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Die Schattendämonin Teil 1: Fremde Multiversen

Kurzbeschreibung
MitmachgeschichteAllgemein / P12 / Gen
OC (Own Character)
27.07.2022
23.09.2022
4
5.799
1
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23.09.2022 1.962
 
Kapitel 2: Miraculous - Geschichten von Ladybug und Cat Noir
Beginn nach Staffel 3

Es war eine äußerst kalte Winternacht in Paris und ein eisiger Wind wehte über die Großstadt hinweg. Beinahe jeder hatte sich um diese Zeit in ein gemütliches, warmes Bett verkrochen und nur wenige Lichter drangen aus den Fenstern. Die Laternen, Sehenswürdigkeiten und Beleuchtungen erhellten die Straßen jedoch trotzdem. Der erste Schneefall lag bereits zwei Tage zurück, dennoch waren die letzten Spuren davon noch deutlich zu erkennen. Kein Mensch lief um diese Zeit noch durch die Gegend. Auf dem Eifelturm allerdings saß eine bestimmte Person. Mayura blickte auf alles hinunter und war tief in ihre Gedanken versunken. Zu ihrem Glück konnte sie dank dem Pfauen-Miraculous nicht so schnell frieren. Seitdem Gabriel es ihr repariert hatte, ging es ihr viel besser und sie benutzte es regelmäßig. Er bewahrte es auch nicht mehr in seinem Safe auf, sondern hatte es ihr vollständig überlassen. Zu ihrem Glück. Während dem Kampf um die Miraculous war einiges passiert, von dem ihr Chef nicht das geringste wusste. Das war vermutlich auch besser so, wenn man bedachte, das sie Informationen besaß, die die Welt in Gefahr bringen würden, sollten sie jemals an die Öffentlichkeit geraten. Nur hier oben, vernab von ihrem stressigen, ernsten Privatleben als Assistentin konnte sie in aller Ruhe ihrer zweiten Arbeit nachgehen. Zudem gab es ihr einen Ausgleich, als Mayura über die Dächer der Stadt zu springen oder den Ausblick zu genießen, der wohl nur den Besitzern eines Miraculous gewehrt war. Oh man, ihr Leben war schon echt kompliziert und die Rätsel, die Wang Fu ihr hinterlassen hatte, machen es nicht unbedingt besser. Mit größter Mühe, versuchte sie sich daran, alle Verstrickungen, Lügen und Verwirrungen aufzulösen, doch es machte ihr einfach nicht gelingen. Sofort nach dem Kampf hatten die beiden durch das Tablet des Hüters neue, wertvolle Informationen erhalten, die Gabriel allerdings nicht sehr gut gefallen hatten. Er sah sich gezwungen, seine Pläne, die beiden Miraculous an sich zu reißen, um Emelie mit dem Wunsch zu heilen, aufzugeben. Für jedes Leben, musste ein anderes genommen werden. Diese Tatsache schmerzte sehr und löste einen heftigen Gewissenskonflikt in Hawk Moth aus. Letztendlich hatte er sich schweren Herzens dagegen entschieden. Er war ja vieles, aber mit Sicherheit kein Mörder. Wenn sie ehrlich zu sich selbst war, war Nathalie darüber ziemlich froh gewesen. Sie mochte Gabriel, als Kollege und als Freund. Sie mochte ihn mehr, als sie zugeben würde, mehr als zwischen ihnen erlaubt war. Das, was er gerade durchstehen musste, machte somit auch ihr zu schaffen. Sie wollte ihm irgendwie helfen, doch wusste sie nicht genau wie. Sobald er wütend wurde, ließ er das meistens an ihr oder an Adrien - seinem Sohn - aus. Wenn er verzweifelt war, nicht mehr wusste wohin mit seinem Emotionen, spendete sie ihm Trost. Diese Momente hielten meist nie lange an. Selbst Adrien war das Gefühlschaos seines Vaters mitlerweile aufgefallen, trotzdessen das sie kaum Zeit miteinander verbrachten. An einem Abend war er zu ihr gekommen, um sie danach zu fragen. Natürlich hatte sie ihm keine Antwort geben können. Was sollte sie auch sagen? Dieser Umstand nagte ebenfalls an ihr. Wann war diese ganze Sache mit dem Doppelleben eigentlich derart kompliziert geworden? Ehe sie zu tief in ihren Gedanken versinken und damit Gabriel auf sich aufmerksam machen konnte, horchte sie auf. Ein Geräusch hinter ihr, ließ sie für einen Moment zusammenzucken. Durch die mitlerweile beißende Kälte konnte sie dies jedoch erfolgreich verbergen. Langsam wandte sie sich um und sah direkt in Ladybugs Augen. „Mayura, was hast du vor?“ wollte sie wissen, hielt dabei ihr Jojo vor sich wie einen Schutzschild. Die Schurkin seufzte und drehte sich wieder ihrer schönen Winteraussicht zu. „Momentan habe ich garnichts vor. Mir fehlen gerade die Nerven für einen Kampf, also kannst du ruhig gehen.“ Damit hatte die neue Hüterin wohl nicht gerechnet, denn sie ließ verwundert ihr Schild sinken. „Ich glaub‘ dir nicht“ stellte sie klar. „Glaub‘ was du willst.“ Noch ein Kommentar, der Ladybug verwirrte. Etwas unentschlossen blieb sie eine Zeit einfach nur stehen, ehe sie langsamen Schrittes neben ihre Feindin trat. „Wo ist Hawk Moth?“ fragte sie weiter, diesmal jedoch mit ruhiger Stimme. „Bei sich Zuhause, nehme ich an.“ Mayura war vorsichtig. Sie wollte nichts über seine oder ihre Identität preisgeben. „Warum bist du hier? Solltest du nicht schlafen oder sowas?“ stellte sie nun eine Gegenfrage. „Ich konnte nicht“ gestand die Gefragte knapp. „Das Gleiche könnte ich aber über dich sagen. Was machst du mitten in der Nacht auf dem Eifelturm?“ „Nachdenken.“

Eine ganze Weile herrschte Schweigen zwischen den beiden. Keiner sagte ein Wort, keiner griff den anderen an, beide waren in ihre eigenen Gedanken versunken. Marinette versuchte zu verstehen, was gerade vor sich ging. Mayura wirkte so anders, entspannt, erschöpft und irgendwie überfordert, doch der Schein konnte trügen. Das wusste sie aus Erfahrung. Eigentlich durfte sie in Gegenwart einer Schurkin nicht unachtsam werden, allerdings driftete sie viel zu schnell in ihre eigenen Probleme ab. Die neue Hüterin zu sein war mit Anstrengung und Verantwortung verbunden. Auch das nötige Wissen, was Fu besessen hatte, fehlte ihr zum großteil. Was sollte sie zum Beispiel machen, wenn eines der Kwamis plötzlich krank wurde? Sie kannte keine Tränke, sie kannte keine Heilzauber, sie wusste eigentlich fast garnichts. Ein Seufzen entwich ihren Lippen. Ein Seufzer, der natürlich von Mayura vernommen wurde. „Was hast du?“ „Was?“ Sie war so verwirrt von dieser Frage, dass sie einige male blinzelte, sich kurz fangen musste. „Was ist los, Ladybug?“ wiederholte die Andere. „Wieso interessiert es dich überhaupt?“ stellte sie eine Gegenfrage. „Weil es offensichtlich etwas mit den Miraculous zutun hat.“ Ihre Feindin sprach ruhig. Keine Vorderung, keine Drohung, ernst gemeintes Interesse. Verwirrt schüttelte sie den Kopf. Sie durfte ihr nichts erzählen. Sie bekämpften einander und sollten keine nächtlichen Privatgespräche führen. Mayura sah sie stumm an, wartete geduldig auf eine Antwort. Irgendwas musste sie doch sagen, oder? So wollte sie das jedenfalls nicht stehen lassen. Am Ende dachte sie noch, sie wäre geschwächt und Hawk Moth würde es gegen sie verwenden. Sie wunderte es ohnehin, das die Identitäten ihrer Freunde nach dem Kampf nicht längst an die Öffentlichkeit gedrungen waren. „Ich habe viel im Kopf und schlafe vielleicht nicht so gut, das ist alles“ meinte sie, stellte dabei mit Erschrecken fest, das ihre Stimme zitterte. Sie war kurz vor einem emotionalen Zusammenbruch. In letzter Zeit hatte sie davon einige gehabt, aus ganz banalen Gründen oder weil sie nicht mehr aus ihren Überlegungen rauskam. Sie musste hier schnell weg, bevor… „Ich habe mir die Dinge auf Fu‘s Tablet durchgelesen. Seine Übersetzungen des Zauberbuches habe ich weitergeführt, sodass ich nun in der Lage bin, die alte Sprache flüssig zu lesen. Dadurch habe ich einige Dinge erfahren, die ich Hawk Moth lieber mal verschweige. Unter anderem stand dort, dass der ehemalige Hüter sein Gedächtnis verliert, wenn er das Amt abgibt. Kann es sein, dass deine Ausbildung noch nicht abgeschlossen war?“ Ladybug zuckte merklich zusammen. Damit hatte Mayura natürlich voll ins Schwarze getroffen. Im nächsten Moment überrollte sie die Wut. Wie eine Flutwelle strömte sie aus ihr heraus. „Was geht es dich eigentlich an? Es ist deine Schuld, dass es so kam, das er nicht mehr da ist um mir irgendwas beizubringen. Warum erzählst du mir das überhaupt?“ Ihre Wut klang so schnell ab, wie sie gekommen war, wurde statdessen zu Verzweiflung. Sie wusste nicht, wie sie mit der momentanigen Situation umgehen sollte. „Es mag sein, dass ich einige Dinge getan habe und nichts davon bereue ich wirklich, aber auch ich habe ein Privatleben. Auch ich bin in der Lage zu erkennen, wann jemand nicht in der Lage ist zu kämpfen. Bevor du nun versuchst mir zu wiedersprechen, solltest du an gerade eben denken.“ „Was willst du mir damit sagen? Ich traue dir nicht.“ Genau, das war ihre Feindin, mit der sie da sprach. Das hatte sie zugegeben gerade kurz vergessen. „Manchmal ist es schwer, ein Doppelleben zu führen, niemandem erzählen zu können was einen beschäftigt. Du solltest dir jemanden suchen, der dir hilft, sonst frisst dich der Druck am Ende auf. Man sieht ja, wohin es bis jetzt geführt hat. Zwischen Miraculous-Träger und Hüterin gibt es einen gewaltigen Unterschied, den du die letzten Tage zu spüren bekommen hast.“ Aus ihrem Mund klang das so einfach. Ladybug schüttelte erneut mit dem Kopf. Das ging doch nicht. „Mit wem sollte ich bitte reden? Niemand darf mein Geheimnis erfahren. Niemand, der es nicht selbst erlebt, wird meine Situation niemals verstehen. Ich frage mich, warum ich gerade ausgerechnet mit dir darüber rede.“ „Das ist einfach. Ich erlebe es ebenfalls. Ich kann es nachvollziehen.“ Ehe die Heldin genauer darüber nachdenken oder antworten konnte, vernahm sie ein Geräusch von hinten. Gleichzeitig drehten sich beide um, sahen zu dem hochgewachsenen, dunklen Mann hinüber, der vor ihnen stand. „Hawk Moth…“

Gabriel Agreste starrte aus dem Fenster seines Büros. Bereits vor zwei Stunden war Nathalie verwandelt aus der Villa verschwunden. ‚Ich muss nachdenken‘ war ihre Begründung gewesen. Er verstand sie gut. Immerhin hatte er selbst gerade ähnlich viele Dinge im Kopf. Noch immer konnte er nicht fassen, dass er tatsächlich aufgegeben hatte. Es würde gewiss einige Zeit in Anspruch nehmen, ehe er diesen Schritt verdaute. Plötzlich riss ihn eine starke Welle negativer Emotionen aus seinen Gedanken. So stark und kraftvoll, dass sie ihn beinahe umgehauen hätte. Er akumatisierte nicht mehr, deshalb sollte es ihm egal sein. Doch das war es nicht mehr, als er bemerkte, von wem diese Welle ausging. Ladybug, die trotz allem immernoch seine Feindin war. Damit jedoch nicht genug. Er konnte vor seinem inneren Auge sehen, wo sie sich befand, konzentrierte sich starker auf ihr Umfeld. Das konnte doch unmöglich wahr sein. Sie redete mit Mayura über den ehemaligen Hüter. Das konnte nicht angehen. Andererseits, wundern tat es ihn auch nicht. Nathalies Verhalten in letzter Zeit war seltsam. Ihm war bewusst, dass sie ihm etwas von großer Wichtigkeit verheimlichte, aus welchen Gründen auch immer. Er sollte wirklich mal mit ihr reden. In seiner Eile vergessend, dass seine Feindin ebenfalls dort war, transformierte er sich, sprang aus dem nächstbesten Fenster und verschwand in Richtung Eifelturm. Dort angekommen, landete er leise, erblickte sofort die beiden anderen, die sich zu ihm umdrehten. Mayura schien eindeutig nicht mit ihm gerechnet zu haben. „Hawk Moth…“ entkam es ihr leise. Ladybug zückte sogleich ihr Jojo, trat einige Schritte zur Seite und verwendete es als Schild. Jetzt wo er sie so sah, schienen sie beide mit ihren Gefühlen zu kämpfen. Ob sie darüber ebenfalls gesprochen hatten? Langsam trat er einige Schritte näher. „Was machst du hier?“ kam die Frage von seiner Partnerin. Sie war wohl überfordert mit der Lage. „Ich spüre negative Emotionen. Den Rest könnt ihr euch beide selbst denken.“ Seine Stimme war ruhig, besaß allerdings einen bitterernsten Unterton. Er wollte eine Erklährung und diese würde er sich nicht verwehren lassen. „Na gut, das bin ich dir schuldig. Ladybug, du solltest gehen. Denk über meinen Rat nach.“ „Ich kann doch nicht einfach… Was zur Hölle ist das?“ Diesmal drehten sich alle drei um, als sie unterbrochen wurden. Vor ihnen bildete sich ein gleißendes, eisblaues Licht, welches sich langsam ausbreitete, ja regelrecht in einen Strudel verwandelte. „Was geschieht da? Ein Zeitreisende Heldin ist das sicher nicht.“ Hawk Moth wandte sich zu Mayura um, die in der letzten Zeit eine Menge über Magie gelernt hatte. „Es sieht aus wie ein Dimensionsportal, nur ist es viel stärker. Wir müssen weg, sonst werden wir von dem Sog mitgerissen“ schrie sie beinahe. Doch zu spät. Kaum hatte sich das Portal zu seiner vollen Größe errichtet, wurden sie von dem Strudel aus Licht angezogen. „Nein.“ In einem Instinkt, ergriff die Schurkin je eine Hand der anderen, ehe sie von den Füßen gerissen wurden. All die Versuche, dagegen anzukämpfen, waren sinnlos. Zu dritt verschwanden sie im Eisblau, ohne das eine Spur von ihnen zurückblieb.
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