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Leichter wird es nur mit dir

von Mia87
Kurzbeschreibung
GeschichteRomance, Freundschaft / P18 / Mix
Gavin Reed Hank Anderson OC (Own Charakter) PL600 Simon RK200 Markus RK800-51-59 Connor
19.07.2022
15.08.2022
24
40.172
2
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Dieses Kapitel
1 Review
 
05.08.2022 2.347
 
5:30 in der Früh und ich saß am Küchentisch und trank mit Milan einen Kaffee. Milly schlief noch. Sie hatte mich gestern Abend schon ausgiebig gedrückt. Mein Koffer stand an der Tür bereit. Es klingelte und Milan öffnete.
"Hallo Urlauber.", begrüßte er Connor, welcher eintrat und meinen riesigen Koffer unter die Lupe nahm.

"Brauchst du das alles?"
"Ne, ich nehme das nur aus Jux und Tollerei mit. Natürlich brauche ich das alles. Sei froh, dass es nur ein Koffer ist."
Er verdrehte die Augen.
"Und du brauchst nur diese kleine Sporttasche?"
"Ich denke?", fragend schaute er mich an.
"Na, wird schon."
Ich stand auf, umarmte Milan noch einmal und trat zu Connor.

"Viel Spaß euch beiden. Und schickt uns eine Karte."
Connor nahm meinen Koffer und zusammen stiegen wir ins Taxi, welches schon für uns bereit stand.

"Aufgeregt?", fragte ich meinen Freund, als das Auto den Schildern Richtung Flughafen folgte.
"Wirke ich so?"
"Du wirkst zumindest angespannt. Wobei… das tust du fast immer."
"Das ist nicht angespannt, sondern aufmerksam. Das schadet nie."
"Nun werd' mal locker. Wir haben Urlaub!"
Ich stieß ihn von der Seite an.
"Ja. Urlaub. Wieder ein erstes Mal. Ich hatte noch nie Urlaub. Ich hoffe, ich langweile mich nicht."
"Das nehme ich persönlich.", entgegnete ich ihm.




Ich reichte Connor meinen Ausweis.
"Ich würde eben nochmal schnell bei Oscar anrufen, während du uns eincheckst. Ist das okay?"
"Klar."
Er nahm mir meinen Koffer ab und ich ging ein paar Schritte zur nächsten Sitzmöglichkeit.

"Hey Prinzessin.", kam es vom anderen Ende der Leitung.
"Schon am Flughafen?"
"Ja, wir haben noch gut eineinhalb Stunden. Entschuldige die frühe Störung."
"Macht gar nichts.", antwortete er.
"Ich habe schon auf deinen Anruf gewartet. Wie lange seid ihr unterwegs?"
"Fast 13 Stunden.", stöhnte ich.
"Mit knapp eineinhalb Stunden Aufenthalt in Seattle."

"Melde dich bitte kurz, wenn ihr in Honolulu gelandet seid."
"Natürlich. Ich melde mich meinetwegen auch gerne stündlich bei dir. Es gibt WLAN auf beiden Flügen.", grinste ich.
"Nein, nein. Nur auf Hawaii bitte. Allgemein möchte ich, dass du deinen Urlaub genießt. Bitte. Zwischendurch mal schreiben. Kein Problem. Ich will auch Fotos sehen. Aber telefonieren nur einmal zur Halbzeit, versprochen?"
"Bist du verrückt? Wie soll ich denn so lange ohne deine Stimme auskommen?"
"Ich mein's ernst, Liebling. Ich möchte, dass du einmal richtig abschalten und zur Ruhe kommen kannst. Wir hören uns in einer Woche. Und nur eine Nachricht am Tag, klar?"

Ich hörte sein Grinsen am Telefon und wusste dennoch, dass er es ernst meinte. Er meinte es nicht böse. Im Gegenteil. Er wollte das Beste für mich und dennoch kam ich mir unerwünscht vor.

"Ich liebe dich und freue mich auf diese eine Nachricht am Tag von dir.", nahm er mir meine Sorge.
"Genieße diesen besonderen Babymoon und tue das, was man im Urlaub halt so macht."
"Also schwimmen, sonnen, tanzen, saufen, flirten und Liebe machen?", fragte ich lachend.
"Genau.", antwortete er ebenso amüsiert.
"Ich liebe dich auch.", gab ich ihm noch zurück und legte auf.

"Fertig?", fragte ich Connor, als er mit seinem Handgepäck wieder zu mir trat.
"Ich denke."
"Dann auf zur Pass- und Sicherheitskontrolle. Könnte im Boardingbereich noch ein Sandwich vertragen."

Connor war aufmerksam und konzentriert. Alles schien er genauestens zu analysieren. Man merkte ihm seine Unerfahrenheit und den Respekt vor Neuem an. Er hasste es, wenn er etwas nicht unter Kontrolle haben konnte.

Die Passkontrolle ging zügig. Androiden vereisten heute, allein schon aus beruflichen Gründen, häufig. Den Angestellten, die größtenteils selbst Androiden waren, war der Anblick von Connor keine Seltenheit.
Bei der Sicherheitskontrolle jedoch, die von einem menschlichen Security Mitarbeiter durchgeführt wurde, wurde auf meinen Freund ein besonderes Augenmerk gelegt. Seine Tasche wurde separat noch einmal geöffnet und trotzdem beim Durchqueren des Scanners kein rotes Lämpchen aufleuchtete, wurde er zur Seite gerufen und per Hand noch einmal unter die Lupe genommen. So ein Schwachsinn.

Als er fertig war und weiter gehen durfte, atmete er einmal tief durch.
"Ist das immer so ein Aufwand?", fragte er mich.
"Ja. Die Sicherheitsmaßnahmen werden immer wieder verschärft.", versuchte ich ihn zu beruhigen.

"Ich hätte jetzt gerne ein Sandwich und einen Kaffee."
Ich zog ihn an der Hand zum nächsten Bistro.
"Lass. Ich mach das."
"Willst du mich jetzt den kompletten Urlaub über einladen?"
"Das hatte ich vor. Hast du eine Ahnung, was ein Kind kostet? Du wirst dein Geld brauchen."
Wohl oder übel hatte er Recht.




Wir saßen am Gate und ich spülte die letzten Schlucke meines Kaffees hinunter.
Es war 8:00am und das Boarding begann. Es ging zügig und die Leute waren, aufgrund meiner mittlerweile etwas offensichtlicheren Schwangerschaft, sehr zuvorkommend.

Wir hatten eine Reihe mit drei Plätzen für uns.
"Möchtest du am Fenster sitzen?", fragte ich Connor.
"Ich bin schon öfter geflogen. Außerdem muss ich wahrscheinlich eh alle Nase lang auf die Toilette."
Er nickte, verstaute mein Handgepäck noch im Fach über uns und rutschte durch ans Fenster. Ich platzierte mich neben ihm.

Die Sicherheitshinweise studierte er genau. Es war ihm anzusehen, wie es in seinem Kopf ratterte und er alles abspeicherte. Es war fast schon lustig. Den meisten der Passagiere interessierte das Rumgefuchtel der Stewardessen reichlich wenig.

"Guten Morgen, meine Damen, Herren, Androiden und Androidinnen, sowie liebe Kinder. Captain Smith und die gesamte Besatzung begrüßen Sie ganz herzlich an Bord des Delta Fluges 1251 nach Seattle. Unsere Flugzeit ist mit knapp 4 Stunden und 59 Minuten vorausberechnet, und ich darf Sie nun bitten, Ihren Sitzgurt zu schließen und festzuziehen. Zu Ihrer eigenen Sicherheit empfehlen wir Ihnen wie immer, Ihren Gurt während des gesamten Fluges geschlossen zu halten. Mein Name ist Rachel Price, ich bin heute die verantwortliche Flugbegleiterin auf diesem Flug und wünsche Ihnen nun einen angenehmen Aufenthalt an Bord dieser Delta Boeing 757-300."

Das Flugzeug rollte Richtung Startbahn und ich ließ meinen Blick zu Connor schweifen, der kerzengerade in seinem Sitz saß und hinaus starrte. Der Flieger hielt für diesen kurzen Moment, bevor er gleich die Geschwindigkeit anziehen und letzten Endes abheben würde.
Ich ergriff Connors Hand. Er drückte meine ganz sacht, ohne seinen Blick nach draußen abzuwenden.

Das Flugzeug beschleunigte, wir wurden leicht in unseren Sitz gedrückt und dann ließen wir den Detroiter Boden unter uns.
Wir waren keine zehn Minuten in der Luft, da kam die hübsche Rachel zu uns.
"Darf ich Ihnen etwas zu Trinken anbieten?"
"Orangensaft bitte."
Sie schenkte mir einen kleinen Plastikbecher ein und stellte ihn vor mir auf den Tisch. Dann glitt ihr Blick fragend zu Connor.
"Thirium?",fragte er.
Sie schenkte auch ihm ein.

"Fleisch, vegetarisch, vegan?", fragte mich die nächste Flugbegleitung.
"Vegan bitte."
Sie stellte ein kleines Frühstück vor mir ab.
Es war köstlich. Hätte ich es außerhalb eines Flugzeuges gegessen, wäre mir wahrscheinlich speiübel geworden, aber im Flieger und mit diesem Urlaubsfeeling, schmeckte einfach alles.

Mein Tablett und unsere Becher wurden abgeräumt und ich merkte, wie ich nach der kurzen Nacht langsam müde wurde.
"Schlaf ruhig.", meinte Connor.
Ich zog meine Schuhe aus und legte meine Beine auf den freien Sitz neben mir. Meinen Kopf bettete ich in Connors Schoß. Mit seiner Hand strich er über meinen Oberarm. Und so driftete ich schon schnell in einen erstaunlich tiefen Schlaf.



Gerädert erwachte ich, als ich Rachels Stimme durch die Lautsprecher vernahm.
"Himmel! Wie lange habe ich geschlafen?"
Ich versuchte meine Glieder wieder halbwegs in Bewegung zu bekommen.
"Quasi den ganzen Flug."
"Hab ich etwa das Mittagessen verpasst?"
Connor nickte mit einem frechen Grinsen im Gesicht.
"Ach, wie ärgerlich. Du hättest mich wecken sollen."
"Ich konnte nicht. Du hast so süß geschnarcht.", lachte er.
"Oh Gott. Wie furchtbar."
Ich sah mich in den Reihen um und hoffte inständig, dass ich niemanden davon wiedersehen musste.

"Schnall dich an. Wir beginnen den Landeanflug."
Ich zog den Gurt fest und lehnte mich etwas zu Connor hinüber. Ich liebte Landeanflüge. Da gab es wenigstens etwas zu sehen. Und in Seattle war ich noch nie.

Nachdem das Flugzeug angedockt war, ließen wir zuerst zahlreiche der Passagiere aussteigen. Dass die das immer alle so eilig haben, werde ich nie verstehen. Wir hatten noch eineinhalb Stunden Aufenthalt und unsere Koffer wurden direkt in den Anschlussflieger verfrachtet.

Ich stöberte in ein paar der Duty Free Geschäfte. Auch das war für mich immer absolutes Urlaubsfeeling. Ich nahm mir ein Parfüm mit, das mich an Sommer und den frischen Duft einer Meeresbrise erinnerte.

Der Flug von Seattle nach O'ahu sollte noch einmal über sechs Stunden gehen. Wieder ließ ich Connor am Fenster sitzen und wieder war der Platz neben mir frei. Perfekt. Nach dem Start zog ich direkt meine Beine an und kuschelte mich an meinen Freund.

"Lust auf einen Film?", fragte er und drückte auf dem Touchfeld des kleinen Bildschirms herum, der in den Vordersitz eingelassen war.
"Gern. Gibt's was Neues?"
Das war das Gute an diesen Flugzeugfilmen. Oft gab es etwas zu sehen, das bis vor kurzem noch im Kino lief.

"Purple Blood", kommentierte Connor fast schon emotionslos.
"Hab gehört, das soll so ein billiger Abklatsch der "Twilight" Saga sein.", erwähnte ich.
"Hübsches und tollpatschiges Menschenmädchen verliebt sich unsterblich in den monsterstarken und perfekten Androiden. Eine Beziehung, zum Scheitern verurteilt, aber natürlich trotzen sie jeglichem Widerstand. Bla bla. Das Typische halt."
"Keine Lust?", fragte er.
"Ist wahrscheinlich fernab jeglicher Realität, aber ist das Neueste, was ich hier finden kann."
"Doch, mach ruhig an.", bestätigte ich ihn und ließ meinen Kopf an seine Schulter sinken.

Nach einer knappen halben Stunde kam ein junger Flugbegleiter zu uns und servierte Mittagessen. Sein Blick ruhte kurz auf uns, wie wir aneinander gekuschelt vor dem kleinen Bildschirm hockten und uns diese wirklich schlechte Liebesschnulze rein zogen.
"Fleisch, vegetarisch oder vegan, die Dame?"
Ich richtete mich auf und klappte meinen Tisch hinunter.
"Vegan, bitte."
Er stellte das Tablett ab.
"Ein Getränk dazu?"
"Cola, bitte."

"Und für…Sie?"
Noch während er meinen Becher befüllte, richtete er sich an Connor.
"Einen Thiriumkaffee, wenn Sie haben."
"Natürlich."
Er stellte sowohl mein, als auch Connors Getränk ab und ging weiter.

"Das ist das Gute an Zeitverschiebung. Jetzt bekomme ich doch noch mein Mittagessen."
Ich schaufelte mir eine volle Gabel Nudelauflauf in den Mund und genoss weiter die ziemlich schlechte Unterhaltung auf dem kleinen Bildschirm vor uns.



Nachdem wir uns zum Ausgleich nach diesem wirklich unfassbar vorhersehbaren und schlechten Teeniefilm zum Kaffee und Gebäck noch "Pulp Fiction" reingezogen haben, entschied ich mich dazu noch etwas Augen zu schließen. Die lange Reise schlauchte mich.

Das Zeitgefühl hatte ich schon längst verloren. Irgendwann weckte mich Connor, indem er mir sanft über den Arm strich.
"Hey Alex. Wach auf. Man sieht schon die ersten Inseln. Wir werden bald landen."

Ich reckte mich und gähnte beherzt.
"Habe ich wieder geschnarcht?"
Connor schüttelte den Kopf und gab mir einen Kuss auf die Schläfe, als ich mich zu ihm hinüber beugte, um aus dem Fenster zu schauen.

"Meine Damen und Herren, Androiden und Androidinnen und liebe Kinder. Wir beginnen jetzt mit dem Anflug auf O'ahu, Daniel K. Inouye International, und bitten Sie deshalb Ihren Sitzgurt wieder zu schließen und Ihren Sitz in eine aufrechte Position zu bringen. Die voraussichtliche Landezeit ist 15:10 Ortszeit. Vielen Dank.", ertönte die Ansage des Flugbegleiters.
Ich kam der Aufforderung nach, richtete mich auf, schloss den Gurt und schaute gebannt über Connor hinweg nach draußen.

Ich konnte es kaum erwarten meinen ersten Fuß auf diese Insel zu setzen. Ich war aufgeregt, wie ein kleines Kind. Die Räder des Fliegers kamen auf der Landebahn auf. Reflexartig ergriff ich Connors Hand. Er drückte sie fest und sah mich mit einem Lächeln im Gesicht an.



Ich musste dringend meine Blase entleeren. Ich hatte versucht es weitgehend zu vermeiden in den kleinen Kabinen zu gehen. Jetzt war es allerhöchste Eisenbahn. Connor ging voraus zum Gepäckband um unsere Koffer zu holen.
Ich betrachtete mich im Spiegel. Ich sah fertig aus. Kein Wunder, nach der langen Anreise. Aber ich sah auch eine Menge Glück. Urlaub. Ein richtiger Sommerurlaub. Keine Ahnung, wann ich das zuletzt hatte.

Ich öffnete mein Haar, fuhr einmal grob mit meinen Händen hindurch und band sie mir hoch auf dem Kopf wieder zusammen. Ich holte mein Handy aus der Tasche und knipste ein Spiegelselfie. Danach öffnete ich den Nachrichtenverlauf mit Oscar.

"Viele Grüße vom Hawaiianischen Damenklo. Sind gerade gelandet. Ich liebe dich!"



Connor wartete mit unserem Gepäck an der Tür zum Ausgang.
"Bereit?", fragte er.
Ich nickte und strahlte über beide Ohren.
Draußen traf mich jedoch fast der Schlag. Ich lief wie gegen eine Wand. Es war unsagbar heiß. Aber ich liebte es. Connor nahm mich bei der Hand.
Wir waren da. Zwei Wochen Hawaii. Nur Connor und ich. Ich freute mich so unsagbar auf alles, was uns hier begegnen würde. Auch, wenn sich immer wieder etwas Sorge zwischen all den Freudentänzen in meinem Kopf hindurch schob. Connor war direkt. Ich direkt und impulsiv. Hoffentlich waren wir nach zwei Wochen 24/7 immer noch Freunde.

Er sah mich von der Seite an und lächelte verschmitzt. Seine Augen bekamen dieses gewisse Strahlen, das nur sehr selten zum Vorschein kam.
Ach, was dachte ich da eigentlich? Das werden unsere besten zwei Wochen! Wie Milan Connors und meine Beziehung gerne beschreibt, und nun sagen würde: Zwei Wochen Alexor.
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