückzug seiner Gattin in das Ursulinenkloster in Triest bekannt, wo sie ihre letzten Jahre nach dem Tod ihres geliebten Sohnes in stiller Trauer und ruhiger, einsamer Kontemplation verbringen wolle. Die völlig überraschte Sophie saß bereits, von einer handverlesenen Schar des kaiserlichen Regiments der Hoch- und Deutschmeister und einer noch größeren Schar von Ursulinen in einem Luftschiff nach Süden in die welsche Mark, ehe er vor den Rat der  Kronländer trat und seine Proklamation verlas. Den Grund ihrer langen Erholungsreise eröffnete ihr erst die Mutter Oberin des Klosters, welche auch dafür sorgte, dass Schwester Sophie das Kloster nicht mehr verließ. Auch nicht, als 1878 Franz Karl Joseph von Österreich starb, Néné alleinige Regentin wurde und des Kaisers Weg der Reformen weiterführte. Der Absolutismus hatte sich endgültig aus den Ländern der Habsburger verabschiedet. Dass im gleichen Jahr des Rückzuges der Kaiserin zwei Mädchenschulen in Wien und Triest für die Ursulinen gebaut und geweiht wurden, ist sicher nur Zufall.



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