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Ocean Eyes

Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
02.07.2022
22.09.2022
10
35.960
8
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Dieses Kapitel
3 Reviews
 
 
22.09.2022 3.520
 
Chapter 9

Während ich immer noch vollkommen außer mir auf Noah wirken musste und ich immer noch heftig weinte, packte mich der Blondhaarige auf einmal an beiden Schultern und sah mir ernst in die Augen: „Wen hast du denn getötet, Sebastian?“
Und als ich ihm immer noch keine richtige Antwort darauf geben konnte, legte Noah nun einen Arm um meine Schultern und zog mich dabei vorsichtig an seine Seite. Verständnisvoll murmelte er mir nun ins Ohr: „Wer war er denn, Sebastian?“
„Joaquín Ramirez…“, gestand ich dem Blonden nun und dieser musterte mich immer noch mit großen, blauen Augen, bis mir endlich auffiel, dass ich Noah damals gar nichts über meine weniger oder mehr illegalen Geschäftsbeziehungen zu dem Bandenchef erzählt hatte.
Ich hatte ihn immer aus meinen Geschäften mit Joaquín heraushalten und vor allem schützen wollen, da der Mexikaner bestimmt nicht lange gezögert hätte, meine besondere Beziehung zu Misses Crawfords Sohn auszunutzen und ihn als Druckmittel gegen mich zu instrumentalisieren.
„Hey, du musst es mir nicht erzählen, Sebastian…“, meinte Noah nun mit beruhigender Stimme zu mir und ich wischte mir kurz flüchtig über die Augen, bevor ich erzählte: „Wir waren mal wieder knapp bei der Kasse… meine Eltern und ich…mein Dad hatte auch schon wieder die gesamte Sozialhilfe für den Rest des Monats versoffen … und auch meine Mum hatte schon überall zu viele Schulden, dass ihr niemand mehr auch nur wenige Dollar vorstrecken wollte… also…“
Ich nahm einen tiefen Atemzug, bevor ich Noah erklärte: „Also habe ich Joaquín Ramirez verlockendes Angebot angenommen, zusammen mit ihm und seiner Armee an minderjährigen Kriminellen Autos in den Hollywood Hills aufzuknacken sowie in teure Häuser einzusteigen… zunächst schien alles gut zu gehen…“
„Dann aber weigerte sich Joaquín sich immer häufiger, mir das vereinbarte Geld auszuzahlen und zu geben… also habe ich ihn eines Abends in seinem Büro aufgesucht…Und irgendwann hat das ganze Gespräch in einem heftigen Streit geendet… und Joaquín hat daraufhin eine Pistole gezogen und mich damit bedroht…“
„Und was ist dann passiert, Sebastian?“, wollte Noah vorsichtig von mir wissen und strich mir im nächsten Moment über den Rücken, als ich schon wieder zu heulen begann und dabei am gesamten Körper bebte.
„Ich hatte so Angst, Noah…ich habe ihm mit dem Briefbeschwerer den Kopf eingeschlagen, sodass er gestürzt und zu Boden gegangen ist… er… er hat… sich nicht mehr gerührt und ich bin sofort geflüchtet…“
„Aber das muss doch nicht zwingend bedeuten, dass du ihn dadurch umgebracht hast, Sebastian… vielleicht hatte er sich dadurch auch lediglich eine harmlose Gehirnerschütterung zugezogen…“
„Ich weiß nicht…“, ich zuckte mit den Schultern und schluchzte im nächsten Moment wieder auf, „Ich habe nur Tage später erfahren, dass er tot ist… und ich wusste somit, dass man zwangsläufig nach mir suchen würde…und ich unbedingt Los Angeles bis auf weiteres verlassen musste…“
„Oh man… Sebastian… es war Notwehr… dich trifft doch keine Schuld an dem Unfall…“, meinte Noah nun flüsternd zu mir, während er mich immer noch in einer engen Umarmung hielt und überrascht sah ich ihm in die ozeanblauen Augen: „Findest du das nicht schlimm? Möchtest du denn immer noch mit so jemanden wie mir zusammen sein, Noah?“
„Ja das möchte ich, Sebastian… wir beide haben so lange gekämpft, um das hier zu haben…“, hauchte der Blondhaarige leise und ich seufzte leicht auf, als er mir dabei über meine nackten Seiten streichelte: „Und das, was wir hier haben, würde ich für nichts und niemanden aufgeben, Sebastian…“
Und nachdem wir eine Weile stillschweigend mit dem Gesicht zueinander, mit miteinander verschränkten Händen auf der alten, ausrangierten Matratze gelegen hatten und dem beruhigenden Meeresrauschen durch die kleine Luke gelauscht hatten, rutschte Noah plötzlich ein Stück auf mich und verharrte mit seinen Lippen wenige Zentimeter vor meinen, bevor er mir tief in die Augen blickte und leise fragte: „Darf ich, Sebastian?“
Gerührt nickte ich und als mich der Blondhaarige daraufhin geradezu stürmisch mit seinen Lippen überfiel, erwiderte ich breit grinsend seinen doch so überraschend gekommenen Kuss.
Das mit den stürmischen Überfällen hatte Noah wirklich perfekt drauf…

„Also… Joe hatte leider kein richtiges Bier mehr auf Lager… Und für Tequila ist es denke ich nicht der richtige Anlass, Noah… außer du möchtest dich betrinken…“, meinte ich, als ich nach kurzer Zeit wieder zu dem Blondhaarigen stieß und leicht verwundert musterte ich ihn. Noah hatte sich die alte Decke, welche ich als Sitzunterlage für den unbequemen Sand mitgenommen hatte, komplett um den Körper geschlungen, sodass nur noch ein Teil seines Halses sichtbar war.
„Hey… ist dir etwa so kalt?“, wollte ich besorgt von ihm wissen und stolperte in der nächsten Sekunde beinahe, als Noah auf mich zustürmte und die Arme um meinen Hals schlang, während er mich stürmisch küsste.
Als ich nun ebenfalls meine kalten Hände vorsichtig unter die Decke mogelte und Noah daraufhin leicht fröstelte und dabei eine Gänsehaut bekam, stieß ich leicht verwundert aus: „Bist du darunter etwa komplett nackt, Noah? Kein Wunder, dass dir so kalt ist…du könntest dich erkälten…“
„Du könntest mich ja eventuell wärmen, Sebastian…“, meinte der Blondhaarige nun leicht schelmisch grinsend und als er fragend seinen Kopf schief legte, ging mir dabei ein Licht auf.
„Bist du dir denn wirklich sicher, Noah?“, wollte ich mich noch einmal bei ihm vergewissern, dass er dies auch wirklich wollte und sein Nicken darauf hätte beinahe nicht eindeutiger sein können.
„Ja, ich bin mir sicher, Sebastian… ich vertraue dir…“, flüsterte mir Noah im nächsten Augenblick ins Ohr und verwickelte mich erneut in einen zärtlichen Kuss. Vorsichtig ließ er sich auf dem trockenen Sand nieder und zog mich dabei über sich, ohne unseren Kuss auch nur für eine klitzekleine Sekunde zu unterbrechen."


„Woran denkst du denn gerade?“, fragte mich Noah leise, als wir uns inzwischen schon vollständig entkleidet hatten und er bereits auf meinem nackten Schoß Platz genommen hatte.
Er verteilte kleine Küsse auf meiner Halsbeuge und er seufzte leicht auf, als ich ihm liebevoll ins Ohr hauchte: „An unser erstes, gemeinsames Mal… damals am Strand…“
„Es war wunderschön gewesen, Sebastian…“
„Ja, das war es…“, stimmte ich dem Blondhaarigen breit grinsend zu und ich keuchte im nächsten Moment auf, als Noah uns beide mit seiner rechten Hand umfasste.
Und als wir beide unserem Höhepunkt langsam, aber sicher entgegensehnten, lehnte ich laut stöhnend meine Stirn gegen seine und ich betrachtete diese faszinierenden, ozeanblauen Augen, während die tiefe See mich beinahe zu verschlingen schien.

                                         ***

Selbst als wir nach einer kurzen Umzieh- und Duschsession in Noahs luxuriöser Suite ebenfalls in die kleine Diskothek zu Tíana und Brody stießen, konnte ich mein Glück immer noch nicht ganz fassen.
Ich war immer noch derart überwältigt von der Tatsache, dass sich Noah vor seiner reichen Familie, ihren Geschäftspartnern sowie seiner Verlobten endlich geoutet und sich zu unserer Liebe bekannt hatte.
Denn die luxuriöse und hochwertig anmutende Einrichtung von Noahs Kabine hatte mir immerzu vor Augen geführt, dass er in einer vollkommen anderen Liga wie ich spielte und er derart viel Geld besaß, welches ich wohl bis an mein Lebensende niemals verdienen könnte.
„Keine Sorge, Sebastian… ich bin mir wirklich ganz sicher…“, flüsterte mir Noah ins Ohr, nachdem er meinen nachdenklichen Blick wohl registriert hatte und während er seinen Arm um meine Taille schlang und mir daraufhin einen liebevollen Kuss auf die Wange gab. Und ich musste auch sogleich breit lächeln, wie der Blondhaarige nach meiner rechten Hand griff, um sie kurz darauf mit seiner zu verschränken.
„Woher kommt ihr beide denn?“, wollte mein bester Freund sogleich grinsend von uns beiden wissen und musterte gespielt empört unsere Bekleidung.
„Ich könnte schwören, dass ihr vor knapp zwei Stunden noch vollkommen andere Klamotten getragen habt, Seb…“
„Könnte im Bereich des Möglichen liegen, Brody…“, erwiderte ich das breite Grinsen meines besten Kumpels und ich bestellte bei dem Barkeeper, welcher mir und Noah einen geradezu seltsamen Blick zuwarf, zwei Bacardí Cola. Und während sich Noah nun auch Tíana vorstellte und sich die beiden Smalltalk mäßig miteinander unterhielten, rückte Brody noch ein Stück näher an mich heran und er meinte kryptisch: „Du siehst ja gefühlt zum ersten Mal, seitdem wir die SS. Oceania betreten haben, richtig entspannt aus, mein Lieber…“
„Ach was…“, antwortete ich dem gebürtigen Australier nun und ich nahm augenverdrehend einen Schluck von meinem Getränk, welches mir EZ mit einem schiefen Blick vor mir auf dem Tresen abgestellt hatte.
„Ihr habt endlich miteinander gevögelt, oder? Ach, komm schon, mir kannst du in dieser Hinsicht nichts vormachen, Seb… Ich kenne dein „Out of the bed“ Face…“
„Pff… sowas habe ich doch nicht…“, protestierte ich daraufhin und Brody stieß mich leicht neckisch lächelnd mit der Schulter an: „Ach was, Seb… zumindest besitzt du immer denselben Gesichtsausdruck, nachdem du dich leidenschaftlich mit einem Typen durch die Laken gewälzt hast…“
„Das stimmt doch gar nicht, Brody… außerdem ist Noah kaum vergleichbar mit meinen ganzen flüchtigen Affären und Liebschaften…er ist…“
Ich nahm einen tiefen Atemzug und sagte dann: „Er ist was Besonderes…etwas ganz besonderes…“
„Hach, wie romantisch…“, seufzte mein bester Freund nun gespielt theatralisch wie ein verliebtes Teenager Mädchen, welches gerade zum ersten Mal den Film Titanic gesehen hatte und ich schlug ihm dafür leicht in die Seite: „Lass das gefälligst, Brody!“
„Aber du kannst nicht verleugnen, dass er dir viel bedeutet, Seb… er ist also was ganz besonderes…“
„Wer ist denn was ganz besonderes?“, mischte sich Noah urplötzlich in unsere Unterhaltung mit ein und ich seufzte glücklich und zufrieden auf, als der Blondhaarige von hinten seine Arme sanft um mich schlang und sich dabei an meinen Rücken kuschelte. Dadurch, dass wir beide flache Schuhe trugen, waren wir beinahe gleich groß und ich neigte genießerisch meinen Kopf, als mich Noah liebevoll Küsse auf meinem Nacken verteilte.
„Tschuldigung… könnten wir noch eine Rum- Cola bekommen?“, versuchte Brody für seine Liebste noch ein weiteres Getränk ordern, jedoch ignorierte der Latino Barkeeper den Wunsch meines besten Freundes augenblicklich, während er mich und Noah mit zusammengekniffenen Augen musterte.
„Du hättest mir ruhig vorher sagen können, dass du in einer festen Beziehung steckst, Arschloch…“, bellte er verletzt in meine Richtung und ich drehte meinen Kopf und wechselte einen kurzen Blick mit Noah, während EZ in diesem Augenblick buchstäblich das Handtuch warf.
Er knallte das Geschirrtuch auf den Tresen und schleuderte seinem hilflos blickenden Kollegen ein „Ich geh kurz eine rauchen!“ entgegen.
Und noch bevor Brody dazu kam, nachzufragen, was jetzt eigentlich mit seiner bestellten Rum Cola war, war er Latino Barkeeper schon abgerauscht.
„Hattest du etwa doch mal was mit ihm, Sebastian?“, fragte mich Noah nun und ich schluckte tief, währenddessen ich fieberhaft überlegte, was ich dem Blondhaarigen nun möglichst unverfänglich darauf antworten sollte.
Nur leider erledigte sich diesen Job in dieser Sekunde für mich mit einer sehr simplen Antwort: „Kein Grund zur Sorge, Kumpel… mein bester Freund hier hat vor lauter Nervosität und Aufregung um dich erst gar keinen hochgekriegt…lediglich halb ausgezogen hatten sie sich… ich habe EZ damals mit heruntergelassener Hose und ohne Shirt aus unserer kleinen Kabine stürmen sehen…“
„Wirklich witzig… danke, Brody…“, leicht verärgert sah ich in Richtung meines besten Freundes, welcher sich alibimäßig neben Tíana versteckte, um somit einer Rache Aktion meinerseits zu entgehen.
Noah streichelte mir mit einer Hand zärtlich über die Seiten und mir entwich ein tiefes Seufzen, als er sich noch ein Stück enger an mich schmiegte.
„Hey, keine Sorge, Sebastian…ich bin dir deswegen nicht böse…egal, ob mit diesem Barkeeper etwas gelaufen ist oder nicht…“
„Immerhin war ich eigentlich bis vor zwei Stunden noch in einer festen Beziehung und sollte eigentlich, wenn es nach meiner Mutter ginge, in knapp drei Monaten zusammen mit Violet vor den Traualtar treten…“
Als der Blondhaarige merkte, wie ich bei diesem Satz sogleich ein Stück in mich zusammensackte, drehte er mich um, sodass wir uns in die Augen blicken konnten. Er legte seine Arme um meinen Hals, während mich seine hellblauen Augen tief musterten und er sagte zu mir: „Du musst wirklich keine Angst haben, dass ich dich nochmal so im Stich lasse, Sebastian… ich werde das mit Violet klären…“

„Wenn man gerade vom Teufel spricht…“, murmelte ich missmutig, als ich die hochgewachsene Blondine aus der Entfernung auf uns zusteuern sah. Immer noch trug sie ihre langen Haare in einer edlen Hochsteckfrisur und in dem teuren Abendkleid zog sie in der Diskothek unter den ganzen Angestellten des Kreuzfahrtschiffes in ihren Uniformen oder einfachen Klamotten die Blicke definitiv auf sich.
„Violet… ich denke, wir müssen dringend miteinander reden…“, meinte Noah, als er sich vorsichtig von mir löste und dabei auf seine Verlobte zusteuerte.
„Hör mir bitte zu, Violet… danach kannst du mir auch gerne eine reinhauen…“, sagte der Blondhaarige zu ihr und ich sah, wie Noahs Verlobte die Arme vor ihrer Brust verschränkte.

„Ich wollte dieses ganze Leben nicht… ich habe mich selbst und mein wahres Ich über Jahre verleugnet und meine wahren sexuellen Neigungen unterdrückt… Diese Hochzeit schieben wir nun schon seit mehreren Jahren vor uns her und ich bin mir nun ganz sicher, dass ich das gar nicht möchte… Deshalb denke ich, es wäre das Beste, wenn wir unsere Verlobung hier und jetzt lösen, Violet…“
"Bist du denn damit auch einverstanden, Vi?"
Noah nahm nochmals einen tiefen Atemzug, bevor er mit seiner Rede fortfuhr: „Ich werde dafür sorgen, dass es dir und Mutter an nichts fehlen wird…und du kannst von mir aus auch gerne unser Appartement in Los Angeles behalten…“
„Noah, ich…“, hauchte sie noch, als sie sichtlich um Fassung rang und sich kurz darauf wieder fing. Wie ein stolzes Model straffte sie ihre Schultern und sie wischte sich kurz über die Augen, bevor sie den Blondhaarigen nun in eine Umarmung zog.
Leicht misstrauisch unterzog ich Noahs nun Ex-Verlobte einer kurzen Musterung, da ich dem Frieden nicht ganz so traute.

Jedoch als sie mich ebenfalls kurz umarmte und mir dabei ins Ohr flüsterte „Pass mir ja gut auf ihn auf, Sebastian…“, entspannte ich mich ein wenig. Violet klopfte mir flüchtig auf den Rücken und schenkte mir ein trauriges Lächeln.
Nachdem sie sich eine hervorfallende Haarsträhne hinters Ohr gestrichen hatte, betrachtete sie mich und Noah noch einmal sehnsüchtig und winkte uns beiden kurz, während sie aus der Disco verschwand.
„Okay, das war irgendwie…seltsam…findest du etwa nicht?“, wollte ich fragend von dem Blondhaarigen wissen. Dieser wirkte aber in diesem Moment derart befreit und glücklich und als er mich daraufhin stürmisch mit einem Kuss überfiel, konnte ich in diesem Augenblick nichts anderes tun, als diese Liebesbekundung seinerseits ebenfalls leidenschaftlich zu erwidern.
„Hey… ihr zwei Turteltauben“, erschien plötzlich mein bester Kumpel wieder auf der Bildfläche, welcher sich wohl während Violets Auftritt zusammen mit Tíana unauffällig im Hintergrund gehalten hatte, und legte jeweils einen Arm um Noahs und meine Schultern.
„Noah ist nun endlich frei…“, grinste ich Brody glücklich zu und der Blondhaarige nickte darauf.
„Also Leute, das schreit wohl nach einer Runde Sekt, oder?“, rief der gebürtige Australier nun tatenlustig und bevor Brody in seiner Euphorie noch eine sündteure und kaum bezahlbare Flasche des Edelgesöffs bestellen konnte, legte ich ihm hastig eine Hand auf den Mund: „Und wer soll das denn bitte bezahlen?“
„Hey, dein Schatzi ist doch so ein stinkreicher Schnösel, oder?“, meinte Brody nun in Richtung meines Freundes und dieser lächelte gutmütig: „Klar, kann ich gerne machen…“
„Das musst du doch nicht machen, Noah… mein bester Freund hat sich doch nur einen Scherz mit uns erlaubt…“
„Aber wir haben doch jetzt wirklich einen Grund zu feiern?“, murmelte der Blondhaarige an meine Lippen, nachdem er mich zu einem erneuten Kuss an sich gezogen hatte und gutmütig rollte ich nun mit meinen Augen, während ich meine Arme um Noahs schlanke Taille schlang: „Na gut… aber dann nur eine Flasche für uns vier…“
„Auf euch beide, Noah und Sebastian…“, meinte Brody daraufhin, als wir wenige Minuten später jeweils ein kleines Gläschen Sekt vor uns stehen hatten, welchen Noah einfach mit seiner Platinum Kreditkarte bezahlt hatte und wir stießen freudestrahlend an.
Und in diesem Moment fühlte sich dieser Abend einfach viel zu schön an, um wahr zu sein…

                                         ***

Dummerweise blieb es leider im Laufe des Abends nicht bei einer einzigen Flasche und als wir frühmorgens zu Noahs Luxus Suite zurückstolperten, waren sowohl der Blondhaarige als auch ich mehr als angetrunken.
„Können sie denn noch stehen, Mister Crawford?“, fragte ich den wunderschönen Mann an meiner Seite leicht neckisch und streichelte zärtlich über die Seite, an welcher sich unser Partner Tattoo befand.
„Natürlich doch, Sebastian…“, entgegnete mir Noah darauf gespielt ernst und kicherte im nächsten Moment schon wieder, als ich eine Hand nun in seine rechte Hosentasche schob.
„Bist du dir sicher, dass es in Ordnung ist, dass ich bei dir übernachte, Noah?“, vergewisserte ich mich nochmals bei meiner großen Liebe und der Angesprochene nickte nur darauf: „Na klar doch… wir haben ohnehin alle drei getrennte Schlafzimmer und meine Mutter und Violet werden auch schon längst schlafen, wenn wir dort ankommen…“

„Solange wir sie nicht beim Reimkommen durch unser Trampeln aufwecken…“, wandte ich kurz ein, als Noah an meiner Seite ein wenig strauchelte und ich sogleich meinen Griff um seine schmale Taille verfestigte.
Ich musste nun auch übers gesamte Gesicht lächeln und der Moment hätte so schön sein können… Als wir jedoch aus dem Fahrstuhl stiegen und wir uns kurz darauf auf dem Flur befanden, blieb mir mein Lachen buchstäblich in der Kehle stecken.
Denn vor der Tür der luxuriösen Suite hatten sich neben Noahs Mutter und Ex-Verlobten auch sogleich mein direkter Vorgesetzter Clive Maynard sowie den Sicherheitschef des Bordpersonals der SS. Oceania aufgebaut.
„Mutter… ist etwa was passiert?“, erkundigte sich Noah sogleich besorgt bei seiner Erzeugerin, die jedoch lediglich mich mit einem bitterbösen Blick musterte und daraufhin in meine Richtung meinte: „Das kann man so sagen, Schatz…“
Mir rutschte sogleich mein Herz in die Hose und ich zitterte am gesamten Leib, als Clive Maynard sowie der bullige Chef der Security auf mich zukamen.
„Bitte… ich hab nichts getan…“, versuchte ich mich zu verteidigen und hob abwehrend meine Hände in die Luft, während Noahs Mutter keifte: „Er soll gefälligst seine Taschen leer machen…“
„Mutter, was ist denn hier los?“, wollte der Blondhaarige nun von seiner reizenden Mutter wissen, welche ihn aber in diesem Moment vollkommen ignorierte.
„Bitte… ich weiß nicht, was …“, stammelte ich vollkommen überrumpelt und ich schnappte nach Luft, als Clive Maynard ein mit Diamanten besetztes Armband aus meiner linken Hosentasche zog.
„Ist das etwa das Schmuckstück, welches sie vor wenigen Stunden als vermisst gemeldet hatten, Misses Crawford?“, erkundigte sich mein Vorgesetzter nun bei Noahs Mutter und diese nickte schlicht darauf, während sie mich mit eisigen Augen musterte: „Ja, das ist es…“
„Sebastian… ich denke, wir müssen uns nun mal unter vier Augen unterhalten…du wirst jetzt mit uns mitkommen…“, befahl mir Clive Maynard mit seinem für ihn charakteristischen Tonfall, welcher keinerlei Widerstand duldete.

„Bitte… ich bin kein Dieb… Noah… das musst du mir glauben…“, brachte ich stockend hervor, als mich der Security Chef am Arm packte und mir meinen rechten Arm auf den Rücken drehte, sodass ich mich daraufhin kaum rühren konnte.
„Bitte… Noah… ich würde doch nie so etwas tun…“, probeierte ich es nochmal, den Blondhaarigen und den Rest der Anwesenden von meiner Unschuld zu überzeugen.
„Er muss es wohl heimlich eingesteckt haben, als Noah und er sich vorhin in unserer Suite kurz umgezogen hatten…“, klinkte sich auf einmal nun Violet ein und leicht fassungslos betrachtete ich nun Noahs ehemalige Verlobte.
Diese wechselte einen flüchtigen Blick mit Clive Maynard und Noahs Mutter, welche ihr ein zufriedenes, nahezu teuflisches Lächeln schenkte.
„Noah, Schatz… ich hatte dir doch schon damals gesagt, dass dieser Junge kein richtiger Umgang für dich ist… einmal ein Dieb, immer ein Dieb…“
Dann ging mir plötzlich ein Licht auf und ich lachte kurz verzweifelt auf, bevor ich mich wütend versuchte aus dem festen Griff des Security Chefs zu entziehen und knurrte die hochgewachsene Blondine aufgebracht an: „Du hast es mir also vorhin heimlich in die Tasche gleiten lassen…als wir uns kurz umarmt hatten, Violet…“
„Ich weiß nicht, wovon er spricht, Mayor…“, meinte Noahs Ex- Verlobte noch einmal unschuldig lächelnd in Richtung meines direkten Vorgesetzen und ich zischte ihr nochmal zu: „Du bist so ein Miststück!“
„Warten sie… das können sie doch nicht einfach machen… sie können ihn doch nicht einfach so mitnehmen!“, rief der Blondhaarige verzweifelt, „Sebastian!“
„Was machen sie denn nun mit ihm?“
„Sebastian!“
Und während Noah hilflos mitansehen musste, wie ich von Clive Maynard und dem bulligen Security Mann vom Flur gezerrt wurde, lächelten Noahs Mutter und seine Verlobte zufrieden.

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Hallo meine Lieben :) Da die Resonanz zum letzten Kapitel so gut war, gibt es heute als Belohnung schon das neue Kapitel auf der SS. Oceania :)
Wieder ein sehr aufregendes Kapitel... Sebastian und Noah geben sich endlich ihrer Leidenschaft sowie ihren jahrelang, aufgestauten Gefühlen hin, Noah löst seine Verlobung mit Violet und dann noch dieses Drama zum Schluss... wie wird es wohl nun weitergehen?
Dieses Detail aus dem Film Titanic musste ich einfach übernehmen...solche eine Art von Intrige passt haargenau zu Noahs reizenswerter Mutter...
Ich bin sehr gespannt auf eure Rückmeldung :)
Euch einen schönen Start ins Wochenende morgen!
LG Laura
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