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Trennungsschmerz vergeht - Eine neue Liebe kommt

Kurzbeschreibung
GeschichteRomance, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Joachim "Joko" Winterscheidt Klaas Heufer-Umlauf Thomas Schmitt
26.07.2022
18.08.2022
11
25.290
17
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27 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
06.08.2022 2.334
 
Guten Morgen. Habe es tatsächlich moch vor der Arbeit geschafft. Ich hoffe, ihr freut euch darüber. Viel Spaß beim Lesen.
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Kapitel 6: Wirre Gefühle

Klaas murrte. Er war müde und fühlte sich völlig ausgelaugt. Die letzten Tage waren anstrengend gewesen. Zu allem Überfluss fühlte er sich momentan einsam. Es fehlte ihm Jemand, der ihn begrüßte, wenn er nach der Arbeit nach Hause kam, mit dem über seinen Tag sprechen, an den er sich abends einfach nur anlehnen konnte, um so den Arbeitsstress ausblenden zu können.

Aber Niemand war da, an den er sich schmiegen und mit dem er hätte reden können. Seine Freundin hatte ihn vor Monaten verlassen und Joko hatte er verscheucht.

Gut gemacht, Heufer-Umlauf.

Er seufzte.

Ja, wirklich gut gemacht.

Es war nie seine Absicht gewesen, Irgendjemanden zu verletzen. Doch scheinbar hatte er es in kürzester Zeit zwei Mal geschafft.

Glückwunsch, HeuferUmlauf.

Ja, dafür würde er sich am liebsten selbst ohrfeigen. Er wusste nicht einmal, wie das hatte passieren können. Lange hatte er geglaubt mit seiner, nun Exfreundin, glücklich zu werden. Er war ziemlich verliebt in sie gewesen und hätte auch gerne eine Familie mit ihr gegründet. Ohnehin war er ein absoluter Familienmensch und Kinder hätte er ebenso gerne einmal gehabt. Es wurde langsam auch mal Zeit, sagte seine Mutter oft zu ihm.

Gut, er war Anfang dreißig, da musste er als Mann noch keine Bedenken haben, sich keine Sorgen machen. Schön wäre es dennoch gewesen. Dass seine Exfreundin jedoch immer wieder kritisch dem gegenübergestanden hatte, hatte er mehr als einmal bemerkt. Nicht verstanden. Aber er glaubte, sie hätte ihre Meinung sicher bald schon geändert, wenn sie sich noch etwas Zeit gegeben hätten.

Dazu war es allerdings nie gekommen.

Doch dann war Joko wieder in sein Leben getreten. Nicht, dass er jemals weg gewesen wäre, aber er war so präsent - und vor Allem nah - wie nie gewesen. Allerdings hatte er diesem wohl vor den Kopf gestoßen.

Dabei war es eigentlich andersherum gewesen. Joko hatte ihn vor seinem „Geschäftspartner“ nur „einen Kollegen genannt. Als wäre er irgendjemand X-Beliebiges, mit dem er gerade im Bett lag und kuschelte. Küsste und berührte. Die rare gemeinsame Zeit genoss. Die Nähe genoss.

Eigentlich hatte er allen Grund dazu gehabt, sauer, oder beleidigt zu sein und nicht andersherum.

Ihr anschließendes Gespräch hatte jedoch nicht für ihn gesprochen. Alles nur noch komplizierter gemacht.

Fuck!

Ja, gut. Er hatte genauso Scheiße gebaut. Aber zu so einer Diskussion gehörten immer noch Zwei. Er war nicht allein daran schuld. Jedoch war er sich irgendwie sicher, dass Joko jetzt nicht zuhause lag und sich den Kopf über sie Beide zerbrach.

Dabei war er doch immer der Gefühlsmensch unter ihnen gewesen. Er war der kalte Kopfmensch und Joko der herzliche Gefühlsmensch. Er machte sich nie Gedanken darüber, ob er Irgendjemanden vielleicht mal zu rasch abgeblockt hatte.

So in der Theorie. Die Praxis die Wahrheit sah leider ganz anders aus.

Abermals seufzte er. Sein Showimage würde ihn bei seinem Gedankenchaos nicht wirklich weiterbringen. Und die Frage, was Joko gerade machte, auch nicht. Natürlich hätte er bei ihm anrufen und nachhaken können. Doch das verbot ihm sein falscher Stolz.

Fuck, warum musste er auch so stur sein?

Er wusste es nicht. Zerbrach sich jedoch noch Stunden den Kopf darüber. Über sich. Über Joko. Über sich und Joko.

Was war das eigentlich? Hatte er wirklich ernsthafte Gefühle für den Anderen? Selbstverständlich hatte sich in den letzten Jahren zwischen ihnen irgendetwas entwickelt. Sie hatten sich besser kennen gelernt, vertrauten einander, waren sich nähergekommen. Doch so nah wie vor einigen Wochen noch nie.

Aber er hatte es genossen. Glaubte er. Soweit er sich eben daran erinnern konnte.

Es war ein seltsamer Abend gewesen, mit Liebeskummer, einigen Gesprächen und viel Alkohol. Letzteres hatte dann dafür gesorgt, dass Joko und er sich auf eine Art nähergekommen waren, von der er in seinen kühnsten Träumen nicht einmal gewagt hatte zu denken. Sie hatten sich geküsst und er war sich sicher, dass wenn er intensiv versuchte sich daran zu erinnern, dass Kribbeln in seinem Bauch wieder hervorrufen zu können.

Das Kribbeln, das seinen ganzen Körper beherrscht hatte. Seine Sinne benebelt. Sein Denken abgestellt hatte.

Oh ja, es war ein gutes Gefühl gewesen.

Ein angenehmer Schauer ging durch Klaas’ Körper, als er tatsächlich dieses Gefühl zurückrufen hatte können. Sich daran erinnerte, wie Joko nähergekommen war, bis sich ihre Lippen getroffen hatten. Alles Andere um ihn herum war plötzlich nichtig geworden. Es zählte nur noch Joko und dieser unfassbar gute und intensive Kuss, in den er ihn verwickelt hatte.

Nach anfänglicher Scheu hatten sie sich dann noch einige Male mehr geküsst. Richtig herumgeknutscht und es genossen. Viel Zeit miteinander verbracht.

Es war unglaublich gewesen.

Nach wenigen Tagen hatten sie sich dann aber wieder voneinander trennen müssen. Joko wohnte schließlich mittlerweile in München, konnte nicht ewig in Berlin bleiben, also war dieser zurückgefahren. Doch schneller als gedacht, hatte ihn die Sehnsucht nach ihm eingeholt und er war zurückgekommen.

// Trottel //

Schoss es Klaas bei dieser Erinnerung in den Kopf.

Ja, Joko war ein Trottel. Sein Trottel, wenn man es so haben wollte. Wenn er es so haben wollte. Das war jedoch die Frage. Wollte er es?

Er hatte die Tage darauf natürlich ebenso genossen, wie diese kurz nach Silvester. Und er hatte sich irgendwie gewünscht, dass diese niemals vorbei gehen würden. Doch konnte er das? Konnte er sich wirklich auf mehr einlassen? Auf eine Beziehung mit Joko?

Ja

Die klare Antwort, die sein Herz für ihn getroffen hatte, war „Ja“. Er hatte sich, ehe er sich versah, in diesen Trottel verliebt. Klaas ließ den Gedanken, dass das Alles plötzlich ganz schön schnell gegangen war, außen vor.

Er vergaß, dass er erst seit wenigen Monaten von seiner Freundin getrennt war. Dass er sie bis vor kurzem noch unendlich geliebt hatte. Dass sie bis vor einer Weile noch auf Ewig an seiner Seite hatte haben wollen. Im Moment zählte nur noch der Gedanke an Joko und dass er auf jeden Fall nicht wollte, dass das, was sich da irgendwie durch seltsame Betrunkenheit entwickelt hatte, endete.

Am liebsten hätte er seine Sachen gepackt und wäre zu ihm gefahren. Diesem Drang musste er jedoch vorerst widerstehen. Morgen würde noch ein langer, anstrengender Drehtag vor ihm liegen. Die Teaser für seine Late Night Sendung waren überfällig, die letzten Gänge durchs Studio standen an. Die alles entscheidenden Vorkehrungen mussten getroffen werden.

Gespräche, Aufnahmen, Telefonate, Abklärungen. All das musste er morgen noch tätigen. Nicht nur morgen, mindestens noch bis Mitte der Woche. Erst dann hatte er die Chance sich vielleicht abseilen zu können.

Dann würde er aber zu Joko fahren. Ihm mitteilen, dass er darüber nachgedacht hatte. Über ihre Gespräche nachgedacht hatte. Über sie Beide nachgedacht hatte. Ihm seine Erkenntnis mitteilen. Ihm vermutlich auch sagen, was er für ihn empfand.

Allein dieser Gedanke machte ihn irgendwie nervös. Doch er musste da jetzt durch. Also irgendwann die Tage, wenn er mit Joko sprechen würde. Er hoffte, dass das bald sein würde.

Und, dass ihn sein Mut nicht vorher verlassen würde.


Seine Laune am nächsten Morgen war noch immer nicht besonders gut. Er freute sich auf seine neue Show. Dieses flaue Gefühl wegen Joko war allerdings noch immer da. Doch er versuchte dieses zu unterdrücken und sich vor allem vor seinen Kollegen nichts anmerken zu lassen. Dass diese jedoch wussten, dass irgendetwas mit ihm nicht stimmte, war klar gewesen.

„Hey Klaas?“
„Ja?“
„Was ist eigentlich los mit dir?“
„Warum?“

Auf diese Frage hin, richtete Klaas seinen Blick auf Thomas, versuchte so zu tun, als wüsste er nicht, was dieser meinte. Doch als der Andere eine Augenbraue hob, war ihm klar, dass sein Plan nicht funktionierte. So senkte er den Kopf sofort wieder und wollte so nicht nur seinem Blick, sondern allgemein dem Anderen ausweichen. Thomas aber ließ sich nicht so schnell abwimmeln.

„Alter, willst du mich für dumm verkaufen? Klaas, ich merke doch, dass irgendetwas ist.“

Ja, das tat er. Das war von Anfang an klar gewesen. Aber er wollte mit Niemandem darüber sprechen. Schon gar nicht, solange er die Sache noch nicht mit Joko geklärt hatte. So begann er nun zu stammeln:

„E-es ist nichts“

Selbst, wenn er versucht hätte, sicher zu klingen, wäre es ihm misslungen. Thomas war klar, dass er sich wieder über irgendetwas den Kopf zerbrach. Allerdings dachte dieser bisher noch in eine ganz falsche Richtung:

„Ist es wieder wegen deiner Ex?“

Seine ernste Stimme und sein Blick sagten Klaas, dass er ihn einerseits verstehen würde, andererseits aber der Meinung war, dass er zu lange an dieser Trennung nagte. So ergriff er nun abermals das Wort:

„Klaas, du solltest langsam…-.“

Bevor er aber hätte seinen Satz beenden können, hakte Klaas ein:

„Ich weiß.“

Damit tat er so, als wäre tatsächlich seine Exfreundin dafür verantwortlich, dass er sich so merkwürdig verhielt. Er wusste, dass dies einerseits unfair seinem Freund gegenüber war, der es nur gut mit ihm meinte. Andererseits konnte er ihm seiner Meinung nach kaum sagen, dass Joko an seinem seltsamen Verhalten die Schuld trug.

Aufgrund des Zwiespalts in ihm, senkte er schließlich den Kopf, seufzte und ließ seinen Kumpel erneut scheinbar das falsche interpretieren. Aufgrund dessen entließ dieser ebenso die Luft schwer seiner Lunge, streifte sich mit gespreizten Fingern durch die Haare und schenkte ihm einen führsorglichen Blick. Anschließend ergriff er noch einmal das Wort:

„Ich weiß, dass du dir das mit ihr anders vorgestellt hattest.“

Er nickte. Das stimmte. Er hatte sich die Sache mit ihr anders vorstellt. Wenn man es genau nahm, hatte er sich sogar mehr erhofft. Er hätte mit ihr sein restliches Leben verbringen können. Woran es gescheitert war, wusste er nicht. Sie hatte es ihm nicht mitgeteilt. Wenn man es genau nahm, hatte sie ohnehin nicht wirklich mit ihm über diese Trennung gesprochen.

Eines Abends, als er nach Hause gekommen war, hatte sie all ihre Sachen gepackt, war bereit zu gehen. Auf seine Fragen hatte sie nur milde geantwortet. Dann war sie gegangen. Seitdem hatte er nichts mehr von ihr gehört. Sie hatte jeglichen Kontakt zu ihm abgebrochen, reagierte nicht auf Nachrichten, oder Anrufe. Freunde von ihr gaben ihm keine Antworten, wenn er bei ihnen nachhakte. Doch das wunderte ihn nicht. Ohnehin hatte er das Gefühl, diese hätten ihn nie gemocht.

Wenn er so darüber nachdachte, ergaben all diese kleinen Dinge ein ganzes Bild, dass ihm vielleicht schon viel früher hätte klar machen sollen, dass das zwischen ihnen nichts hatte werden können. Sie war zu freiheitsliebend, hatte andere Interessen. Vielleicht war sie sogar nur auf ein Abenteuer aus gewesen und er zu blind, zu verliebt, um das zu realisieren.

Doch sie hatte ihm von Anfang an den Kopf verdreht. Er war blind vor Liebe gewesen. Nie hätte er gedacht, dass ihm das so intensiv in seinem Alter noch passieren sollte. Jedoch war es passiert. Und nun saß er in einem Scherbenhaufen, den er langsam, aber stetig zusammenkehren musste.

Aber er hatte Hilfe. Sein Gegenüber hatte von Anfang an versucht, ihn wo es ging abzulenken und gut zuzureden. Er war für ihn da gewesen. Aber nicht nur er, auch andere Freunde. Und vor allem ein besonderer Mensch:

Joko

Er seufzte.

Fuck ja, Joko. Dieser war immer für ihn da gewesen. Seit sie zusammenarbeiteten. Er hatte sich ihm immer anvertrauen können. Er hatte eine Bindung zu ihm aufgebaut, die mit den Jahren immer stärker geworden war. Kein Wunder, dass er sich da in diesen Chaoten…-.

Verdammt.

Ja, Joko war die nächste Person, in die er sich Hals über Kopf verknallt hatte. Vielleicht schon eher, als er es sich bewusst geworden war. Schleichend war dieser Prozess von Statten gegangen. Jetzt aber war er sich dessen klargeworden. Er wusste, was er fühlte und was er wollte. Jetzt musste er eben das nur noch Joko sagen. Ob er das konnte, dass würde sich zeigen. Er vermutete eigentlich eher nicht. Andererseits musste er es versuchen.

Wer nichts wagt, der nichts gewinnt.

Normal hatte er dies immer berücksichtigt. Er gab nicht so schnell auf und versuchte auch mal neue Dinge. Gerade in seinem Job war er dadurch oftmals erst vorangekommen. Vermutlich wäre er nicht hier, wenn er sich nicht ab und an etwas getraut hätte.

Im Privaten war das jedoch etwas anderes. Nicht, dass er schüchtern, oder etwas in dieser Art war. Wenn er wusste, dass er eine Chance hatte – und war sie noch so klein – würde er sein Glück versuchen. Natürlich hatte er dadurch auch schon so manch eine Abfuhr bekommen, aber so war das Leben eben.

Wer nichts wagt, der nichts gewinnt.

Das musste er auch jetzt wieder berücksichtigen. Dafür musste er aber erst einmal die kommenden Tage überstehen. Und vor allem Thomas davon überzeugen, dass Alles nur halb so schlimm war:

„Sorry. Ich werd’ versuchen, mich die nächsten Tage besser zu konzentrieren.“

Der Andere nickte. Diesem ging es eigentlich gar nicht so sehr darum, dass er sich konzentrierte. Er wollte, dass er sich besser fühlte. Daher legte er ihm nun eine Hand auf die Schulter.

„Schon gut.“

Damit schenkte ihm Thomas ein Lächeln, dass Klaas erwiderte. Auch, wenn sich der Andere dessen nicht bewusst war, hatte er ihm gerade doch irgendwie geholfen. Zumindest, sich etwas klarer zu werden.

Seine Entscheidung, zu Joko zu fahren war schon lange gestanden. Doch die Unsicherheit war noch sehr groß gewesen. Jetzt aber fühlte er sich sicherer. Er musste es einfach machen. Er wusste ja, was Joko für ihn empfand. Klar war ihm das schon lange gewesen. So richtig, spätestens bei dessen Abfahrt.

Jetzt musste er die ganze Sache nur noch in Ordnung bringen müssen. Das ginge natürlich nur in einem ordentlichen Gespräch von Angesicht zu Angesicht, wofür er die nächsten Tage zu ihm fahren würde.

Tbc
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Ach ja, da musste Klaas wohl mal ein wenig nachdenken. Zwar wollte Thomas ihm mot reden helfen, aber er erzählt ihm nichts. Kein Wunder. Aber er kommt trotzdem auf ein Ergebnis für sich. Ob er das wohl durchzieht?

Das seht ihr dann im nächsten Kapitel. Dieses kommt wie gewohnt am Dienstag. Vorher würde ich mich über ein paar Kommis freuen.
Ansonsten euch noch ein schönes Wochenende.
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