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THE DAY I GOT SCOUTED TO BECOME AN IDOL

von Milacchi
Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Tartaglia "Graf" Zhongli
29.07.2022
05.08.2022
3
5.692
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05.08.2022 1.773
 
"Er hat was gefragt?!"
Childe hatte seinen Freunden soeben erzählt was gestern passiert war und während Thoma sichtlich überrascht war, war Kaeya in Gelächter verfallen. Er konnte nicht mehr aufhören zu lachen. Die Visitenkarte, die Zhongli Childe gestern Nacht gegeben hatte, lag nun auf dem Tisch mittig von ihnen. Erst als Childe und Thoma einen strengen Blick zu Kaeya warfen, versuchte dieser sich wieder zu beruhigen.
"Okay, okay. Aber echt, du hast ihm echt gesagt, dass du nicht in seinem Mafiaclub arbeiten willst? Weißt du eigentlich wie komisch das ist?"
"Hätte nicht gedacht, dass du das komisch findest so viel wie du gelacht hast..."
Kaeya rollte nur mit den Augen und schnappte sich die Karte. "Mr. Zhongli huh? Die Karte scheint eigentlich recht professionell auszusehen... auch wenn er dich seine Kondome hat bezahlen lassen." Kaeya war allein bei den Gedanken daran schon wieder fast dabei zu lachen, aber er biss sich auf die Zunge und riss sich zusammen. "Die Firma, für die er anscheinend arbeitet ist aber ziemlich groß und bekannt, das weißt du oder? Sogar ich kenne ihren Namen und ich habe nicht annähernd so viel mit Musik zu tun wie du."
Childe nahm Kaeya die Karte aus der Hand und sah sie sich selbst noch einmal an. Sie sah tatsächlich sehr professionell aus und roch sogar etwas nach... was war das? Kräutertee? Auf jeden Fall war es ein sehr angenehmer Geruch.
"Ich weiß. Diese Company gehört zu den größten in ganz Teyvat... aber die Art und Weise mit der er versucht hat mich zu scouten war so... unprofessionell und verdächtig. Ich weiß nicht ob ich ihm glauben kann, dass er wirklich für die LMC arbeitet." Childe seufzte und warf die Karte zurück auf den Tisch bevor er seinen Kopf ebenfalls verzweifelt auf ihn ablegte. Nun war es Thoma, der sich die Visitenkarte vornahm.
"Warum rufst du nicht einmal dort an und fragst nach?"
"Ich soll beim LMC anrufen?"
"Ja. Sag ihnen doch einfach, dass du von jemanden gescoutet wurdest, der angeblich bei ihnen arbeiten soll. Nenn seinen Namen, sie werden dir dann sicher weiterhelfen können."
"Das... ist tatsächlich eine gute Idee... aber was mache ich, wenn er wirklich da arbeitet?"
Kaeya und Thoma legten beide verwirrt die Köpfe schief und tauschten kurz ein paar Blicke aus.
"Ganz einfach. Dann nimmst du sein Angebot an!"
Childe öffnete den Mund um etwas zu erwidern, schließ ihn jedoch wieder ohne etwas zu sagen. Er war sich ehrlich nicht sicher ob er das Angebot ein Idol zu werden annehmen sollte, selbst wenn Mr. Zhongli sich als wahrer Mitarbeiter der LMC herausstellen sollte. Er liebte Musik über alles und ja, er summte und sang zu allen Liedern wann immer er konnte und wurde auch schon mehrmals von Musikclub der Schule gefragt, ob er ihnen nicht endlich mal beitreten wolle, aber ein Idol werden? Das war eine ganz andere Sache.
"Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet du mal nicht weiterweist Childe... so sehr wie du Musik liebst, hätte ich gedacht, du würdest das Angebot direkt annehmen..."
"So einfach ist das alles nicht. Ein Idol macht so viel mehr als Lieder zu schreiben und zu Singen. Außerdem müsste ich sowieso erst meine Eltern fragen..."
"Ich wette deine kleinen Geschwister würden das voll cool finden, wenn ihr großer Bruder ein berühmtes Idol werden würde. Dann hätten sie noch einen weiteren Grund zu dir aufzusehen!"
"Versuchst du gerade mir diesen Beruf schmackhaft zu machen??"
"Vielleicht~" Kaeya grinste nur schelmisch vor sich hin. Seiner Meinung nach wäre ein Idol zu sein definitiv besser, als sich in unterbezahlten Nachtschichten zu Tode zu Arbeiten.
Thoma schmunzelte über Kaeyas Versuch, Childe das Idol Leben schmackhaft machen zu wollen.
"So oder so, solltest du erstmal beim LMC anrufen, oder? Wie wäre es mit jetzt. Stell den Anruf gerne auf Lautsprecher, wir sind sowieso gerade die Einzigen hier."
Childe nickte und suchte schnell die Nummer des LMC heraus, auf Zhonglis Karte stand zwar, dass er für sie arbeitet, aber er hatte dennoch nur seine eigene Nummer darauf vermerkt.

"Hallo, Liyuen Music Company LMC, Ganyu am Apparat, wie kann ich ihnen helfen?"
—"Mr. Zhongli? Ja, er arbeitet bei uns, das kann ich bestätigen."
—"Er wollte sie scouten? Wenn sie sich nicht sicher sind, können sie gerne über ihn einen Termin vereinbaren um sich unsere Agentur einmal genauer anzusehen, vielleicht fällt ihnen die Entscheidung dann leichter. Ich kann ihnen aber versichern: Mr. Zhongli ist ein Experte auf dem Gebiet der Musik und würde solch ein Angebot niemals leichtfertig äußern."
— "Gern geschehen. Auf wiedersehen."

Childe plumste zu Hause in sein Bett und seufzte erschöpft. Der Anruf beim LMC hatte so gut wie alle Zweifel bezüglich Zhonglis Professionalität davongefegt, aber dennoch war sich Childe nicht sicher was er nun tun sollte.
Warum musste er heute auch unbedingt von Arbeit freigestellt worden sein? Sein Chef hatte darauf bestanden, dass Childe für einen Tag zu Hause bleiben sollte. Obwohl, eigentlich war es Zhongli, der seinen Chef dazu überredet hatte. Zhongli hatte gestern darauf bestanden, dass Childe wegen des Vorfalls seinen Chef anruft um diesen zu berichten was passiert war. An irgendeinem Punkt, hatte Zhongli ihm allerdings den Hörer aus der Hand genommen um selbst mit dem Chef zu reden. Das Ganze endete damit, dass Childe für zumindest einen Tag Pause machen sollte. Dabei hatte er sich inzwischen so daran gewöhnt, täglich arbeiten zu gehen!

Die Stimmen außerhalb seines Zimmers wiesen Childe darauf hin, dass seine Eltern und Geschwister nun auch wieder zu Hause waren und er machte sich nach einem weiteren Seufzer daran ein Lächeln aufzusetzen und sie begrüßen zu gehen.
"Mom, Dad! Teucer, Tonia, Anthon!"
"Ajax-Oniisan!! Du bist zu Hause!" Teuer war der Erste, welcher ihm Freudig um den Hals fiel und seinen großen Bruder fest umarmte. Seine zwei anderen Geschwister folgten kurz darauf. Childe umarmte sie alle liebevoll zurück und streichelte sanft ihre Köpfe, bevor er zu seinem Vater hinaufschaute.
Heute Morgen hatte er noch geschlafen und somit nicht mitbekommen, dass Childe ein großes Pflaster im Gesicht hatte. Das würde sicher Ärger geben, seine Mutter hatte es ihm sicher nicht erzählt.
"Was soll das Teil im Gesicht? Hast du nichts Besseres zu tun, als dich zu Prügeln?! Was soll das! Ich dachte du arbeitest, aber anscheinend scheinst du das nicht ernst zu nehmen! Wurdest du deswegen gekündigt oder was machst du hier?"
Childe schluckte schwer. Es war immer wieder ein tolles Gefühl zu wissen, dass der eigene Vater so schlecht von einem dachte, obwohl man alles für diese Familie tat was möglich war. "Ich habe mich nicht geprügelt! Ich wurde von einer Gruppe Jungs angegriffen!" Childe ließ seine Geschwister mit seiner Mutter ins Wohnzimmer gehen, während er mit seinem Vater in der Küche blieb. "Ich wurde nicht gefeuert. Mein Chef meinte ich soll mir einen Tag Auszeit gönnen!"
"Ich hätte an deiner Stelle darauf bestanden, trotzdem zu arbeiten! Mit dieser verdammten Stelle bringst du sowieso schon weniger als Peanuts nach Hause!"
War das sein Ernst? Seit Tagen arbeitete er nach der Schule Stundenlang und büßte dabei Stück für Stück seinen Schlaf und seine Gesundheit ein, und dennoch musste er sich jetzt anhören, dass seine Mühen nicht ansatzweise gewürdigt werden? Das war wirklich nicht fair!
"Das ist doch nicht meine Schuld! Schülerjobs werden nicht besser bezahlt!"
"Dann such dir einen Job für Erwachsene! Du bist groß und stark genug um ordentliche Arbeit zu verrichten!"
"Ich mache bereits ordentliche Arbeit! Außerdem könnte ich mit so einem Job nicht nebenbei auch noch zur Schule gehen!"
"Wer sagt denn, dass du weiter zur Schule gehen sollst?! Weißt du eigentlich wie viel uns allein deine Schuluniform gekostet hat? Wärst du damals wie deine großen Brüder zum Militär gegangen, hätten wir diese Extraausgeben nicht gehabt!"
Childe ballte seine Hände zu Fäusten. Deutlicher konnte sein Vater ihm nicht sagen, wie sehr er es hasste ihn hier zu haben. Es schmerzte ihn sehr, dass so zu hören.
"Das ist doch nicht dein Ernst..."
"Doch! Du würdest wahrscheinlich in irgendeinem Club mehr Geld verdienen, aber Nein, der Junge musste sich ja für das Schulleben entscheiden! Werde erwachsen Ajax! Geh arbeiten und verdiene mehr Geld um deine Kosten zu decken, oder du kannst dir sicher sein, dass ich dich demnächst rausschmeiße!"
"Willst du mich eigentlich verarschen?! Schiebst du unseren Geldmangel gerade mir in die Schuhe?! Deinem eigenen Sohn?! Ich bin nicht derjenige gewesen, der sich damals hat komplett verarschen lassen! Wir mussten nicht meinetwegen auswandern! Dennoch reiße ich mir den Arsch auf damit es Teucer, Anthon und Tonia an nichts fehlt und du drohst mir jetzt damit mich rauszuwerfen? Weil ich wie jeder andere in meinem Alter einen Schulabschluss machen will? Du hast sie doch nicht mehr alle!"
Childe war verletzt und wütend, seine Brust zog sich zusammen und doch musste er diese Worte loswerden. Wie sehr er sich manchmal wünschte in eine Familie ohne Probleme hineingeboren worden zu sein. Doch sein Vater schien ihn grundlos zu hassen, als würde er ihn nur dabehalten, damit er jemanden hat, dem er alles in die Schuhe schieben kann. Hätte er damals doch in Snezhnaya bleiben sollen? Seine kleinen Geschwister ziehen lassen sollen? Hätte er einfach zum Militär gehen sollen wie seine zwei großen Brüder? Er wusste es nicht. Selbst jetzt würde er sich wahrscheinlich trotzdem dagegen entscheiden.
Childe hasste die Tatsache, dass sie wahrscheinlich alles mithören konnten. Jedes einzelne Wort hallte durch die dünnen Wände ihrer Wohnung und wahrscheinlich auch in die Zimmer der Nachbarn. Es war fürchterlich. Wieso stand seine Mutter ihm nicht bei? Childe wusste, dass sie im Grunde auf seiner Seite war. Damals war sie so erleichtert als er sich gegen das Militär entschieden hatte. Doch ihr mangelte der Mut und das Selbstbewusstsein um gegen ihren tyrannischen Ehemann vorzugehen.
Keine Sekunde nachdem Childe mit seinem Wutausbruch fertig war, hatte sein Vater ihn bereits ins Gesicht geschlagen und zum Taumeln gebracht. Seine Wange brannte und er konnte Blut in seinem Mund schmecken.
"Wie kannst du es wagen so mit mir zu reden! Deswegen hätte das Militär dir gut getan du Rötz Göre! Verschwinde aus meinen Augen! Ich will dich nicht mehr sehen!"

Das musste Childe sich nicht zwei Mal sagen lassen, er stürmte in sein Zimmer, packte in Windeseile seine Tasche und machte sich aus dem Staub. Wenn möglich würde er die nächsten Nächte nicht nach Hause gehen...
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