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Die Sache mit der Freundschaft

von fangirl9
Kurzbeschreibung
GeschichteHumor, Freundschaft / P12 / Gen
Gaby Teller Illya Kuryakin Napoleon Solo
22.07.2022
22.07.2022
1
807
 
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22.07.2022 807
 
„Solo! Tanz mit mir!“, forderte Gaby leicht lallend.

Der angesprochene blickte von seinem Buch auf. Ein charmantes Lächeln zierte seine Lippen, doch in seinen Augen spiegelte sich der Schalk wieder. „Werteste Gaby, leider hält gerade dieses Buch meine Aufmerksamkeit, aber ich bin sicher unser Freund hier könnte mal eine Abwechslung von seinem Schachspiel vertragen.“

„Illya! Tanz mit mir!“, wendete Gaby ihre Aufmerksamkeit der dritten Person im Zimmer zu.

Nun blickte auch dieser auf von seinem Schachbrett, doch sah er nicht zu Gaby sondern wand seinen Bick zu Napoleon, „Warum ich? Bis jetzt schienst du dein Buch noch nicht so spannend zu finden.“

Und er hatte recht. Spannend war so ziemlich das letzte Wort mit dem Napoleon seine momentane Lektüre beschreiben würde. Es war trocken geschrieben und über ein Thema mit dem er kaum etwas anfangen konnte, doch es war so ziemlich das einzige Buch, welches er in ihrem derzeitigen Quartier hatte aufstöbern können. Doch anstatt irgendwas davon zu sagen, versuchte er nur so unschuldig wie möglich zu lächeln, „Gaby ist deine Freundin. Tanz doch mit ihr!“

„Du bist auch ihr Freund.“, merkte Illya an. Ein leicht fragender Ton lag in seiner Stimme doch sein ernster Blick versuchte wohl zu zeigen, dass er in diesem Moment nicht zu Scherzen auferlegt war.

„Nicht wenn sie betrunken ist. Dann gehört sie ganz dir.“, sagte Napoleon bevor er sich übertrieben auffällig wieder seinem Buch zuwandte.

Illya starrte ihn weiterhin genervt an, „Ernsthaft, Cowboy?“ Doch Napoleon ignorierte ihn, blätterte stattdessen eine Seite weiter. Auch wenn er bei der vorherigen nicht einmal bei der Hälfte gewesen war. Und damit war das Gespräch beendet, denn Illya wurde von Gaby hochgezogen und dazu gezwungen zu tanzen.

Oder was auch immer diese steifen, unkoordinierten Bewegungen darstellen sollten.

Nichts daran war auch nur annähernd perfekt: Illya hatte anscheinend keine Ahnung vom Tanzen und Gaby war zu betrunken, um noch elegant zu sein. Doch für ihn war faszinierend und Napoleon war zufrieden damit sich einfach ein wenig mehr zurückzulehnen und seine beiden Partner zu beobachten.

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„Solo, würdest du bitte aufhören mir ein Ohr abzukauen?“, sagte Gaby schon leicht genervt. Nicht, dass sie ihm nicht gerne zuhören würde, vor allem in Momenten wie diesen, doch sie war müde und ihre Aufmerksamkeit sank zunehmends. Sie hatte den ganzen Tag nur zuhören müssen und langsam konnte sie einfach nicht mehr

„Aber Gaby! Wieso willst du mir denn nicht zuhören?“, fragte Napoleon. Er klang schon fast jammernd, aber das lag wahrscheinlich auch nur am Alkohol. Währe sie nicht so ausgelaugt, fände sie es faszinierend. Aber in dem Fall würde sie ihm auch aufmerksam zuhören. Es war selten, dass er seine ehrlichen Emotionen so offen zeigte. Doch wenn er betrunken war fing er an über Kunst zu reden und wenn er über Kunst redete hatte sie immer das Gefühl etwas von seiner wahren Persönlichkeit sehen zu können.

„Weil ich gerade am Arbeiten bin.“, sagte Gaby als sie den nächsten Raum betraten und deutete auf das Radio des Hotelzimmers, welches sie ein paar Stunden zuvor auseinandergenommen hatte. Nur in diesem Zimmer zu hocken, ohne etwas Richtiges zu tun, außer Gesprächen zu lauschen, die vielleicht ja doch wichtig sein könnten, aber eigentlich keine Relevanz hatten, hatte sie unruhig gemacht. Also hatte sie aus langer Weile das Radio auseinandergenommen. Es gab ihr etwas zu tun und ließ ihr gleichzeitig genug Konzentration für ihre eigentliche Aufgabe.

Langsam schaute auch Solo zu dem Haufen an elektronischen Teilen der über den kompletten Tisch verstreut war. Für einen langen Moment starrte er einfach nur auf das Bild, welches sich ihm bot, bevor er zweifelnd zurück zu Gaby blickte. Doch bevor er ihre Ausrede als solche entlarven konnte, entschied sie sich für Plan B: Ablenkung. „Aber ich bin sicher, Illya hört dir gerne zu.“

Skeptisch zog Napoleon eine Augenbraue in die Höhe, dann wandten sich beide gleichzeitig Illya zu. Dieser schaute nicht einmal von seinem Schachbrett auf, um seine trockene Antwort zu geben, „Nein.“

„Er ist dein Freund, beschäftige ihn.“, forderte Gaby ihn auf, als hätte Illya nicht gerade schon jeglichen Gedanken dieser Art mit seiner Antwort abgeblockt. Doch Gaby lies Napoleon einfach mitten im Raum stehen und ging stattdessen zu dem Tisch mit dem auseinander genommenen Radio.

„Wieso ich? Er ist auch dein Freund!“, sagte Illya. Das Seufzen klar in seiner Stimme.

„Nicht wenn er betrunken ist.“, konterte Gaby, ohne sich umzudrehen. Stattdessen griff sie nach dem ersten Teil, dass sie finden konnte und begann damit das Radio wieder zusammen zu setzen. Für sie war das Gespräch erledigt.

Über die Spiegelung in der Standuhr beobachtete sie wie Napoleon sich auf das Sofa neben Illya fallen lies und dieser sich ein wenig zurücklehnte, sein Schachbrett vergessen. Für sie wich Napoleons Stimme in den Hintergrund, ein beruhigendes Hintergrundgeräusch, dem sie jedoch keine Aufmerksamkeit schenken musste. Endlich konnte sie ein wenig abschalten und Solo hatte trotzdem jemanden, der ihm aufmerksam zuhörte.
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