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2022 08 06: Schwanger [by Sira-la]

Kurzbeschreibung
OneshotFamilie, Freundschaft / P12 / Het
Arthur "Artie" Nielsen Claudia Donovan Myka Ophelia Bering Pete Lattimar Steve Jinks Todd
06.08.2022
06.08.2022
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06.08.2022 2.913
 
Tag der Veröffentlichung: 06.08.2022
Titel der Geschichte: Schwanger
Song: „Für immer immer“ von Fettes Brot
Autor: Sira-la
Kommentar des Autors: Dieser OneShot spielt ungefähr zwei Jahre nach dem Ende der Serie. Er nimmt außerdem Bezug zu meinem vorherigen Beitrag in diesem Fandom: „Todd“. In diesem Text hier wollte ich die Frage beantworten, was wohl passiert, wenn eine der Warehouse-Agentinnen schwanger wird. Es wurde so ein bisschen ein Selbstläufer mitsamt Artefakt-Suche :D
Viel Spaß beim Lesen ^^



Schwanger


„Pete, ich bin schwanger.“
Auch Stunden später noch brachte die Erinnerung an diese Worte Pete zum Strahlen. Myka war schwanger. Von ihm. Wirklich diesmal und nicht, weil er einen unbedachten Wunsch gehabt hatte.
„Pete?!“
Erschrocken zuckte er zusammen und starrte Claudia an, die mit der Hand vor seinem Gesicht herumwedelte. „Was?“
„Ist alles in Ordnung? Ich hab dir sogar Kekse angeboten und du hast ni…“
„Kekse? Wo?“ Pete sah sie bettelnd an.
Claudia schüttelte grinsend den Kopf und reichte ihm einen Teller. „Also, was ist los? Du bist heute schon den ganzen Tag so komisch.“
„Weiff nich, waf du meincht“, nuschelte er mit vollem Mund.
„Worüber lügst du grade?“
Pete seufzte und drehte sich mitsamt seinem Stuhl zu Steve. „Menschlicher Lügendetektor“, beschwerte er sich, musste aber schon wieder lächeln. Myka war schwanger!
„Pete!“
„Was?!“
„Du bist schon wieder weggedriftet.“ Claudia musterte ihn besorgt. „Ist wirklich alles in Ordnung?“
Pete nickte. „Mehr als in Ordnung“, sagte er und legte seinen Kopf in den Nacken. Glücklich sah er zur Decke hinauf. Heute war alles sowas von mehr als in Ordnung. Nicht einmal ein Ping könnte diesen Tag zerstören.
Er merkte erst, dass Steve sich vor ihn gekniet hatte, als dieser nach seinem Kinn griff und Pete so zwang, ihn anzusehen. „Pete, bist du mit einem Artefakt in Berührung gekommen?“
„Was? Nein! Wie kommst du denn auf den Schwachsinn?“ Pete schob Steves Hände von sich und stand auf. „Mir geht’s gut.“ Er sah sich um und griff dann nach dem Klemmbrett, das auf Arties Platz lag. „Ich kümmere mich um Leenas Liste.“
Obwohl Leena inzwischen seit fast zwei Jahren nicht mehr bei ihnen war, nannten sie die Liste noch immer so. Manchmal, wenn Pete sie abarbeitete, bildete er sich sogar ein, Leena zu sehen. So auch heute. Er hatte gerade die Energie des Tanto-Schwerts entladen, als sie ein paar Schritte entfernt zwischen den Regalen auftauchte.
„Hey“, sagte Pete leise.
Sie reagierte nicht, aber daran hatte er sich bereits gewöhnt. Schweigend begleitete sie ihn zum nächsten Punkt auf der Liste, so wie sie es immer tat, wenn sie auftauchte.
Pete kramte zwei Centstücke aus seiner Hosentasche und steckte das erste davon in die originale Maschine von „The Price is Right“. Er wusste, Leena würde verschwinden, sobald er die zweite Münze einwarf, deshalb drehte er die kleine Metallscheibe zwischen seinen Fingern. Aufmerksam sah er sich um, aber außer Leena und ihm war wirklich niemand sonst in der Nähe. „Myka ist …“ Er stockte. Es wäre das erste Mal, dass er es aussprach. Myka wollte es den anderen selbst sagen, wenn sie von ihrem Kurzurlaub bei ihrer Schwester zurück war. Pete konnte es kaum erwarten. Ihm hatte sie es am Telefon mitgeteilt, sofort nachdem sie es herausgefunden hatte, und Pete wollte nichts sehnlicher, als sie im Arm zu halten und zu küssen, bis er keine Luft mehr bekam. Aber er musste es einfach jemandem sagen, sonst würde er noch vor Glück platzen, und Leena war gewiss nicht die schlechteste Wahl. „Myka ist schwanger.“
Leena lächelte. Es kam so überraschend, dass Pete die Münze beinahe aus der Hand rutschte. Er hatte sie ewig nicht lächeln sehen.
„Leena?“ War sie etwa doch wirklich hier und nicht nur ein Schatten?
Im nächsten Moment war sie verschwunden.
Pete blinzelte verwirrt, dann erinnerte er sich daran, warum er überhaupt vor diesem Artefakt stand. Hastig warf er die zweite Münze ein und ging zum nächsten Artefakt auf der Liste. Leenas Lächeln blieb ihm noch lange vor Augen.

***

„Myka!“ Claudia umarmte sie so überschwänglich, dass sie einen hastigen Schritt nach hinten machen musste, um nicht umzufallen.
„Ich hab dich auch vermisst“, sagte Myka lachend und erwiderte die Umarmung.
„Zum Glück bist du wieder hier.“ Todd nahm ihr die Tasche ab. Seit er vor etwas mehr als einem Jahr vor der Tür des Leena’s aufgetaucht war, hatte er das B&B übernommen. Freie Zimmer gab es offiziell inzwischen keine mehr, einzig die Agents des Warehouses lebten hier. Todd kümmerte sich darum, dass der Kühlschrank immer voll und die Rechnungen bezahlt waren, während er vom Büro aus als IT-Support per Telefon arbeitete. Mit der Arbeit im Warehouse hatte er nichts zu tun, aber er wusste über alles Bescheid. Claudia hatte ihn als ihren Einen gewählt.
„Ist etwas passiert?“, fragte Myka und streckte ihren Rücken durch. Die Autofahrt war lang gewesen. „Ich war doch nur zwei Wochen bei Tracy.“
„Nein, nein“, sagte Claudia viel zu schnell, um glaubwürdig zu sein.
„Claude?“
„Es ist nur … Pete benimmt sich seit einigen Tagen so merkwürdig“, sagte Claudia und sah Myka unsicher an.
„Merkwürdig?“, wiederholte Myka. „Wie meinst du das?“
„Er driftet total häufig ab und ist dann kaum ansprechbar. Und er lächelt die ganze Zeit. Zuerst dachten wir, es ist ein Artefakt, aber all unsere Tests waren negativ. Artie hat sogar die Befürchtung geäußert, dass Pete getrunken haben könnte, aber das konnte Steve sofort entkräften.“
Myka fühlte sich etwas schuldig, als sie dem Bericht lauschte. Sie hatte Pete gebeten, den anderen noch nichts zu sagen. Aber sie waren alle Agents und dementsprechend aufmerksam. Natürlich war ihnen aufgefallen, dass Pete sich über etwas sehr freute, auch wenn sie es nicht zuordnen konnten. Allerdings hatte Myka dann doch nicht damit gerechnet, dass es so extrem sein würde. „Ich rede mit ihm“, sagte sie. Eigentlich hätte es ihr klar sein müssen. Pete wünschte sich eine Familie, das wusste sie spätestens seit diesen dummen Soldaten-Marken.
„Gut“, sagte Claudia. „Er ist in seinem Zimmer. Artie hat ihm verboten, ins Warehouse zu kommen, bis wir wissen, was los ist.“
Jetzt fühlte Myka sich erst recht schuldig.

Pete wartete bereits auf sie. Seine Tür stand offen und höchstwahrscheinlich hatte er mitbekommen, dass Todd ihre Tasche in ihr Zimmer gebracht hatte.
Myka lächelte und stieß die Tür hinter sich zu. Für den Moment war ihr völlig egal, dass sie nach der langen Autofahrt eigentlich dringend eine Dusche wollte und sie seit ihrem Aufbruch bei Tracy nichts gegessen hatte. Sie warf sich Pete in die Arme und küsste ihn, als hätten sie sich seit Jahren nicht gesehen.
Pete erwiderte den Kuss nicht weniger stürmisch. Seine Hände strichen über ihre Schultern, ihren Rücken, berührten für einen Augenblick ihre Brüste und kamen dann auf ihrem Bauch zum Liegen. „Schwanger?“, flüsterte er mit rauer Stimme, als sie den Kuss lösten.
Myka nickte. „Schwanger“, sagte sie. „Ich war schon bei einem Arzt, der hat es bestätigt. Er vermutet, dass ich bereits im vierten Monat bin. Ich habe es gar nicht gemerkt“, gab sie beschämt zu. Bei ihrer Arbeit, in der es doch recht häufig passierte, dass die Zeit durcheinandergeriet, war es schwer, ihren Zyklus im Auge zu behalten. Tatsächlich hatte Myka es auf die Artefakte geschoben, dass sie in den letzten Monaten keine Regelblutung gehabt hatte.
„Schwanger“, wiederholte Pete und strahlte sie an.
Jetzt verstand Myka, was Claudia und die anderen so beunruhigt hatte. Pete war so gut wie immer fröhlich, aber so glücklich hatte sie ihn noch nie gesehen. Sie küsste ihn erneut.
Er brummte zufrieden, zog sie näher an sich und hob sie plötzlich hoch. Sie schlang ihre Beine um seine Hüfte. Doch als er sie zum Bett tragen wollte, legte sie ihm die Hände auf die Brust. „Ich würde eine gemeinsame Dusche bevorzugen.“
Er lachte leise und änderte die Richtung. „Dein Wunsch sei mir Befehl.“

***

Beim Abendessen trafen sie alle wieder aufeinander. Pete schob Myka den Stuhl zurecht, bevor er sich selbst setzte. Die Blicke der anderen ignorierte er. Er war doch ein bisschen beleidigt, dass sie ihm nicht glauben wollten, dass mit ihm alles in Ordnung war. Auf der anderen Seite hatte er die erzwungenen freien Tage genutzt, um sich Gedanken über die Zukunft zu machen und die Sachen, die sie benötigen würden, um aus Mykas Zimmer hier im Leena’s ein Kinderzimmer zu machen. Sie schlief ja sowieso immer bei ihm.
Zur Feier von Mykas Rückkehr hatte Todd Pizza bestellt. Pete ließ es sich schmecken, während Myka von ihrem Urlaub und vor allem von ihrer kleinen Nichte erzählte. Pete bemerkte, dass sie dabei immer wieder ihren Bauch berührte, und er lächelte. Claudia und Steve berichteten ein wenig von den letzten beiden Wochen, die für Warehouse-Verhältnisse ziemlich ruhig gewesen waren. Dann endlich waren alle fertig und der Tisch wieder abgeräumt.
„Ich habe etwas mitgebracht“, sagte Myka und stellte eine Flasche Champagner auf den Tisch.
„Gibt es einen besonderen Anlass?“, fragte Steve.
Myka nickte. „Ja, den gibt es. Pete und ich … Wir werden Eltern. Ich bin schwanger.“
Für einen Moment herrschte Stille. Pete griff nach Mykas Hand.
Dann jubelte Claudia. „Schwanger? Wirklich? Das ist ja fantastisch!“ Sie sprang auf, stürmte um den Tisch herum und quetschte sich halb auf Mykas Schoß, um sie umarmen zu können.
Steve klopfte Pete auf die Schulter. „Glückwunsch, Kumpel“, sagte er. „Hast du dich deshalb so …“
Pete nickte. „Myka hatte mich gebeten, dass sie es euch sagen kann.“ Er zwinkerte Steve zu. „Ich hab doch gesagt, dass alles in Ordnung ist.“
Steve zuckte mit den Schultern. „Das hast du. Aber das hier ist immer noch das Warehouse und …“
„Und deshalb ist Myka ab sofort im Urlaub“, unterbrach Artie ihn.
„Wie bitte?“ Myka starrte ihn an. „Artie, ich bin schwanger, nicht krank. Und selbst als ich krank war, hab ich gearbeitet.“
Pete drückte ihre Hand. Daran wollte er sich nicht erinnern. Er hatte sich damals unendliche Sorgen um sie gemacht.
Artie schnaubte. „Damals war es nur dein Leben. Du bist erwachsen, Myka. Das Baby … Hast du eigentlich eine Ahnung, wie viele Artefakte dazu in der Lage sind, Ungeborene zu beeinflussen, ohne dass du etwas davon merkst?“
Myka schüttelte den Kopf. „Aber ich kann doch jetzt nicht monatelang Urlaub nehmen, Artie.“
Artie sah sie ernst an. „Du wirst dich von allen Artefakten fernhalten. Das beinhaltet auch die im Warehouse.“
„Myka kann doch bestimmt von hier aus helfen“, schlug Pete vor. „Recherchieren, Akten bearbeiten, nach neuen Artefakten suchen, solche Dinge.“ Er wusste, Myka würde durchdrehen, wenn sie nichts zu tun hatte.
„Ich kann Myka hier gerne ein Arbeitszimmer einrichten“, sagte Todd. „Es gibt noch freie Zimmer.“
„Vielleicht können wir eins davon zum Kinderzimmer machen“, sagte Claudia mit leuchtenden Augen.
„Das Warehouse ist kein Ort für Kinder. Und schon gar nicht für Babys“, protestierte Artie.
„Das hier ist nicht das Warehouse, sondern Leena’s“, sagte Myka. „Und ich werde garantiert meine Arbeit nicht aufgeben. Und Pete bestimmt auch nicht.“
Er zuckte mit den Schultern. „Am Anfang vielleicht, bis das Kleine alt genug für den Kindergarten ist. Aber nein, eigentlich nicht.“ Pete wusste, dass seine Mutter es versucht hatte, aber das Warehouse ließ niemanden gehen, der mal begonnen hatte, für es zu arbeiten. Jane Lattimer hatte knapp 15 Jahre außerhalb dieser Welt geschafft, in denen sie nur ab und zu bei besonderen Notfällen ausgeholfen hatte. Aber sie war eine Rätin und von denen gab es mehr als Agents.
„Es ist ein besonderer Fall“, sagte Steve vorsichtig. „Haben denn schon einmal zwei Warehouse-Agents ein Kind zusammen bekommen?“
Artie schüttelte den Kopf.
„Dann müssen wir es einfach auf uns zukommen lassen“, sagte Myka. Ihr Tonfall machte deutlich, dass sie nicht darüber diskutieren würde. „Während der Schwangerschaft kann ich von hier aus arbeiten, aber spätestens, wenn das Kind in den Kindergarten kommt, will ich wieder in den aktiven Einsatz.“
„Wir kriegen das schon hin“, sagte Pete und griff nach der Champagnerflasche. Ein Blick auf das Label bestätigte seine Vermutung, dass Myka einen alkoholfreien gekauft hatte. „Und jetzt lasst uns endlich anstoßen.“

***

„Findet einfach diesen verdammten Kamm!“ Myka wartete gerade lange genug, um Steve nicken zu sehen, dann klappte sie das Farnsworth zu und griff nach dem zweiten, das brummend auf ihrem Tisch lag. „Pete?“
„Wir haben ein Problem“, sagte er zur Begrüßung und hielt das Farnsworth so, dass Myka sehen konnte, dass er sich in einem fahrenden Auto befand.
„Wolltet ihr nicht nur das Artefakt suchen?“
„Wollten wir!“, fauchte Claudia. „Der verdammte Wagen ist einfach losgefahren, kaum dass die Türen zu waren.“
„Wenn das wirklich der Porsche von James Dean ist, dann dürft ihr damit auf keinen Fall schneller werden als 50 Meilen die Stunde“, sagte Myka und klickte durch die diversen Google-Ergebnisse. „Die Experten sind sich nicht sicher, wie schnell er wirklich bei seinem Unfall war.“
„Es ist auf keinen Fall der Porsche von James Dean“, mischte Pete sich ein. „Der hier ist ne Sonderanfertigung. Ein Automatik.“ Er hielt das Farnsworth so, dass Myka den Fußraum des Fahrers sehen konnte. Tatsächlich gab es nur zwei Pedale. Claudias Fuß stand auf dem linken, das normalerweise die Bremse war.
„Wie schnell seid ihr?“, fragte Myka besorgt. Seit fast fünf Monaten war sie nur in diesem Arbeitszimmer beschäftigt. Myka wollte hier raus, sie wollte jetzt selbst in diesem Auto herumklettern und das Artefakt suchen. Stattdessen blieben ihr nur Google und das Hoffen, dass Pete und Claudia das Artefakt fanden, bevor der Wagen zu schnell wurde und sich der endgültige Effekt des Artefakts aktivierte. Ihr Bauch war inzwischen sowieso so dick geworden, dass bloßes Herumlaufen an manchen Tagen zur Tortur wurde. Tatsächlich hasste Myka diese Tatsache am meisten an der ganzen Geschichte mit der Schwangerschaft.
„37 Meilen.“ Claudia klang angespannt. „Und die verfluchte Bremse reagiert nicht! Das Gaspedal übrigens auch nicht, nicht dass wir das bräuchten.“
Myka zuckte zusammen.
„Mykes, ist alles okay?“ Pete klang besorgt, so als wäre nicht er es, der gerade mit einem gefährlichen Artefakt zu tun hatte.
„Ja, alles gut. Das Kleine hat mich nur gerade getreten.“ Sie rieb sich über den Bauch. „Wenn der Wagen eine Sonderanfertigung ist, dann wurden vielleicht Teile …“ Ein zweiter Tritt sorgte dafür, dass ihr effektiv die Luft wegblieb.
„Teile von James Deans Wagen verwendet.“ Claudia sah sie durch das Farnsworth verzweifelt an. „Und wie sollen wir herausfinden, was genau in diesem Auto steckt?“
„Habt ihr lila Spray dabei?“, fragte Myka.
„Eine Flasche“, antwortete Pete.
„Dann fang an zu sprühen. Ich versuche, es einzugrenzen, aber …“ Sie sah wieder auf den Bildschirm. „Einige Teile aus Deans Wagen wurden als Ersatzteile für andere Porsches verwendet. Die Aufzeichnungen darüber sind etwas mangelhaft.“ Und Myka war nun einmal nicht Claudia, die sich problemlos in jede Datenbank der Welt hacken konnte.
„41“, sagte Claudia.
„Und bisher hat nichts reagiert“, fügte Pete hinzu. „Am ehesten ist es was im Motor, aber …“
„Du wirst auf keinen Fall bei 41 Meilen pro Stunde auf die Motorhaube klettern!“, rief Myka entsetzt.
„Wenn wir das Artefakt nicht finden, fährt dieser Wagen in Kürze zur nächsten Kreuzung und stellt da den Unfall von damals nach“, sagte Pete. „Ich bin vorsichtig.“
Er legte auf, bevor Myka noch etwas sagen konnte. Nervös starrte sie das Farnsworth an, doch es war das andere, das als erstes wieder brummte.
„Wir haben den Kamm“, sagte Artie zur Begrüßung. „Hast du rausgefunden, was das andere Artefakt ist, dass hier Ärger macht?“
Myka blinzelte zweimal, um sich wieder auf ihre Arbeit zu fokussieren, dann blätterte sie durch ihre Unterlagen. „Die Schuhe von Marie Taglioni. Sie war die erste Meisterin des Spitzentanzes.“ Myka griff wieder nach der Maus und klickte durch die Bilder. „Leider kann ich euch nicht genau sagen, wie sie aussehen. Auf manchen Bildern hat sie weiße Schuhe, auf anderen dunkle. Aber ich denke, ihr erkennt sie.“
Das zweite Farnsworth brummte.
„Entschuldigt mich.“ Myka brach die Verbindung zu Artie ab und klappte das andere Farnsworth auf. „Pete?“
„Mir geht’s gut.“ Er grinste sie an. „Ich hab dir doch versprochen, immer zu dir zurückzukommen.“
Myka sah auf den schmalen Goldring an ihrem Finger und nickte lächelnd. „Das hast du.“
Claudia nahm ihm das Farnsworth aus der Hand. „Pete hat den ganzen Motorraum eingesprüht. Wir bringen den Wagen mit. Ich will ihn zerlegen.“
„Seid vorsichtig“, bat Myka und lehnte sich erleichtert zurück. Erneut trat das Kleine und Myka legte lächelnd eine Hand auf ihren Bauch. „Ganz ruhig, Liebling. Dein Daddy ist schon auf dem Heimweg. Und er kann es kaum erwarten, dich endlich in den Arm zu nehmen.“

***

Pete starrte auf das kleine Wunder in seinen Armen. Ihm fehlten die Worte, was nicht sehr häufig vorkam, aber er wusste einfach nicht, was er seiner kleinen Prinzessin als erstes sagen wollte. Außerdem schlief Myka gerade. Die Geburt hatte sie sehr angestrengt und Pete tat noch immer die Hand weh, so fest hatte sie sie umklammert.
Aber das Ergebnis war es durchaus wert gewesen. Nicht nur seine heutigen Schmerzen, die natürlich nichts im Vergleich zu denen von Myka waren, sondern auch die letzten Monate. Mykas Stimmungsschwankungen, die schlechte Laune, weil sie im Leena’s mehr oder weniger eingesperrt gewesen war, all die besonderen Herausforderungen aufgrund der Schwangerschaft. Pete war froh, dass Myka zumindest von den merkwürdigen Gelüsten, von denen er öfter gehört hatte, verschont geblieben worden war. Allerdings hatte sie ihm mehr als eines seiner 3-Uhr-Sandwiches gestohlen.
Er lächelte und strich vorsichtig mit einem Daumen über die Stirn des kleinen Mädchens, das noch ganz zerknittert aussah. „Willkommen in unserer Familie, Elizabeth Leena Lattimer“, flüsterte Pete und legte sie vorsichtig zurück in ihre Wiege, die neben Mykas Bett stand. „Ich verspreche, dass ich immer auf dich aufpassen werde. Was auch passiert, ich bin da. Für immer.“
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