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Wundervoll klein

Kurzbeschreibung
OneshotHumor, Freundschaft / P16 / MaleSlash
DI Gregory Lestrade Dr. John Watson Mycroft Holmes
23.07.2022
23.07.2022
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1.202
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23.07.2022 1.202
 
Tag der Veröffentlichung: 23. Juli
Titel der Geschichte: Wundervoll klein
Song: Denkmal/ Wir sind Helden
Autor: Spence-Love
Kommentar des Autors: Bei diesem Song nehme ich mir tatsächlich nur das Titelwort „Denkmal“ vor. Ich hoffe, das ist in Ordnung.
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Nicht  gerade Mycroft-like, zog Sherlocks großer Bruder den Nasenrotz hoch und richtete sich danach im Bett auf. Sein roter Seidenschlafanzug, bedruckt mit den weißen Blümchen knisterte leicht.
Also auch heute. Genauso wie es sich die Tage davor zugetragen hatte. Schnaufend lange Mycroft blind nach seinem Wecker, der auf seinem Nachttisch stand und versuchte im Finsteren das Ziffernblatt zu lesen.

„MEINER TREU!!“
Genervt knipste Mycroft sein kleines Leselämpchen an.

„Ah, es ist Zwei Uhr durch und der werte Herr hält es nicht für nötig mir seine Aufwartung zu machen. Dies verhält sich jetzt schon seit drei Wochen so!!“

Knurrend warf Mycroft seine Decke von sich, setzte sich auf seiner Bettseite auf und angelte nach seinem Morgenrock. Danach erhob er sich brummelnd und Knochen knackend.

„Nun gut, eine erfrischende Tasse Pfefferminztee wird wohl mein heißes Gemüt beruhigen.“

Gut zehn Minuten später saß Mycroft im Wohnzimmer kerzengerade beim Esstisch und schlürfte mit trotziger Miene sein wohltuendes Getränk.

„Wohl an, Mycroft und lasse die Logik sprechen: Eigentlich kann es ja nur eine unschöne Erklärung geben. Dein ach so toller Gregory betrügt dich, liegt in den Armen eines anderen Mannes, reitet auf dessen bestem Stück seinem Höhepunkt entgegen. Lässt sich sündiges Wortmaterial in sein stets verstopftes Ohr säuseln, wird mit Sicherheit kein einziges Mal an seinen Mann denken-ja, genau so wird es sich wohl verhalten.“

„DIESER SCHRECKLICHER LIEDERJAN!!!“, stieß Mycroft hervor, sprang von seinem Stuhl auf, holte aus und-und wurde von John daran gehindert seine geblümte Teetasse gegen die Wand zu werfen. Danach schlangen sich zwei kräftige Arme um seine Hüften.

„Ist mein Lord etwa schlecht gelaunt?“
Gregory!
Einen Augenblick lang verharrte Mycroft in seinem Ungestüm. Aber als er sich rasend schnell zusammendichtete, dass sein Gregory und dieser Hobbit wohl ein keckes Nümmerchen miteinander geschoben hatten, da entfachte sein Zorn erneut. Wütend bäumte er sich im Griff seines Ehemannes auf.

„WIE KONNTEST DU MIR NUR SO ETWAS ANTUN!!“

Gregory und John warfen sich ratlose Blicke zu.

„Äh, Schnuffelhase, ich habe nicht die leiseste Ahnung, was du eigentlich….“
„JA!!! SO IST ES RICHTIG!!! NUR NICHTS ZUGEBEN!! WAR DER ZWERG WENIGSTEND ANSPRECHEND???!!! SICHERLICH IST NICHT ALLES AN IHM KLEIN, NICHT WAHR??!!“
„Moment mal!“, schaltete sich nun John ein, als er endlich checkte, dass von ihm die Rede war.
„STECKEN SIE SICH IHREN MOMENT IN IHRE FINSTERE KÖRPERREGION, SIE SCHRUMPFDEPP!!“

„ Mein Lord, jetzt reicht es wirklich!“
Gregory drückte seinen Ehemann für ein paar Sekunden so fest an sich, dass dieser zu röcheln begann und versetzte ihm danach einen doch spürbaren Klaps auf die Kehrseite.

„Wenn das zu einem Rollenspiel gehören soll, mein verruchtes Häschen, dann machst du deine Sache aber echt verdammt gut.“
Mycroft gelang es, sich im Schraubstock-Griff seines Mannes so umzudrehen, dass er jetzt diesem direkt in das Gesicht sehen konnte.
Hatte John Gregory unter Drogen gesetzt?? Gelegenheit dazu hätte er ja wohl reichlich gehabt. Von wegen, sein ach so unschuldiger Bruder gab sich nur dem Rausch des Nikotinpflasters hin.
Großer Gott, vielleicht war Sherlock ja gar zugegen gewesen. Als sich Gregory mit Knollnase vergnügt hatte!?

Könnten wir uns vielleicht jetzt in aller Ruhe zusammensetzen und ein ultra großes Missverständnis aufklären?“
„AHHH!! Sie bedienen sich seit Neuesten der Gossensprache, Sie Winzling!!“
John  konnte nun nicht mehr anders, als verächtlich aufzulachen. Himmel, was war denn nur Mycroft kaputt?

„Ihre vollkommen unangebrachte Heiterkeit wird Ihnen gleich vergehen!!“
„Nicht, wenn ich auch noch ein Wörtchen mitzureden habe, mein unartiges Mycroftchen.“, verkündete Lestrade jetzt bestimmt und schleifte seinen sich wehrenden Mann zum Esstisch zurück. Dort verfrachtete er ihn auf einem Stuhl.

„So und machst du deine Augen zu.“
„Ich denke ja überhaupt nicht da….“
Lestrade versiegelte Mycrofts Lippen mit einem strengen Kuss.

„Hörst du jetzt wohl auf, so unartig zu sein?“
„Ich habe mich wohl verhört, mein lieber Gregory!“
John verdrehte die Augen.
Was war er froh, dass er keine Liebesbeziehung mit einem Holmes hatte! So komplizierte Menschen gab es wohl kein zweites Mal.

Greg drückte derweil Mycrofts Augenlider sanft, aber auch sehr bestimmt nach unten und ließ seine beiden Zeigefinger danach auf Mycrofts geschlossenen Augen.

Mycroft vernahm lautes Geraschel und ein zufriedenes Grunzen von John. Dieser schmutzige Doktor-Gnom!! Er versuchte seine Augen zu öffnen. Aber sein Gregory kannte seine Gnade.

„So, mein Süßer, jetzt darfst du wieder gucken.“
„Zu gütig.“, blaffte Mycroft und fegte Lestrades Zeigefinger aus seinem Gesicht.

„Nun, dir ist wohl hoffentlich klar, dass unser doch bisweilen intimes Beisammensein unter diesen Umständen keinen Sinn mehr hat. Jedoch werde ich dir in meiner unendlichen Gutmütigkeit erlauben, so lange in meinem Domizil zu verweilen, bis du eine andere Bleibe gefunden hast. Nun ja, vielleicht  kannst du ja meinen werten Herrn Bruder davon überzeugen, dass es wohl für dich und diesem Hobbit komfortabel wäre in derselben Wohnung zu hausen. Was für eine reizende Figur aus Ton mein lieber Gregory. Desweiteren…“


Mycroft  blieb regelrecht die Luft weg.
Japsend starrte er die kleine Tonfigur an, dessen Erscheinung ihm wage bekannt vorkam.

Gregory stellte sich nun hinter seinen Ehemann und schlang von hinten seine Arme um ihn.
„Die habe ich für dich angefertigt, mein wunderbarer Lord. Du hast doch gewusst, dass John und ich seit ein paar Wochen einen Töpferkurs besuchen.“
John sah Mycroft sofort an, dass er diese Tatsache eben nicht einmal geahnt hatte. Kunststück, wenn man immer Regierung spielen musste, entgingen einem die wirklich wichtigen Dinge im Leben.

„John hat mir geholfen, dieses kleine aber hoffentlich feine DENKMAL von dir anzufertigen. Der Gute hat sich während unseres Kurses dann doch ein wenig geschickter angestellt.“
Gregory deutete auf den Schirm.
„Auch an dein Markenzeichen haben wir gedacht.“

„E…ein DENKMAL von….mir… Angefertigt von meinem….von meinem lieben Gregory…. I…ich.“
Sherlocks großer Bruder atmete ein einziges Mal tief ein, räusperte sich, schluckte hörbar, straffte danach seine Schulter und richtete sich in seinem Sessel erhaben auf.

„Nun, was für eine überaus putzige Überraschung.“
Mycroft stand auf und drehte sich zu John.
„Da war ich wohl einem kleinen Irrtum erlegen. Wenngleich ich es ganz und gar für unnötig halte, gebe ich zu, dass…“
„Eine einfache Entschuldigung würde mir schon reichen.“
Mycroft schnaufte verächtlich auf.
John schüttelte den Kopf.
„Nun denn, während Sie gleich Ihr Haupt verlieren, werde ich meinen lieben Gregory davon unterrichten, dass dieses kleine DENKMAL, so niedlich es auch zu betrachten ist,  nicht zu 100% meine reale Erscheinung entspricht. Seit wann hab ich denn so eine krumme Nase? Und sollen diese Falten unter den Augen etwa gar Lachfältchen sein?? Seit wann besitze ich denn ein heiteres Gemüt??“
„Du verstehst es aber prächtig, mich zum Wiehern zu bringen, du unmöglicher Mann!!! Du DENKMAL meines Herzens!“
Lestrade nahm das Gesicht seines Mycroft zwischen seine Hände und küsste ihn leidenschaftlich.

                                                                       THE END
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