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ᴛᴏ ʟᴏᴠᴇ ᴀ ɢɪʀʟ ( a robin buckley oneshot)

Kurzbeschreibung
OneshotPoesie, Romance / P16 / FemSlash
Robin Buckley
05.08.2022
05.08.2022
1
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she reminds me of memories sleeping off the growing pains
we were sea anemones spelling out each other's names

•❃°•°❀°•°❃•

Ich sehe ihre grazile Gestalt aus weiter Entfernung und komme nicht drumherum, sie zu bewundern.
Sie traut sich etwas, das mir nicht im Entferntesten jemals in den Sinn gekommen ist. Sie ist sie selbst.

Ihre schlanken Beine stecken in einer beigen Leinenhose, sie trägt ein gemustertes Hemd und Hosenträger.
Sie ist die Personifizierung einer Gottheit. Zumindest für mich.

Sie lächelt jetzt und entblößt eine Reihe strahlend weißer Zähne, ihre vollen Lippen laden zum Küssen ein.
Sie winkt freudig, ihre Schritte werden schneller. Sie kann es nicht erwarten, näher zu kommen.

Wenn ich mich jetzt anstrenge, kann ich vielleicht ihren Duft wahrnehmen.
Harmonien aus Rosenseife und einem maskulinen Aftershave. Es riecht nach der perfekten Mischung aus Mann und Frau.

Ich frage mich, wie sie duftet, wenn sie morgens aufwacht, nur von einem weißen Laken bedeckt, die Nacht noch in ihren müden Augen, ein sanftes Lächeln auf den geschwungenen Lippen.

Ob ihre Stimme rau von der Müdigkeit ist? Wie klingt es, wenn sie meinen Namen flüstert? Wenn sie mich wispernd darum bittet, näher zu kommen? Wenn sie ihre feingliedrigen Finger ausstreckt, mein Schlüsselbein streichelt, mich mit ihren kastanienbraunen Augen ansieht und küsst.

Sie kommt noch näher, sie breitet ihre Arme aus, bereit eine warme Umarmung zu empfangen.
Nur noch drei Meter. Zwei. Eins.
Sie geht an mir vorbei und schlingt die Arme um eine rothaarige Frau. Vicky.
Ich lächele. Aber ich möchte weinen.


ɪɴ ᴅᴇɪɴᴇɴ ᴀᴜɢᴇɴ ꜰʟᴀᴍᴍᴛ ᴅᴀꜱ ɴᴇᴜᴊᴀʜʀ,

ᴇɪɴ ᴡᴇɪᴛᴇʀᴇꜱ

ᴏʜɴᴇ ᴅᴇɪɴ ᴢᴜ ꜱᴇɪɴ

ɪᴄʜ ᴀᴋᴢᴇᴘᴛɪᴇʀᴇ, ᴀʙᴇʀ ɪᴄʜ ʙᴇᴅᴀᴜʀᴇ

ᴡᴀꜱ ʜÄᴛᴛᴇ ꜱᴇɪɴ ᴋÖɴɴᴇɴ, ᴡᴀꜱ ɴɪᴄʜᴛ ᴡᴀʀ



Ich kann nicht bedauern, was meine Schuld gewesen ist. Du wolltest mich und ich wollte dich.
Das war nicht das Problem. Ich konnte nicht aus meiner Haut.
Kann es bis heute noch nicht.

Du bist mein Geheimnis gewesen, so lange, bis ich mich fast an dir verbrannt habe.

Wir kennen uns nicht wirklich.
Ich weiß nicht, wie deine Stimme klingt, wenn du wütend bist oder aufgeregt. Ich weiß nur, wie du klingst, wenn du mit ihr sprichst.
Du verhaspelst dich in deinen Worten, du sprichst so viele, dass mir schwindelig wird. Ich liebe das.
Ich glaube ich liebe dich. Oder dir Vorstellung von dir. Immer noch.

Ich weiß nicht, wie es ist mit dir befreundet zu sein. Wie es ist, mit dir Zeit zu verbringen.
Ich weiß nur von deinem geschriebenen Wort.

Ich weiß von den fünfundneunzig Briefen, die du mir geschrieben hast. Ich weiß von genauso vielen Antworten an dich.
Ich weiß auch von dem einen Brief, der immer noch in meiner Tasche steckt. Ich habe ihn immer dabei.
Er erklärt dir, wieso ich nicht mehr geschrieben habe.
Er erklärt, warum so viele blaue Flecken meinen Körper zieren. Er ist bestimmt nicht so perfekt wie deiner, aber er ist unversehrt gewesen.

Lange Zeit.

Bis mir die fünfundneunzig Briefe genommen wurden. Weil er die lose Holzdiele bemerkt hat.

Ich bin selbst schuld.
Ich habe ja jede Nacht einen von ihnen mit ins Bett nehmen müssen. Ich konnte nicht einschlafen ohne deine süßen Worte an mich.

Ich habe mich in dich verliebt, obwohl ich dich nur in geschriebenen Worten kenne. Aber ich habe mich in jedes einzelne Wort davon verliebt.
Noch heute schmeicheln sie mir wie eine sanfte Berührung, die ich nie bekommen werde.

Ich kenne so viele deiner Worte auswendig. Kennst du meine noch?
Ich bezweifle das. Du hast jetzt Vicky.

Nicht öffentlich, natürlich nicht. Sie ist auch dein Geheimnis. Aber sie ist echt.
Sie lebt nicht in Worten, sie lebt in deinem Leben. Jeden Tag.
Du kannst sie berühren. Du kannst sie anlächeln.
Es tut weh zu sehen, wie dein Lächeln bis in deine Augen reicht, wenn sie dich ansieht.
Ich hätte dich auch gerne so angesehen.


ᴅᴜ ᴡᴀʀꜱᴛ ᴍᴇɪɴ ᴏᴋᴛᴏʙᴇʀᴡᴜɴᴅᴇʀ

ᴜɴᴅ ᴍᴇɪɴ ꜱᴛᴇʀɴꜱᴄʜɴᴜᴘᴘᴇɴᴡᴜɴꜱᴄʜ

ᴅᴜ ᴡᴀʀꜱᴛ ᴀʟʟᴇꜱ

ᴀʙᴇʀ ɴɪᴄʜᴛꜱ ꜰᴇꜱᴛᴇꜱ

ɴɪᴄʜᴛꜱ ᴡᴀꜱ ɪᴄʜ ʙᴇʀÜʜʀᴇɴ ᴋᴏɴɴᴛᴇ

ɴɪᴄʜᴛꜱ ᴇᴄʜᴛᴇꜱ



Darf ich sagen, dass es nicht fair ist? Ich glaube nicht.
Aber ich fühle trotzdem so.

Du stehst neben ihr, ihr wartet auf den Bus. Deine Hand streift immer wieder ihre. Ganz aus Versehen. Ganz flüchtig. Ganz zart.
Sind deine Hände so weich, wie sie aussehen? Sind deine Ringe kalt, wenn sie meinen nackten Körper berühren?

Ich kralle mich an meinem Rock fest. Mir wird schwindelig von dem Gefühl, dich verloren zu haben, obwohl du nie Mein warst.

Der Bus kommt. Du gehst auf ihn zu. Zwei Schritte, drei. Du bist fast eingestiegen, da sprinte ich los.
Ich bin mutig. Zu ersten Mal. Zum letzten Mal.

„Robin!", ich brülle deinen Namen. Es ist vertraut und seltsam zugleich. Ich habe ihn so oft in mein Kissen gebrüllt.

Mit Tränen in den Augen. Die habe ich jetzt auch.
Sie brennen fürchterlich auf meinen Wangen.
Du drehst dich um. Du fragst dich, wer nach dir gerufen hat. Wenn doch die einzige Person von Bedeutung neben dir ist. Vicky.

Der Brief liegt in meinen zitternden Händen.
In meiner Vorstellung habe ich ihn dir unzählige Male in den Spind gelegt.
Ich mag es wie bunt er von Innen ist. Ich glaube der Brief wäre dir gar nicht so schnell aufgefallen.
Er ist so schlicht. Genauso wie ich.
Ich wäre dir nicht aufgefallen ohne meine Briefe. Oder?

Du siehst in viele Gesichter, aber nicht in meins.
Und dann doch. Oder siehst du durch mich hindurch?
Ich will den Brief wegpacken oder wegwerfen. Zerreißen oder verbrennen.
Aber ich halte ihn in die Höhe. Dein Name ist in Kalligrafie auf dem Umschlag verewigt.
Du liebst Kalligrafie, das hast du mir geschrieben.

Und ich liebe dich. Und du musst es jetzt erfahren.

Der Busfahrer ist unruhig. Ich bin es auch.
Ich gehe auf dich zu. Zwei Schritte. Drei. Ich bin fast da.
Ich atme tief durch. Du riechst genauso wie ich es mir vorgestellt habe.
Ich sage gar nichts. Das kann ich nicht. Meine Stimme ist stimmlos geworden.

Ich gebe dir den Brief. Ich gebe ihn dir. Endlich. Nach einhundertsechzig Tagen.

Ich will dich ansehen, dich anlächeln, ich will sehen, wie du reagierst. Aber ich traue mich nicht.
Ich sehe kontinuierlich auf den Boden. Damit ich dich nicht anschauen muss. Und damit du mich nicht erkennst.

Dann gehe ich. Und mit mir die Fassung, die ich so sehr versucht habe zu bewahren.
Ich weine und ich werde nicht damit aufhören. Nicht, bis ich weiß, ob du ihn gelesen hast.
Wirst du ihn lesen? Jetzt, wo du Vicky hast? Wirst du mir schreiben? Weißt du noch, wohin du den Brief bringen musst?
Ich hoffe es. Ich bete sogar.
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