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Die Chroniken eines Zeitreisenden - Buch 1: Leben

Kurzbeschreibung
GeschichteFantasy / P16 / Div
DelayLP GermanLetsPlay Herr Bergmann OC (Own Character) TheKedosZone
24.07.2022
25.01.2023
26
29.101
 
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25.01.2023 994
 
Die Reise mit dem königlichen Zirkel war eine Erfahrung für sich. Tim brauchte einige Tage, um wirklich zu beobachten, dass die gut geölte Maschinerie der Zusammenarbeit ein wenig zu gut funktionierte. Es war als würden sich all diese unterschiedlichen Persönlichkeiten ein Gehirn teilen. Selbst die Maudazei, die eine ähnliche Dynamik im Zusammenspiel hatte, konnte nicht einmal annähernd so im Einklang agieren. Es war, als wären sie ein Organismus, mit der Königin als Kopf und Herz.
"Damit liegst du nicht falsch", gab Miarr während einer Nachtwache zu. Es war wahrscheinlich die letzte, bevor sie endlich Zivilisation erreichten. Die Anzahl an Siedlungsruinen gab Tim ein ungutes Gefühl.
"Nicht?"
"Teil eines Zirkels zu sein heißt, sich in ein Ganzes einzufügen. Komplett. Herz und Blut, Gedanken und Magie."
Anscheinend spiegelte Tims Blick ein Grauen wieder, was jedoch Miarr nur ein heiseres Lachen entlockte.
"Ich weiß, wir alle haben sehr scharf darüber nachgedacht, solch eine Verpflichtung und ein Bündnis einzugehen. Wir alle haben unsere Gründe. Zirkelmagie ist mächtig. Zirkel selbst sind verehrt so wie es sonst nur die Champions sind."
Einen Teil seines Selbsts aufgeben, für Macht und Ruhm. Und Gemeinschaft.
Elsa war eine kalte Frau, etwas unnachgiebiges um ihr Herz geschlossen, aber wäre Tim nicht in Leben gelandet, vielleicht hätte er es eher verstanden. Die Königin war eine harte Meisterin, aber protektiv und fürsorglich. All die Pflichten des Adels, von dem Marcia ihm berichtet hatte, sah er in ihr wieder.
Miarr reichte ihm eine Flasche mit süßem Wein, die Katzenaugen freundlich.
"Trink, mein Freund, und sorg' dich nicht!"

Tims erster Kontakt mit Britheals Bevölkerung war eine Erkenntnis. Die Zirkelhexen beobachteten ihn scharf, als er vorsichtig in das Dorf eintrat. Die Straßen waren zwar ordentlich, aber die Leute…
Etwas war in ihrer Haltung, in ihren Augen, dass klein und müde war, nervös betrachteten sie die Fremden, Furcht vor den Hexen des Zirkels.
Nichts von der Energie und dem Feuer von Leben.
"Wo sind die Kinder?", raunte er. Die Straßen waren nur voller Erwachsener. Kein Baby schrie, kein Hund lief um die Beine der Bewohner.
"Sie fürchten sich", erklärte Alisse ruhig, "Oder eher die Eltern. Es gab im Königreich einige Entführungen und die Gilden kommen nicht hinterher bei der Forschung."
"Das ist nicht richtig."
Offensichtlich nicht. Er wollte das nicht einmal sagen, es ist ihm rausgerutscht. Eliza drehte sich zu ihm, rot glimmte hinter dem schützenden Schleier auf.
“Natürlich ist es das nicht.”
Da war so viel, was Tim dazu sagen wollte, aber er wusste nicht wie, ohne seine Intentionen und Meinungen breit zu legen.
Es wurde während der Reise nicht einfacher. Es war nicht so, dass das ganze Land im Ruin lag, Leid, Hunger und Krankheit an jeder Ecke, aber es war genug, um zu zeigen, dass es dem Königreich nicht gut ging. Verbrecher und Banditen, die umher streiften, wilde Monster die uneingeschränkt waren und Ressourcen, während sie nicht komplett verschwunden waren, waren rar. Es war nicht genug um mehr als ein ungemütliches Grummeln aus den Leuten zu locken, Misstrauen gegenüber jedem den sie nicht kannten und eventuell auch jene die sie kannten.
Aber Tim wusste, dass es nicht viel brauchte um das Pulverfass zu sprengen.
Der Zirkel jedoch hielt an und lauschte. Sie halfen, wo sie es konnten. Sei es ein Segen für eine erfolgreiche Jagd oder reiche Ernte, Banditen zu bekehren oder dem Landadel eine Erinnerung zu geben, dass sie Anführer waren und sich nicht einfach auf den Lorbeeren anderer auszuruhen hatten.
Elsa drehte ihren Kopf zur Seite, wenn die Hungrigen etwas stahlen und ließ den Bürgermeister mit dem fetten Gänsebraten rundlaufen. In den Hafenstädten war Miarr unter den Arbeitern, sammelte Klatsch und Tratsch wie Münzen, während er bei den Arbeiten half, die anfielen. Für all ihrer Feinheit, fühlte sich Eliza wohl zwischen den Ausgestoßenen der Städte, und kam immer mit neuen Arbeitern für die Rattenpost zurück.
Jeder hatte etwas, um zu helfen, aber es war nicht genug. Tim wusste das. Und es drehte ihm den Magen um.
“Also, nun wo du den Großteil des Königreichs sehen konntest, was denkst du?”
Tim hielt inne am Feuer, den Kopf geneigt. Der Zirkel schien auf etwas zu warten, der Moment wirkte schwer. Wichtig.
Der Duft von Blumen, das Kitzeln von Federn in seinem Nacken.
“Britheal ist ein schönes Königreich”, begann er vorsichtig, sein Blick auf die Flammen vor sich gerichtet, “Und seine Leute sind stark und stolz. Das sollten sie sein, denk ich.”
Der Zirkel gab sich nicht einmal die Mühe so zu tun, als würden sie ihn nicht beobachten. Er hatte erwartet, dass sie Gefängniswärter für ihn waren, stattdessen waren sie Freunde.
“Britheals Volk sollte stolz und stark sein. Sie sind immerhin Überlebende. Die Magie des Königreichs ist immer noch stark, immer noch reich, tief unten. Aber gute Leute brauchen gute Anführer und, wenn ich ehrlich bin, sehe ich davon nicht viel. Wachen und Gilden sind schwer unterbesetzt, der Landadel faul und gierig. Etwas fühlt sich falsch in der Erde selbst an, als würde sie krank werden.”
“Und wie denkst du, könnte man dieses Problem lösen?”, fragte Elsa sacht, aber ihre goldenen Augen brannten. Tim fühlte, wie sein Mund trocken wurde.
Das war die Königin, die eine Person, die Jonathan am nächsten war. Was er sagen wollte, war unheimlich dumm.
“Die Quelle sollte…beseitigt werden. Andernfalls werden all die Änderung, die Ihre Majestät bereits gebracht hat, nicht halten.”
Stille kehrte in das Lager ein, der Zirkel sah wie ein Ganzes zu ihm, regungslos. Elsa erhob sich und trat zu ihm heran. Das Feuer schnitt harte Schatten in ihre strengen Züge.
“Die Quelle ist der König.”
Tim wandte seinen Blick zu ihr, Resolution hang sich über seine Schultern wie ein schwerer Mantel.
“Ich weiß”, gab er zu.
Zum allerersten Mal richtete Elsa ein weiches Lächeln auf ihn.
“Ich bin froh, dass wir dahingehend einig sind, Tim.”
“Maj-”
“Nenn mich Elsa”, unterbrach sie ihn, “Wir laufen immerhin unter einem Banner.”
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