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Two Gods - a reborn story

Kurzbeschreibung
KurzgeschichteDrama / P12 / MaleSlash
Monkey D. Ruffy Nami Trafalgar Law Vinsmoke Sanji
06.08.2022
06.08.2022
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5.464
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06.08.2022 5.464
 
Meine lieben Leser,
meine lieben Fans des Märchens "Two Gods - Wie Sonne und Mond einander verloren" vom letzten Jahr...
ich hab euch gehört. Ich habe mit euch gelitten, mit euch geweint - und endlich bring ich euch das lang ersehnte Ende dieses tragischen Geschichte.

Im Rahmen der LawLu Week 2022 gab es den Prompt "Reincarnation" und sind wir ehrlich - mit dem Gedanken habe ich bereits viel zu lange gespielt, um es nicht endlich zu schreiben. Nur Zeit war dieses Jahr nicht mein bestes Steckenpferd. Daher entschuldige ich mich bei allen, die so lange warten mussten. Aber heute kann ich euch das längst überfällige Kapitel präsentieren.

Und ich hoffe sehr, dass es euch gefällt.

PS: wer die alte Story nicht kennt, für den verlink ich es hier nochmal, ansonsten einfach in meinen Storys nachschauen oder den Titel von oben kopieren ^^
Und nun viel Freude an den beiden, die wir doch irgendwie am meisten lieben, nicht wahr?

https://www.fanfiktion.de/s/618ed1460002ab1b296811a6/1/Two-Gods-wie-Sonne-und-Mond-einander-verloren-



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Two Gods – a reborn story

Mürrisch starrte er in den scheinbar endlosen Regen hinaus, den seine Scheibenwischer nur mit Mühe und Not von der Frontscheibe seines Autos gefegt bekamen. Das Licht der Straßenlaterne, unter der er angehalten hatte, ließ unwirkliche Schatten über die Motorhaube prasseln, die er nur aus dem Augenwinkel wahrnehmen konnte und von denen er wusste, dass sie nicht da waren. Sein Verstand sagte ihm, was real ist und was nicht und dennoch glaubte er auch diesmal, Bilder vor Augen zu sehen, an die er sich nicht erinnern wollte. An die er sich nicht erinnern durfte. Zumindest nicht jetzt.
Law schluckte hart.
Er stand mitten in der Nacht auf einer der Umgehungsstraßen, nachdem die komplette Innenstadt lahmgelegt war. Der Regen hatte die Kleinstadt hoffnungslos überfordert und er konnte nur von Glück reden, dass außer vollgelaufenen Kellern und überfluteten Ufern keine Probleme auftraten. Zumindest keine, die ihn betrafen. Die ihn noch länger im Krankenhaus hielten und seinen Feierabend nach fast 30 Stunden durcharbeiten noch weiter verzögert hätten.
Seufzend lehnte er sich in seinem Sitz zurück. Ein leises Seufzen stahl sich über seine Lippen, als er sich müde über die Augen rieb. Er musste nach Hause. Und das so schnell wie möglich. Oder er hätte einfach im Krankenhaus bleiben sollen bis zum Beginn der nächsten Schicht. Jetzt war es zu spät.
Law hatte keine Ahnung, wo er überhaupt war. Durch den dichten Regen sah alles um ihn herum gleich aus. Er sah trotz sämtlicher Scheinwerfer, die sein Auto zu bieten hatte, keine zehn Meter weit. Doch hier herum zu stehen, brachte ihm auch nichts. Es war zu kalt, um auch nur darüber nachzudenken, einfach hier stehen zu bleiben, um zu schlafen. Also zwang er sich, den Motor wieder zu starten, den er vorhin ausgeschaltet hatte, um einen Moment tief durchzuatmen. Er rieb sich nochmal über die Augen und verscheuchte die Schatten, die schon wieder durch seinen Kopf tanzten und ihn quälten, und legte den Gang ein.

Es dauerte nicht lange, bis er das Radio lauter drehte, in der irrwitzigen Hoffnung, dass ihn die Musik wachhalten würde. Die Dunkelheit machte es nicht leichter und das Prasseln des Regens war auf dem Dach der Karosserie so laut, dass er es trotz der lauten Töne deutlich hören konnte. Und Law wusste, dass er so nicht weiterfahren konnte. Zu seiner Erleichterung – und Verwunderung – fand er sich nur wenige Meter weiter an einer Kreuzung wieder, an die er sich nicht erinnern konnte, jemals gesehen zu haben und dort leuchtete ihm im Scheinwerferlicht ein Schild entgegen, das ihm wie ein Wink des Himmels vorkam. Ein Diner!
Das weiße Schild mit dem simplen roten Logo versprach rettenden Kaffee rund um die Uhr, wenn er nach rechts abbiegen und sich nur dreihundert Meter weiter durch die Nacht kämpfen würde. Das würde er schaffen.
Grimmige Entschlossenheit flammte in seinen müden, von deutlichen Augenringen untermalten, goldenen Iriden auf, ehe er den Blinker setzte, obwohl es niemand würde sehen können und den schwarzen Wagen langsam um die Ecke manövrierte. Langsam fuhr er die Straße hinunter, er nahm die unwirklichen Schatten der Bäume am Straßenrand nur als Schemen wahr, aber bald konnte er durch den Regen das Licht des hell erleuchteten Diners erkennen. Er fuhr etwas schneller, seine Scheibenwischer kamen kaum noch nach, doch er sah das Gebäude bereits undeutlich, auch wenn die Grenzen des Parkplatzes nicht ausmachen konnte. Es war ihm egal. Er parkte vor der Eingangstüre und verschwendete zwei Herzschläge mit der Frage, ob es helfen würde, zu warten, dass der Regen nachließe. Frustriert schnaubend schüttelte er darüber selbst den Kopf und zog den Schlüssel ab. Er trug keine Jacke, es war gestern noch warm gewesen, als er seinen Dienst angetreten hatte und das dunkle Hemd hatte zwar lange Ärmel, würde ihn aber vor dem Regen keinen nennenswerten Schutz bieten. Ohne noch mehr Zeit zu verschwenden, schloss er die Hand um den Schlüssel und straffte die Schultern, öffnete die Autotür und beeilte sich, den Blick zu heben, die Tür zuzuwerfen und sich mit wenigen, aber kräftigen Schritten seinen Weg zur Eingangstür des Diners zu bahnen. Er hatte keine Lust, auf dem nassen und vielleicht rutschigen Boden Bekanntschaft mit der Beschaffenheit des Parkplatzes zu machen.
Wasser drang durch den dünnen Stoff und ließ ihn schaudern. Eisiger Wind kühlte seine Haut zusätzlich ab und obwohl er nur wenige Momente im Freien war, fröstelte er, als er die Glastüre aufschob und das helle Klingeln eines Glöckchens durch den weitläufigen Raum hallte.

„Herzlich Willkommen im Baratie! Ich bin sofort bei Ihnen!“, ertönte eine feminine Stimme, als er den weitläufigen Raum betrat und sich einen Moment umsah.
Links von ihm war die große Glasfront, die normalerweise den Blick auf den Parkplatz und alles, was dahinter im Regen verborgen blieb, freigab. Ein gutes Dutzend weißer Tische und typisch roter Kunstlederbänke strahlte in kompletter Einsamkeit in den hellen Neonröhren, die das Diner in beinahe schon gleisendes Licht tauchten. Draußen sah Law nur Schatten, nur die schemenhafte andauernde Bewegung des Regens. Das prasselnde Geräusch war mit dem Zufallen der Glastüre beinahe komplett verstummt und er hörte leise Musik aus den Lautsprechern, die unter der Decke angebracht waren. Langsam drehte er den Kopf und sah sich weiter um. Geradeaus führte ein breiter Gang zwischen den Tisch-Reihen hindurch, man konnte sich hier bestimmt auch bequem bewegen, wenn es nicht so ausgestorben war wie in dieser stürmischen und nassen Nacht. Am hinteren Ende sah er eine Tür, die vermutlich zur Küche oder den Toiletten oder sonst wohin führen würde. Sein Blick wanderte weiter nach rechts und dort tasteten sich seine goldenen Augen über eine halbrunde, langgezogene Theke, die mit knallroten Barhockern ausgestattet war, und über der er bunte Tafeln sah, auf denen Kaffee, Frühstück und Snacks in leuchtenden Farben abgebildet waren. Im ersten Moment wirkte es ein wenig kitschig, doch bereits ein paar Atemzüge später entlockte der Anblick Law ein winziges Lächeln. Irgendwie wirkte es gemütlich.
„Ah, Sie hätten sich schon setzen dürfen! Möchten Sie einen Kaffee? Der wärmt Sie auf!“, zog die Stimme von eben seine Aufmerksamkeit wieder von den Tafeln ab und zurück den Flur hinunter bis zur Tür, die gerade hinter einer jungen Kellnerin ins Schloss fiel. Orangene Haare leuchteten Law entgegen, ein offenes Lächeln und große, dunkle Augen. Sie trug eine kurze Uniform in dunkelblau und weiß, der Rock reichte ihr knapp bis zur Mitte der Oberschenkel und war in kleinen Mustern kariert. Über der Bluse mit den kleinen Puffärmeln und dem weißen breiten Saum trug sie eine weiße Schürze. Sie hatte verboten hohe, dunkelblaue Schuhe dazu an. Auf dem Kopf hatte sie ein blau-weiß kariertes Zierband, das sie sich in die Haare geflochten hatte.
Sie kam Law mit klackenden Schritten näher, ihre rechte Hand winkte in Richtung der Tische auf der Fensterseite.
„Wo möchten Sie sitzen? Blick auf die wundervolle, pechschwarze Nacht?“, ihre Hand wanderte auf die andere Seite, „Oder lieber an der Bar direkt?“
Law folgte ihrer Handbewegung, nickte knapp und steuerte dann einen der kleinen Tische am Fenster an.
„Ich nehm die Nacht, danke“, murmelte er und schauderte kurz, als er sich in Bewegung setzte und der feuchte Stoff sich kalt über seine Schultern schob.
„Gern!“, erwiderte sie und Law erhaschte einen Blick auf ihr Namensschild, als er an ihr vorbeiging.
Nami.
„Kaffee?“, wiederholte sie ihre Frage von vorher, folgte ihm in gebührendem Abstand zu seinem gewählten Platz.
„Bitte. Ich würde sterben für Kaffee!“, ließ er sich auf die kleine, rote Bank fallen und lehnte sich zurück.
„Kommt sofort!“
Law nickte ihr zu und seufzte, atmete durch. Die Müdigkeit hatte sich für den Moment ein wenig zurückgezogen. Sein feuchtes Hemd war noch immer kalt auf seiner Haut, doch er spürte bereits, dass die Temperatur im Diner angenehm hoch war, also würde das Wasser hoffentlich in wenigen Minuten aus dem feinen Stoff verschwinden. Einzelne Regentropfen perlten aus seinen Haaren, als als sein Kopf nach vorne sank und er geistesabwesend auf die Tischplatte starrte.
Aus den Augenwinkeln sah er, wie sich die schlanke Kellnerin durch den Raum bewegte, das Klacken ihrer Schuhe unterbrach die leise Musik in regelmäßigem Rhythmus. Er verlor sich ein wenig in dem Geräusch, ließ den Blick zur Seite in die Dunkelheit der Nacht wandern. Der Regen prasselte nach wie vor herunter, verschleierte alles, was sich hinter der Fensterscheibe befand. Selbst sein Auto nahm er mehr als Schatten war, als dass er es richtig erkennen konnte. Hätte er nicht gewusst, dass der Wagen dort stand, hätte er ihn gar nicht wahrgenommen.
„So, damit Sie bitte nicht sterben. Ich bin nicht sicher, ob wir bei diesem Wetter einen Rettungsdienst zeitig rufen könnten“, riss ihn die sanfte Stimme aus seiner Starre. Law zuckte zusammen, als er Nami wieder erblickte, die ihm eine Tasse auf den Tisch stellte und aus einer dampfenden Glaskanne frischen Kaffee einschenkte. Der Duft verbreitete sich augenblicklich um ihn herum und Law atmete tief ein. Allein dadurch fühlte er sich bereits deutlich wacher.
„Ein Rettungsdienst wäre gar nicht nötig. Ich bin selbst Arzt“, gab er nach ein paar Sekunden zurück, die Nami brauchte, die Tasse schier bis zum Rand aufzufüllen und er einfach nur tief den Geruch in seine Lungen atmete.
„Deshalb sind Sie so spät noch unterwegs. Schichtwechsel?“, hielt sie das Gespräch am Leben und suchte seinen Blick, den er nur kurz erwiderte, ehe er sich auf die Tasse konzentrierte. An sich wollte er sich nicht unterhalten. Er war müde und ausgelaugt und hatte in den letzten Stunden zu viel mit zu vielen Menschen sprechen müssen. Aber er verstand, dass sie das Gespräch suchte, offensichtlich war sie allein im Diner und bei dem Wetter wollte er sich gar nicht vorstellen, wie lange sie schon trübsinnig vor sich hingestarrt haben mochte, bevor er mitten in der Nacht hier hereingeschneit war.
„Überstunden“, brummte er also nur und hob die Tasse an die Lippen, nippte vorsichtig an der heißen, Lebenskraft spendenden Flüssigkeit.
„Der ist gut!“, merkte er erstaunt auf.
Die Orangehaarige Kellnerin nickte.
„Natürlich. Der ist nach Sanjis Rezept gekocht. Er macht den besten Kaffee der Welt. Und nebenbei auch das beste Essen.“
Sie lächelte und er kam nicht umhin, es als hübsch zu empfinden. Sanji war vermutlich der Chef im Diner und man hörte ihr an, dass sie viel von seinen Fähigkeiten hielt.
„Dann sollte ich vielleicht irgendwann einmal hier etwas essen…“, nickte er, zwang ein schwaches Lächeln auf seine müden Gesichtszüge und entlockte er damit ein breites Grinsen.
„Das sollten Sie unbedingt machen. Ich kann Ihnen garantieren, dass Sie noch nie etwas Besseres gegessen haben werden!“
Beinahe hätte er über die Aussage geschmunzelt, als zwei Dinge gleichzeitig passierten. Law war im Begriff, den Mund zu öffnen für eine Antwort, als eine weitere Stimme durch den Raum hallte und noch bevor der Klang seine Ohren erreichte, noch bevor er überhaupt verarbeiten konnte, dass nicht nur er und Nami im Diner waren, erstarrte er regelrecht. Wie versteinert hielt er sogar den Atem an, als die Schallwellen sein Gehirn erreichten und es nachdrücklich lahmlegten.
„Mit wem redest du denn da die ganze Zeit, Nami? Komm endlich wieder her, ich kann ohne dich nicht weiterspielen!“
Und dann sah er ihn.
Ein schwarzer Haarschopf tauchte in der Tür auf, aus der vorhin auch die Kellnerin gekommen war. Große, dunkle Augen suchten missmutig verzogen den Raum nach seiner Kollegin ab und wundervoll geschwungene Lippen verzerrten sich zu einem entzückenden Schmollen. Law war nicht in der Lage, das weiße Hemd der Uniform zu realisieren, oder die dunkelblauen Hosen, das karierte Bändchen, das unter dem Kragen des Hemds langlief und nachlässig verknotet war. Oder gar den Spielecontroller, der in der Hand des jungen Mannes lag. Auch sah er nicht wirklich, wie der Jüngere zwei weitere Schritte in den Raum hineintrat und sein Blick prüfend über Namis und schließlich seine Gestalt wanderte, ehe er sich weiterhin schmollend umdrehte und mit einem leisen Murmeln wieder verschwand.
Nami neben ihm schnaubte, sie sagte etwas, das er nicht hörte und das Klacken ihrer Schuhe entfernte sich eilig.
Law starrte vor sich hin. Das konnte nicht sein… Konnte das sein?
Auf keinen Fall. Alles in ihm sträubte sich davor, schreckte zurück. Das wäre… zu grausam und zu schön zugleich. Es war einfach nicht möglich… oder doch?

Als wäre es gestern gewesen, erinnerte sich Law an einen Tag aus seiner Kindheit. Er war gerade einmal sechs Jahre alt gewesen und bis dahin war seine Welt in Ordnung. Bis zu diesem 5. Mai, der alles verändern sollte. An diesem Tag träumte er zum ersten Mal von seinem früheren Leben. Natürlich wusste er das damals nicht. Es brauchte Wochen, Monate, vielleicht sogar Jahre, bis er zu verstehen begann, dass die immer und immer wiederkehrenden Träume alles andere als reines Wunschdenken waren. In der ersten Nacht hatte er gesehen, wie ein schwarzhaariger Mann mit auffälligen Tattoos auf sonnengebräunter Haut in einem Tempel einen anderen, jüngeren Mann, der ebenfalls tätowiert war, angegriffen hatte. Und er war von Gefühlen überwältigt und panisch aufgewacht.
Law wusste nicht mehr, wie lange er gebraucht hatte, den verschiedenen und doch so ähnlichen Träumen einen Sinn abzugewinnen. Wann er begonnen hatte, zu verstehen, dass er sich selbst gesehen hatte. Sich, zu einer Zeit, in der man ihn noch „Row“ genannt hatte. In der man ihn als Gott verehrt und schließlich vergessen hatte. In der die zärtlichen Gesten des anderen Mannes alles gewesen waren, was er je wollte und brauchte. Und wie er, in jener Zeit von Dunkelheit verschlungen wurde und wie er dieses Leben mit seinen eigenen Händen ausgelöscht hatte. Er spürte den Stich durch die eigene Brust noch immer. Als wäre die Dunkelheit, die damals sein Herz befallen hatte, durch all die Jahrhunderte und Jahrtausende erhalten geblieben und lauerte nur darauf, wieder hervorbrechen zu können. Wie viel Schuld hatte er sich damals nur auf die Schultern geladen – er würde sie niemals sühnen können. Was er dieser Welt damals angetan hatte, nicht nur sich selbst, das würde er für immer büßen müssen.
Und vielleicht war es Teil dieser Schuld, dass er heute als Arzt arbeitete, um an der Menschheit wieder etwas gut zu machen. In einem Leben, das ihm zweifelsfrei geschenkt wurde, um seine Seele reinzuwaschen, der es vergönnt war, noch einmal auf dieser Welt verweilen zu dürfen.
Doch Row hatte nie erwartet, nicht einmal im Traum zu hoffen gewagt, dass er IHN wiedersehen würde.
Ihn, seinen Sonnenschein, seinen Lebensmittelpunkt. Seine Liebe.
Lu.
Sein Blick verharrte in dem düsteren Anblick des endlosen Regens, doch Law sah nur immer wieder vor sich, wie er ihn einst getötet hatte. Wie er damals, von Wahn und Hass zerfressen auf die Erde zurückgekehrt war und in seiner grenzenlosen Wut alles auslöschen wollte – und doch das vernichtet hatte, was ihm am meisten bedeutete. Er hörte noch die leisen Worte des Liebsten, als er ihn tödlich verletzt in den Armen gehalten und über die Wange gestreichelt hatte.
„Wirst du… mich wieder festhalten, Row?“
Und er kaum in der Lage war, so zu antworten, wie Lu es Zeit ihres Lebens gewohnt gewesen war.
„Immer Lu, immer.“
Schmerzhaft klar stand die Erinnerung vor seinen Augen und er musste sich mit Gewalt zwingen, aus den Tiefen seines Geistes wieder aufzutauchen, um vor den Bildern fliehen zu können. Er durfte sich diesen Gedanken nicht mehr hingeben. Diese Phase hatte er doch längst überwunden! Als er vor einigen Jahren in einer regelrechten Existenzkrise gesteckt hatte, hatte er sich geschworen, damit klarzukommen. Law würde die Vergangenheit ruhen lassen. Ruhen lassen, aber nicht vergessen. Um der Welt wenigstens etwas von dem zurückzugeben, das er ihr einst genommen hatte.
Allerdings hatte er niemals wirklich erwartet, Lu wiederzusehen. Nichts hatte ihm je Anlass dazu gegeben, auch nur zu hoffen, dass auch er wiedergeboren worden war. Law hatte es immer als eine Art Strafe gesehen. Sein Leben lang, seit er sich bewusst geworden war, WER er war, hatte er geglaubt, er sei nur deshalb wieder hier, um Buße zu tun. Und die quälenden Träume hatten ihn nie ganz verlassen. Sie waren weniger geworden, aber nie ganz verschwunden.
Aber jetzt war Lu hier. Nicht nur als Mensch in dieser Welt, irgendwo – nein, er war HIER!
Ob er sich erinnerte? Wusste er, wer Law war? Hatte er ihn erkannt?
Sein Blick eben war so desinteressiert gewesen, regelrecht gelangweilt. Nein, oder?
Laws Gedanken überschlugen sich. Ganz bestimmt täuschte er sich. Es konnte gar nicht sein, dass Lu, selbst wenn er nun als Mensch lebte, ausgerechnet hier war. Hier, in diesem Diner am Ende der Welt und das ist der schlimmsten Nacht seit Jahren.
Eilig schüttelte Law den Kopf.
Was, wenn er sich irrte?

Aber was, wenn nicht?
Was, wenn es wirklich Lu war? Wenn er sich an ihn erinnerte – und ihn nun hasste? Ihn verachtete für das, was er einst getan hatte. Wäre Law nicht gewesen, hätte Lu sein unsterbliches Leben weiterleben können. Nichts hätte dieses strahlende Wesen jemals aus der Welt tilgen können. Nichts und niemand… Nur er. Law zitterte, ob nun wegen der Feuchte seines Hemdes oder der erdrückenden Gedanken, konnte er nicht sagen.
Und plötzlich konnte er nicht mehr hierbleiben. Er musste hier weg. So schnell wie möglich. Er sprang regelrecht auf, leerte seine Tasse Kaffee in einem Zug – das noch immer heiße Gebräu verbrannte ihm regelrecht die Speiseröhre – warf ein paar Scheine auf die Tischplatte und rannte beinahe zur Tür. Er musste weg. Ganz egal, wie schrecklich das Wetter da draußen war. Auf keinen Fall konnte er länger in diesem Diner bleiben. In diesem Diner… in dem Lu war.
Und mit panischen Schritten hastete er in den Regen hinaus, entsperrte die Zentralverriegelung seines Autos und schlug mit einem viel zu festen Knall die Tür zu.


„Schön, dich wieder zu sehen. Wie war die Schicht?“, begrüßte ihn Nami, als Law an seinen Stammplatz glitt, den Blick nur kurz erwiderte, dann durch den weitläufigen Raum gleiten ließ. Schnell wandte er den Kopf ab, als er den jungen Kellner am anderen Ende sah, der sich lachend mit ein paar Gästen unterhielt und ihnen Getränke hinstellte.
„Danke, chaotisch wie immer. Wie ist es hier?“, reagierte er auf ihre Frage und nickte ihr freundlich zu.
Ein wissendes Lächeln lag auf Namis Zügen, als die Schultern hob und den Kopf knapp schüttelte.
„Nichts Besonderes. Gott sei Dank. Das Gleiche wie immer?“, wollte sie wissen und wandte sich bereits halb von ihm ab, auf dem Weg zum Tresen, um bei Sanji eine Tasse Kaffee für den Gast zu holen und seine Bestellung weiterzugeben.
Law nickte knapp, senkte den Blick.
Fast vier Wochen waren seit der stürmischen Nacht vergangen. Fast vier Wochen, in denen er sich jeden Tag vornahm, nie wieder hierher zu kommen – und doch nahezu täglich nach seiner Schicht vorbeizukommen. Er setzte sich immer an den gleichen Tisch, von dem er wusste, dass es nicht Lu sein würde, der ihn bediente. Lu, der in diesem Leben Luffy genannt wurde, lachte viel, er kam bei den Gästen gut an, war beliebt und blühte in seinem Job regelrecht auf. Law beobachtete ihn, Tag für Tag und dennoch hatte er bis heute kein einziges Wort mit ihm gewechselt.
Jedes Mal, wenn sich ihre Blicke scheinbar zufällig kreuzten, senkte er den Kopf und sah weg.
Seine Träume waren wieder schlimmer geworden. Doch er schaffte es nicht, sich von diesem jungen Mann fernzuhalten.
Was, wenn es wirklich Lu war?
Was, wenn er sich an ihn erinnerte?
Noch immer quälten ihn viel zu viele Fragen. Die schlimmste war die, ob Lu ihn hasste, falls Luffy sich wirklich an ihr gemeinsames Leben erinnerte. Allerdings war Law auch überzeugt, dass er ihn schier hassen musste. Wie sollte er auch nicht? Wie sollte er den Menschen nicht hassen, der ihm seine göttliche Existenz gestohlen und ihn zu einem Leben als Mensch verdammt hatte?
Er schluckte hart, als Nami genau in diesem Moment mit dem Kaffee zurückkam.
„Dein Essen kommt gleich. Sanji sagt, du solltest endlich auch mal seine neuen Sandwiches probieren. Die sind wirklich klasse!“
Law hob langsam den Kopf, musste erst wieder in der Realität ankommen und blickte für einen Herzschlag zur Theke hinüber, wo ein blonder, junger Mann stand und ihn auffordernd anstarrte. Er hatte eine Zigarette im Mundwinkel und die halblangen Haare hingen ihm elegant ins Gesicht, verdeckten dabei fast sein linkes Auge. Law war es ein Rätsel, wie der Mann so kochen konnte. Noch dazu so köstlich! Doch auch heute schüttelte er den Kopf.
„Kein Brot. Das weiß er doch inzwischen“, murmelte er nur und eilig sah er wieder weg, als sich Luffy in diesem Moment in sein Blickfeld schob.
Nami seufzte theatralisch.
„Du bist und bleibt ein eigenartiger Mann, Law. Wirklich. Aber gut. Hauptsache, es schmeckt dir.“
Sie winkte ab und verschwand wieder, ließ ihn mit seinem Kaffee allein. So lief das seit Wochen. Sie kam, forderte ihn auf, etwas anderes zu essen als die Rühreier mit Salat, die er mochte, weil eben KEIN Brot dabei war, er lehnte bestimmt ab und bekam dann doch, was er wollte. Doch diese kurze Konversation war zu einer Art Ritual geworden. Ein kleines Ritual. Law schnaubte trübsinnig.
Er hatte heute früh Feierabend machen können, das hieße, er könnte Luffy lange sehen. Es schmerzte, ihn mit anderen Menschen so glücklich zu sehen und doch bekam Law nicht genug von diesem Anblick. So konnte er glauben, dass es Lu gut ginge.
Auch in diesem Leben hatte der Sonnengott nichts von seiner Ausstrahlung verloren. Wer auch immer ihm begegnete, war in seinem Bann gefangen und verfiel ihm. Law war davon nicht ausgenommen. Sein Herz pochte hart in seiner Brust, wann immer er die Gelegenheit hatte, ihn anzusehen. Doch um nichts in der Welt würde er es wagen, Luffy anzusprechen.
Law war ein Feigling.
Ja, das wusste er nur zu gut. Anders konnte er sein Verhalten nicht bezeichnen als feige. Hätte er den Mut, sich seiner Vergangenheit zu stellen, wäre er bereits vor Wochen auf den jüngeren Mann zugegangen und hätte ihn gefragt, ob sie sich kannten. Irgendwie hätte er es sicherlich geschafft, eine Unterhaltung zu beginnen. Irgendwie hätte er es hinbekommen, ihn zu fragen, ob sie sich schon einmal begegnet waren. Doch er wählte absichtlich diesen Platz, damit Luffy ihn nicht bediente. Diesen Platz, von dem aus er das Diner gut im Blick hatte und ihn im Auge behalten konnte, aber immer wegsehen, wenn Luffy in seine Richtung sah. Er war feige. Und es tat weh, sich das einzugestehen, doch Law schaffte es nicht, das zu ändern.
„Er wird dich niemals mögen. Du hast ihn umgebracht. Ganz egal, was du auch tust. Egal, wie viele Menschen du rettest. Lu wird niemals wieder der deine sein“, flüsterte ihm eine Stimme in seinem Kopf Tag täglich zu, lähmte seine Gedanken und jegliche Hoffnung darauf, sich diesem lebendigen Sonnenschein jemals zu nähern. Nein, er würde Lu nicht noch einmal in die Dunkelheit ziehen. Nicht noch einmal durfte er ihn verletzen. Nein, es war genug, ihn nur anzusehen. So oft er nur konnte. Das war ihm genug. Es gab ihm Kraft, ihn lachen zu sehen, auch wenn es ihm gleichzeitig schier das Herz zerriss, dass dieses Lachen niemals ihm galt und nie gelten würde. Was gäbe er darum, Lu noch einmal im Arm zu halten.
Das Schicksal hatte eine neue Art gefunden, ihn zu quälen. Was früher die Träume waren, das war jetzt die Nähe zu ihm. Er wollte ihm nahe sein, doch er konnte es nicht. Er wollte, dass Luffy sich an ihn erinnerte und doch fürchtete er nichts in dieser Welt so sehr wie das. Er wollte so sehr, dass Luffy sich mit ihm unterhielt und dennoch schreckte er vor der Vorstellung zurück.

Und so kehrte er Tag für Tag hierher zurück. Tag für Tag quälte er sich selbst damit, Luffy zu sehen, ihn zu hören und ihm dennoch niemals nahe zu sein. Ihn nur heimlich zu beobachten und sich immer wieder selbst zu sagen, dass er nicht gut für ihn war. Law geißelte sich selbst. Er nahm die Strafe des Universums an, das Schicksal, das ihm auferlegt worden war. Egal, wie lange es dauerte.
Ergeben atmete er durch, biss kurz hart die Zähne aufeinander, um das leise Seufzen zu unterdrücken, das aus seiner Kehle wollte.
Wie so viele, unzählige Male vorher hob er vorsichtig den Blick. Seine Finger hatten begonnen, die kleine Serviette auseinander und wieder zusammenzufalten. Seine goldenen Augen suchten nach der sportlichen Figur des Liebsten und hefteten sich an den schmalen Rücken, als sie ihn fanden. Luffy stand die Uniform unglaublich gut. Als wäre sie für ihn designt worden und etwas in Law glaubte fest daran, dass es tatsächlich so war. Luffy hatte ein leeres Tablett unter den rechten Arm geklemmt und ging lachend zur Theke, Sanji murmelte ihm etwas zu. Der Jüngere legte das Tablett auf den Tresen und streckte seinem Chef kurz die Zunge raus. Dann drehte sich der schwarze Schopf und Law musste sich beeilen, wieder wegzuschauen, denn kaum zwei aufgeregte Herzschläge später tastete sich der Blick der großen, schokoladenbraunen Augen über Laws Gestalt.
„Er wird dich immer hassen. Sieh ihn nicht an. Du wirst seiner niemals wieder würdig sein“, wisperte die Stimme in seinem Kopf und Law verkrampfte kaum merklich.
Und er wusste, dass sie recht hatte.

Natürlich hätte Luffy ihn bestimmt ansprechen können, wenn er das gewollt hätte – sollte man meinen. Doch Law hatte inzwischen mehrfach mitbekommen, wie temperamentvoll der Chef des Diners war, wenn man seinen strikten Anweisungen nicht folgte. Und die Einteilung der Tische stellte da keine Ausnahme dar. Sanji achtete akribisch darauf, dass Nami sich nur um ihre Gäste kümmerte und Luffy sich ausschließlich um seine. Die Stammgäste kannten das inzwischen alle und jeder wusste, wo er sitzen musste, wenn er mit wem sprechen wollte. Und so war es nicht verwunderlich, dass der Schwarzhaarige sich nicht in die Nähe von Laws Tisch verirrte, der noch dazu am weitesten entfernt war von Luffys Zuständigkeit. Dass Law an seinem ersten Abend hier gesessen hatte, war Zufall gewesen. Inzwischen war er beinahe sicher, dass er gar keine andere Wahl gehabt hatte.

Tage vergingen. Tage und Wochen. Wochen und Monate.
Law ging inzwischen seit drei Monaten beinahe täglich im Diner ein und aus. Fast drei Monate, in denen er sich Luffy kein Stück genähert hatte. In denen er sich selbst immer wieder sagte, dass es ihm völlig ausreichte, ihn nur zu sehen. Und in denen er mit jedem Lachen, dass der Sonnengott einem anderen Menschen schenkte, ein kleines bisschen starb. Er wusste nicht, warum er nicht einfach fernbleiben konnte. Er wusste nicht, warum er sich dieser Strafe freiwillig aussetzte. Doch etwas trieb ihn jeden Tag wieder hierher. Und jeden Tag spürte er die Blicke Luffys auf sich. Spürte, dass Luffy ihn bemerkte, seine Blicke realisierte. Doch auch er schwieg. Einmal war Law noch auf dem Parkplatz gestanden, als der Kleinere sich auf den Heimweg gemacht hatte. Ein anderes Mal hatte Law beobachtet, wie Luffy von einer wunderschönen Frau abgeholt worden war. Doch nie, nicht einmal draußen, hatten sie ein Wort miteinander gewechselt.

Bis sich eines Tages alles änderte.

Es war ein langer Tag gewesen. Law hatte eine vierzehnstündige Operation durchgeführt. Seine Hände waren noch immer halb taub und sein Kopf leer. Er fragte sich immer wieder, ob er alles richtig gemacht hatte, obwohl er wusste, dass er keinen Fehler begangen hatte. Sein Rücken war steif, sein Nacken schmerzte und seine Augen brannten, als er aus dem Auto stieg und in dem wenigen Licht der untergehenden Sonne das spärlich besetzte Diner betrat.
Müde, wie er war, nickte er nur kurz, als das Glöckchen über der Tür sein Eintreffen verkündete und steuerte seinen Stammplatz an, glitt auf die kleine, rote Plastikbank und seufzte erschöpft. Er lehnte sich zurück, schloss die Augen und atmete langsam durch. Ihm tat jeder Muskel im Leib weh. Irgendetwas in seinem Rücken knackte verdächtig. Eine Tasse Kaffee wurde vor ihm abgestellt, doch er schaffte es nicht, die Augen zu öffnen. Ganz im Gegenteil murmelte er nur ein kaum verständliches „Danke“, atmete langsam den betörenden Duft des heißen Gebräus in die Lungen. Am liebsten hätte er sich in die Lebensgeister weckende Flüssigkeit hineingelegt. Sanjis Kaffee war wirklich der Beste. Seit er hier Kaffee trank, bekam er das Gebräu im Krankenhaus nicht mehr runter. Er sollte dem Koch wirklich nahelegen, seinen Kaffee auch so zu verkaufen, dass Law sich eine Thermoskanne für den Arbeitstag holen konnte. Am besten mit täglicher Lieferung direkt ins Krankenhaus. Vielleicht sollte er ihm das vorschlagen. Ob sich der exzentrische Koch auf einen derartigen Vorschlag einlassen würde…? Law schüttelte müde über sich selbst den Kopf und schaffte es schließlich, die Augen zu öffnen. Er lehnte sich wieder nach vorne und griff mit beiden Händen nach der großen Tasse, sog tief den Duft in die Lunge, ehe er vorsichtig daran nippte. Ja, das war genau das, was er jetzt brauchte. Das und… Langsam drehte er den Kopf auf der Suche nach Luffy. Sein Blick wanderte über die hinteren Tische im Diner. Doch er konnte ihn nicht entdecken. Nanu? War er nicht hier? Dabei war Law sicher, dass er sein Lachen vorhin gehört hatte.
Vielleicht war er kurz nach nebenan verschwunden. Immerhin durften auch Mitarbeiter verschwinden. Sein Blick fokussierte sich wieder auf die Tischplatte und das eben so mühsam zurückgehaltene Seufzen entglitt seinen leicht geöffneten Lippen. Er sollte mehr schlafen. Seine Kollegen hatte ihm das heute noch eindringlicher nahegelegt als jemals zuvor. Anscheinend sah er noch schlimmer aus als sonst. Schnaubend streifte er die Ärmel seines Hemdes bis zu den Ellbogen zurück und sah sich seine Tattoos an. Die markanten Buchstaben auf den Fingern, die Kreuze auf den Handrücken, die großen Symbole auf den Unterarmen. Alles Zeugnisse seines Lebens. Seine Augen fielen kurz zu. Hastig schüttelte er den Kopf, setzte die Tasse erneut an und nahm einen weiteren, größeren Schluck seines Kaffees. Er brummte zufrieden, als die Flüssigkeit seine Kehle hinabrann und er die Wärme wellenartig durch seinen Körper strömen spürte.
Ein leises Klacken ließ ihn aufschrecken und er öffnete eilig die Augen, von denen er nicht einmal wusste, wann er sie geschlossen hatte. Ein Teller schob sich in sein Blickfeld. Nanu? Hatte er seine Unterhaltung mit Nami heute etwa im Halbschlaf geführt? Oder sollte sie – nach all den Wochen – heute zum ersten Mal den Versuch unterlassen haben, ihm etwas anderes zu essen anzubieten? Verwirrt blinzelte er und erst in diesem Moment fielen ihm die Finger auf, die in diesem Augenblick den Tellerrand losließen.
Laws Augen weiteren sich, sein ganzer Körper erstarrte. Adrenalin pumpte durch seine Adern, seine Finger begannen zu zittern. Und erst das harte Pochen, als sein Herz bis zum Hals hochschlug, ermöglichte ihm, sich wieder zu bewegen und endlich den Blick zu erwidern, der ruhig auf ihm lag.
Das wohl sanfteste Lächeln, das er jemals gesehen hatte, strahlte ihm entgegen. Große, braune Augen fixierten ihn und das Lächeln schien ihm noch aus den Iriden entgegen. Unter dem linken Auge zeichneten sich die blassen Konturen einer längst verheilten Narbe ab. Law kannte diese Narbe. Wärme flutete Laws Kreislauf und in diesem Moment wurde er ganz ruhig. Als wäre dieses Lächeln die Erlösung gewesen, nach der er sich sein Leben lang gesehnt hatte, als wäre das alles, was er je gebraucht hätte, löste sich sämtliche Anspannung in seinem Körper. Ein winziges, unendlich erleichtertes Lächeln schlich sich auf seine Gesichtszüge. Die braunen Augen blinzelten und der Augenaufschlag traf ihn wie ein Pfeil ins Herz. Gott, wie sehr hatte er ihn vermisst. Bei allem, was Law heilig war.
Unfähig, etwas zu sagen, sah er Luffy einfach nur an. Und der Jüngere lächelte noch etwas breiter.
Mit einer geschmeidigen Bewegung glitt er auf die kleine Bank Law gegenüber, ließ seinen Blick dabei nicht los. Er legte den Kopf ein wenig zur Seite, nickte ihm kurz zu und dann wurde sein Grinsen so breit, dass es schier von einem Ohr zum anderen reichte. Und Law… war glücklich.
„Hey Law“, hörte er ihn kichern, „Ich glaube, wir sollten uns unterhalten… Meinst du nicht…?“


Und vielleicht… vielleicht begann an diesem Tag für zwei ehemalige Götter ein neues Leben. Zusammen.



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<3 <3 <3 <3 <3

Eure Mizu
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