Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Für alle Zeit vereint

von Caraga
Kurzbeschreibung
GeschichteAbenteuer, Schmerz/Trost / P18 / Het
Meiko Mochizuki und Meikuumon OC (Own Character) Sora Takenouchi und Biyomon Taichi "Tai" Yagami und Agumon Yamato "Matt" Ishida und Gabumon
01.08.2022
06.10.2022
32
101.107
4
Alle Kapitel
31 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
01.08.2022 2.863
 
Nachdem ich mich die letzten Monate ausgiebig der Analyse von den Adventure Tri Filmen und den Charakteren gewidmet habe, habe ich angefangen Meiko und auch Meichi zu lieben. Ja, ich weiß, dass Meiko sich nicht sonderlicher Beliebtheit erfreut und auch ich mochte sie Anfangs nicht. Leider gab es keine Fanfiction für Meichi, weshalb ich jetzt kurzerhand beschlossen habe selber eine zu schreiben und vielleicht, kann ich ja den ein oder Anderen erreichen. Würde mich auf jeden Fall Freuen.

Die Story setzt direkt nach dem tragischen Ende von Kizuna an - welches mein Herz immer noch nicht verkraftet hat. :(
Das Ende kann ich dementsprechend nicht so stehen lassen. Den Fokus wird demnach nicht ausschließlich Meiko x Taichi gelten.

Ich werde mich an die mir bekannten Canon Pairings halten:

Taichi x Meiko
Yamato x Sora
Koushiro x Mimi

Wichtig: Keiner der Charaktere gehört mir, die Rechte liegen bei Toei-Animation und KSM Anime.

Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Es wird Charakterwechsel geben sowie Rückblenden.

-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

„Du hast dich von ihr getrennt? Verzeih, aber ich versteh es nicht, ich meine… wieso? Du hast doch Gefühle für sie.“ Sie sah zu ihm auf, doch er mied ihren Blick, schaute stattdessen auf den Horizont hinter dem Meer. „Ich denke, man kann es eine einvernehmliche Trennung nennen.“ Antwortete er leise und brach damit die Stille, welche sich um sie gelegt hatte. Sie hielt ihren Blick weiter auf ihn gerichtet, beobachte sein Profil und versuchte irgendetwas aus seiner Mimik lesen zu können. „Einvernehmlich mhh…“ wiederholte Sie seine Worte tonlos. Auf ihre eigentliche Frage hatte Sie noch keine Antwort erhalten also wartete Sie noch einen Moment ab. Sie kannte ihn mittlerweile gut genug, um zu wissen, dass er die Frage nicht überhört hatte. Er war einer der aufmerksamsten Menschen, denen sie je begegnet war und sie wusste genau, dass der Grund für die ausbleibende Antwort, der seiner eigenen Verdrängung war. Er war Niemand, der über seine Sorgen, Ängste und Schwächen sprach, letzteres schon dreimal nicht. Er war Jemand der immer für die Anderen Stärke zeigte und dafür bewunderte Sie ihn. Wie gerne wäre auch Sie so mutig und stark, nicht nur wie er, sondern auch wie ihre gemeinsamen Freunde. Sie war mit Abstand die Schwächste, nicht einmal ihren Partner hatte Sie beschützen können, Sie hatte nichts tun können. Er war es gewesen. Sie hatte geweint, gefleht und gebetet und er hatte sie erhört. Sie schaute zu Boden und atmete tief durch, um diese Erinnerungen aus ihren Gedanken zu vertreiben, denn sie spürte bereits wie der Klos in ihrem Hals wuchs. Sie schluckte schwer und folgte seinem Blick zum Horizont – jetzt nicht – jetzt wollte Sie für ihn da sein. Sie holte erneut tief Luft und atmete noch einmal hörbar durch, um sich damit den nötigen Mut zu geben. „Du hast doch Gefühle für Sie.“ Wiederholte sie ihre eigenen Worte. „Und sie hätte nicht geweint, wäre es umgekehrt nicht ebenso.“ Ohne ihn anzusehen oder ihn zu berühren konnte sie spüren, wie sich sein Körper kurz anspannte. Ja, normalerweise respektierte Sie, wenn er über etwas nicht sprechen wollte und ließ es auf sich beruhen. In den letzten vier Jahren hatte sie diese Grenze noch nie überschritten, hatte ihm den Raum gegeben, den er wollte, doch heute war es anders. Sie verstand es einfach nicht. Sie verstand ihn nicht. Er hatte sie gehen lassen, Kamiya Nanako, ein aufstrebendes Model und Newcomer Künstlerin, die erst vor einem Monat ihre erste Single released hatte und damit in den Top 3 der Charts gelandet war. Es war ein toller Song aufgrund dessen sie sich nur umso sicherer war, dass Kamiya-san ihn liebte. Sie war sich sicher, dass der Song von ihm handelte. Für sie war es eine Bilderbuchbeziehung gewesen, beginnend mit einem wie aus einem Kitschroman entsprungenem Kennenlernen. Er hatte ihr erzählt, dass er Kamiya-san bei einem Angriff auf Odaiba mit Greymon vor herabfallenden Gebäudetrümmern gerettet hatte. Für sie musste es Liebe auf den ersten Blick gewesen sein, denn Kamiya-san hatte ihn daraufhin kontaktiert und um ein Essen gebeten. Zwei Monate später waren die Beiden ein Paar gewesen. Und jetzt? Nur ein Jahr später sollte alles vorbei sein und das, obwohl Beide offensichtlich Gefühle füreinander hatten? Sie selbst hatte keine Ahnung von Liebe und Beziehungen, hatte noch nie für einen Menschen so empfunden, doch sie war sich sicher, dass wenn Liebe zwei Menschen verband, es nichts gab was sie trennen konnte. Noch immer schwieg er, ihr eine Antwort noch weiterhin schuldig bleibend. Sie seufzte und wand ihren Blick ihm wieder zu. Er saß neben ihr im Sand, hatte seine Arme auf seine Knie gelegt und schaute immer noch ausdruckslos über das Meer. Seine braunen Stirnfransen verdeckten seine Augen und nur wenn der Wind sachte seine Haare durchwehte gewährten sie ihr einen Blick auf die braunen, warmen Augen. Seine gebräunte Haut glänzte Bronze in der warmen Abendsonne. Wenn Sie ihn so betrachtet, wunderte es sie nicht, dass er mit einem Model zusammen gewesen war. Er selbst schien mit seinem sportlichen Körper und den feinen Gesichtszügen ebenfalls wie aus einer Parfüm - oder Unterwäschen Werbung entsprungen. Eine wohlige Wärme durchflutete Sie und unwillkürlich stahl sich ein leichtes Lächeln auf ihre Lippen.  „Manchmal“ setzte er an, gerade als sie ein drittes Mal nachhaken wollte. „Manchmal Mei, geschehen Dinge, die man nicht Rückgängig machen kann. Auch wenn es vielleicht nie so gedacht war, passiert es. Es wäre unfair unter solchen Umständen einfach weiterzumachen. Das war auch ihr bewusst.“ Ein trauriges Lächeln umspielte seine Lippen, während er das sagte.

Ein unsanftes Rütteln und ein stechender Schmerz an ihrer Stirn rissen Sie aus ihrem Traum. Noch leicht benommen strich sie sich mit der einen Hand ihr schwarzes langes Haar, welches ihr strähnen Weise ins Gesicht hing hinter ihr Ohr und legte die andere auf die schmerzende Stelle. Die Kühle ihrer Hand dämpfte den Schmerz etwas, sodass sie sich orientieren konnte. Was? Wo? Sie saß in einem Bus, auf einem Fensterplatz, draußen war es dunkel. Langsam kamen ihr die letzten Stunden in den Sinn und mit diesen all Ihre Emotionen. Verwirrung, Angst, Sorge, Wut. Ja, sie war wütend gewesen, verwirrt und verletzt doch am Ende hatte die Sorge und Angst überwogen, weshalb sie völlig überstürzt in den Sugizaki Highway Bus Richtung Tokio gestiegen war. Was war bloß passiert? Vielleicht… hektisch zog sie ihre Tasche unter dem Sitz hervor, welche sie planlos und notdürftig gepackt hatte. Bitte, bitte, bitte, bitte!‘ Betete sie in Gedanken, während sie die Tasche nach ihrem Handy durchwühlte. Gefunden! Schnell schob sie ihre rote Brille wieder auf die Nase, entsperrte den Bildschirm ihres Smartphones und … nichts. Keine neuen Nachrichten. Er hatte sich nicht gemeldet. „Verdammt!“ Entkam ein leiser Fluch ihren Lippen und erst als sich ein älterer Herr zu ihr umdrehte, sie mit einer Mischung aus Amüsiertheit und Empörung musterte, wurde ihr bewusst, dass sie eben laut geflucht hatte. Hitze schoss Ihr ins Gesicht, sie verkrampfte ihre Hände in ihrem Schoß, senkte den Kopf und flüsterte ein leises: „Verzeihen Sie bitte.“ Was war nur mit ihr los? Seit wann fluchte sie? Als sie den Kopf hob hatte der Herr sich wieder seiner Zeitung zugewandt. Erneut entsperrte sie ihr Smartphone und öffnete den Chatverlauf. Seine letzte Nachricht war bereits eine Woche her.



>>> Geht es dir gut? Es tut mir leid, leider werde ich es am Wochenende nicht nach Tottori schaffen. Ein Bösartiges Digimon, raubt Digirittern das Bewusstsein. Wir müssen es aufhalten! Bitte pass auf dich auf und sei vorsichtig. <<<



Sie hatte ihm auf diese Nachricht bereits nicht mehr antworten können.



>>> Alles okay bei dir? Bitte melde dich, ich mache mir wirklich Sorgen. <<<



Auf diese Nachricht hatten mehrere Anrufversuche seinerseits gefolgt, doch genau wie auf die Nachrichten hatte sie nicht mehr darauf reagieren können. Sie war zu diesem Zeitpunkt bereits im Nimmerland gewesen. Bei Meikuumon. Eine Träne rollte über ihre Wange, welche sie mit einem leichten Lächeln wegwischte. Ja, es war eine Traumwelt gewesen. Ja, es war gut, dass sie wieder in der Realität war und sie war dankbar, dass sie ihren Partner noch einmal begegnen durfte, noch einmal Zeit mit ihm verbringen konnte. Trotzdem tat es weh.  

Gleich nachdem sie im Krankenhaus erwacht war, hatte sie ihm geschrieben, jedoch keine Antwort erhalten. Wie schon so oft die letzten Tage glitten ihre Finger zu dem kleinen Telefonhörer neben seinem Profilbild drückten ihn und während das Gerät seine Nummer wählte führte sie den Hörer an ihr Ohr. „Die Person ist zurzeit leider nicht erreichbar, wird aber per SMS über Ihren Anruf informiert.“  Ertönte, wie bereits die letzten Male, die Frauenstimme der automatischen Ansage am anderen Ende der Leitung. Sein Telefon war bereits seit Tagen ausgeschaltet, dennoch war in ihr bei jedem Anrufversuch die Hoffnung, er würde abheben. Als sie das Smartphone wieder in ihre Tasche gleiten lies spürte sie erneut wie sich eine Träne den Weg über ihre Wange bahnte. Diesmal wischte sie, sie nicht weg, sondern lies ihren Kopf in die Lehne des Sitzes sinken und schloss ihre Augen um zumindest weitere Tränen am laufen zu hindern. Neun Tage… Es war nun neun Tage her…


*Vor neun Tagen*

Es war ein schöner Tag gewesen. Sie hatte ihn eingeladen mit ihrer Freundin Midori und deren Freund Kaito eine kleine Kirmes an der Grenze von Tottori zu besuchen. Es war das erste Mal, dass er Freunde von ihr aus Tottori kennen gelernt hatte und wie nicht anders zu erwarten, hatte er sich auf Anhieb mit den Beiden verstanden. “Schau.” sagte Midori und deutete in Richtung der beiden jungen Männer, welche etwas abseits vom Stand, an welchem sie gerade anstanden, warteten. “Er lässt dich nicht aus den Augen.” Sie zwinkerte verschmitzt und zupfte an ihrem hellbraunen Pony herum. “Der steht total auf dich.”  Sie folgte mit den Augen der Deutung ihrer Freundin zu den beiden Männern und kurz fing ihr Blick den seinen. Ein leichtes Kribbeln breitete sich in ihrem Körper aus und aprubt wandte Sie sich ab, strich nervös eine Haarsträhne hinter ihr Ohr. “So ein Quatsch. Er hat einfach einen ausgeprägten Beschützerinstinkt. Du solltest ihn mal mit seiner Schwester sehen.” Dementierte sie hastig. “Du meinst also beschützend in Bezug auf die Menschen die er liebt?” Die Frage klang so unschuldig und doch hatte ihre Freundin eindeutig die Betonung auf das Wort ‘liebt’ gelegt. “Wir sind Freunde.” Meiko konnte förmlich hören wie Midori mit den Augen rollte. “Okay, wenn du so davon überzeugt bist, dann erkläre mir mal, warum er mindestens zweimal im Monat mit dem Sugizaki Highway Bus von Tokio nach Tottori und abends wieder zurückfährt? Oh, und schreibt ihr nicht täglich?” Sie grinste und warf Siegessicher ihren braungelockten Pferdeschwanz über die Schulter. Meiko seufzte, manchmal erinnerte Midori sie eindeutig an ihre Freundin Mimi aus Tokio, sie wusste, dass sie nicht lockerlassen würde. “Ich glaube er hat einfach Mitleid mit mir, oder ein schlechtes Gewissen...” Sie schluckte schwer. Ja, anders konnte sie es sich nicht erklären. Warum sollte jemand wie er, so viel Zeit, Geld und Nerven in so ein unscheinbares Mädchen wie sie investieren, wenn nicht, um sein Gewissen zu beruhigen? Er war es schließlich, der Ihrer Bitte Meikuumon zu erlösen nachgekommen war, Omnimon den Auftrag gegeben und sich damit gegen seine Freunde gestellt hatte. “Ein schlechtes Gewissen dir gegenüber?” ihre Gedanken wurden durch die Frage ihrer Freundin jäh unterbrochen. “Hast du nicht gesagt er war immer nur gut zu dir?” Ja, das hatte sie gesagt und es stimmte. Sie hatte Midori nichts von Meikuumon und den Digirittern erzählt, es war also nicht verwunderlich, dass sie nicht folgen konnte also nickte Meiko nur leicht. “Entschuldige, ich....” “Du machst dich wieder klein und denkst du bist es nicht wert” wurde sie unterbrochen. “Mensch Meiko, du bist eine schöne junge Frau es ist überhaupt nicht verwunderlich, dass jemand Interesse an dir hat.” Okay, ihre Freundin würde wohl wirklich nicht lockerlassen, ihr blieb also nur die Flucht nach vorne. “Midori, nehmen wir mal an du hast Recht, würde er dann nicht versuchen mir näher zu kommen? Würde er mir nicht Signale senden? Denn, tut mir leid, dass tut er nicht.” Ein Lächeln umspielte die brombeerfarbenden Lippen der Brünetten. “Ich gebe zu, die Signale die er sendet sind dezent. Eine leichte Berührung, fast wie Zufall, das Lächeln, wenn er dich beobachtet oder alleine, dass er dich nicht aus den Augen lässt. Ich kann verstehen, dass jemand wie du, so ganz ohne Erfahrung das nicht mitbekommt. Allerdings... wundert es mich ebenso wenig, dass er nicht offensiver vorgeht. Ich hätte auch Angst etwas falsch zu machen, so abweisend wie du auf seine Gesten reagierst. Der arme Junge...” Sie zwinkerte ihr zu. “Die Damen, was kann ich Ihnen denn Gutes tun?” Gerade als Meiko nachhaken wollte, was zum Himmel ihre Freundin mit abweisend meinte, durchbrach die tiefe Stimme des Standbesitzers ihr Gespräch.  

Nachdem sie noch eine Weile mir Midori und Kaito über das Fest geschlendert waren, hatten die Beiden sich verabschiedet. Auch sie hatten sich abseits des Trubels eine ruhige Ecke an einer Wiese gesucht und es begann bereits zu dämmern. “Ich fürchte, ich muss mich so langsam auf den Weg machen, wenn ich den Bus nicht verpassen möchte.” sagte er und erhob sich während er ihr ein Lächeln schenkte. “Schon...?” fragte sie leise und erhob sich ebenfalls. “Ich fürchte.” Er stand ihr ein Stück weit gegenüber und lächelte sie immer noch an. Seine braunen Augen leuchteten warm und liebevoll im Schein der untergehenden Sonne. Jedes Mal, wenn sie diesen Ausdruck in seinen Augen sah fühlte sie sich unglaublich geborgen und sicher. Unbewusst suchte ihr Blick den seinen und eine ganze Zeit lang standen Sie sich einfach nur gegenüber, den Blick des anderen erwidernd. Eine knisternde Spannung legte sich zwischen sie Beide, den Blick weiter ineinander gerichtet. Auf einmal hatte sie den unbändigen Wunsch von ihm gehalten zu werden. Nein, nicht nur gehalten Sie sehnte sich nach einem Kuss. Einem Kuss von ihm. Sie war sich sicher, dass es ihm genau so ging. Warum küsste er sie nicht?

“Ich hätte auch Angst etwas falsch zu machen, so abweisend wie du auf seine Gesten reagierst.“ Midoris Worte kamen ihr plötzlich wieder in den Sinn.

Ein leichter Wind kam auf, spielte mit ihrem langen Haar und ließ sie leicht frösteln. Doch Sie nahm es gar nicht wahr. “Frierst du?” Hörte sie ihn Fragen. Sie antwortete nicht sah ihn nur weiter an, nahm alles an seinem Anblick auf. Sein wildes Haar, dass an ihm so perfekt wirkte, seine Bronzefarbende Haut, seine braunen liebevollen Augen. Seine Augen, sie liebte diese Augen. Jedes Mal gaben Sie ihr so viel Kraft. “Meiko, ist alles...” “Wenn du mich küssen möchtest” unterbrach sie ihn. “Küss mich... Küss mich bitte, Taichi-kun.” Ihr Herz schlug ihr bis zum Hals, es war das erste Mal, dass sie ihn so genannt hatte. Moment, hatte sie gerade gesagt er solle sie küssen? Sie nahm die Überraschung in seinen Augen nur flüchtig wahr, zu sehr war sie von sich selber überrascht. Was hatte Sie da nur gesagt? Nicht nur hatte sie sich sicher lächerlich gemacht, nein, was war mit ihrer Freundschaft und … sie spürte eine warme Hand an ihrer Wange, die ihr Kinn leicht anhob, spürte wie sein Arm sich um ihre Taille legte und sie sanft, aber bestimmt dichter an sich zog. Eine wohlige Wärme durchflutete ihren Körper als seine Lippen sich auf die ihren legten. Ein kribbeln breitete sich in ihr aus als er sie näher an sich zog. Sie fühlte seine Umarmung, spürte sein die Wärme seines Körpers, seine Lippen auf den Ihren. Er war so nah.

*****

Tränen. Ihre geschlossenen Lider schafften es bei dieser Erinnerung nicht mehr sie zurück zu halten. Ungehindert bahnten sie sich den Weg über ihre Wangen und hinterließen dabei eine heiße, nasse Spur. ‘Verdammt’ schnell zog sie ein Taschentuch aus ihrer Tasche und versuchte damit ihre Tränen zu trocknen, was ihr allerdings nur mittelmäßig gelang. Er hatte Sie geküsst. Bei ihrem letzten Treffen vor neun Tagen hatte er Sie geküsst und jetzt erreichte Sie ihn nicht mehr. Was war nur passiert? Sie hatten den Kampf doch gewonnen oder? Sicher, sonst wäre Sie bestimmt noch im Nimmerland. War das nicht ein Grund zum Feiern? Warum erreichte Sie ihn dann nicht?

„Manchmal Mei, geschehen Dinge, die man nicht Rückgängig machen kann.” Plötzlich kam ihr der Traum wieder ins Gedächtnis.

Nein, kein Traum, genau das hatte er damals zu Ihr gesagt. Vor etwas mehr als einem Jahr, nach der Trennung von Kamiya-san.  

Was hatte er damals nur gemeint? Und warum träumte sie gerade heute davon? Vielleicht, weil ihr im tiefen Inneren bereits bewusst war, dass er genauso über ihren Kuss dachte? Dachte er so? War es ein Fehler? Sie spürte erneut Tränen in ihren Augen als sie urplötzlich aus ihren Gedanken gerissen wurde. “Miss? Entschuldigen Sie bitte aber wir haben unser Ziel erreicht. Ich muss Sie bitten den Bus zu verlassen.” Als Meiko aufsah erschrak die junge Frau vom Reisebus. “Ist alles in Ordnung bei Ihnen?” Sie zwang sich ein Lächeln auf die Lippen. “Verzeihung, ich habe wohl schlecht geträumt.” Mit diesen Worten wischte sie sich die Tränen von den Wangen, nahm ihre Tasche und verließ den Bus. Es war nun zu spät sich Gedanken zu machen, sie war in Tokio und würde sich ihren Ängsten stellen.
Review schreiben
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast