Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

E mel nín naur - Das Feuer des Düsterwaldes

Kurzbeschreibung
GeschichteFantasy, Liebesgeschichte / P18 / Het
Balin Grosser Ork Legolas OC (Own Character) Thorin Eichenschild Thranduil
30.07.2022
15.08.2022
11
23.627
2
Alle Kapitel
11 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
05.08.2022 2.031
 
Lumiel hatte es geschafft. Nun war sie die Leibwache des stattlichen Elbenkönigs Thranduil. In silberner Rüstung steht sie unterhalb des Königs und hat immer einen wachsamen Blick. Heute findet ein Fest statt und der König hat viele Elben und edle Leute eingeladen. Schon in den frühen Morgenstunden herrscht Hektik, eine lange Tafel wird gedeckt, Blumengestecke werden überall hingestellt und aufgebaut und der gute Wein wird bereitgestellt. Lumiel wartet vor der Tür des Königs als dieser sie hereinruft. Sie öffnet die Tür und der König steht vor ihr im silbernen Gewand. “Lumiel!”, sagt er freudestrahlend. “Mein Herr! Ihr seht gut aus. Wie kann ich Euch helfen?” fragt Lumiel. “Oh ja...”, setzte Thranduil fort und zog über sein Gewand einen purpurroten Umhang aus Seide. “Komm her! Schaut euch die Kronen an Lumiel. Welche gefällt euch am besten?” Fragt der König gerade wirklich nach Lumiels Meinung? Sie ist stutzig aber geht zu dem Tisch, auf dem die Kronen liegen. “Ihr tragt Silber und rot, mein König. Eure Krone aus Ästen, roten Beeren und Blüten würde am besten passen.”, antwortet sie im ruhigen Ton. Thranduil nickt und setzt die Krone auf. “Nun gut. Komm wir gehen, gleich kommen die Gäste.”, sagt Thranduil und lächelt Lumiel zu. Beide verlassen das Zimmer und gehen in den Festsaal. Alles ist fertig. Nach und nach trudeln die Gäste ein und es wird gelacht, gegessen, geredet und getrunken. Lumiel steht schräg hinter dem Stuhl des Königs und weicht ihm nicht von der Seite. “Warum trinkt und feiert eure nette Begleitung nicht, Thranduil?”, fragt ein dunkelhaariger Elbe mit blauem Gewand. “Sie kann, wenn sie will! Es ist ihre Entscheidung und Ihr könnt sie selber fragen.”, antwortet Thranduil ihm und die Blicke von Tisch wandern zu Lumiel. “Ich bewahre gerne einen klaren Kopf, Herr. Ich trinke nicht, das schränkt meine Sicht ein. Ich bin Kriegerin, keine Edelfrau.”, antwortet sie dem Elben entschlossen. So vergeht der Tag bis in die Nacht und Thranduil dreht sich regelmäßig zu seiner Leibwache, um sich zu vergewissern, dass es ihr gut geht und lächelt sie an. Lumiel lächelt zurück.

‘Das Leben ist gut’, denkt sie sich und genießt ihr Leben im Waldlandreich. So vergeht Jahr um Jahr und Lumiel kann nicht klagen. Keiner von ihnen kann das. Doch in der Welt spielen sich andere Dinge ab. So wird im Jahre 2770 des dritten Zeitalters der Erebor, Heimat der Zwerge vom Drachen Smaug angegriffen. Thranduil maschiert mit einem Heer von Elben zum Erebor, doch als er ankommt ist der Berg vom Drachen bereits ein genommen. Er möchte sich nicht dem Zorn des Drachen stellen und zieht seine Truppen zurück.

Wir schreiben das Jahr 2840 des dritten Zeitalters.

“Lumiel!”, schallt es durch die Hallen des Waldrandreiches. Sie eilt die Treppen hinunter und findet ihren König im Arbeitszimmer. “Herr! Ihr habt gerufen.”, antwortet sie. “Kommt her. Ich habe eine Aufgabe für euch.”, sagt er und beugt sich über eine Karte. Lumiel folgt seinem Blick. “Dort...”, deutet er auf die Karte. “...liegen die Ered Luin. Die blauen Berge. Du wirst dir ein paar Männer nehmen und dort hin reiten. Zwerge aus dem Erebor, wollen sich dort niederlassen. Ich hörte, dass sie angegriffen werden sollen. Helft ihnen diesen Kampf zu überstehen und helft ihnen beim Wiederaufbau. Egal wie lange es dauert.”, spricht der König. “Aber Herr! Wenn ich dort bin, bin ich nicht hier, um Euch zu schützen. Wie lange muss ich dortbleiben?”, sagt sie zornig. “Lumiel! Das ist keine Bestrafung. Du bekommst diese Aufgabe, weil ich dir das zutraue! Du bist nun 1327 Jahre alt, 1307 Jahre bist du Teil meines Hofes! Ich vertraue dir.”, sagt Thranduil und rahmt ihr Gesicht in seine Hände. “Kommt, bevor ihr geht, möchte ich euch etwas geben.”, sagt er und die beiden gehen in die Ställe. Lumiel folgt dem König wortlos. “Den schenke ich dir, Lumiel”, sagt er und tritt zur Seite. Ein schwarzer, junger Hirsch steht vor ihr. Ihr fällt die Kinnlade runter. “Herr!? Das ist meiner?”, stammelt sie und ihre Augen funkeln vor Freude. “Ja...” Thranduil senkt den Blick. “Der gehört dir. Möge er dich sicher durch alle Widrigkeiten dieser Welt tragen. Und nun packe deine Sachen und sammle deine Männer. Reite so schnell du kannst zu den Ered Luin.”, fordert er Lumiel auf. Sie packt eine Satteltasche und ruft 100 ihrer besten Männer zusammen. In der Eingangshalle sammeln sich alle mit ihren Pferden und Lumiel steht vor Kopf mit ihrem Hirsch. Thranduil geht zu ihr. “Sei tapfer, sei stark, nutze deine Gabe, Lumiel! Und kehre sicher nach Hause zurück. Entweder, wenn eure Arbeit getan ist oder wenn ich dich zurückrufen lassen.”, sagt er und rahmt erneut ihr Gesicht zwischen beide Hände. Sie blickt ihm in die klaren, blauen Augen und sagt: “Ja Herr, ich gebe auf mich acht. Ich hasse es Euch alleine zu lassen. Lasst Euch in meiner Abwesenheit kein Haar krümmen, ja?” Thranduil lacht und gibt ihr einen Kuss auf die Stirn, dann reicht er ihr die Hand und hilft ihr auf den Hirsch. “Reitet schnell!”, sagt er zum Abschied und die Gruppe Elben reitet los. Thranduil schließt die Augen. Seit langem hate ein Abschied nicht so weh getan. Wortlos wischt sich der König eine Träne weg, schließt die Augen erneut und lächelt. “Meinst du, das war die richtige Entscheidung, Adar?”, fragt Legolas, der die Treppen runterkommt. “Das weiß ich nicht und gerade würde ich wohl eher nein sagen aber... sie muss Erfahrung sammeln und die Welt sehen. Lass los, was du liebst, kehrt es zu dir zurück, ist es wahrhaftig. Daran halte ich fest, Legolas.”, antwortet Thranduil mit trauriger Stimme.

Die Reise zu den Ered Luin verläuft ohne Probleme und als sie endlich über einen Hügelkamm reiten sehen sie sie. Die blauen Berge ragen hoch in den Himmel. Lumiel ist überwältigt, sowas hatte sie noch nie gesehen. Als sie sich dem Berg nähern hört man eine durchdringende männliche Stimme brüllen: “Ooooooooorks!” Da kommen sie, eine Scharr Orks auf Wargen reitet auf die Zwerge zu. Lumiel treibt ihren Hirsch voran, ihre Augen fangen grünes Feuer, in ihrer Hand lässt sie einen Feuerball entstehen und bevor der erste Ork einen Zwerg auch nur erreicht, wird aus ihm ein grün lodernder Feuerball. Der Zwerg mit den langen braunen Haaren und dem gepflegten Bart hatte schon die Axt gezogen und schaut verdutzt nach hinten. Die Elben hatte er noch nicht bemerkt. Lumiel zieht ihre zwei Schwerte und lässt sie brennen. Sie schlachten die Orks ab. Die letzten 10, angeführt von einem großen, hellen Ork, der überall Metall aus seiner Haut ragen hat, entkommen und reiten auf ihren Wargen davon. Die Elben sammeln sich alle hinter Lumiel. Sie steigt vom Hirsch und geht auf die Zwerge zu. “Wir hörten, ihr werdet angegriffen und braucht Hilfe beim Wiederaufbau. Wir sind gekommen, um zu helfen.”, sagt sie. “Ich bin Lumiel Schattentochter.”, sagt sie und verneigt sich vor dem jungen Zwerg. Er reicht ihr, stutzig, aber freundlich die Hand “Thorin... Das sind meine Leute. Ihr beherrscht Magie?”, fragt er. “Nein nicht direkt, ich... bin mit ihr geboren.”, erwidert Lumiel. “Was wollt Ihr wirklich von uns?”, bollert eine laute Zwergenstimme. “Dwalin! Halt dich zurück.”, bollert Thorin zurück. “Ich bin hier um Hilfe anzubieten. Wir wollen Euch nur helfen. Wenn ihr sie nicht wollen, reisen wir wieder ab.”, sagt die junge Elbenfrau ruhig. Eigentlich wäre das Lumiel sogar recht. “Nein! Bleibt. Eure Hilfe ist sehr willkommen.”, antwortet Thorin. “Gut. Los Leute baut die Zelte auf.”, weißt sie ihre Männer an. Der Abend bricht herein und die Elben beziehen ihre Zelte. “Lumiel?”, fragt eine Stimme vor ihrem Zelt. “Ja? Wer ist da?”, sagt sie und richtet sich von ihrem Bett auf. “Thorin, my Lady.”, antwortet die Stimme. “Kommt rein Thorin, aber nennt mich nie wieder my Lady.”, sagt sie lachend und Thorin betritt ihr Zelt. Beide setzten sich an die Feuerstelle. “Was kann ich für euch tun, Thorin?”, fragt sie und ihr Blick ruht in den knisternden Flammen. “Ich möchte mich nur unterhalten. Ihr habt mich fasziniert. Eine Macht, wie die Eure habe ich noch nie gesehen.”, sagte er im gedämpften Ton. Er schaut sie über die Feuerschalt hinweg an. Lumiel schaut auf und blickt ihm in die Augen. ”Wollt ihr?”, fragt er und reicht ihr einen Becher. “Was ist das?”, fragt Lumiel stutzig und schnuppert an dem Becher. “Bier?! Habt Ihr das noch nie getrunken?”, fragt Thorin und muss verdutzt lächeln. “Nein. Elben trinken meistens Wein und selbst den trinke ich nur selten.”, antwortet Lumiel, die immer noch skeptisch den Becher hält. “Probiert es!”, fordert Thorin sie auf. “Das wird Euch nicht weh tun.”, fügte er hinzu und lachte. Sie kannte den Geschmack nicht, aber schlecht war es auch nicht. Thorin beobachtet die Elbe bei ihrem ersten Schluck und grinst in seinen Becher. “Darf ich ehrlich mit Euch sein, Lumiel?”, fragt er dann. “Ich bitte darum...”, antwortet Lumiel, immer noch den Becher am Inspizieren. “Zwerge halten in den meisten Fällen nicht viel von Elben. Ihr seid trotzdem ein willkommener Gast. Ich habe noch nie...”, Thorin gerät ist stocken und Lumiel blickt auf. Sie schaut dem Zwerg in die Augen “Ja...?”, fragt sie. Thorin holt tief Luft “Ich habe noch nie eine so hübsche Frau wie Euch gesehen! Diese smaragdgrünen Augen, diese feuerroten Haare... Ich bin wie gefesselt.” Lumiel schaut wieder in Feuer, sie wird rot im Gesicht. “Ich wollte Euch nicht zu nah treten Lumiel...”, versucht Thorin sich zu erklären. “Ist schon gut Thorin. Ihr habt nichts falsch gemacht. Ich … weiß nur nicht damit umzugehen. Was antworte ich auf sowas?”, fragt Lumiel, immer noch errötet. “Ihr müsst gar nichts sagen. Ich möchte Euch nur bessere kennenlernen. Ihr seid einzigartig.”, sagt Thorin und schaut Lumiel wie gebannt an. Sie schaut zurück in seine Augen. Sie ist verwirrt, was war das nur für ein Gefühl. Noch vor wenigen Stunden, wollte sie das Waldlandreich nicht verlassen. Jetzt sah und erlebte sie neue Dinge und fühlte sich in ihrem Zelt gerade behaglich. “Ihr seid ein netter Mann, Thorin. Wir werden eine Weile hier sein und ich bin mir sicher, dass wir uns in der Zeit gut verstehen werden.”, antwortet Lumiel und prostet Thorin mit ihrem Becher zu. Beide lachen und verbringen den restlichen Abend damit zu reden. Über ihre Kindheit, über die ersten Kämpfe, als Lumiel ihre ersten zwanzig Lebensjahre beschreibt, kommen ihr die Tränen und auch Thorin ist den Tränen nahe. Der Zwergenprinz steht auf und geht um die Feuerschale. Er habt Lumiels Kinn an, damit sie ihm in die Augen schaut und wischt ihr die Tränen von der Wange. “Weint nicht! Ich spüre Euren Schmerz. Es tut mir unendlich leid, was Euch widerfahren ist. Nichts auf dieser Welt, ist so schrecklich, wie von der eigenen Familie verachtet und verraten zu werden.” Er kniet sich neben sie und legt eine Hand auf ihr Knie. “Ich wollte Euch nicht an diesen schrecklichen Abschnitt Eures Lebens erinnern, verzeiht mir.”, sagt er mit Traurigkeit in der Stimme. “Ihr könnt doch nichts dafür, Thorin. Ihr wollte mich kennenlernen? Nun diese Seite gehört zu mir. Es hat mich geformt. Es hat mich stark gemacht.”, sagt sie und legt ihre Hand auf seine, die immer noch auf ihrem Knie ruht. Thorin steht auf und nimmt ihr Gesicht in beide Hände, er schaut ihr tief in die Augen und flüstert im schein des Feuers: “Verzeiht mir! Ich habe... eine Menge Bier getrunken.” beugt sich nach vorne und küsst Lumiel auf die Lippen. Lumiel schließt die Augen und lässt sich darauf ein und für einen Augenblick steht die Welt still. Thorin greift in ihren Nacken und legt den anderen Arm um ihren Rücken um sie Näher an sich zu ziehen. Lumiel legt die Arme um seinen Hals, sie sitzt immer noch auf dem Stuhl und im nächsten Moment löst sich eine Energiewelle von ihr. Eine kleine grüne Spirale bildet sich um die beiden. Thorin stoppt für einen Augenblick und schaut Lumiel tief in die Augen. “Wow! Das war überwältigend. Diese Energie, die durch dich strömt, ... Möchtest du... Ja du... soll ich aufhören?”, das war das erste Mal, dass er sie nicht förmlich ansprach. “Nein, ist schon okay Thorin. Hätte ich was dagegen, hättest du schon einen Dolch zwischen den Rippen.”, und beide lachen. Sie küssen sich erneut und das Feuer schlägt rote Funken in den Sternenhimmel über dem Zelt.
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast