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Europameisterschaft

Kurzbeschreibung
GeschichteRomance, Freundschaft / P16 / FemSlash
Die deutsche Nationalmannschaft
31.07.2022
10.08.2022
7
7.607
4
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Dieses Kapitel
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05.08.2022 1.009
 
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POV ???

Unser Start ins Turnier ist echt gut gewesen und wir alle kamen irgendwie nicht aus dem Grinsen raus. Unsere Stimmung war echt ausgelassen und einen Tag nach unserem überzeugenden Sieg gegen Dänemark stand für uns Spielerinnen Regeneration an und für Ersatzspielerinnen „Spielersatztraining“.
Wir Starterinnen und die Ersatzspielrinnen, die eingewechselt wurden, saßen im Garten auf den Rädern und flachsten ausgelassen. Lina hatte leichte Schieflage auf dem Rad, da sie anscheinend nicht wirklich geschlafen hatte und Stevie noch beim Wäsche sortieren geholfen hatte, ähnlich wie Merle, die auf der Blackroll die Verspannungen aus ihren Beinen rollte. Aus eigener Erfahrung wusste ich, die Dinger können verdammt weh tun aber waren echt Gold wert.
Amüsiert schaute ich zu Lina: „Lini noch nen Zentimeter weiter nach links und du segelst runter Knirps“ Lina schaut verschlafen hoch und streckte mir die Zunge raus, da mein Spruch zur allgemeinen Erheiterung beitrug und auch ich grinste unwillkürlich breiter. (Das das mit der Tatsache zu tun hatte, dass meine Kapitänin amüsiert und befreit lachte, hatte damit nichts zu tun. Zumindest sagte ich mir das sehr überzeugend… oder?) Alex klopfte Lina auf ihre Schultern und grinste: „Unrecht hat sie nicht Lini“, während sie mir verschwörerisch zuzwinkerte. Lina quietschte und hielt sich fester am Lenker fest, da die Schieflage etwas stärker wurde, was natürlich weiter zur allgemeinen Erheiterung beitrug.
Die Ablenkung nutzte ich um mir etwas Luft zuzufächeln und die Röte in meinen Wangen zu kontrollieren, da ich Alex‘ gerade echt gerne geküsst hätte. Moment wo kam der Gedanke denn jetzt her? Kurz schüttelte ich mich und widmete mich dann wieder meinen Teamkolleginnen.

Der erste Knall kam einen Tag vor dem Spanienspiel. Laut Protokoll wurden wir wieder aufs Coronavirus getestet und nachdem ich grünes Licht bekommen hatte, gesellte ich mich zu Syd und legte meinen Kopf auf ihre Schulter: „Meinst du morgen gewinnen wir auch Syd?“ Die Gefragte schlang ihren Arm um mich und antwortete: „Na klar. Wir haben einen Lauf.“
Plötzlich brach ein kleiner Tumult in der medizinischen Abteilung aus und Lea wurde sofort runter beordert. Mein Bauchgefühl sagte, dass das nichts Gutes bedeuten würde und auch Syd versteifte sich besorgt. Lea wurde nochmal getestet und musste danach abseits von uns warten. Müde rieb sie sich ihr Gesicht und meine Befürchtung wurde nach 15 Minuten bestätigt: Lea war positiv.
Well fuck! Lea wurde sofort isoliert und es ging eine Pressemitteilung raus, und beobachtete uns vom Balkon aus als wir zum Abschlusstraining gebracht wurden.
Sofort waren wir uns einig, dass wir für Lea spielen und den nächsten Sieg einfahren wollten. Alex war da eine der treibenden Kräfte, was ich unglaublich süß fand. Ihr Blick fand meinen und sie legte einen Arm um meine Schultern: „Keine Sorge, wir werden dafür sorgen, dass Lea noch mindestens ein Spiel spielen wird Prinzessin.“ Zufrieden legte ich meinen Kopf an ihre Schulter und lächelte: „Wenn du es sagst, glaube ich dir das.“ Alex presste einen freundschaftlichen Kuss auf meine Schläfe. Ja das war freundschaftlich… oder?

12.07.2022: Deutschland — Spanien 2:0 Brentford

Leas überraschender Ausfall kompensierten wir mit Alex, die aber auch nicht bei 100% angekommen war. Unsere mehr als gut besetzte Bank war manchmal echt ein Segen.
Man könnte die Anspannung in Alex förmlich spüren und ich trat in einem unbemerkten Moment in der Kabine zu ihr unter dem Vorwand ihr mit der Kapitänsbinde zu helfen und raunte nur für sie hörbar: „Relax Captain, du bist gut vorbereitet und wirst wie immer deinen Job gut machen. Du hast uns hinter dir.“ Damit richtete ich mich wieder auf nachdem ich ihren Oberarm kurz bestärkend gedrückt hatte. Gerade als ich auf meinen Platz zurück wollte, griff Alex nach meiner Hand: „Hab ich dich auch hinter mir?“ Eine angenehme Wärme durchfuhr mich und mit klopfendem Herzen grinste ich um meine Gefühle zu überspielen: „Immer Captain.“

Alex führte uns auf den Platz und nach unserem Kreis bezogen wir unsere Positionen. Bevor ich überhaupt realisierte, was los war, hatte sich unser Wirbelwind Klara auf links den Ball vom Abstoß der Torhüterin stibitzt und auch selber eingenetzt. Nach drei Minuten führten wir bereits 1:0. Kann man mal so machen.
Ich schloss eine grinsende Klara in meine Arme.
Sofort ging es auch munter weiter.
Es war ein Spiel mit vielen Nicklichkeiten und Feli kassierte nach circa 30 Minuten gelb und fehlt damit gegen Finnland. Spanien war gut im Spiel aber wir agierten wieder als Team und hielten sie im Zaum und notfalls war Merle wie immer zur Stelle.
Kurz darauf war Eckball angesagt und Feli machte sich bereit diese zu treten. Im Augenwinkel sah ich, wie Alex sich hochschraubte als der Ball perfekt zu ihr segelte. Alex verwandelte ihn wieder per Kopf und wir alle jubelten mit ihr. Kurz spürte ich ihre Arme um mich, die mich dankend drückten. Ich schaute zu ihr und grinste keck: „Hab doch gesagt es wird gut.“
Wir bekamen von MVT klare Ansagen in der Halbzeit sauber weiterzuarbeiten und wir würden belohnt.
Mit neuer Kraft gingen wir wieder zum Platz und das hitzige Spiel ging weiter. Nach circa einer Stunde war Alex nochmal durch, doch die spanische Verteidigerin entschied sich einen Trikottest durchzuführen und Alex eigentlich ziemlich deutlich zu Boden zu reißen. Gut… Schiris und VAR sind so ne Thematik für sich.
Das war auch Alex’ letzte Aktion und in der 62. Minute wurde sie für Tabs ausgewechselt.
Okay, ich geb’s zu, ich hab mich danach zu dem ein oder anderen überflüssigen Foul hinreißen lassen und vielleicht oder vielleicht auch nicht war da auch die spanische Verteidigerin das Ziel. Irgendwann sah ich zur Bank und sah wie Alex mich belustigt ansah. Whoops?
Irgendwie schafften wir es im Kollektiv wieder alles weg zu verteidigen.
Zwei Siege in zwei Spielen gegen zwei Mitfavoritinnen auf den Titel kann sich schon sehen lassen.
Alex ließ es sich natürlich nicht nehmen, dass Trikot von Lea anzuziehen und ganz ehrlich, ich fand es unglaublich süß von ihr und vielleicht hab ich sie mit einem Grinsen beobachtet. Ziemlich verdutzt realisierte ich in diesem Moment etwas: Verliebte ich mich gerade in meine Kapitänin? Nein… oder doch?
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