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World of Honor

von Eidiznarf
Kurzbeschreibung
GeschichteFantasy, Action / P16 / Gen
Fürst Shimura Jin Sakai Khotun Khan OC (Own Character)
22.08.2022
22.08.2022
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Jin rappelte sich auf. Der Pfeil in seiner Schulter brannte wie Feuer unter seiner Haut.
Er wusste nicht genau, wie lange er hier gelegen hatte. In dem Sand, in dem so viele seiner Brüder lagen. Zwischen den Körpern, die leblosen Männer, welche mit ihm zusammen in den Kampf geritten waren, lagen ebenso viele Mongolen. Doch das leere Gefühl beim Anblick der Männer, die einst neben ihm ritten, übermannte ihn. Langsam versuchte er sich wieder auf seine Beine zu stellen, doch der Schmerz zog durch seinen Körper.

„Fürst Shimura!“, brachte er brüllend über seine Lippen. Das letzte an was er sich erinnerte, bevor die Dunkelheit ihn übermannte, war der Anblick seines Onkels, der Brüllend auf den Khan zu lief.
Wie sehr er hassen konnte, wurde ihm beim Anblick dieses Abschaums bewusst.
Khotun Khan war ein Mongole, welcher versuchte Tsushima einzunehmen, um die Herrschaft des Mongolischen Reiches nun auch auf Japan auszubreiten.
Die Mongolen waren in der letzten Nacht am Horizont mit ihren Schiffen aufgetaucht, die Späher der Samurai meldeten dies.  Daraufhin machten sich die Männer des Shimura- und des Sakai-Clans bereit. Die Rüstungen, welche lange in den Nischen der Häuser standen, wurden wieder herausgeholt, um in die Schlacht zu ziehen. Sie sammelte sich alle, über 400 Männer, und ritten gemeinsam zu dem Strand an dem er sich nun im Sand liegend, befand.

Die Körper hüllten den Strand in eine gespenstische Stille und er vernahm nichts weiter außer das Meeresrauschen, welches sich majestätisch über alles legte.
Nach einigen Minuten hatte er es geschafft sich wieder auf seine Beine zu stellen.  Seine Knie zitterten unter der Last seines Gewichtes. Ein wenig verwundert darüber, dass er sich scheinbar alleine an diesem Ort befand schaute er sich noch einmal um, um in Gedanken den Gefallen einige Worte zum Abschied zu sagen. Er würde später wieder kommen um ihnen einen richtigen Abschied zu gewähren.

Seine Füße trugen ihn weiter am Strand entlang, seine Fußabdrücke im roten Sand hinterlassend.
In einiger Entfernung, konnte er endlich nach einigen Minuten, die Kolonne des Khans entdecken. Vier Reiter und ein Dutzend Läufer. Er eilte ihnen hinterher um sie einzuholen.
Als er endlich auf wenige Meter an sie heran gekommen war, versteckte er sich hinter dem Schilf, welches am Rand der Klippe wuchs und wartete ab.
Dann sah er seinen Onkel, gefesselt hinter einem mongolischen Reiter sitzend. Die Hände vor seiner Brust zusammen gebunden, den Blick nach unten gerichtet, saß er da und ließ alles über sich ergehen.
Der Khan hob die Hand und blickte auf den Samurai der ihm entgegen kam. Die Kolonne blieb stehen und wartete was nun geschehen würde.
Der Samurai des Adashi-Clans blieb vor der Horde stehen und legte seine Hand um den Griff seines Schwertes: „Khotun Khan, steig von deinem Pferd und zeig wie viel Macht du besitzt.“
Der wuchtige, mit Muskeln bepackte Mann, stieg von seinem Ross und blickte hinunter auf den Samurai vor ihm. Diese erhobene Haltung gegenüber dem Japanischen Volk machte Jin rasend. Der Khan griff an seinen Sattel um sein gebogenes Schwert zu nehmen. Gleichzeitig fiel sein Blick auf Fürst Shimura, der weiterhin seine Augen hinab richtete.
Dann lächelte der Khan. Die Augen des Mongolen blitzten und er wandte sich blitzschnell um und im nächsten Moment ragte der Säbel aus der Brust des Samurai. Der Samurai röchelte noch kurz, um dann in sich zusammen zu sinken und ebenfalls ein Körper im Sand zu werden.
In Jin regten sich Gefühle, die er so nie zuvor gespürt hatte.
Als Samurai musste er seine Gefühle immer verbergen.
Zorn, Wut, Hass, dass Alles kannte er nicht.
Der Atem stieß ihn wie Fontänen aus seiner Nase, er versuchte sich zu zügeln, doch die Gefühle gewannen Oberhand.
„Khotun Khan!“, er sprang aus seinem Versteck hinter dem Schilf und bewegte sich mit einer ähnlich arroganten Haltung auf den Khan zu.
„Fürst Shimura, Ihr Neffe ist endlich aufgetaucht.“, seine Hand richtete der Khan auf Jin, als wenn er ihn präsentieren wollen würde. So, als wäre es sein Schaffen gewesen, dass er nun hier stand.
„Jin.“, Fürst Shimura flüsterte und richtete panisch seine Augen auf den letzten Samurai.
„Schön, dass wir uns nun endlich begegnen. Meine Krieger haben mir erzählt, dass sie Euch an der Schulter erwischt haben. Ich bin wirklich sehr beeindruckt, dass Ihr nun hier vor mir steht.“, der wuchtige Mann bewegte sich nun auf Jin zu. Der kurzzeitig den Schmerz des Pfeiles wieder mehr wahrnahm.
Fürst Shimuras Blick war immer noch auf Jin gerichtete, beinahe wollte er glauben, dass sein Onkel ihm mit seinen Blicken hinfort schicken wollte. Doch, dies kam für ihn nicht in Frage.
„Sie trafen mich, richtig. Doch, so lange wie ich hier stehe und weiterhin atme, lasse ich es nicht zu, dass ihr euch weiter auf unsere Insel wagt.“, der Atem wich aus seinen Lungen, er machte sich bereit seine Insel zu verteidigen und diesen räudigen Hund zu töten, ehe er es wagen würde einen Schritt vom Strand ins Landesinnere zu setzen.
„Fürst, ich muss Euch wirklich loben. So viel Mut an Eurer Seite, dass hätte ich nicht erwartet. Wo Ihr doch so bereitwillig mit uns mitgekommen seid.“, die Mundwinkel zuckten dem Khan nach oben, als er die Verwunderung in dem Gesicht des Samurai sah.
Jins Blick schnellte herüber zu seinem Onkel, welcher erneut den Blick auf den Boden richtete. Also stimmte es, er war freiwillig mitgekommen.
„Warum, Onkel?“, der Samurai ging einen Schritt auf seinen Onkel zu.

„Ich hatte keine Wahl. Alle Samurai sind gefallen, nur so gibt es eine Chance unser Volk zu retten.“, der ältere gefesselte Mann, schien ein wenig in seiner Körperhaltung zusammen zufallen. Jin sah nun keinen Fürst, oder gar seinen Onkel, er sah einen gebrochenen Mann, der jegliche Hoffnung verloren hatte.
„Bitte nicht.“, brachte der junge Samurai über seine Lippen und hoffte vielleicht eine Regung in dem Gesicht seines Onkels wahrnehmen zu können, doch es passierte nichts.
Der Khan begutachtete den Samurai, der nun auf wenige Meter an ihn heran gekommen war:„Wisst Ihr, manchmal muss man wissen, wann es besser ist aufzugeben.“
Jin wandte seinen Blick nicht von seinem Onkel ab, versuchte ihn vielleicht noch umzustimmen, doch es wurde nicht erwidert.
Dann lief auf einmal alles wie in Zeitlupe um Jin herum ab.
In den Augenwinkeln konnte er erkennen, dass der Khan nach einem Kelch und einer Karaffe griff, die einer seiner Männer ihm entgegen hielt. Er gefüllte den Kelch, ließ sich eine Fackel von einem seiner Männer geben und kam einen Schritt weiter auf Jin zu.
„Ihr habt die Wahl, Fürst Sakai. Schließt euch uns an…“, das Antlitz des Khans flackerte im Feuer der Fackel.
Jin unterbrach den Khan abrupt: „Niemals! Niemals lasse ich es zu, dass ihr weiter auf unserer Insel wütet.“
„So sei es.“, antwortete Khotun Khan knapp und im nächsten Augenblick spürte Jin eine Flüssigkeit auf seiner linken Gesichts- und Körperhälfte und dann brannte er.

Fürst Sakai brannte, sein Körper und sein Gesicht standen in Flammen. Niemand würde verstehen wie es sich anfühlt zu brennen, wenn das Feuer sich den Weg durch das Fleisch sucht. Lodert auf der Haut und man sich selber verbrennen riechen kann.
Jin rannte in Richtung Wasser, spürte nach wenigen Metern das kühle Nass unter seinen Füßen, spürte das ablöschen der Flammen auf seinen Beinen. Doch weit kam er nicht, denn ein weiterer Mongolenpfeil traf ihn in den Rücken und er sackte in sich zusammen.
In den letzten Momenten ehe sich um ihn herum alles in Dunkelheit wandelte, merkte er wie die seichten Wellen seine brennende Haut löschten. Dann trieb er an der Oberfläche und verlor das Bewusstsein.


Als er zum ersten Mal das Sonnenlicht auf seiner verbrannten Haut spürte, wusste er nicht genau wo er war, doch er konnte das Schema einer Person erkennen, welche sich über ihn beugte. Fürst Sakai vernahm einen Geruch, welchen er so bisher noch nie gerochen hatte. Lavendel, mit einem Hauch von Aprikose. Vorsichtig versuchte er die Augen zu öffnen, doch die Sonne blendete ihn. Ohne zu überlegen wollte er den Arm heben um sich vor der Sonne zu schützen und dann kamen die Schmerzen zurück, in Wogen und unkontrollierbar. Er krümmte sich, was die Schmerzen auf seiner spannenden, verbrannten Haut nur noch schlimmer machten. Er schrie.
Dunkelheit.

In dem Träumen die folgten, fand er sich immer wieder am Strand. Immer wieder aufs neue durchbohrte der Pfeil seine Schulter. Immer wieder musste er brennen.
Immer wieder, musste er seinem Onkel in die Augen sehen und feststellen, dass er aufgegeben hatte.

Der Schweiß auf seiner Haut brannte. Er fühlte etwas kühles, was sich auf seine Verbrennungen legte. Im ersten Moment spürte er nichts weiter als Schmerz, doch nach einigen Momenten begann er abzuklingen und Frieden machte sich kurzzeitig in ihm breit. Die Stimme seines Vaters, welchen er vor vielen Jahren verloren hatte, sprach zu ihm: „Fürst Sakai, Ihr überwindet dies und kehrt in unsere Welt zurück. Doch zuerst müsst Ihr inneren Frieden finden. Frieden für Euch und Euer Volk.“
Jin wollte antworten, doch er konnte nicht. Seine Stimme blieb ihm im Halse stecken, wie ein Kloß der sich seinen Weg nach draußen suchte.

Er öffnete seine Augen, ohne zu wissen, wie lange er sie geschlossen hatte. Der Mond stand hell und ausgefüllt am Himmel und hüllte seine Umgebung in ein beruhigendes, kühles Licht. Es dauerte einen Moment, ehe Jin wieder klar schauen konnte, ein Schleier legte seine Sicht in eine verschwommene Welt.
Seine Arme suchten halt auf dem Untergrund, doch der Schmerz durchzog erneut seinen Körper und er fiel wieder zurück. Für einen Moment harrte er In seiner jetzigen Position aus, um zu sehen, ob der Lärm den er verursachte, jemand aufgeschreckt hatte. Es passierte jedoch nichts, also machte er sich daran, sich erneut aufzurichten.
Als Jin  endlich aufrecht saß, ließ er seinen Blick durch das Zimmer gleiten. Nichts erkannte er wieder, nichts war ihm bekannt von diesem Ort.
Einen Blick auf seine Schulter wagend, erkannte er, das sich jemand um ihn gekümmert haben musste. Da seine Wunden komplett in Mull eingebunden waren. Der Geruch einer Heilpflanze, welche er noch nie gerochen hatte, zog in seine Nase. Kurz rümpfte er sie, denn der Geruch war stechend und unangenehm. Doch diese Pflanze schien ihm zu helfen, denn er spürte bereits das seine Schmerzen ein wenig gelindert wurden.
 
 
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