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Kurztrip ins Chaos, darf es auch etwas mehr sein?

von MarieSol
Kurzbeschreibung
GeschichteLiebesgeschichte / P18 / Het
OC (Own Character) Riku Rajamaa
04.07.2022
12.10.2022
43
60.403
13
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26.09.2022 1.287
 
„Meine Güte, so laut waren wir jetzt aber auch nicht!“ brummte Riku etwas ungehalten in sein Telefon, das nun schon zum zweiten Mal innerhalb weniger Minuten klingelte. Das erstmal konnten beide nicht drangehen, da sie wirklich sehr mit sich selbst beschäftigt waren, nun hatten sie zwar auch nicht wirklich Luft übrig um reden zu können, aber ein drittes Klingeln wäre vielleicht noch unpassender als das erste. Der Musiker hatte also das Gespräch angenommen, im Glauben, es wäre Tomi, der das Zimmer neben ihnen hatte „Mama, ähm… ja, hallo, dir auch…“

Peinlich berührt schloss Riku die Augen und ließ sich ins Kissen zurückfallen. Stumm wisperten seine Lippen „Tut mir leid!“ an Britt gerichtet, die ein Lachen unterdrücken musste. Die Sorgenfalte, die sich aber auf Rikus Stirn bildete, ließ ihr das Lachen ganz von selbst vergehen. Sie setzte sich neben ihm auf und lehnte sich am eben schon stark strapazierten Kopfteil an „Soll ich dich alleine lassen?“ wisperte sie und zeigte Richtung Bad. Doch Riku schüttelte den Kopf „Nein, bleib!“ und bettete seinen Kopf auf ihrem Oberschenkel. Der Frau am anderen Ende musste spätestens jetzt alles klar sein, den Riku schloss erneut die Augen und atmete tief durch „Nein Mama, keine wilde Party, meine …“ er sah Britt tief in die Augen „meine Herzallerliebste ist bei mir. Aber deshalb hast du sicher nicht angerufen…“ Britt begann mit einem sanften Lächeln, das sie nicht mehr loswurde durch seine Haare zu streicheln. „Okay, ich ruf zurück, sobald ich näheres weiß.“ versprach er nach einigen Minuten des Zuhörens seiner Mutter und legte auf. Das Handy landete irgendwo neben ihm im Bett und seine Arme umschlossen automatisch Britts Körper, ohne dass er sich auch nur einen Millimeter bewegte. Er schloss die Augen und seufzte tief wie selten, denn das, was er ihr jetzt sagen müsste, passte ihm so überhaupt gar nicht „Meine Mama hatte einen Sportunfall und hat sich beide Arme gebrochen.“ Riku öffnete wieder seine Augen „Noch ist sie im Krankenhaus, aber sie bekommen nicht so schnell einen Reha-Platz und alleine schafft sie es zuhause nicht.“ Britt sah ihn an „Dann suchen wir dir jetzt einen möglichst zeitnahen Rückflug raus, oder?“ „Du, … also du bist nicht sauer oder so?“ sah er sie nur ungläubig an. „Hallo? Was wäre ich denn für eine…“ sie schien nach dem richtigen Wort zu suchen „Partnerin, Liebste, Herzensfrau, Lieblingslöwin, such dir was aus!“ half er ihr kurzentschlossen aus. „Was wäre ich denn für eine Herzensfrau, wenn ich dich vor die Entscheidung stellen würde deine Mama oder ich?“ ‚Herzensfrau also…‘ der Gedanke ließ Riku schmunzeln „Kümmere dich um sie. Und wir beide holen die Zeit einfach nach. Zieh dich an, rede mit Tomi und ich such solange nach einem Flug für dich.“ Auch wenn er sich so seinen Heimflug sicher nicht vorgestellt hatte, er konnte nur ein weiteres Mal feststellen, was für ein Glücksgriff sein Seemädchen doch war.

Bis Riku wieder von Tomi zurück war, hatte Britt bereits alles zusammengepackt und eine handschriftliche Liste der nächsten Flüge mit freien Kapazitäten zu seiner Tasche gelegt. Sie kam gerade aus dem Bad und trug wieder die Jeans, die ihr gestern schon eine dermaßen heiße Rückansicht beschert hatte, dass Riku sich stark zusammennehmen musste, sie nicht direkt wieder ins Bett zu ziehen. „Ich könnte theoretisch gleich los.“ konzentrierte er sich auf die Liste „Hm… ich denke, der Flug am Abend könnte passen… Wir fahren zu dir, ich hol meine Sachen und müsste dann eben direkt weiter zum Flughafen… Ach Scheiße, so hab ich mir das nicht vorgestellt!“ Doch Birtt umschloss sein Gesicht mit den Händen und meinte nur liebevoll „Das weiß ich doch, wenn es deiner Mama besser geht, kommst du einfach wieder. Sie braucht dich jetzt. Komm buch den Flug gleich, bevor er weg ist.“    

„Schöne Grüße von meiner Mama, sie kann es kaum erwarten, dich kennenzulernen. Unglaublich, sie kommt mit dem Kopf unter dem Arm daher und hat nichts Wichtigeres zu denken, als die Frau in meinem Leben sehen zu wollen.“ meinte Riku kurze Zeit später und hielt Britt die Wagentür auf. „Ich freu mich auch, wenn wir uns mal sehen und kennenlernen, was sicher noch etwas dauern wird.“ grinste eben diese Frau als sie sich auf den Weg nachhause machten.

Glücklicherweise meinte es der Verkehr auf der Autobahn heute gut mit ihnen und sie kamen recht gut und schnell zu Britt, so sprangen noch ein paar Extra-Minuten für Zweisamkeit heraus. Der Mietwagen war in null Komma nichts ausgeräumt, auch Tomi sei Dank, denn die Band hatte sich um Rikus Equipment gekümmert. Britts kleine Reisetasche landete nur schnell im Bad auf dem Boden, jetzt gab es weit wichtigeres als Wäschesortieren. Rikus Habseligkeiten fanden mit wenig Begeisterung den Weg in seine große Reisetasche „Wenn ich was vergesse, behalte es einfach hier, das ist mit Sicherheit nicht mein letzter Besuch bei dir hier.“ „Kannst du dich vielleicht vergessen?“ grinste Britt schief, ihr ging es nicht anders als dem Mann, den sie liebte. „Prinzipiell finde ich das eine brillante Idee… du glaubst gar nicht, wie sehr mir dieser Unfall stinkt. Ich wäre so gern noch geblieben und für heute Abend hatte ich ganz andere Pläne als im Flieger Richtung Helsinki zu sitzen!“ zog er den Reißverschluss an seiner Tasche zu und dafür Britt in seine Arme. Die sah ihn nur fragend an bis er ihr eine kleine Tube Zuckerdekorschrift in die Hand drückte, was ihre Verwunderung nicht minderte. „Hab ich diese Woche im Supermarkt erstanden… du wolltest den Zuckerguss doch von meiner Haut lecken, weißt du noch?“ Britt schloss kurz die Augen, sog tief die Luft ein und öffnete dann nur ein Auge, mit dem sie Riku von unten herauf ansah „Wie war das mit den Bildern, die nur dann infrage kommen, wenn wir sie gemeinsam zu einer Geschichte spinnen können?“ „Oh, ich verstoße gerade gegen meine eigenen Worte?! Hm, hast Recht merityttöni! Behalt sie hier, wir naschen davon, wenn ich wieder bei dir bin! Was meinst du?“ küsste er kurz beschwichtigend ihre Lippen. „Klingt nach einem hervorragenden Plan, bis auf die klitzekleine Kleinigkeit, dass ich jedes Mal, wenn ich besagte Tube sehen werde, vor Sehnsucht nach dir vergehen werde.“ küsste sie ihn zurück, sanft, aber keineswegs unschuldig. „Nicht nur du, nicht nur du, glaub mir.“ seufzte er schwer, er wusste, dass er losmusste „Bleib hier drin, sonst schaff ich den Absprung nicht!“ küsste er sie innig und wappnete sich, sich loszureißen.

Sie ließen sich keine Zeit für Tränen, für Abschiedsworte, ein Kuss und Riku war zur Tür draußen, es tat zu sehr weh, sein Seemädchen nicht mitnehmen zu können. Vom Flughafen aus schrieb er Britt eine Nachricht, dass er sich melden würde, sobald er finnischen Boden unter den Füßen hätte und hofft einfach, dass sie ihn und seinen übereilten Aufbruch richtig verstand. <Mach dir keine Gedanken, mir tut es genauso weh. Pass auf dich auf und denk dran: Ich liebe dich!> verriet ihm, dass sie ihn besser verstand, als er vermutete. Doch er hielt die selbstauferlegte Abstinenz nicht lange durch, ob es nun weh tat, weil er sie nicht hier hatte, oder weil er nur ihre Stimme hörte, das war schließlich völlig egal, also rief er Britt nochmal an „Hej mein Seemädchen… was hältst du davon, wenn ich zuhause schon mal in Erfahrung bringe, wie dein Job bei uns in Finnland eingestuft wird und was du an Dokumenten und Bescheinigungen brauchst, um in Helsinki arbeiten zu dürfen? Das wird sicher ein wenig dauern, bis wir das alles beisammen haben…“ Sie hörte seine Anspannung regelrecht, seine Stimme verriet ihn „Ich finde das klingt hervorragend, sobald ein offizieller Stempel irgendwo drauf muss, dauert es immer ein wenig. Und wenn es auch noch übersetzt werden muss, sowieso. Je früher wir wissen, wo wir dran sind, desto besser!“
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