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I´ll stand by you

von The Woman
Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Romance / P12 / Het
OC (Own Character) Raul Ruutu Riku Rajamaa Sami Osala Samu Haber
07.08.2022
13.11.2022
211
143.443
13
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Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 
07.08.2022 786
 
Lennja

„Du wirst dieses Interview führen und BASTA!“  erhob Mikkel die Stimme und brach jede weitere Diskussion mit mir ab. Normalerweise führte ich nicht diese Art von Interviews, ich war für den Bereich Kolumnen zuständig und führte dann meist Interviews mit Menschen die ihre Geschichte teilen wollten. Es war beeindruckend, welchen Personen ich bisher begegnet war. Einmal war ich sogar selbst Teil meiner eigenen Kolumne, denn ich hatte vor einem Jahr meinen Urlaub dazu genutzt den Jakobsweg zu laufen. Ich brauchte eine Auszeit, beruflich wie auch privat. Mit den Männern lief es einfach nicht und meine Kreativität hatte zu wünschen übrig gelassen. Also hatte ich mir ein dreimonatiges Sabbatical gegönnt, meine Wohnung kurzerhand untervermietet, lebte von meinem Ersparten ganz gut  und war dann ganz spontan nach Santiago de Compostela gepilgert. Eine Reise die mich zahlreiche Tränen und noch mehr Schweiß gekostet hatte, doch jeder Schritt war es Wert gewesen. Aber ein Interview mit einem Promi. Zunächst hatte ich das alles für einen Scherz gehalten. Doch Mikkel, unser Chefredakteur machte mir unmissverständlich klar, dass er keinen meiner anderen Kollegen mit dieser Aufgabe betrauen konnte. Zum einen war Urlaubszeit und zum anderen waren diejenigen, die noch da waren bereits für andere Artikel verplant und da meine Kolumne für diese Ausgabe der Zeitung bereits stand, dachte Mikkel wohl ich wäre Scharf darauf, eine kleine Bonusaufgabe zu erhalten. So nannte er es jedenfalls. Mit meiner Gegenwehr, als ich erfuhr um wen es sich handelte, ja damit hatte er wohl nicht gerechnet. Und nun standen wir hier und diskutierten bereits seit geschlagenen zehn Minuten und insgeheim wünschte ich mich auf den steinigen Weg in den Pyrenäen zurück der mir zahlreiche und vor allem schmerzhafte Blasen an den Füßen beschert hatte. Denn das war wirklich angenehmer, als das Interview, dass mir bevor stand.
„Komm schon Mikkel...“ versuchte ich es abermals.
„Ich sagte keine Diskussion, wir sind doch hier nicht bei wünsch Dir was! Es ist nun dein Job also bereite dich vor!“ knurrte er mir entgegen und erhob sich aus dem ledernen Sessel „Und außerdem kannst du finnisch!“ setzte er noch eine Schippe oben drauf.
„Er spricht auch deutsch!“
„Siehst du dann bist du ja bestens über ihn informiert also los...“ er schritt zur Tür und dies war wohl der Rauswurf aus Mikkel´s Büro für mich. Diesen machte er noch einmal mit einer eleganten Armbewegung Richtung Tür deutlich. So setzte ich mich in Bewegung und versuchte nicht allzu wütend über die Entscheidung zu wirken.
Wenn ich erst an meinem Arbeitsplatz saß, konnte ich meinem Ärger Luft machen, aber nicht hier, nicht in Mikkel´s  Gegenwart.
So stapfte ich zu meinem Schreibtisch und ließ mich in den ledernen Drehsessel fallen, der mit einem leichten Quietschen unter mir nach gab.
Meine Kollegin Nadia blickte über den Rand ihres Bildschirmes zu mir herüber und zog eine Augenbraue hoch.
„Na was wollte er von dir?“
Die Neugierde war genau das was Nadia auszeichnete. Und dennoch mochte ich sie sehr. Sie war während meiner Zeit in Berlin zu einer wirklich guten Freundin geworden und wir gingen durch Dick und Dünn. So manchen Herzschmerz hatten wir uns schon mit langen Partynächten und tonnenweise Eiscreme von der Seele gefegt.
„Ach ich soll ein Interview führen mit einem Musiker“
„Was sag bloß, wer ist es? Mick Jagger?“
„Nein dieser Typ der in der Castingshow mit macht... irgendwas mit Hapa oder so!“ sagte ich leise und wusste eigentlich genau um wen es sich handelte. Es war der reinste Albtraum.
„Warte mal, was du sollst Samu Haber interviewen ?! Wie denn was denn wo denn wann?!“ sprach Nadia wieder einmal ohne Punkt und Komma auf mich ein, während ich versuchte mehr über diese Castinggeschichte heraus zu finden.
„Ja kann sein, dass er so heißt“ murmelte ich leise und tat ahnungslos, doch ich wusste nur zu gut wie er hieß. Wir waren im selben Alter, wir kamen beide aus Helsinki... tja und wir besuchten damals die selbe Schule und er war es, der mich beim Abschlussball hängen liess, in dem er einfach mit einer Anderen hin gegangen war... eine Wunde die auch mit viel Eiscreme damals nicht geschlossen werden konnte.
„Weißt du Leni... ich versteh dich nicht. Ich kenne tausend Mädels die gerne  mit dir tauschen würden und du sitzt hier und tust so als müsstest du einen Aufsatz über Kopfläuse verfassen!“
„Ich weiß auch nicht... ich … kann mit diesen Promis einfach nichts anfangen!“ murmelte ich leise und schon damals fühlte es sich an als würden Samu und ich in verschiedenen Welten leben. Doch, dass er mich einfach hängen ließ am Tag unseres Abschlussballs, das hatte ich ihm bisher nie verziehen und insgeheim hoffte ich, dass obwohl wir damals die dicksten Freunde gewesen waren,  er mich nicht erkennen würde...
 
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