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Verboten? Mir doch egal!

von Felia92
Kurzbeschreibung
GeschichteRomance / P16 / Gen
03.08.2022
12.08.2022
17
33.023
1
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06.08.2022 1.827
 
5.


Am Abend sitze ich auf meinem Balkon. Ich habe mich in meinen Hängesessel geschmissen und schreibe in ein Buch. Seit neustem schreibe ich nämlich leidenschaftlich gerne eigene Geschichten. Zurzeit schreibe ich eine, in der ich selbst vorkomme. Ich schreibe meine Fantasien in dieses kleine Buch, doch gebe ich mir einen anderen Namen. Auch Lamker kommt in der Geschichte vor. Ich schreibe über uns, wie ich es mir vorstellen könnte, wie es sein würde, ihn als Partner zu haben.
Eine Seite kenne ich ja bereits an ihm. Er ist wie ein wildes Tier. Kaum zu bändigen, doch natürlich kann er auch sehr lieb sein. Er kann einen auch verdammt gut zum Lachen bringen, vielleicht hätte er besser Schauspieler werden sollen. Dieser Beruf passt sehr gut zu ihm. In meiner Geschichte war er einer. Und so lernte ich ihn nicht in einer Schule kennen, sondern an seinem Filmset. Dabei kommt mir sein Tattoo wieder in den Kopf. Irgendwo habe ich ein ähnliches schon einmal gesehen. Bis die Sonne untergeht sitze ich noch dort in meiner Fantasiewelt und schreibe die Dinge, die mir durch den Kopf gehen. Zusammen gewürfelt ergibt es eine recht lange Geschichte. Ich bin nicht einmal sicher, ob ich mit dem kleinen Buch, in das ich schreibe, auskommen würde. Jedoch habe ich noch ein paar als Reserve gebunkert.

Die Nacht schlafe ich ganz gut, träume zwar wirres Zeug, aber als ich am nächsten Tag aufwache, bin ich gut ausgeruht. Es ist der letzte Tag vor den Ferien, und die letzte Möglichkeit, Lamker vor den Ferien sehen zu können. Wir haben auch eine Doppelstunde bei ihm. Der Tag beginnt recht harmlos. Ich unterhalte mich normal mit meinen Freundinnen. Bis zur vierten Stunde ist es recht langweilig, eigentlich wie immer. Als wir dann in der vierten Stunde Lamker haben, kommt dieser erst einmal zu spät zum Unterricht.
„Tut mir leid für die Verspätung, ich hatte aber noch ein wichtiges Gespräch.“
„Nicht schlimm“, meint jemand aus der vorderen Reihe.
„So, also beginnen wir mal mit dem Unterricht.“ Allgemeines Stöhnen im Kursraum.
„Was ist denn mit Ihnen los?“
„Herr Lamker, die Ferien stehen vor der Tür, was erwarten Sie da?“
„Stimmt, Sie haben vollkommen recht, und genau aus diesem Grund habe ich nämlich auch nichts geplant, jedenfalls nichts, was mit dem normalen Unterricht zu tun hätte.“
Wie, nichts mit dem Unterricht, heißt das, wir müssen keine Vokabeln lernen oder Aufgaben bearbeiten?
„Ich wollte mit Ihnen etwas über die Spanienfahrt sprechen. Die kurz nach den Ferien stattfinden soll.“
„Das ist mal ne geile Stunde.“ Allgemeiner Jubel bricht aus.
„Natürlich. Also, auf den Zetteln, die Sie ja alle erhalten haben, stehen Programmpunkte drauf, die eigentlich für die gesamte Stufe gelten sollten. Jedoch sind es nur „Orientierungspunkte“, sprich, wir müssen die nicht alles machen.“ Ein weiterer Jubeln erfüllt den Raum.
„Sie haben sich die Info-Zettel ja sicherlich durchgelesen und ich wollte einfach mal fragen, was davon Sie gerne ansehen oder machen wollen.“
Erst meldet sich niemand, doch dann meldet sich Kai, der ist ziemlich sportbegeistert, deshalb wundere ich mich auch nicht, als er vorschlägt, sich das örtliche Stadion anzusehen.
„Gibt es Einwände? Man könnte es auch so machen, dass die Mädels sich in kleine Gruppen begeben und die Stadt etwas erkunden, während ich mit den Jungs das Stadion ansehe.“ Alle stimmen dem zu. Dieses Mal bin ich es, die sich meldet.
„Man könnte sich doch vielleicht auch Casa Milà ansehen.“
„Keine schlechte Idee, das Gebäude ist wirklich sehenswert. Sonst noch etwas?“
„Die Kathedrale?“
„Kann man sich auch ansehen. Sonst noch etwas? Wir haben eine ganze Woche, in der man sich viele Sachen ansehen kann. Vielleicht fällt Ihnen auch etwas ein, was nicht auf dem Zettel steht.“
„Wir können ja auch in ein paar Museen gehen, oder durch die großartigen Parkanlagen, vielleicht den, mit dem Labyrinth.“
„Oh ja, der Park ist wirklich schön und erholsam. Da können wir gerne hin. Haben Sie eventuell auch Lust auf eine Stadtrundfahrt? Die würde sich durchaus lohnen.“
„Na klar, wieso nicht?“ Wieder stimmen dem alle zu.
„Herr Lamker? Wo liegt eigentlich unser Hotel?“
„Nun, da gleich auf der anderen Straßenseite ist das Meer und ein wunderschöner Strand zieht sich einige Kilometer in beide Richtungen entlang.“
„Wow, das ist mal ein Luxus. Ist das Hotel wenigstens sauber?“
„Doch, das ist sauber. Ich war schon einmal privat dort. Es grenzt schon an ein fünf Sterne Hotel, jedoch hat es gerade mal drei, was ich gar nicht verstehe. Die Preise sind auch angenehm und es gibt gute Läden und Imbisse, sowie Restaurants in näherer Umgebung.“
„Auch eine Disco?“, fragt Kai.
„Ja das auch.“
„Dürfen wir an einem Abend da hin?“
„Wenn Sie die Nacht nicht durchmachen und am nächsten Tag fit sind, klar. Sie sind ja alle über 18, aber mit dem Alkohol halten Sie sich doch bitte trotzdem zurück, ja? Es ist immerhin eine Schulveranstaltung.“
Alle nicken und freuen sich bereits auf den Discobesuch.
„Also, ich werde in der Pause einmal die Sachen auf einen Zettel schreiben, die Sie genannt haben und werde selber noch ein paar dazu schreiben, von denen ich der Meinung bin, dass sie Sie interessieren könnten. Sie können sich absprechen und mir dann in der nächsten Stunde Bescheid geben. Okay?“
Ja, so machen wir es. Wir haben zum Glück eine Doppelstunde, zwischen der eine große Pause liegt. So schreibt Lamker in der Zeit den Zettel und wir stürmen in die Pause. Draußen unterhalte ich mich angeregt mit den Mädels über die vergangenen 45 Minuten. Sie freuen sich für mich, dass wir selbst entscheiden können, was wir sehen wollen und was nicht. Ich finde es in dieser Weise auch viel besser, so konnte später niemand meckern, dass er da und dort nicht hinwollte, wenn wir alles gemeinsam planen. Nach der Pause besprechen wir dann noch die Punkte, die Lamker aufgeschrieben hat. Das eine oder andere wird von uns strickt abgelehnt, aber bei anderen Vorschlägen finden wir seine Ideen gut, sodass wir gegen Ende der Stunde dann einen ordentlichen Plan erstellen konnten, was an welchem Tag gemacht werden würde.

Am Abend schlafe ich sehr gut ein, denn es sind endlich Ferien und am nächsten Tag ist bereits mein Geburtstag. Zwar würde ich jetzt zwei Wochen ohne Lamker verbringen müssen, doch das ist sicher auszuhalten.
Ich wache auf, als die Sonne meine Nase kitzelt und mir wird bewusst, dass mein Geburtstag ist. Ich schaue auf die Uhr auf meinem Nachttisch und merke, dass es bereits Mittag ist. Meine paar Gäste würden also bereits in wenigen Stunden hier sein. Bis dahin will ich noch duschen, Geschenke auspacken und mich einfach nur fertig machen. Auf dem Frühstückstisch liegt meine Leibspeise. Croissant, dazu gibt es lecker Erdbeermarmelade und typisch französisch ein Baguette mit Butter beschmiert. Meine Mum ist arbeiten, deshalb bin ich allein. Als ich nach dem Frühstück nach draußen gehe, kann ich es nicht fassen. Da steht doch tatsächlich ein Auto? Und dann auch noch mit einer Schleife auf der Motorhaube. Es ist nicht der Kleinwagen, den ich mir wünschte, nein, es ist schon fast eine Familienkarre, so groß wie der ist. Auf jeden Fall ein Auto mit vier Türen und für fünf Personen zugelassen. Ist das ein Zufall? Ich habe echt nicht viele zu meinem Geburtstag eingeladen, nur meine kleine Clique und die besteht, mit mir, aus fünf Personen. Heißt also, ich kann uns selbst zum Sportcenter fahren. Das ist einfach nur genial. Im Wohnzimmer finde ich noch eine Karte mit einem Geldschein, davon werde ich dann also tanken fahren, oder einen anderen Wunsch erfüllen.

Das Geld für das Sportcenter hat Mum in die Küche gelegt, sodass ich es gleich einstecke. Jetzt kann mein Besuch ja kommen. Und das tut er auch. Beinahe gleichzeitig kommen sie her, bestaunen mein Auto und wir albern noch ein wenig herum, bis wir uns dann, mit meinem tollen neuen Fahrzeug, auf den Weg machen. Der Parkplatz vom Sportcenter ist bereits recht voll, dennoch finde ich eine geeignete Parklücke, nicht weit vom Eingang. Mit unseren Taschen, in denen Sportzeug ist, gehen wir gemeinsam in das Center und ich bezahle zwei Stunden, die wir da sein würden und die Bereiche des Centers, die wir in der Zeit nutzen wollen.

Als erstes ziehen wir uns um, dann schnappen wir uns Schläger und Federbälle und spielen ein paar Runden Badminton. Danach soll es mit ein paar Runden Bowling weitergehen. Mitten zwischen zwei Runden entschuldige ich mich kurz von den Mädels, da ich mir etwas zu trinken holen möchte. Die Personen um mich herum nicht beachtend, laufe prompt mit jemandem zusammen.
„Oh verdammt, das tut mir leid ... ähh ... Herr Lamker?“ Erstaunt sehe ich in die braunen Augen von Lamker, als dieser sich sein Shirt zurecht zupft.
„Sam? Was machen Sie hier?“
„Das wollte ich Sie auch gerade fragen.“ Wir lachen beide.
„Na ja, ich feiere meinen Geburtstag mit ein paar Freundinnen. Und Sie?“
„Ich trainiere regelmäßig hier. Und Sie haben heute also Geburtstag? Na, dann mal Herzlichen Glückwunsch. Neunzehn, richtig?“
„Ja genau, danke.“
„Dann feiern Sie mal ordentlich.“
„Werde ich machen.“ Ich drehe mich gerade um, um an die Theke zu gehen, als ich abrupt stehen bleibe.
„Ach Herr Lamker?“
„Ja Sam?“
„Wo gehen sie jetzt genau hin?“
„Bowling, wieso?“
„Dann sehen wir uns gleich wieder“, zwinkere ich ihm zu.
Dann gehe ich an die Theke, um mir etwas zu bestellen.
Wenig später bin ich wieder bei meinen Mädels. Zufälligerweise hat man Lamker die Bahn neben unserer zugeteilt, sodass wir uns irgendwann auf die beiden Bahnen aufteilen. Ich gehe mit einer Freundin rüber zu Lamker. So kann jeder etwas öfter mal bowlen und es macht auch noch mehr Spaß. Ich muss sagen, Lamker ist ein echt guter Bowler, wir führen später sogar ein Kopf an Kopf rennen, doch letztendlich gewinne ich die Runde.
Auch später laufen wir uns noch einige Male über den Weg. Ich finde es recht angenehm, dass er in meiner Nähe war. Schließlich würden wir uns eine lange Zeit nicht sehen.

Als unsere zwei Stunden zu Ende gehen, ist auch Lamker fertig, so lädt er uns noch auf meinen Geburtstag zum Essen ein, da es in dem Center auch ein kleines Restaurant gibt. Wir verspeisen eine Pizza, trinken unsere Getränke und führen ein nettes Gespräch. Man hat gar nicht mehr das Gefühl, dass er ein Lehrer unserer Schule ist.
Später trennen sich unsere Wege wieder, als ich mit den Mädels wieder nach Hause fahre.
„Na, dein Lamker ist ja eigentlich ganz in Ordnung, was?“
„Er ist nicht MEIN Lamker.“
„Egal, aber wenn du ihn nicht willst, dann nehme ich ihn.“
Überrascht drehe ich meinen Kopf zu Sunny. Erst mich necken und ihn dann selbst wollen, was? Nein, das will ich nicht zulassen. Ich würde ihn mir schon selbst schnappen.
„Was ist? Du bist doch nicht mit ihm zusammen und streitest doch auch ab, in ihn verschossen zu sein.“
„Na und?“
„Ja, was spricht dann dagegen, dass ich ihn mir schnappe?“
„Könnten wir das Gespräch hier jetzt beenden? Danke.“
„Sie ist also doch in ihn verknallt“, flüstert Sunny Malu zu. Aber ich höre es dennoch.
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