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Hassliebe

von Sanna2907
Kurzbeschreibung
GeschichteRomance, Schmerz/Trost / P18 / Het
Hermine Granger Lucius Malfoy
24.07.2022
17.08.2022
13
16.224
24
Alle Kapitel
24 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
05.08.2022 1.631
 
In den nächsten Tagen und Wochen quälten Lucius völlig zwiespältige Gefühle.
Auf der einen Seite sehnte er den Moment herbei wieder gänzlich frei agieren zu können, auf der anderen Seite wollte er Hermine am liebsten überhaupt nicht gehen lassen.
Zu angenehm war es sie in seiner Nähe zu wissen, zu verlockend die niemals langweilige Zeit zu zweit.
Das es Hermine ähnlich erging konnte er nur ahnen, wie die junge Hexe wirklich dachte aber nicht wissen.
Hermine fürchtete den Brief des Ministeriums, hasste sie es doch nicht zu wissen was kommen würde, die Kontrolle über ihr Leben abgeben zu müssen.
Am liebsten wäre sie einfach im Manor geblieben, kannte hier ihre Aufgaben und den gemütlichen Tagesablauf mit Lucius.
Dieser sah an einem der letzten Abende im März von seinem Buch auf.
Nachdem er sie eine Weile nachdenklich angesehen hatte, zeigte sie endlich Erbarmen, und sah ihn ebenfalls an.

„Was ist los?“

„Ich habe mich nur gerade gefragt, ab wann ich gänzlich auf dich verzichten muss.“

„Na ja, ich denke, dass ich am Morgen des zweiten April das Manor verlassen muss. Am ersten April endet schließlich hochoffiziell deine Bewachung durch das Ministerium.“

Lucius schüttelte den Kopf, und schenkte sich Tee nach, der wie jeden Abend dampfend auf dem Tisch stand.

„Trügerische Freiheit, es wird mir schwer fallen auf deine Gesellschaft zu verzichten.“

Hermine sah einige Augenblicke ins Feuer, ehe sie antwortete.

„Unsinn, ganz sicher wirst du eine nette Frau bekommen, und dann musst du dich um ganz andere Dinge kümmern.“

Nun schwiegen Beide eine Weile und wandten sich dann lieber anderen Themen zu.

Am Morgen des ersten Aprils schreckte Hermine auf als eine große Schleiereule an ihr Fenster im Manor pochte.
Natürlich, alle Hexen sollten am Morgen ihre Briefe bekommen, und Lucius würde seinen erst am Abend erhalten.
Aufgeregt nahm sie dem Tier das Pergament ab, und setzte sich damit wieder auf das breite Bett.
Wen hatte der Zauber wohl für sie vorgesehen? Mit zitternden Fingern öffnete sie den Brief, überflog die Einleitung und erstarrte.

„… so kommt der von uns gewirkte Auswählzauber zu dem Ergebnis das Mister MARCUS FLINT für Sie als Ehepartner ausgewählt wurde. Bitte nehmen Sie zu besagtem Zauberer so schnell wie möglich Kontakt auf…“

Die Hexe las tränenblind wieder und wieder den Brief, suchte verzweifelt nach einem Ausweg, den es nicht zu geben schien.
Lucius wartete an diesem Morgen vergeblich mit dem Frühstück, wobei ihm dieses gerade heute besonders wichtig gewesen wäre.
Ob sie ihren Brief schon erhalten hatte? Besorgt rief er eine seiner Elfen zu sich.

„Wo ist Miss Granger!“

„Sie ist in ihrem Zimmer Master, ich habe sie weinen gehört.“

In einem Wimpernschlag war er auf den Füßen und sah böse auf das sich nun duckende Wesen hinunter.

„Warum sagst du mir das erst jetzt!“

Dann besann er sich, sah Hermine vor sich die ihn mahnend anlächelte.

„Merlin, schon gut, ich gehe zu ihr.“

Vorsichtig klopfte er wenig später an die fest verriegelte Zimmertür.

„Hermine… ist Alles in Ordnung?“

Zuerst war nur leises Schluchzen zu hören, dann ihre tränenerstickte Stimme.

„Nein… geh weg!“

Er ließ ganz Malfoy die Augen gegen Himmel rollen, und lehnte seine Stirn an die Tür.

„Nein, das werde ich sicher nicht tun. Hast du deinen Brief schon bekommen, ist…ist es so schlimm?“

Wieder nur Schluchzen, was ihn mehr besorgte als er je gedacht hätte. Er besann sich seines Zauberstabes, und zog diesen aus seiner Hosentasche.

„Ich… ich komme jetzt rein. ALOHOMORA!“

Vorsichtig öffnete er die Tür und fand Hermine zusammen gesunken auf ihrem Bett, in ihrer Hand ein völlig nass geweintes Pergament. Langsam ließ er sich neben sie auf die Bettkante sinken, und zog den Brief behutsam aus ihren Fingern.

„Na komm, lass Mal sehen.“

Im nächsten Augenblick schoss unglaubliche Wut durch seinen Körper, Wut auf das Ministerium und auf diesen unseligen Shaklebolt.
Das hier war unglaublich!
Welcher idiotische Zauber teilte diesem wunderbaren, starken, liebvollen Wesen einen Marcus Flint zu, einen egoistischen Sohn noch egoistischerer Eltern.
Einen Mann der Hermine nicht, wie sie es verdiente, auf Händen tragen würde.
Dieser Nichtsnutz würde sie viel mehr ein Leben lang quälen und spüren lassen, wie er zweifellos über sie dachte.
Er musste Etwas tun!
Zunächst aber galt es Hermine zu trösten, und so legte er sanft einen Arm um die junge Hexe. Vertrauensvoll schmiegte diese ihr Gesicht an seine Schulter, und ließ ihren momentanen Gefühlen freien Lauf.

„Hey, wir werden schon einen Ausweg finden. Das hier ist völlig indiskutabel.“

„Nein Lucius, der Zauber ist so gut wie unanfechtbar! Aber… aber ich kann das nicht!“

„Das ist mir klar, und nur allzu verständlich!“

Sie hob den Kopf, sah ihn an, und obwohl sie sich momentan in einem desolaten Zustand befand, war er endgültig verloren.
Was im nächsten Augenblick geschah war ebenso wenig zu ändern wie ihre Reaktion darauf. Zärtlich nahm Lucius ihr Gesicht in beide Hände, und verschloss ihre tränennassen, zitternde Lippen mit seinen.
Ein Kuss, den sie zu seiner grenzenlosen Erleichterung sofort erwiderte, und in dem er all ihre Verzweiflung beinahe schmecken konnte.
Als er seine Lippen von ihren löste, lehnte er noch für einen Augenblick seine Stirn an ihre.

„Ab heute bin ich frei, kann gehen, wohin ich möchte?“

Sie nickt ein Wenig verwirrt.

„Gut, dann warte hier, hab keine Angst!“

Damit sprang er auf, und war im nächsten Augenblick verschwunden.
Nicht schlecht staunte kurz darauf die Sekretärin des Ministers als Lucius Malfoy sich angriffslustig vor ihrem Schreibtisch aufbaute.

„Melden Sie mich beim Minister an!“

„Mister Malfoy…ich weiß nicht, ob er jetzt Zeit hat, also…!“

„Sagen Sie ihm es geht um Miss Granger, und es ist dringend!“

Die Hexe verschwand kopfschüttelnd im Büro des Ministers, und winkte ihn tatsächlich kurz darauf hinein. Erstaunt war auch der Minister wer da zu so früher Stunde zu ihm kam.

„Mister Malfoy, es ist doch hoffentlich nichts Schlimmesmit unserer Hermine? Nehmen Sie doch bitte Platz!“

Während er sich hinsetzte, war plötzlich Hermines Stimme in Lucius Kopf.

„Und sei um Merlins Willen höflich, so erreichst du meistens mehr.“

„Guten Morgen Minister. Es geht tatsächlich um Miss Granger, sie hat ihren Brief bekommen.“

„Aber das ist doch sehr schön! Wer ist denn der so Glückliche!“

„Marcus Flint!“

Lucius sah, wie Shaklebolt für den Bruchteil einer Sekunde die Fassung verlor, sie aber gleich wieder fand.

„Nun, das ist in der Tat ungewöhnlich, aber der Zauber…!“

Lucius Stimme war zu einem Zischen geworden.

„Vergessen Sie diesen verfluchten Zauber, und helfen Sie Miss Granger, oder ich werde mich mit ihr zusammen absetzten. Ich habe Vermögen und Kontakte, das wissen Sie, außerdem kann ich ab heute hingehen, wo es mir beliebt.“

„Aber, aber Mister Malfoy, Sie wollen doch nicht wieder mit dem Gesetz in Konflikt kommen.“

„Das Gesetz… ist mir so egal wie Flubberwurmscheiße!“

Der Minister zuckte zusammen, was Lucius hämisch registrierte, Zeit ihn völlig aus der Fassung zu bringen.

„Shaklebolt, ich möchte ehrlich mit Ihnen sein, ich möchte Miss Granger in meinem Leben behalten. Sie ist großherzig, liebevoll, intelligent und mein Vermögen ist ihr völlig egal. Ich möchte sie auf Händen tragen, wie sie es verdient. Die Wahrheit ist… wir lieben uns!“

In dem Moment, wo er es laut aussprach, wurde Lucius erst bewusst, dass er genau so fühlte, er liebte Hermine.
Die Möglichkeit sie zu verlieren, erschwerte ihm das Atmen und verkrampfte sein Herz.
Er würde mit ihr verschwinden, wenn es wirklich keinen Ausweg geben sollte.
Shaklebolt sah noch skeptisch aus.

„Liebe ist ein großes Wort Mister Malfoy. Möchten Sie denn gar nicht wissen wer für Sie vorgesehen ist?“

„Nein!“

„Hören Sie es sich doch wenigstens an, vielleicht wählt der Zauber doch nicht so schlecht. Nora, organisieren Sie mir doch bitte den Brief für Mister Malfoy, er kann ihn ausnahmsweise schon jetzt einsehen.“

„Natürlich Minister!“

Einige Minuten später erschien die Sekretärin mit dem Gewünschten. Shaklebolt öffnete das Pergament beinahe feierlich.

„Na wenn Sie das nicht umstimmt, ich darf Ihnen gratulieren, Ihnen wurde Miss Bulstrode zugeteilt, Halbblut und ehemalige Schülerin des Hauses Slytherin, genau wie Sie. Mister Malfoy, ist das nicht viel besser?“

Der Minister konnte nicht damit rechnen, dass sein Gegenüber laut zu lachen beginnen würde. Aber genau das tat Lucius, zu grotesk war die Vorstellung von dieser Person in seiner Nähe. Als er sich wieder ein Wenig beruhigt hatte, fasste er Shaklebolt fest ins Auge.

„Und jetzt sagen Sie mir welchen Ausweg es gibt. Gibt es irgendeine Möglichkeit das ganze legal aus der Welt zu schaffen, sonst werde ich bei Salazar den illegalen Weg wählen.“

Shaklebolt stand nun auf und schloss sorgfältig die Tür zum Vorzimmer.

„Mister Malfoy, eigentlich ist das Gesetz unanfechtbar, und ich darf Ihnen das was ich jetzt sage eigentlich nicht anvertrauen. Da ich Miss Granger aber sehr schätze…“

Er senkte die Stimme noch mehr, flüsterte beinahe.

„…und Mister Flint auch nicht gerade für eine glückliche Wahl halte, werde ich versuchen Ihnen Beiden zu helfen. Außerdem konnte man aus jedem von Miss Grangers Berichten geradezu herauslesen dass sie zumindest ähnlich für Sie fühlt. Es gibt eine interne Klausel, die Klausel des ungeborenen Kindes, eine Klausel, die wir natürlich nicht öffentlich machen.“

Auch Lucius lehnte sich nun näher an den Schreibtisch, begierig nicht ein Wort zu verpassen.

„Was besagt diese Klausel?“

„Ganz einfach, sollten eine Hexe und ein Zauberer die die verlangten Kriterien erfüllen, was bei Ihnen Beiden der Fall ist, ein Kind zusammen erwarten, wird die Auswählzauber hinfällig. Um es genauer zu sagen, sollte Hermine bis zu dem geplanten Hochzeitstermin, der Merlin sei Dank bei Ihnen Beiden gleich ist, schwanger sein, können Sie zusammenbleiben und heiraten.“

„Bis wann?“

„Sie hätten die Termine zwar erst in den nächsten Tagen erhalten, aber es ist der erste Juli!“

„Vielen Dank!“

Lucius sprang auf, und verließ das Ministerium ebenso schnell wie er es betreten hatte. Hermine wartete, und es gab viel… zu besprechen.

Der Minister starrte einige Augenblicke auf die geschlossene Tür. Sein leises „viel Glück“ hörte auch Nora nicht.
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