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Sturm über Japan - Leg dich nie mit Inu Yasha an

Kurzbeschreibung
GeschichteAbenteuer / P16 / Het
Inu no Taishou Inu-Yasha Kagome Naraku
10.07.2022
12.08.2022
6
18.680
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06.08.2022 3.097
 
Liang-Si stand am Hafen und sah nach seinem Schiff, aber er wusste inzwischen nur zu gut, dass jeder Versuch es auch nur zu Testzwecken zu besteigen von den dämonischen Kriegern Fürst Narakus höflich, aber bestimmt, unterbrochen wurde. Er saß hier in Japan fest. Der Blick des Händlers glitt hinaus auf das Meer. Dort, hinter dem Horizont lag seine Heimat und da wollte er eigentlich auch wieder hin. Sicher, der Fürst hatte ihn wirklich gut für seine Ware bezahlt, zunächst für den kleinen Test, dann für die große Ladung, die er ihm vor einigen Wochen übergeben hatte. Warum nur ließ er ihn nicht zurück fahren? Zuerst hatte er ja geglaubt der Fürst plane etwas und wolle ihn als Zeugen umbringen, aber nun lebten er und die Mannschaft des Schiffes schon seit Wochen hier in Ayama, auf dessen Kosten. Was auch immer der vorhatte war folglich nicht ihn umzubringen, was Liang-Si doch etwas beruhigte.
„Händler, Fürst Naraku will dich sehen.“
Der so Angesprochene fuhr herum und starrte den Dämonenkrieger an. Durfte er etwa heim? Aber es gab nur eine Antwort. „Ja, natürlich.“

So kniete er eine halbe Stunde später in dem privaten Arbeitszimmer des Fürsten in dessen Stadtschloss, allein mit diesem. Liang-Si hätte nur sich selbst zugegeben, und das ungern, dass der Dämonenfürst auf ihn irgendwie unheimlich wirkte. Das war überaus unprofessionell für einen international erfahrenen Händler und so ermahnte er sich lieber nicht auf die langen Finger des Mannes vor ihm zu sehen, die seltsam spinnenartig sich über dessen Oberschenkel bewegten.
„Ich bin sehr zufrieden, mein lieber Liang-Si. Das schwarze Pulver, das du mir verkauft hast, war überaus wirksam und hat wirklich einen gut Teil eines Berges einreißen können.“
Ach, der hatte es, wie er es auch aus der Heimat kannte, für Bergwerks- oder Straßenarbeiten benötigt. Ja, selbst hier von der Küste aus sah man nach Süden hin Vulkanberge und nach Osten hin steile Bergketten. Sehr bergig, dieses Japan, obwohl gerade in Ayama zwischen Meer und Bergen hier auch eine große Ebene lag, wie er inzwischen gesehen hatte, in der Reis angebaut wurde und wohl auch die Pferde gezüchtet wurden, die einmal im Monat durch die Hauptstadt getrieben wurden, um weiter im Osten verkauft zu werden. Gut. Der Händler war mit japanischen Sitten gut genug vertraut um nicht nur die Sprache einigermaßen zu beherrschen, sondern sich nun auch nur stumm zu verneigen.
„Du darfst daher ablegen. Du hast hier doch keine Angelegenheiten mehr?“
„Nein, nachdem Ihr sowohl die Seide als auch das Pulver komplett abgenommen hattet. Und selbstverständlich gut bezahlt habt.“ Nur jetzt keinen Fehler mehr begehen. Die Fürsten, gleich ob Mensch oder Dämon, zuhause oder hier, waren immer schrecklich leicht zu reizen.
„Gut. Ich möchte dir noch einen Brief auf das Festland mitgeben, natürlich gegen Bezahlung. Es ist dir sicher möglich ihn selbst zuzustellen oder zustellen zu lassen. An einen Dämonenfürsten.“
Lieber verneigen. „Ich gebe zu, Fürst Naraku, dass ich mich mit den dämonischen Herren zuhause nicht so auskenne, sie meiden Menschen in aller Regel.“ Oder fressen sie, aber das wollte er nicht aussprechen. „Aber natürlich würde ich mein Bestes tun einem werten Kunden behilflich zu sein. An wen soll es gehen? Habe ich womöglich bereits von ihm gehört?“
„Ich vermute es, denn er ist eine Legende. Hyouga.“ Naraku sah sehr wohl, dass der Mensch blass wurde. „Ah, du hast von ihm gehört. Dem entnehme ich, dass du den Brief nicht selbst überbringen willst?“
Man lehnte keine Anweisung eines Fürsten ab ohne mit dem Leben zu bezahlen. Aber: „Das … das ist ein Selbstmordkommando.“
„Möglich. Ich möchte Kontakt, der Brief sollte ihn daher nicht beleidigen. Aber gut. Ich verdoppele die Summe und es wird dir gewiss nicht schwer fallen einen när ...einen tapferen Mann zu finden, der diese Botschaft überbringt. Hier.“ Naraku überreichte den Brief. Es handelte sich in der Tat nur um eine höfliche Anfrage, ob der mächtige Hyouga an einem kleinen Geschenk seinerseits interessiert wäre und dessen Beschreibung. „Du kannst gehen. Du hast sicher noch viel bis zur Abfahrt zu erledigen. Oh, meine Tochter wird dir das zusätzliche Gold draußen übergeben.“ Man sollte nichts verkaufen, was man noch nicht besaß, aber ein guter Kontakt schadete nie, zumal nicht, wenn es gegen den alten Hund und sein Höllenschwert ging. Und das menschliche Schiff würde fast zwei Wochen benötigen, um drüben anzukommen, zumindest in der deutlich weiter nördlich gelegenen Heimat dieses Händlers, geschweige denn, bis dieser Brief angekommen war. Dieser Kaufmann war sein einziger Kontakt zum Festland und würde auch kaum mehr herkommen, nichts ausplaudern können. Ein Grund, warum er ihn wochenlang hier festhalten ließ. Nun auch, um ihn bestrafen zu können, wenn die Explosion in den Niigata-Vulkanen erfolglos blieb. Derartiges explosives Pulver kannte man hierzulande nicht.
Aus Aoi waren noch immer keine Nachrichten gekommen. Eigenartig. Was dauerte so lange? Dass der Daimyo tot war sollte klar sein, und der Kaiserliche Rat war informiert worden, das hatte Kaguras Spion in der Burg bestätigt. Konnte sich der Rat einfach nicht auf einen neuen Daimyo einigen? In diesem Fall … nein, Hakudoshi hatte bereits einmal versagt. Warum sollte er nicht selbst die kleine Kagome heiraten? Der Weg zur Herrschaft über Aoi führte durch ihren Schoss. Natürlich, wenn er das shikon no tama mit ihrer Hilfe gefunden hatte, wäre ihr nur noch ein kurzes Leben beschieden, aber junge Frauen starben nun einmal leicht. Sollte dann doch Aoi nehmen, wer immer wollte. Er würde ihn sich so oder so zu eigen machen können. Das Juwel war wichtiger. Das Problem war nur, dass ein neuer Daimyo genau sie heiraten wollte. Aber, das wäre nicht die erste Ehe, die nach Entführung der Erbin einer Provinz zustande käme. Menschen bewiesen da manchmal eine wirklich entzückende Skrupellosigkeit. Hakudoshi könnte sich auch mal nützlich machen.

Mutter und Kinder Higurashi sahen auf, als der Großvater mit Briefen in der Hand in den Aufenthaltsraum des Frauentraktes kam.
„Nachricht vom Kaiserlichen Rat?“ fragte Souta sofort. „Sie haben dich doch als Vormund eingesetzt?“ Dann wäre doch fast alles so wie immer.
„Die Briefe stammen vom Göttlichen Kaiser höchstselbst.“ Der alte hoshi ließ sich nieder. „Natürlich nicht persönlich geschrieben, aber sein Siegel. Und sind klare Anweisungen. Souta, du sollst in die Residenzstadt, lernen und später die Aufgaben, die dein Vater dort hatte, übernehmen. Das ist sehr ehrenvoll, zumal du wohl als Mündel des Rates oder gar des Kaisers selbst eingestuft wirst.“
„Militär?“ Aber der Junge klang resigniert. Er wäre lieber hier geblieben, wo er alles kannte, bei Mama und Schwester und natürlich Opa. Allerdings hätte er auch freiwillig nie Daimyo sein wollen. Er mochte es lieber ohne Schwert, mit der Feder schreiben, lernen. Als einziger Sohn kannte er jedoch die Regeln zu gut.
„Ich weiß, dass du es nicht magst,“ meinte seine Mutter sofort. „Aber einem solchen Befehl kann man nicht widersprechen. Was ist noch, Vater?“
„Nun ja, Souta wird abgeholt. Er soll mit dem General und seinen Kriegern zurück reisen. Der General kann dir sicher viel mehr über die Residenzstadt und deine Zukunft erzählen, Junge.“
„Was soll denn ein kaiserlicher General hier und Krieger?“ erkundigte sich Kagome prompt. „Bringen sie etwa den neuen Daimyo….“ Sie brach ab, da ihr die Konsequenz für sich selbst klar wurde. „Ich soll heiraten?“
„Ja. Und der General mit seinen Männern bringt die Geschenke für die Familie des Bräutigams. Daraus kannst du schon schließen, wie wichtig diese Ehe ist, wenn der Kaiser selbst diese Geschenke stellt.“ Der Großvater war gerade stolz auf sich, das so verpackt zu haben. Immerhin hatte Souta die kaiserliche Entscheidung pflichtgemäß akzeptiert.
Kagome dachte mit. „Ich soll doch hoffentlich nicht den General heiraten? Der ist sicher alt!“
Umschreiben, dachte der alte Mann, der bereits die Funken in den Augen seiner eigentlich wohlerzogenen Enkeltochter entdeckte. Leider neigte sie manchmal zu gewissen Temperamentsausbrüchen und er dachte durchaus besorgt an eine entsprechende Reaktion ihres Ehemanns. „Äh, nein. Du sollst den geliebten Cousin des Kaisers heiraten.“
„Einen kaiserlichen Prinzen?“ Die Mutter war gerade stolz, auf ihre Tochter, aber vor allem ihre Familie. „Kagome, das ist wunderbar, das erklärt auch das persönliche Interesse an der Sache. Und natürlich, so ein Mann wurde ausgebildet und wird sicher ein guter Daimyo sein.“
„Äh, kein kaiserlicher Prinz,“ korrigierte der Großvater, wenngleich mit innerem Bedauern. „Ein Fürstensohn, dessen Großvater allerdings ein Kaiser war.“
„Hojo?“ fragte Kagome mit gewisser Hoffnung, denn dieser Fürstensohn hatte ihr bei der Reise mit ihrem Vater ….Sie schluckte unwillkürlich….doch deutlich zu erkennen gegeben, dass sie ihm gefalle. Und er war nett gewesen.
Augen zu und durch, dachte der hoshi. „Nein. Sein Name ist Inu Yasha, der Sohn des Inu no Taishou.“
Für einen langen Moment herrschte Schweigen, dann platzte es aus dem Mädchen raus. „Einen Dämon? Ist der Kaiser verrückt? Niemals heirate ich einen Dämon! Eher bringe ich mich um!“
„Selbstmord wurde jedem von uns verboten,“ erklärte der Großvater. „Und du weißt, was die Konsequenz wäre.“
Ja, das war allen klar. Die gesamte Familie würde in Schande fallen, als unehrenhaft gelten und noch dazu gegen einen Befehl des Göttlichen Kaisers verstoßen haben. Das bedeutete für sie alle vier die Todesstrafe. Und kein Grab.
Souta blickte zu seiner großen Schwester. „Du kannst dann doch hier bleiben und ich muss weg.“
Das stimmte zwar, aber… „Mama!“ Kagome wandte sich hilfesuchend nach rechts, zwischen Wut, Angst und Trauer schwankend. „Mama, du hast doch selbst schon mit mir die Boten gesehen, die manchmal kommen. Sie haben rote Augen, Fangzähne und solche Krallen!“
„Ja, aber….“ Die Mutter dachte kurz nach, ehe sie, froh, dass hier doch innerhalb der familiären Räume die Etikette locker gesehen wurde, fragte: „Vater, hast du da nicht etwas durcheinander gebracht? Du hast gesagt, der Cousin des Kaisers – das kann dann doch kein Dämon sein.“
Der hoshi nickte. „Ist er ja auch nicht. Er ist der Sohn des Inu no Taishou und einer kaiserlichen Prinzessin, ein Halbdämon.“
„Danke, das macht es viel besser!“ zischte Kagome. „Wirklich, Großvater, meine Magenschmerzen lassen schon nach! Sind denn alle hier verrückt geworden? Ein Halbdämon als Daimyo? Und der soll in mein Bett?“
„Du in seins,“ korrigierte der Großvater mehr ehrlich als taktisch wertvoll. „Er wird der Daimyo.“
„Mama! Das … das kann ich nicht….“
„Vater, geh jetzt mal. Souta, ich glaube, du redest noch ein wenig mit Opa über deine Zukunft.“ Als die beiden Frauen allein waren und sich Kagome tränenüberströmt an ihre Mutter schmiegte, strich die durch das schwarze Haar. „Ich verstehe dich ja. Ich habe damals auch so geweint, als ich die Nachricht bekam, dass ich den neuen Daimyo heiraten soll. Aber sieh, es ist doch gut gegangen, dein Vater war ein sehr ehrenwerter Mann und…“
„Mein Vater war kein Monster! Kein Dämon!“
„Deswegen hätte er mich auch schlagen dürfen oder sonst etwas und es nie getan. Wir hatten uns wirklich angefreundet. Es wird auch bei dir liegen deinen Ehemann friedlich zu stimmen. Und deine Wutausbrüche sind da …. nicht unbedingt der richtige Weg. Du musst bedenken, dass er der Herr hier wird. Er darf auch mich oder Opa wegschicken.“
„Was … ja, ich weiß ja…..wenn ich mich weigere, werden wir alle hingerichtet.“
„Du weißt es doch. Ich dachte, du kennst die Stellung einer Frau. Ich meine mich des Öfteren mit dir unterhalten zu haben.“ Aber sie zog die Tochter wieder an sich. „Und ich hoffe doch, er ist nicht so … wild. Der Inu no Taishou gilt als menschenfreundlich, immerhin hat er ja die menschliche Prinzessin geheiratet und es leben auch Menschen im Fürstentum des Westens. Dieser Inu Yasha hat sicher Erfahrung, wie er mit Menschen umgehen soll, denk an seine Mutter. - Überdies, Kagome, du hast doch immer gesagt, dass du nicht weg von hier willst, was du sicher müsstest, wäre Souta hier Daimyo, denn dann würdest du nach auswärts verheiratet werden. Und so kannst du hier bleiben, bei mir. Sonst wäre ich doch auch ganz allein.“
„Ich … Mama, wie soll ich denn zu einem Dämon, na schön, Halbdämon, sehen ohne mich zu gruseln?“ Ja, wie ihre Abscheu verbergen, um ihn nicht zu beleidigen?
Ihr Mutter seufzte. „Alles, was mir noch einfällt, wäre, dass ich Großvater bitte, dass er den Kaiser bittet, dass du noch zu jung für eine Ehe wärst und der neue Daimyo mich nehmen soll.“
Kagome setzte sich erschrocken auf. „Das… das ist nicht dein Ernst!“
„Wenn diese befohlene Ehe nicht zustande kommt, werden wir alle hingerichtet. Ich fürchte nur der Kaiser wird auf das Angebot nicht eingehen und auch der Inu no Taishou nicht. Ich bin zu alt für Nachwuchs.“
„Hör auf, Mama, das … Ich schaffe das schon, sicher.“ Und wenn dieser Mistkerl von Inu Yasha hier war, würde sie schon irgendwie zusehen, dass sie ihm das Leben zur Hölle machte! Der wollte doch bloß Daimyo werden, sie war ihm doch vollkommen gleich! Er war schuld. Und dafür würde er bezahlen. Natürlich, ohne dass Mama oder Opa darunter leiden mussten.
Ihre Mutter kannte sie. „Bitte, Kagome, denke immer daran, dass er der Herr ist, deiner, unserer, als Ehemann und Daimyo. Und, dass er noch dazu der Cousin des Kaisers und der Sohn eines Dämonenfürsten ist. Wie man es auch dreht – er ist in der besseren Position.“
„Ja, ich weiß!“ Und genau darum würde sie ihm die Augen auskratzen oder sonst etwas, würde… Ja, und würde vermutlich feststellen, wie sich mindestens eine Ohrfeige mit bekrallten Händen anfühlte. Ach, es war zum Verzweifeln.

Inu Yasha musterte den Aufbau im Hof des Schlosses mit einem gewissen Gruseln. Hier wurden buchstäblich hundert oder mehr Barren aus Erz gestapelt, die, neben wirklich schönem Schmuck als sein Geschenk, nun ja, Geschenk seiner Familie, an die der Braut gelten würden. Ein Stück entfernt auf Wiesen war eine provisorische Weide errichtet worden, wo die Esel warteten, die diesen Lasten nach Aoi schleppen sollten. Vater hatte ihm gesagt, dass im Austausch dazu der Kaiser ihm wertvolle Waren schicken würde. Natürlich wollten sich da beide Seiten nicht lumpen lassen, aber es machte ihm langsam klar, wie wichtig politisch diese Hochzeit eingestuft wurde – und welche Verantwortung er als Daimyo da aufgehalst bekommen hatte.
Alles, was er noch tun konnte, war, noch einmal mit allen Lehrern zu reden, einiges durchzugehen, aber ein dämonisches Fürstentum wurde eben anders regiert als eine kaiserliche Provinz. Allein die Steuern - einen Teil konnte man behalten, einen Teil bekam der Kaiser, während Zölle wiederum in der Provinz blieben, weil sie für Wegebau und Sicherheit des Handels zweckentsprechend verwendet werden mussten. Vater bekam immer alles und verteilte es nach Notwendigkeiten, das war schon … naja, freier.
Aber er konnte und durfte sich nicht beschweren. Vater hatte an ihn gedacht, ihm ein eigenständiges Leben ermöglichen wollen. Und er würde allen zeigen, was er drauf hatte. Seine Ausbildung hatte durchaus neben Schwertraining und Strategie auch Verwaltungslehre, ja, sogar menschliche Riten in Schreinen beinhaltet, er hatte das auch schon das eine oder andere Mal in Vaters Vertretung üben können. Das würde schon alles gut gehen. Er musste nur immer an seinen Pflichten denken, und das war als Fürst eine Menge, und an die Ehre eines dämonischen Kriegers. Dann würde alles gut werden.
Nun ja. Der Daimyo-Teil. Leider gab es da noch ein kleines Problem namens Kagome. Er hatte, um ehrlich zu sein, nicht die mindeste Ahnung wie er mit einer Ehefrau umgehen sollte. Ja, er war der Herr und durfte befehlen, aber selbst Vater, der nun wirklich sehr dominant war, war zu Mama immer sehr rücksichtsvoll gewesen, hatte ihre Wünsche erfüllt. Und, was er so hörte, auch, wenn Sesshoumarus Mutter in einem anderen Schloss lebte, so war sie dort die Herrin, leitete in Vaters Auftrag die Verwaltung und wohl nicht schlecht. Allerdings hatten seine wenigen Zusammentreffen mit ihr ihm nicht nur klar gemacht, warum Vater sie lieber drei Tagesreisen von sich weg wusste, sondern auch, warum Sesshoumaru sie selten besuchte. Tja. Preisfrage. War diese Kagome mehr wie Mama oder mehr wie seine Stiefmutter? Aber sie war ein Mensch, also vielleicht doch eher wie Mama? Sanft und liebevoll? Tröstend?

„Ungeduldig auf deine Hochzeit.“
Diese sachliche Feststellung ließ den Fürstensohn den Kopf etwas drehen. Mit nichts weniger als großer Begeisterung stellte er fest, dass sein großer Bruder neben ihm stand. Gedankenverloren hatte er nichts mitbekommen. Wirklich peinlich. Nur, was wollte der hier? Egal. Zumindest verbal konnte er ihm Paroli bieten – und hier im Schlosshof würde der auch nicht zuschlagen. Da war abzuwarten wann der Erste das Vater erzählen würde. „Für den Fall, dass du mal wieder nichts mitbekommen hast: diese Heirat ist politisch ziemlich wichtig. Und da soll nichts schief gehen.“
„Chichi-ue organisiert es.“ Natürlich ging da nichts schief. Wie kam der Bastard nur auf diese törichte Idee. Auch später noch hätte er niemandem erklären können, warum er in diesem Moment noch dem Jüngeren ein letztes Mal deutlich klar machen wollte, dass der nicht vollwertig war, es nie werden würde, Daimyo hin oder her. „Und du bekommst endlich eine Frau ins Bett, die sich nicht gegen dich wehren darf.“
Das war doch….! Inu Yasha zwang sich zur Ruhe. „Das würde ich dir auch empfehlen. Heirat. Dann würde dir dieses dämliche Grinsen vergehen.“
Sesshoumaru hob eine Braue. „Ich könnte jederzeit heiraten.“

„Eine ausgezeichnete Idee.“
Beide Fürstensöhne fuhren herum. Der Inu no Taishou sah seinen Ältesten an, mit jenem Blick, der den vermuten ließ in Hundeform würde er bereits seine eigene Schnauze in Vaters finden, um sehr schmerzhaft einmal wieder zu lernen, dass er maximal die Nummer Zwei war und seine Befugnisse überschritten hatte. Was hatte der gehört? Lieber etwas den Kopf neigen. Die guten Ohren des Dämonenfürsten waren eine Tatsache.
Der Herr des Westens sah zu seinem Jüngeren. „Es kam Nachricht. Der Tross aus Heiyokyo ist unterwegs. Wir brechen ebenfalls in einer Stunde auf. Hole deine Sachen.“
Inu Yasha rannte davon, mit gewissem Bedauern das Folgende nicht hören zu dürfen. Gut, dass er selbst sich zurückgehalten hatte. Denn da kam etwas für den ach so lieben großen Bruder.

Das war auch Sesshoumaru bewusst und er fand es momentan erklärlich besser den seidenen Obi um Vaters Taille zu bewundern.
Der Fürst blieb sachlich. „Ich bin erfreut, dass du dich auch dieser Pflicht eines Erben annehmen willst, mein Sohn. Während ich mit deinem Bruder die Hochzeitsreise absolviere, wirst du dich zu deiner Mutter begeben und ihr ausrichten, sie möge in meinem Auftrag meine fünf mächtigsten Vasallen mit ihren Familien einladen, zu einem informellen, kleinen, Fest. Du wirst ohne Zweifel dabei eine passende Braut finden.“
Der Erbprinz presste die Fangzähne zusammen. Dass er selbst die BRAUTSCHAU bei seiner MUTTER bestellen sollte, war ganz klar als Strafe für seine, wahrlich überflüssige, Bemerkung dem Bastard gegenüber gedacht. Die Sache mit der Heirat, um die er sich geraume Zeit hatte drücken können, stand offenkundig an. Und das Ärgste an der ganzen Sache war, dass er sich diese Schlinge auch noch zuvor selbst um den Hals gelegt hatte. Er sollte wirklich zukünftig besser schweigen.
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