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Nichts ist unendlich

von Maria R
Kurzbeschreibung
GeschichteRomance, Freundschaft / P16 / MaleSlash
Florian Winter Heidi Matera OC (Own Character) Paul Richter Stephan Sindera
10.08.2022
26.09.2022
15
22.625
6
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Dieses Kapitel
1 Review
 
23.09.2022 1.558
 
Paul ließ sich gerade auf die Couch nieder, als es schon wieder an der Türe klingelte. Genervt seufzte er auf und schloss die Augen. Er hoffte einfach, dass es nicht Eva war. Gerade hatte er keinen Nerv für diese Frau und war auch nicht bereit eine gute Mine zu allem zu machen. Er wollte einfach seine Ruhe haben. Aber man ließ ihn einfach nicht alleine.

Als es nochmal klingelte, stand Paul aber doch auf. Es nutzte ja sowieso nichts. Wer such immer vor der Türe stand, hatte bestimmt schon gesehen, dass Licht in seiner Wohnung brannte.
Als er jedoch sah, wer vor der Türe stand, war er fast erleichtert. Es war Stephan welcher ihn mit besorgten Augen musterte.
Seit dem Stephan ihm das Liebesgeständnis um die Ohren geschleudert hatte und Paul schließlich zusammen brach und Stephan von seiner Krankheit erzählte, war es anders zwischen ihnen. Nicht wie früher oder das vor dem jetzt, sondern anders. Angespannt aber doch liebevoll. Paul wusste es wsr nicht fair, nochts zu den Liebesgeständnis zu sagen. Doch was hatte Stephan schon für Aussichten mit ihm und dann gab es da noch ein Kind. Ein Kind welches nicht ohne Vater aufwachsen sollte.

„Stephan… War eh klar.“ meinte er und so harsch die Worte waren, umso einen sanfteren Unterton hatten sie. Er war froh, dass Stephan da war und ihm beistand.
„Wenn du dich nicht meldet, muss ich halt zu dir kommen.“ meinte dieser nur leicht grinsend und schob sich an Paul vorbei in die Wohnung.

„Also wie war der Termin.“ brachte es Stephan gleich zum Punkt und Paul ließ sich schwer seufzend neben diesen auf die Couch fallen. Sofort rückte Stephan näher, griff nach Pauls Hand und legte ihm die andere in das Genick, um ihn leicht zu streicheln.
„Ich weiß nicht. Es gibt natürlich Chancen. Es klingt aber alles so anstrengend und…“ Paul stockte und schloss seine Augen. Vorsichtig lehnte er sich an Stephan, welcher sofort die Arme um ihn schloss.
„Ich weiß Paul. Ich hab auch Angst.“ kommentierte er Pauls unausgesprochenen Satz, woraufhin dieser die aufkommenden Tränen nicht zurück halten konnte. Er war kein Mensch, welcher schnell weinte ofer generell vor allen anderen seine Schwächen zeigte. Lieber war gut drauf und kämpfte gegen seine Emotionen.
Aber die Aussicht, dass er bald sterben könnte… Das sein Leben einfsch so vorbei war und er nichts daran ändern konnte, nicht mehr verbessern und nichts mehr regeln konnte. Das es kein Happy End geben könnte, dass ließ ihn verzweifeln. Vorallem wollte er nicht, dass Stephan das miterlebte. Er hatte gesagt, dass er ihn liebte. Wenn Stephan wirklich das empfand, würde es ihm das Herz herraus reißen, sollte er es nicht schaffen. Deswegen hatte er bis jetzt auch nichts zu Stephans Liebesgeständnis gesagt. Er wusste es war nicht fair. Aber er wusste derzeit nicht was besser war. Ein leicht gebrochenes Herz an Anfang oder ein zertrümmertes Herz wenn er sich dsrauf einließ und vielleicht doch starb.
Das leicht streicheln von Stephan an seinem Oberarm holte Paul schließlich wieder zurück in die Gegenwart und er merkte, wie er mittlerweile seinen Kopf an Stephans Brust hatte und immer wieder leise aufschluchzte.
„Tut mir leid.“ Paul dachte jedoch gar nicht daran, sich zu lösen. Gerade fühlte es sich einfach perfekt und geborgen an. So wie Stephan ihn hielt, war er sich auch sicher, dass dieser nicht loslassen würde.
„Ist doch verständlich.“ meinte dieser nur und an der gepressten Stimme merkte Paul, dass dieser wohl auch mit der Fassung kämpfte.

„Also. Ich wollte ja zuerst gar nichts von der Behandlung hören. Offensichtlich aber haben sie Gewebeproben entnommen und zu schauen um welche Art Tumor es sich handelt. Je nach Art kommt eine Operation, Bestrahlung oder Chemotherapie in Frage.“ erklärte Paul leise. Stephan hatte ihm mittlerweile eine Decke umgelegt und ihn zwischen seine Beine gezogen. Paul lehnte an ihn, während Stephan ihn einfach nur festhielt und ab unf zu einen Kuss auf den Kopf hauchte.
„Okay und bis wann bekommst du Bescheid?“ fragte Stephan leise nach, erhielt jedoch keine Antwort von Paul. Dieser schwieg eisern und klammerte sich ein wenig verzweifelt an Stephans Hand.
„Paul…?“ fragte Stephan nochmal leise nach und hoffte einfach, dass Paul ihn alles erzählte.
„Bitte rede mit mir.“ flehte Stephan weiter und wollte gerade weiter reden, als Paul plötzlich unerwartet aufsprang.
„Wieso?“ fragte er lauter als geplant und nun war es an Stephan verwirrt zu sein. Er setzte sich ein wenig auf und sah seinen Freund verwirrt an.
„Was wieso?“
„Wieso alles! Wieso läuft alles so schief. Wieso bist du hier bei mir, obwohl du ein Kind erwartest. Wieso habe ich plötzlich dieses Gefühlschaos in mir. Wieso fühle ich was für dich, meinen besten Freund und wieso verdammt, wächst da etwas in meinem Kopf, was mich umbringen wird. Wieso. WIESO WIESO WIESO?“ mit jedem Wieso schlug sich Paul mit der flachen Hand gegen den Kopf, so wollte er den Tumor selbst rausschlagen. Er wollte gerade nochmal zuschlagen, als seine Hand festgehalten wurde.
Wütend blickte Paul in die sanften Augen seines Partners und wollte schon weiter reden, als Stephan ihn einfach küsste.

Am Anfang war es ein einfaches Lippen aufeinander drücken. Bis Paul verstand, was hier gerade passierte und anfing den Kuss verzweifelt, aber voller Leidenschaft zu erwidern. Fast schon überschwänglich klammerte er sich an Stephan, welcher den Kuss genau so intensiv erwiderte. Zu lange war es her, dass sie sich so gespürt hatte und gerade im Moment brauchten es beide.
„Steph…“ Paul hauchte nur, während dieser seine Hände unter dessen Shirt gleiten ließen. Er wollte es genauso aber irgendwie genau nicht so. Wollte er überhaupt Stephan… Natürlich. Aber nicht so.
Paul wurde schwindlig von seinen Gedanken und deswegen ließ er es einfach zu. Einfach weil es sich gut angefühlte und sein Herz zum Rasen brachte. Stephan brachte sein Körper zu rasen und kochen und… alles. Er brachte ihn durcheinander und er war über beide Ohren verliebt. Er wusste es, doch es zuzulassen…. Jetzt gerade und in dem Zustand war es für ihn sehr schwierig.
„Vertrau mir. Vertrau meinen… unseren Gefühlen.“ Hauchte Stephan gegen Pauls Lippen, bevor er ihn wieder küsste. Gerade war es die einzige Heilung, welches für sie gab. Der einzige sichere Anker und die Möglichkeit sich zu vergewissern, dass sie noch da waren. Noch mehr, als sei alles ein schlechter Scherz des Schicksals gewesen. Obwohl…
Paul wusste nicht wie, doch die nächsten Minuten schaffte er sein Gehirn auszuschalten und einfach genießen was passierte. Er ließ sich vollkommen auf Stephan ein. Körperlich wie auch geistig und deswegen war es auch perfekt. Es fühlte sich toll an, es war toll und es war genau richtig. Die große Frage kam nur danach. Was jetzt.
„Paul…“ fing Stephan an, während er mit seinem Finger sanft an Pauls nacktem Oberarm entlang fuhr. Dessen Kopf lag mittlerweile wieder auf dessen Brust und seine Beine waren vertraut um Stephans Hüpfte geschlungen. Er ahnte was für Fragen auf ihn zu kamen, doch gerade war es ihm egal. Hier konnte ihm doch nichts passieren. Hier bei Stephan, in dessen Armen, war alles gut und er konnte friedlich seine Gedanken zu Ende bringen.
„Kleiner bitte erzähl mir was der Arzt gesagt hat.“ Forderte Stephan leise und verfestigte kurz seinen Griff um Paul, aus Angst dieser könnte abhauen. Doch er machte sich umsonst Sorgen. Paul wollte es sagen, aber noch fehlten einfach die richtigen Worte.
„Der Tumor ist bösartig. Also das ist mal die schlechte Nachricht. Die gute ist wohl, dass es nicht unbedingt ein Todesurteil ist. Es gibt lt. Weltgesundheitsorganisation vier Grade an Hirntumoren. Überraschender Weise habe ich nicht den schlimmsten. Es ist eher so zwischen Grade zwei und drei. Er ist operabel, aber die Chance auf eine Neubildung ist sehr hoch. Deswegen muss der Tumor zuerst operiert werden und anschließend kommt wahrscheinlich die Chemo.“ Erklärte Paul leise und Stephan schwieg zuerst einmal. Das war harter Stoff und er wusste gerade nicht was sagen. Sanft streichelte er Paul weiterhin über den Oberarm und dachte nach. Die Lage war derzeit so verzwickt.
Ja verdammt er war in Paul verliebt und alle seine Gedanken kreiste um diesen und es stand außer Frage, dass er diesem bei diesem schweren Weg beistehen würde. Doch was war mit seinem Kind? Und Laura… und Eva. Es gab so viele unbekannte Dinge in seinem Leben, welche er dringend klären musste. Aber am wichtigsten war, dass Paul überlebte und das dieser derzeit keinen Stress bekam. Er hatte selbst ein wenig recherchiert. Der Tumor machte Paul zu schaffen, auch wenn er es versuchte es zu verstecken. Er hatte oft Kopfschmerzen, war gereizt oder verwirrt. Andere Symptome würde noch dazu kommen und Stephan würde da sein und versuchte Paul von dem anderen Stress wegzuhalten. Aber es mussten viele Dinge geklärt werden. Doch zuerst musste Paul bereit sein, diesen Weg der Heilung anzutreten.
„Was wirst du jetzt machen?“ fragte Stephan leise nach und Paul seufzte nur. Er war gerade zu müde um nachzudenken. Sein Kopf brummte und seltsamer Weise spürte er auch seinen Magen. Irgendwas rumorte in diesem und er wollte einfach schlafen.
„Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass ich müde bin. Ich möchte gerade einfach hier in deinen Armen schlafen.“ Gab er zu und Stephan schmunzelte leicht, bevor er Paul einen Kuss auf den Kopf hauchte.
„Dann schlaf Kleiner. Ich bleibe bei dir.“ Versprach er, denn gerade war es ihm egal, wie Laura reagieren würde. Gerade wollte er einfach für Paul da sein.
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