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I´ll stand by you

von The Woman
Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Romance / P12 / Het
OC (Own Character) Raul Ruutu Riku Rajamaa Sami Osala Samu Haber
07.08.2022
13.11.2022
211
143.443
16
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43 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
16.08.2022 743
 
Lennja

Während er mich in seinen Armen hielt, wurden diese Gefühle die ich seit unserem Wiedersehen fühlte noch einmal verstärkt. Das Schlimmste daran war, dass ich nicht wusste ob ich so fühlen durfte. Ich wusste nicht einmal ob er in einer Beziehung war, immerhin hatte ich es sehr lange geschafft mich von allem fern zu halten, was mit ihm zu tun hatte. Und so malte ich mir aus, dass es wirklich nur ein rein freundschaftlicher Abend war und es gut sein konnte, dass er nach seiner Rückkehr zum Hotel mit seiner Freundin, oder noch schlimmer, Verlobten telefonierte.
Ich versuchte diese pessimistischen Gedanken beiseite zu schieben und mich selbst zu beruhigen, indem ich mir einrede, dass er sicherlich keinen Abend auf diese Weise mit mir verbringen würde, wenn es jemanden gab, die auf ihn wartete. Früher war Samu treu gewesen, aber war er das heute auch noch gewesen?
Ich spürte wie er mich hielt, seine Arme die er um mich gelegt hatte strahlten sie die pure Geborgenheit aus und ich fühlte mich wohl. Meinen Kopf ließ ich an seiner Brust ruhen und sprach während dem Tanz kein Wort. Ich hatte das Gefühl, wenn ich jetzt etwas sagte, würde ich diesen Moment zerstören.
Alles was zählte, war dieser Moment. Doch wie alles war auch dieser vergänglich und irgendwann blieb Samu stehen, ich hob meinen Kopf und sah in seine Augen.
„Ich wünschte, ich hätte das schon viel früher getan!“ hörte ich ihn sagen und er schob sanft eine meiner Strähnen hinter mein Ohr.
Mein Blick war wie gefesselt von ihm, das ich mich nicht einmal traute zu blinzeln. Ich wollte jede Regung seines Gesichtes fest halten, wie das Licht und die Schatten seinen Gesichtszügen schmeichelte und wie das Flackern der Kerzen sich in seinen Augen spiegelte, als würde ein Feuer darin lodern. Ich wollte diesen Moment in mein Gedächtnis einbrennen und nie wieder vergessen.
„Ich bin froh, dass du es jetzt getan hast!“ entgegnete ich und lächelte warm. Wir lösten uns aus der Tanzhaltung und Samu führte mich an den Tisch zurück. Der Kellner stand für unsere Wünsche wieder bereit, denn dieser hatte sich während unseres Tanzes diskret zurück gezogen. Wir beschlossen jedoch, dass dieser sich den Feierabend verdient hatte und brachen auf.
Samu ließ sich kurz entschuldigen, vermutlich würde er bezahlen gehen und ich wartete auf ihn.
„Der Wagen steht unten schon bereit.“ sagte er und bot mir wieder seinen Arm an, an dem ich mich einharkte.
Wir gingen gemeinsam zum Wagen und gerade als er die Tür hinter sich schloss und wir in diesem saßen, gab es einen Wolkenbruch.
„Wie immer das perfekte Timing!“ stellte ich fest und musste lachen. Wir erinnerten uns beide an einen Abend in Helsinki, kurz vor unserem Abschlussball. Wir hatten uns am Hafen getroffen und philosophierten über das, was wir in unserem Leben erreichen wollten. Es war alles dabei von Weltreisender bis Rockstar und irgendwie hatte sich ja beides für Samu erfüllt. In der Ferne konnte man schon das Wetterleuchten über dem Meer sehen und die aufkommende Brise ging in einen Wind über, der den Regen und Gewitter immer näher brachte, bis es aus Eimern goss. Es machte uns nichts aus. Wir waren wir selbst, wir waren frei und kurz davor unseren eigenen Weg zu gehen und niemand wusste was kommen würde. Alles was wir tun mussten, war mutig genug zu sein, den Weg unseres Lebens weiter zu gehen. Und so unterschiedlich unsere Wege auch gewesen waren, nun führten sie uns wieder zusammen.
Wir sprachen noch eine ganze Weile über den Abend in Helsinki und der Wagen kam vor meiner Haustüre zum stehen.
Wir stiegen aus als der Regen nachließ und Samu brachte mich zur Tür. Auf meiner Zunge lag bereits die Frage, ob er noch mit rauf kommen wollte, doch ich beließ es dabei. Es war vermutlich besser das ganze ruhiger anzugehen.
„Danke für den schönen Abend“ bedanke ich mich und versuchte meine Gefühle zu unterdrücken. Ja, es war besser es langsam anzugehen.
„Gerne. Ich hoffe wir wiederholen das, damit meine ich auch den Tanz.“
Mit diesen Worten brachte Samu mein Herz zum rasen. Er wollte wirklich diesen Abend wiederholen! Am liebsten hätte ich einen Freudentanz aufgeführt, aber ich riss mich zusammen.
Er näherte sich mir und innerlich hoffte ich auf einen Kuss. Zu einem wirklichen Kuss kam es jedoch nicht. Stattdessen hauchte er einen Kuss auf meine Stirn.
„Schlaf gut kleiner Fuchs“ hauchte er sanft und löste sich von mir um zum Wagen zu gehen...
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