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Part of your World

von Leopawtra
Kurzbeschreibung
GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P18 / Het
01.08.2022
13.11.2022
13
29.198
5
Alle Kapitel
5 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
01.08.2022 1.586
 
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Autorenkommentar:  
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๑⊱☆⊰๑


Benommen öffnete Kristin ihre rehbraunen Augen und blinzelte der Sonne entgegen, als sie wie aus einem langen Schlaf zu erwachen schien. Wie erschlagen fühlte sie sich und ihre Orientierung hatte sie gänzlich verlassen. Es war wie an einem dieser Morgen, an denen man aufwachte und sich erstmal fragte, wo man überhaupt war. Deutlich fühlte sie eine lauwarme Brise über sich hinweg wehen, die die Bäume, Sträucher und Grashalme um sie herum zum Rascheln brachte.
Moment mal. Sträucher? Bäume? Eine Wiese, auf der sie lag?
Sofort war Kristin hellwach und setzte sich ruckartig auf, was sie sofort bereute. Für einige Herzschläge dröhnte ihr massiv der Schädel, weswegen sie sich diesen mit beiden Händen hielt und die Augen zusammenkniff. „Mit 32 sollte man solche ruckartigen Bewegungen echt nicht mehr machen.“, ging es ihr dabei bereuend durch den Kopf, während sie dem pochenden Schmerz tapfer trotze. Ihr schwindelte sogar, weshalb es ein paar Atemzüge dauerte, ehe sie ihre Augen wieder öffnen konnte und ihre Hände in den Schoß sinken ließ. Wo war sie nur?
Bis vor kurzem war sie noch auf der zweiten Hochzeit ihrer zehn Jahre älteren Schwester Karin – eine hochgewachsene Blondine mit schlanker Statur, langen Haaren, warmen Gesichtszügen und blauen Augen - gewesen, die zum zweiten Mal geheiratet und dies im großen Stil gefeiert hatte.
Deutlich erinnerte sich Kristin daran auf ihrem Platz am Festtagstisch gesessen und die drückende Hitze des Sommertages verflucht zu haben, da die Feier innen und nicht im Außenbereich, des piekfeinen Restaurants, stattfand. Luftzüge waren somit rar gesät gewesen, weshalb sie für jeden Einzelnen unendlich dankbar gewesen war.
Nun saß sie an der frischen Luft und ein lauwarmer Wind wehte ihr um die Nase, während sie feststellen musste, dass sie irgendwo in einem Wald saß. Nein, kein Park. Definitiv ein Wald. So unberührt wie das Fleckchen, auf dem sie saß war, war kein Stadtpark, den sie je gesehen hatte.
Mit leicht gespreizten und ausgestreckten Beinen saß sie im weichen Gras einer Wiese, die mitten in der Pampa zu sein schien. Und sie konnte sich beim besten Willen nicht daran entsinnen, wie sie hierhergekommen war. War sie wohlmöglich vor Hitze umgekommen und dies war nun das Paradies oder ihr ganz persönlicher Himmel? Hätte sie auf jeden Fall schlechter treffen können.
Was war nur geschehen? Grübelnd stützte sie sich mit den Armen nach hinten ins Gras und zuckte vor Erstaunen zusammen, als sie etwas Metallisches berührte. Irritiert betrachtete sie das Objekt und erkannte an der saphirblauen Metallicfarbe, die durch die durchsichtige Hülle glänzte, dass es ihr Smartphone war. Hoffnung durchströmte sie, denn sofort kam ihr der Einfall, dass sie damit Hilfe rufen oder generell erstmal herausfinden konnte, wo sie überhaupt war.
Mit entschlossener Miene nahm sie es zur Hand und drückte den seitlichen Knopf, um das Display zum Leuchten zu bringen. Unzufrieden seufzte sie anschließend auf, knipste es wieder aus und ließ es neben sich zurück ins Gras sinken.
Eine Hilfe würde das Gerät ihr also nicht sein, da sie nicht mal ein Notsignal empfing. Wo immer Kristin sich befand, sie war von der Außenwelt vollständig abgeschnitten. Das bereitete ihr immenses Unbehagen, doch ihr logischer Menschenverstand drängte ihre aufkeimende Panik so gut es ging weg. Irgendwie würde sich das alles aufklären, zumindest hoffte sie das inbrünstig.
Immer wieder sah sie sich prüfend um, lauschte den Klängen des Waldes und vernahm plötzlich ein Geräusch, welches ungewöhnlich für einen Forst klang. Kristin konnte beschwören, dass solch gleichmäßiges Hufgetrappel nicht üblich war. Es musste, wenn eine ganze Schar von Huftieren sein, die allesamt im selben Schritttempo in der Nähe entlangliefen. Allerdings fielen ihr partout keine Tiere ein, die in der Wildnis so diszipliniert zusammenliefen. Das klang schon eher nach einer Reiter-Gruppe, die in der Nähe ihre Route ging.
Eine Gruppe von Reitern? Das könnte ihre Rettung sein. Rasch griff sie nach ihrem Smartphone, anschließend erhob sie sich und verfluchte diese ruckartigen Bewegungen im nächsten Augenblick neuerlich. Wie auch immer sie hier – wo immer auch hier sein mochte – gelandet war, sie hatte ganz schön was abbekommen.
Provisorisch klopfte sie sich den knielangen Rock ihres schwarzen, kurzärmeligen Kleides ab, legte sich ihr knallrotes Seidentuch wieder um die Schultern, damit dieses ihre fülligeren Oberarme – ihre Statur war recht üppig - verbarg, und ging in die Richtung, aus der das Getrappel zu kommen schien.
Ihre schwarzbraunen Halbschuhe waren vollkommen ungeeignet für dieses Terrain und sie war mehr als einmal bemüht gewesen nicht über ihre eigenen Füße oder irgendwelches Wurzelwerk zu stolpern. Zwischenzeitlich machte sie sich um ihre schwarzen, blickdichten Strumpfhosen Sorgen und befürchtete sich unschöne Laufmaschen zuzuziehen.
Der erste Eindruck wäre sehr wichtig, denn sie wollte auf keinen Fall wirken, wie eine Straßenräuberin, die die letzten Tage im Wald gehaust hatte. Zum Glück entpuppte sich ihre nagelneue Strumpfhose als sehr robust, weswegen diese Sorge völlig unbegründet war.
Je näher Kristin ihrem Ziel kam, desto vertrauter erschien ihr das Waldstück. Es war wunderschön, saftig grün und idyllisch. Durch das dichte Blätterdach fielen die goldenen Sonnenstrahlen des Morgens und der Wind musizierte in den Blättern der Sträucher und Wipfel, während Tautropfen hier und dort zu erkennen waren. Ein malerischer Ort, dessen Vögel herrliche Lieder trällerten und wo aus der Ferne Wölfe und Bären zuhören waren.
War Kristin gerade noch mit einem Schmunzeln auf ihrem ovalen Gesicht durch das Waldstück gegangen, so wich dieses einem entsetzten Blick. Wölfe? Bären? Ihr lief es schlagartig eiskalt den Rücken hinunter. Die Vorstellung in den Territorien dieser Tiere herumzuwandern, ließ es ihr plötzlich ganz unwohl werden.
Sie liebte Tiere über alles und war der Natur mit ihrer Flora und Fauna näher als dem Menschen, doch wilde Tiere konnten sehr ungemütlich werden, wenn man in ihr Reich eindrang. Kristin beschleunigte daher ihren Schritt und hoffte bald aus dem Waldstück herauszukommen, da sie nicht als Mahlzeit für Wölfe oder Bären herhalten wollte.
Eine Lichtung kam in Sicht, wobei es nicht unbedingt eine Lichtung war, denn je näher sie kam, desto deutlicher erkannte sie einen gepflasterten Weg, der hier und dort von schlichten Holzzäunen gesäumt war. Licht am Ende des Tunnels. Gleich würde sie hoffentlich auf Zivilisation treffen und herausfinden können, wo sie war.
Das nahe Jaulen eines Wolfes ließ sie erschrocken zusammenzucken und vollständig innehalten. Ihren schokobraunen Schopf, wobei ihre sehr schlichte Hochsteckfrisur bereits gelitten hatte und ihr einige widerspenstige Strähnen im Gesicht hingen, wandte sie ruckartig in dessen Richtung. Ein Knurren, ein Quieken und schon war wieder Ruhe. Ihre großen Augen suchten die Umgebung akribisch ab und versuchten einen Blick auf den Wolf mit seiner Beute zu erhaschen. Doch nichts war zusehen und von dem Wolf war auch kein Mucks mehr zuhören. Trotz des beängstigenden Umstandes sog sie die Umgebung, wie ein Schwamm das Wasser, auf und je länger sie das Waldstück betrachtete, desto mehr fühlte sie sich heimisch.
Völlig absurd, denn sie war mit keinem Wald in ihrer Kindheit großgeworden oder hatte sonst irgendwelche Wälder je in ihren Wohngegenden gehabt. Wieso also fühlte sie sich, als wäre sie hier schon tausende Male langgekommen?
Erst jetzt nahm sie das kleine Lager zu ihrer rechten wahr, welches verlassen aussah und doch nicht verwittert wirkte. Neugieriger und vor allem bewusster sah sie sich daraufhin um. Kleine Graserhebungen und felsige Hügel, die darauf schließen ließen, dass der Wald an einer Felswand lag, gaben ihr noch stärker das Gefühl schon oft hier gewesen zu sein. Noch weiter entfernt als das Lager, aber deutlich sichtbarer, erkannte Kristin zwei kleine Häuschen mit bläulichen Dächern. Diese lagen recht weit auseinander und schienen an einem See anzugrenzen.
Bedächtig setzte sie nun einen Fuß vor dem anderen und sah sich dabei weiterhin genauestens um. Sie kannte diese zwei Häuser – welche sich auf ihr Blickfeld verteilten - und auch der Weg, den sie schlussendlich erreicht hatte. Das war absurd! Wie hypnotisiert wandte Kristin ihren Kopf zu ihrer linken und sah eine Gruppe von mehreren Reitern, die diszipliniert und jeweils zu dritt in einer Reihe davonritten.
Die weißen Pferde waren mit goldblauen Rüstungen versehen, die Reiter selbst trugen schwere, silberblaue Rüstungen und deren Plattenhelme zierten lange, tiefblaue Schweife. Das markanteste Merkmal, welches ihr die Gesichtszüge vollständig entgleiten ließ, war die Flagge, die jeder Reiter bei sich trug. Hölzerner, dunkler Griff und ein königsblaues Banner mit einem goldenen Löwenkopf darauf. Die Flagge Sturmwinds und gleichsam das Wappen der Allianz. Kein Zweifel! Eine ihr bekannt vorkommende Blondine in einem blauen, langen Rock, weißer Bluse und einer ledernen, braunen Weste darüber folgte im gemächlichen Schritt den Reitern.
Cosplayer, eindeutig! Das konnte sie sich nur so erklären und sie klammerte sich fest an diesen Glauben. Als sie jedoch die kleine Ansammlung von Häusern, allesamt mit blauen Dächern, und einer angrenzenden Schmiede erblickte, auf die die Reiter zuschritten, hatte sie das Gefühl als würde sie den Boden unter ihren Füßen verlieren.
Sofort wandte sie sich in die andere Richtung, trat anschließend mit schnellen Schritten auf den Weg und folgte diesem ein Stück. Je näher sie der Felswand kam, desto deutlicher erkannte sie die weißen Burgmauern mit den goldblauen Bannern, das offene, riesige Holztor und die dahinterliegende Steinbrücke, die über den See führte und mit Statuen großer Helden gesäumt war. Blaue Dächer ragten hinter dem Ende der Mauer auf, die von zwei großen Rundtürmen geziert war. Am Ende der Brücke stand eine riesige Statue, die in ihre Richtung sah.
War das wirklich Sturmwind?!

๑⊱☆⊰๑
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