Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Father

Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P18 / MaleSlash
Daniel Ricciardo Max Verstappen
14.07.2022
08.08.2022
3
4.438
2
Alle Kapitel
2 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
05.08.2022 1.326
 
2019

Es ist schon eine Weile her, als er Daniel von seinem Problem erzählt hatte. Mehr aber hatte er ihm nicht gesagt. Nicht, weil er Daniel nicht vertraute, sondern weil er wusste, wie krass und irgendwie auch krank seine Gedanken waren. Es fiel ihm noch immer verdammt schwer sich zu öffnen bei diesen Problemen.
Die Hälfte der Saison ist bereits wieder um und seitdem Daniel weg ist, na ja alles war einfach so komisch. Pierre, der ja sein neuer Teamkollege wurde, er hatte eine Weile gebraucht um überhaupt mit ihm warmzuwerden. Pierre war kein schlechter Mensch, eher hätte er wohl selber Probleme sich zurechtzufinden und ja, er gab zu, dass das Team sich eher auf ihn konzentrierte, als auf den Franzosen. Der Druck war für ihn sicher nicht leicht, dann wurde der gleich schon von Albon ersetzt. Toll, er fing gerade an, ihn zu mögen. Albon, war so, keine Ahnung wie er das bezeichnen sollte.
Keiner war Daniel und hm, das Team sah ihn als Star. Ja gut, das gefiel ihm auch, aber irgendwie auch nicht.
Wenn er ehrlich war, hätte er keine Ahnung, was er wovon überhaupt halten sollte.
Er selbst war eben verpflichtet abzuliefern und das zu tun, was man von ihm verlangte. Das war sein Wert und wenn er dem nicht gerecht werden konnte, welchen Wert hatte er dann? Generell, sah er seinen Wert eher gering. Sehr gering.
Wenn andere das wüssten, dann wäre das eine riesige Angriffs-Fläche. Das war ein Grund, weshalb er niemanden näher als gut war an sich heranließ.

Er starrte Christian an und lag gerade in dessen Armen. Der ältere jedoch schien mit seinen Gedanken ganz woanders zu sein.
Ihm war er sicher nicht so wichtig, aber warum zur Hölle, fühlte er sich so abhängig von Christian? Warum? Es fühlte sich so gut an, in seinen Armen zu liegen, wenn er dachte, was sie gerade taten, die Worte, die er in sein Ohr flüsterte. Es fühlte sich gut an, aber es war doch so krank. Das war doch nicht normal, auf sowas zu stehen. Aber stand er nicht auch in der Pflicht, einfach zu dienen? Das klang vielleicht dumm, aber so fühlte er auch. Wieso sollte es auch je anders sein? Ihm war längst klar, dass mit seiner Denkweise etwas total nicht stimmte.
Aber zurück zu diesen Worten … „Good Boy“, das klang für andere sicher total widerwärtig, aber es gab ihm ein gutes Gefühl, die sanften Berührungen des älteren danach.
Doch jedes Mal fühlte er sich schlecht danach.
Wieso? Wieso war er so? Und wieso konnte er sich gerade jetzt nicht aus Christians Armen befreien? Auch wenn er es theoretisch konnte?
Aber woran dachte der ältere jetzt? An seine Familie? An geschäftliche Dinge?
Woran? Na ja, eines war schon mal sicher, an ihn sicher nicht.
Max sah noch immer in seine Augen.
„Ich denke, ich sollte jetzt wohl gehen.“
„Du willst gehen?“
Wollte er das? Nein eigentlich nicht. Aber irgendwie auch schon.
Wie konnte er etwas so mögen und gleichzeitig so hassen?
„Du hast sicher noch so einiges, was dich beschäftigt, ich möchte nicht stören.“
„Ach was, du störst nicht!“
„Ich sollte vielleicht trotzdem lieber gehen.“
„Wenn du das meinst. Ich halte dich nicht auf, wenn du gehen möchtest.“
„Okay.“ Max stand auf und zog sich langsam an.
Er spürte den lächelnden Blick des älteren in seinem Rücken.
„War schön mit dir.“
Sagte er, es klang nicht gerade perfekt, aber er hatte keine Ahnung was er sonst hätte sagen sollen und ehrlich war es ja auch. Es war schön, auch wenn er sich wieder dafür hasste.
„Nächste Woche um die gleiche Zeit?“
Wohl wie immer, jedes Rennwochenende endete damit, dass er in Christians Bett lag. Jedes Wochenende dieser Saison. Er konnte nicht nein sagen, er wollte auch nicht nein sagen, ihm gefiel das so und er wollte es.
Er wollte die Aufmerksamkeit von einem älteren Mann, der sein Vater sein konnte und der wirklich Interesse an ihm hatte, nicht nur sexuell gesehen. Es fühlte sich einfach gut angesehen und geliebt zu werden, auf einer gewissen Weise.
Max sah auf den Boden. Ja, er würde es auch nie wagen, Christian einen Wunsch anzusprechen. Was er sagte, würde er auch machen. Das war doch schon irgendwie krankhaft, oder? Wobei der ältere diese Situation nie für etwas nutze, was ihm wirklich unangenehm war. Schlecht war der ältere nicht zu ihm. Christian war kein Arsch. Zu ihm nicht. Klar, vielleicht nutzte er Max Situation etwas aus, aber er wollte es ja schließlich.
„Ja, ja klar!“
Max sah zu ihm und verließ danach sein Zimmer.
Er checkte vorher, ob jemand in der Nähe war, als die Luft rein war, verließ er das Zimmer und suchte sein eigenes auf.
Im Zimmer angekommen, ging er sofort in die Dusche.
Er musste duschen, denn er fühlte sich so ekelhaft dreckig. Wieso ließ er das eigentlich zu und noch besser gefragt, wieso wollte er sich so benutzen lassen? Wenn er tief in seinen Gedanken kramte, war da noch schlimmeres.
Aber er verdiente es doch auch nicht anders! Das sah er zumindest so, doch darüber sprach er mit niemandem und hatte es eigentlich auch nicht vor.
Dass Daniel von all dem erfahren hatte, war verdammt blöd! Er dachte bestimmt sonstiges über ihn, auch wenn er das nie so sagen würde. Aber seitdem er nicht mehr im Team war, irgendwie war Daniel so weit weg und kaum erreichbar. Vielleicht lag das aber auch an ihm, da er manchmal einfach komplett dicht machte und keinen an sich heranlassen wollte. Einfach nur im Bett liegen bleiben. Dort konnte ihm niemand, was nur seine fiesen Gedanken. Die ihn vielleicht dazu brachte gewisse Dinge zu tun, nach denen er sich nur noch mehr hasste und manchmal fragte, warum er das überhaupt tat, doch immer auf den Entschluss kam, dass er es eben so verdiente. Er selbst war wohl sein größter Feind, kein anderer Fahrer im Feld. Kein anderes Team, kein anderer Mensch! Er ganz alleine war der Mensch, der ihn so sehr hasste und so wenig wertschätzte, dass er und seine Gedanken ihm am liebsten schlimme Dinge antun. Allerdings keine körperlichen Verletzungen. Nein, das nicht. Mentale Verletzungen. Die waren gefährlicher, denn das konnte man nicht sofort erkennen, wie bei SV-Narben. Nein, dazu müsste man den Mund aufmachen und die Dinge sagen, die man tat. Doch das war etwas, was er einfach nicht konnte. Selbst wenn Daniel einiges bereits wusste. Er wollte das niemanden erzählen, es war so peinlich und demütigend, aber dennoch tat er es weiter jedes Mal, bis er nicht mehr konnte. Er schüttelte den Kopf, um seine Gedanken davon abzubringen.
Max musterte seinen Körper.
Gott, wie konnte man ihn bitte attraktiv finden? Aber okay, er war wenigstens gut zu benutzen. Mehr brauchte er ja auch nicht sein, oder?
Ein ernsthafter Gedanke, der ihm nicht zum ersten Mal unterkam.
Vielleicht brauchte er wirklich mal Hilfe, aber was brachte ihm das alles? Was?
Und wenn er wirklich einmal, seine gesamten Gedanken offenbaren würde, wer würde ihn da nicht schräg ansehen und sofort in die geschlossene einweisen? Keiner würde ihn danach in den Arm nehmen! Nein, man würde sofort im Krankenhaus anrufen und in die Psychiatrie einweisen.
Dabei wurde er sich schon freuen, wenn ihn jemand ihn dem Arm halten würde, bei ihm blieb und ihm sagen würde, dass alles besser werden würde.
Doch das würde er nie haben. Nie.

Es war einer dieser Abende, in dem er sich wieder in den Schlaf weinte. Es brachte doch alles absolut keine Punkte. Wer wollte mit so jemand komplett kaputtem, wie ihm, etwas Ernsthaftes anfangen? Das war doch so oder so unmöglich.
Wieso ging es ihm bitte so scheiße? Wieso musste er durch all diesen Mist? Und warum nicht ein anderer? Warum er?
Völlig erschöpft von seinen Tränen und total kraftlos, schlief er plötzlich ein.

Wie konnte ein Mensch, mit noch nicht einmal 22 Jahren, schon so kaputt sein?



(Im nächsten Kapitel kommt Daniel wieder dazu und die Geschichte wieder etwas mehr ins Rollen.)
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast