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Buch-Rezensionen einer Hand

von Die Hand
Kurzbeschreibung
SammlungAllgemein / P12 / Gen
01.08.2022
02.10.2023
62
32.071
2
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18.09.2023 394
 
Name: Fünf Leben
Von: Jenny Yinghui Zhang
Verlag: Ecco
Original-Titel: Four treasures of the sky
Genre: Historisch
Story: In den 1880ern wird die junge Chinesin Daiyu entführt und in die USA verschifft, um dort zwangsprostituiert zu werden. Ihr Versuch, dieser Tragödie zu entfliehen, führt sie durch das halbe Land und durch rassistische Spannungen, die durch den Chinese Exclusion Act noch verschärft werden...
Fazit: Ich muss ehrlich sein: Bevor ich das Buch angefangen habe, hätte ich nicht gedacht, dass ein Buch mit einer solchen Handlung langweilig sein könnte. Zwangsprostitution ist ein Thema, das in der Realität recht gruselig ist, aber in Romanen Grundlage für eine recht interessante Geschichte sein könnte- außer, die Sache wird wie hier umgesetzt.

Zwar kommt der Horror der Sache hier recht gut rüber und ich fand auch Daiyus Versuch, zu überleben, recht interessant, aber das ändert nichts daran, dass ich mich im Laufe des Buches stark gelangweilt habe. Die Geschichte selbst war recht langweilig, da sie durch viele Flashbacks besonders in die Zeit vor die Entführung unnötig ausgebremst wurde und auch abseits davon recht langatmig war: Entweder war sie nicht vorhanden oder machte Babyschritte, was auch der Hauptgrund war, warum ich das Buch recht früh abgebrochen habe.

Auch die Charaktere konnten mich nicht wirklich fesseln. Mit Daiyu konnte ich zwar größtenteils mitfühlen, in anderen Momenten war sie mir jedoch unnötig sexistisch: Als sie an einer Stelle beispielsweise erfährt, dass Prostituierte an schlechten Orten entweder an Krankheiten oder Männern sterben, fragt sie nur nach dem Unterschied. Zwar hat sie davor einige schlechte Erfahrungen mit einigen Männern gemacht (besonders mit Jasper, der ihre Notlage ausgenutzt hat, um sie zu entführen und in die Prostitution verkaufen zu können), aber deshalb zu schließen, dass Männer mit tödlichen Krankheiten gleichzusetzen sind, ist nicht gerade sympathisch (und auch falsch!).

Die Schurk*innen fand ich auch nicht sympathisch. Ich hätte zwar auch nicht erwartet, dass ich mich mit jemanden identifizieren könnte, die mit Zwangsprostitution Geld verdient, aber trotzdem… Jasper fand ich schon aufgrund der oben genannten Taten unsympathisch, aber Madam Lee fand ich schlimmer: Schließlich hat sie kein Problem damit, Prostituierte von Sklavenhändlern zu kaufen, und hat kein Problem, ihre Sklavinnen im Falle einer Schwangerschaft oder geringer Nachfrage nach ihnen in Dreckslöcher zu schicken, wo sie verrotten können.

Insgesamt kann ich diesem Buch 3 von 10 Punkten geben.

Weitere Informationen: Das Buch ist ein Einzelband.
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