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Honey, I'm Home [re-written]

von Ari Fey
Kurzbeschreibung
GeschichteAngst, Suspense / P18 / MaleSlash
Goro Akechi Protagonist
02.07.2022
16.08.2022
10
48.024
2
Alle Kapitel
2 Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 
02.07.2022 7.435
 
Hi, Ari hier!

Hier handelt es sich um eine überarbeitete Version meiner ersten Fan-Fiction, "Honey. I'm Home". Diese überarbeitete Version hat nicht nur verbesserten Ausdruck und bessere Dialoge, sondern ändert sich vom Plot her auch, besonders ab Arc 2 und 3. Der Verlauf der Story ändert sich von da an nicht nur in Kleinigkeiten, sondern wirklich grundlegend und wird von mir komplett neu verfasst. Der Grund ist, dass ich mit dem Verlauf des Originals sehr unglücklich war und schließlich keine Motivation mehr zum Schreiben hatte. Ich will das *feeling* des ersten Arcs und besonders der emotionalen Spannung neu aufarbeiten und weniger kompliziert gestalten, sodass die Story eher von den Charakteren, als vom Plot gesteuert wird.

Das Original kann hier gelesen werden!

Die Neu-Verfassung zu Posten wurde mir freundlicherweise vom Support genehmigt. Vielen Dank dafür!

Ich hoffe, euch gefällt die neue Version. Ich freue mich über Reviews, Empfehlungen und Favoriten!

- Ari

please enjoy!


Diese Story hat folgende Content Warnings: Panik-Attacken / PTSD / Graphic Violence & Torture / Alcohol / Mild Dom/Sub / Mild Slut-Shaming (Dirty Talk) / Possessive Behavior / Unhealthy Relationship-Dynamics / Spanking / Choking / Mental Health Issues


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Arc 1 - Start

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Die Nacht brachte Frieden mit sich.

Akira überprüfte die Uhrzeit auf seinem Smartphone. Die Ziffern zeigten 22:30 Uhr; Zeit, das Leblanc zu schließen. Vor einer über einer Stunde hatten sich bereits die letzten Gäste verabschiedet, ein älteres Pärchen aus der Nachbarschaft. Nachdem sie das Café verlassen hatten, hatte Akira begonnen die Theke und die Tische zu säubern, Reste von Sojiros Currys warm gemacht und sich selbst eine Tasse Kaffee zubereitet, die mittlerweile noch immer halb voll, aber kalt geworden war.

Gedankenverloren ließ er den Blick über das alte, dunkel-lackierte Holz des Tresens gleiten, hinüber zur glasbesetzten Tür. Die Straßen waren schon seit Stunden in Dunkelheit getaucht. Der Winter in diesem Januar war eiskalt, kälter als der Winter im letzten Jahr.

Durch das schwache, warme Licht im Inneren des Cafés sah Akira kaum mehr als seine eigene Reflektion in den Fenstern am Eingang. Dicke, weiße Flocken tanzten vor dem Fenster.

Abgesehen vom Schnee war da aber noch etwas, dass sich hinter seiner Reflektion spiegelte; ein Schatten? Eine Person oder ein Kunde? Um diese Uhrzeit? Die Umrisse waren undeutlich, hätte sich die Person sich nicht bewegt, hätte Akira es kaum bemerkt, aber er glaubte sich nicht getäuscht zu haben, dass dort jemand im Schutz der Dunkelheit stand und ihn... beobachtete.

Akira ignorierte den Schauer, der ihm über den Rücken lief. Mit einer fließenden Bewegung ließ er sich vom Barhocker gleiten, auf dem er gesessen hatte und ging vorsichtig zur Tür.

Falls es ein Kunde war würde er ihn wohl bitten, am nächsten Tag wieder zu kommen. Je nachdem wer es war, würde er vielleicht noch eine letzte Tasse Kaffee anbieten, vom Curry war ja sowieso nichts mehr da —

Akira drehte den Türknauf und stieß die Tür auf. Kalte Nachtluft wehte ihm entgegen und füllte seine Lungen mit eiskalter Winterluft. Die Glocke über ihm schellte, und Akira stand allein vor dem Café. Suchend schaute er nach links und nach rechts, aber er konnte nichts erkennen  — keinen Schatten, keine Person, nicht einmal eine verirrte Straßenkatze.

Er musste sich getäuscht haben. Seufzend ließ er den Kopf sinken. Vielleicht hatte er auch einfach gehofft, dass er ihn nach all den Jahren wiedersehen würde — und sei es auch noch so viele Jahre her. In einem Monat, würde es genau drei Jahre her sein. Akiras Herz versetzte ihm einen kleinen Stich, wie jedes Mal, wenn er an ihn dachte. Auch, wenn es mittlerweile erträglicher geworden war, hinterließ allein der Gedanke an ihn ein beklemmendes Gefühl in seiner Brust.

Aber… Goro Akechi war fort, und es gab nichts, was er dagegen tun konnte. Akira hatte sich entschieden, ihn gehen zu lassen.

Akira schüttelte den Kopf und verdrängte den Gedanken an ihn, so schnell wie er aufgekommen war. Stattdessen wollte er gerade das Schild drehen, damit es nicht mehr “geöffnet” zeigte, als er den kleinen Zettel, der daran befestigt war bemerkte. Ein unscheinbares, weißes Stück Papier, vermutlich aus einem Notizblock gerissen und mit einem durchsichtigen Streifen Klebeband befestigt. Vorsichtig riss er das Stück Papier ab, drehte das Schild und verschwand wieder in das warme Innere des Leblanc.

Er drehte den Zettel in der Hand. Es befand sich lediglich eine Zahlenkombination darauf. Elf Zeichen, geschwungene Handschrift. Allem Anschein nach eine Telefonnummer. Akira kniff die Augen zusammen und starrte die Zahlen an, als würden sie ihm verraten können, wer sie auf das Papier geschrieben hatte.

***


“Vielleicht hat sich jemand nicht getraut, dich anzusprechen! Hattest du gestern besondere Kundschaft?” mutmaßte Ann und schürzte nachdenklich die Lippen. “Jedenfalls solltest du die Nummer anrufen, dann weißt du mehr!” Sie lehnte sich auf der Bank zurück und überschlug die Beine unter dem Tisch; die Spitze ihres Stiefels streifte kurz Akiras Knie.

Akira legte den Kopf schräg, lange, schwarze Locken fielen ihm in die Stirn, während er Ann nachdenklich musterte. “Gestern war niemand hier, der auch nur ansatzweise in unserem Alter war,” sagte er nachdenklich. “Ich dachte, ich hätte gestern Nacht jemanden vor dem Fenster gesehen… aber ich konnte nichts erkennen.”

Ann zwirbelte eine ihrer weißblonden Haarsträhnen in zwei Fingern, während sie mit der anderen Hand die duftende Kaffeetasse vor sich anhob. Die Sahnhehaube schwankte hin und her, als sie das Keramik an ihre Lippen führte. “Ruf an. Oder schreib eine Nachricht. Hier zu sitzen und nichts zu tun bringt doch nichts.” Sie nahm einen Schluck. Als sie die Tasse absetzte, hatte sich etwas von der Sahne an ihrer vollen Oberlippe abgesetzt, was sie schnell ableckte. “Oder möchtest du, dass ich für dich anrufe?”

Akira schüttelte den Kopf. Wer auch immer es war, war sicher nicht auf  Ann vorbereitet. Ihre Neugier färbte auf Akira ab; er nahm sein Smartphone und begann, die Zahlenkombination einzutippen.

Anns Augen weiten sich, als sie bemerkte, was Akira vor hatte. “Oh, mach den Lautsprecher an! Ich will wissen, wer es ist!”

Akira nickte ihr zu, als er den Lautsprecher-Button auf dem Touchscreen auf “laut” stellte. Der monotone Freizeichenton erklang ein Mal, zwei Mal, und… beim dritten Mal hob jemand ab.

Am anderen Ende der Leitung räusperte sich eine männliche, verzerrte Stimme. “Du… hast meine Nachricht gefunden, Kurusu?”

Das Blut in Akiras Venen erstarrte zu Eis, als er die Stimme erkannte. Aber… wie konnte das sein? Wie konnte er…?

Akiras verdoppelte sich binnen einer Sekunde und jeder Schlag sendete elektrische Schauer durch seinen ganzen Körper. Er wollte etwas sagen, irgendwas, er öffnete den Mund, aber seine Kehle war wie zugeschnürt. Vielleicht hatte er sich geirrt? Vielleicht war das nicht seine Stimme? Es kann nicht sein, dass er am anderen Ende der Leitung war,  immerhin ist er —
Akechi war —

“Ich, uhm — Kurusu, ich weiß, dass du… ich meine — können wir reden?”

Es war seine Stimme. Goro Akechis Stimme. Er war am Leben und mit Sicherheit kein Geist, denn Ann hörte ihn auch, ihrem schockierten Blick nach zu urteilen. Als Akira aufsah, sah sie nicht weniger fassungslos aus; ihre Lippen teilten sich, ihre eisblauen Augen glänzten voller Aufregung. Stumm signalisierte sie Akira, dass er etwas antworten sollte.

“Akechi…?” Seine Kehle war plötzlich so trocken.

“Also hast du mich nicht vergessen,” erwiderte Akechi und Akira meinte, ein Lächeln in seiner Stimme hören zu können. Verdammt, wie sehr ihm diese Stimme gefehlt hatte. “Ich weiß, das ist plötzlich, aber… Bist du heute Abend frei?”

“J-Ja, ich bin hier. Im Leblanc,” erwiderte Akira hastig. Das Eis in seinen Venen schmolz langsam; sein Herz schlug wild und warm.

Akechi zögerte. “Das… okay. Ich… muss gestehen, dass ich nicht damit gerechnet habe, aber… Bis heute Abend. Ich… werde da sein.”

Bevor Akira etwas antworten konnte, beendete Akechi den Anruf.

“Was ist gerade passiert?” fragte Ann, ihre Stimme zitterte. Sie sah zwischen Akira und dem Smartphone in seiner Hand hin und her. “Willst du mir erzählen, dass Goro Akechi dich gerade nach einem Treffen gefragt hat? Nach wie viel — drei Jahren? Einfach so?” Ihre Aufregung wandelte sich in… Verwunderung. Sorge. Sie runzelte die Stirn, sie sagte, “Akira! Sag etwas!”

Aber was sollte er schon sagen? Goro, von dem er die letzten drei Jahre geglaubt hatte, dass er verschwunden wäre, irgendwo, weit, weit weg von ihm und alldem was hier passiert war — Goro, für den er zunächst geschwärmt und letztendlich so etwas wie Liebe empfunden hatte, der ihm das Herz gebrochen und ihn und seine Freunde betrogen hatte — Goro, der lieber sterben wollte, als die glückliche Realität zu akzeptieren — Goro, der für die psychotischen Zusammenbrüche verantwortlich gewesen war, dessen Rache für seinen Vater sein Leben bestimmt hatte, der eine Kugel zwischen Akiras Augen gejagt hatte, ohne mit der Wimper zu zucken — dieser Goro Akechi hatte ihn eben nach einem Treffen gefragt, als wäre es eine Verabredung mit einem, was? Einem alten Bekannten?

“Akira!” Ann legte beide Hände an Akiras Wangen und zwang ihn, sie anzusehen. Sie schaute besorgt auf ihn herab. “Willst du ihn sehen?”

Zögernd nickte Akira. Ann ließ ihre Hände fallen und ließ sich zurück auf die Bank sinken.  

Ja, er wollte das. Er wollte wissen, was um alles in der Welt das zu bedeuten hatte. Aber — “Bitte erzähl den anderen nichts davon. Ich will nicht, dass sie es wissen," er sah Ann eindringlich an. “Das bleibt unter uns.”

Ann runzelte die Stirn. “Hast du keine Angst? Du erinnerst dich hoffentlich daran, dass er versucht hat, dich — ”

“Wie könnte ich das vergessen? Aber nein, ich kann auf mich selbst aufpassen.” Jedenfalls… hoffte er, dass Akechi nicht wegen einer offenen Rechnung zu ihm kommen wollte. Aber wenn seine Vermutung richtig lag, war das nicht der Grund. “Kann Morgana heute Nacht bei dir bleiben?”

“Du bist dir sicher, dass dir nichts passiert? Ich könnte es mir nicht verzeihen, wenn du verletzt wirst,” sagte sie sanft und legte eine Hand auf Akiras. Er schüttelte den Kopf, die schwarzen Locken schwangen energisch mit. “Nein, bitte, ich weiß worauf ich mich einlasse.”

Ann sah ihm tief in die Augen, suchte offensichtlich nach einer Lüge, einem falschen Versprechen. Als sie nichts dergleichen fand, seufzte sie, “In Ordnung. Lass mich wissen, wenn etwas ist. Ich kann so schnell wie möglich bei dir sein. Versprich es mir, ja?” Langsam entspannte sie sich etwas. “Morgana kann bei mir bleiben. Ich fürchte nur, dass er irgendwann gar nicht mehr gehen will.”

Akira atmete erleichtert auf. “Danke, Ann. Du hast was gut bei mir.”

***


Ann verließ das Leblanc am frühen Nachmittag wieder. Akira konnte sich, dank der überschaubaren Anzahl an Kunden, den Kopf darüber zerbrechen, wie er Akechi wohl am besten Begegnen würde. Es waren so viele Jahre vergangen, aber kaum etwas hatte sich geändert. Das, was vor drei Jahren passiert war, was... sie voneinander getrennt hatte, hatte Akira verändert. Wie hätte es das auch nicht? Aber... es gab etwas, dass ihn immer hatte daran zweifeln lassen, ob Akechi wirklich sein Leben verloren hatte. Es war, als hätte Akira die ganze Zeit über gewusst, dass er Akechi eines Tages wiedersehen würde.

Egal ob durch das Schicksal oder die Laune irgendeines Gottes. Akechi und er waren miteinander verbunden, und… wenn Akechi ihn wiedersehen wollte, würde Akira dafür sorgen, dass er dieses Mal bleiben würde. Dieses Mal würde er alles richtig machen.

Akira sah auf sein Smartphone. 19:00 Uhr am Abend. Die Sonne war bereits vor zwei Stunden untergegangen, den letzten Kunden hatte er vor einer Stunde bedient. Er trocknete gerade seine Hände an der Schürze ab, als seine Gedanken wieder zu Akechi wanderten. Sollte er ihm einen Kaffee zubereiten? Ob er etwas Curry essen wollte? So, wie er ihn kannte, hatte er die letzten drei Jahre sicherlich nichts anderes als Fertiggerichte oder Takeout gegessen.

Hatte Akechi auf sich geachtet? Oder... hatte er jemanden kennengelernt, der auf ihn aufgepasst hatte? Akira biss sich auf die Lippe. Mit wem hatte Akechi seine Zeit verbracht? Wo hatte er gelebt, und... hatte sich das, was zwischen ihnen gewesen war, verändert? War es verblasst, nicht mehr als eine Erinnerung, oder…

Eine lebhafte Erinnerung schoss ihm in den Kopf. Akira sah zu dem Hocker in der Mitte des Tresens, auf dem Akechi immer gesessen hatte, bevor er sich den Phantom Thieves angeschlossen hatte, und bevor —

Es war ein Tag im Juli vor dreieinhalb Jahren. Kein besonderer Tag, Akiras Sommerferien hatten gerade begonnen, als Akechi - wie damals häufig - nach einem Arbeitstag ins Leblanc kam, um Kaffee zu trinken und Curry mit nach Hause zu nehmen. An diesem Tag jedoch war es später als sonst, als er kam, und ausnahmsweise hatte er das Curry nicht zum Mitnehmen bestellt. Stattdessen hatte Akira angeboten, sich auf den Dachboden zurückzuziehen. Akechi hatte das Angebot zaghaft angenommen.

Nachdem sie gegessen hatten, hatte Akira angeboten, dass er bleiben könnte, um sich einen Film oder ein paar Folgen von Phoenix Ranger Feathermen anzusehen. Akechis Augen funkelten bei der Erwähnung von Feathermen - wie könnte er da ablehnen? Akira wusste, dass Akechi eine Schwäche für die Serie hatte.

Akira teilte sich sein winziges, klappriges Sofa mit Akechi. Sie saßen so nah beieinander, dass Akira nicht anders konnte, als seinen Blick immer wieder zu Akechi wandern zu lassen. Bereits nach der zweiten Folge bemerkte Akira, wie Akechis Lider schwer wurden. Er sah so... müde aus. Akira rückte näher zu ihm, und als Akechi sich nicht beschwerte, entspannte sich Akira etwas. Akira bemerkte, dass Akechi immer mehr in einen Halbschlaf verfiel, irgendwann landete sein sein Kopf schließlich auf Akiras Schulter. Sein Atem ging flach und gleichmäßig. Er... schlief.

Akira wusste zuerst nicht, was er tun sollte - damals war er sich bereits bewusst, dass er für Akechi schwärmte - so verletzlich, beinahe unvorsichtig, hatte er ihn bis dahin noch nicht gesehen. Akira legte einen Arm um seine Schultern und zog ihn näher zu sich, setzte sich leicht schräg und lehnte seine eigene Wange gegen Akechis Haarschopf.

Er roch wirklich gut - nach Orangen und Seife, vermischt mit einem leichten Duft nach Kaffee. Der Kaffeeduft kam sicher daher, dass er so oft im Leblanc war. Akira roch selbst danach, das wusste er. Den Geruch konnte er nicht mehr loswerden, und wenn Akira ehrlich war, hatte es ihm damals gefallen, zu wissen, dass die Spuren ihrer gemeinsamen Zeit an Akechi hingen.

Akira konnte nicht anders, als seine Finger sanft durch Akechis haselnussbraune Strähnen gleiten zu lassen. Sein Haar so weich, viel weicher, als es aussah. Akira wollte seine Hände darin vergraben, doch seine Berührungen blieben sanft. So sanft, dass Akechi tiefer in seinen Schlaf glitt . Als eine neue Folge begann, driftete Akira ebenfalls in einen leichten Schlaf, bis er von einem leichten Kitzeln an seinem Hals geweckt wurde.

Schlaftrunken schaute er herab und blickte ihn warme, kastanienbraunen Augen, umrahmt von dichten, dunklen Wimpern, verschlafen, mit einem unerklärlichen Ausdruck.

Akiras Blick wanderte an ihm herunter. Er war so nah, dass er die kleinen, unscheinbaren Sommersprossen auf seiner Nasenspitze sehen konnte. Sein Blick fiel auf Akechis halb geöffnete, matt-rosa Lippen. Er wusste nicht, was ihm damals den Mut verschaffte, doch ehe er es sich anders überlegen konnte, hatte er seine eigenen Lippen über Akechis streifen lassen. Sanft und leicht, fast, als hätten sie sich gar nicht berührt - bis Akechi seine Hand an Akiras Wange legte und ihn näher zu sich zog, um ihn richtig zu küssen. Es war kein perfekter Kuss, etwas unbeholfen und unerfahren, aber leidenschaftlich.  


Es war Akiras erster Kuss und auch nach allem was danach passiert war, machte es ihn nach all den Jahren noch immer glücklich, dass er ihn mit Akechi geteilt hatte. Die Erinnerung daran ließ Wärme in ihm aufsteigen, die sich in seinen Wangen sammelte und zum Glühen brachte. Er legte beide Hände an sein Gesicht in der Hoffnung, die Röte aus seinem Gesicht zu vertreiben, als sein Smartphone neben ihm auf dem Tresen aufleuchtete.

Eine Nachricht von Ann, ob alles in Ordnung ist.

Akira antwortete ihr mit einem leichten Lächeln, dass sie sich keine Sorgen machen und den Abend genießen soll, als sein Blick auf die Uhrzeit fiel.
20:40 Uhr. Akechi sagte zwar, dass er am Abend kommen wollte, aber wann? Akira seufzte und sah sich um. Das Leblanc war ruhig, sauber, aufgeräumt. Er konnte sich nicht einmal mehr mit Putzen ablenken. Er ließ den Blick zum Fenster wandern und zur Tür, hinter der er einen Schatten erkennen konnte. Sein Herz machte einen Sprung.

Bevor er weiter darüber nachdenken konnte, ob es sich hierbei nicht nur wieder um eine Einbildung handelte, trugen ihn seine Füße zur Tür. Akira trat in die Dunkelheit, und blinzelte überrascht, als ihm zwei bekannte, kastanienbraune Augen entgegen blinzelten.

Akechis Wangen und Nasenspitze waren von der Kälte bereits rot angelaufen. Als Akira seinen Blick über ihn gleiten ließ, konnte er es für einen Moment nicht fassen. Es war, als würde er einen Geist sehen, aber… Akechis Haar war länger, seine Wangen etwas schmaler. Er sah nicht mehr aus wie ein Teenager; sein honigbraunes Haar fiel ihm allerdings immer noch so tief in die Stirn wie damals. Die längeren Strähnen hatte er zu einem losen Zopf im Nacken gebunden.

Die schwarze Kleidung ließ ihn eins mit der Dunkelheit der Nacht werden. Auf dem Stoff sammelten sich bereits einige Schneeflocken.

Akechi… sagte nichts. Er erwiderte Akiras Blick mit einer Mischung aus Verwunderung und Abneigung.

Akira brach die Stille. “Wie lange stehst du schon hier?”

Als wäre er aus einer Trance erwacht, zuckte Akechi zusammen und trat einen Schritt zurück, als sei er bereit, jederzeit zu flüchten. Akira kannte diesen Ausdruck; er packte sein eiskaltes Handgelenk, bevor er diesen Plan in die Tat umsetzen konnte.

“Akechi…” wisperte er und musterte ihn ein zweites Mal, um sich zu vergewissern, dass es sich nicht um eine Halluzination handelte. Er war echt; er war hier — Akira konnte ihn berühren. Er fühlte Akechis rasenden Puls unter seinen Fingerspitzen, wo er Akechis Handgelenk eisern umschlossen hatte. Er war warm, er war hier und... lebendig! Goro Akechi lebte, er atmete. Akira widerstand dem Drang, Akechi nicht zu sich zu ziehen, seine Arme um ihn zu schließen, ihn festzuhalten.

Doch… Akechi schien weniger euphorisch zu sein, als er. Er schwieg und wendete den Blick ab. Sein Haar fiel in glatten Strähnen um seine Wangen und warf Schatten auf sein Gesicht.

Einen Herzschlag lang standen sie so da, einen weiteren und noch einen, bis Akira ihn sanft an seinem Handgelenk ins Leblanc zog und die Tür hinter ihm schloss. Akechi… wehrte sich nicht. Er riss sich nicht aus Akiras Griff, auch wenn er es könnte. Stattdessen ließ er sich von ihm in das dimm-beleuchtete Café ziehen.

Akira positionierte sich zwischen Akechi und der Tür, in der Angst, er würde andernfalls sofort wieder auf dem Absatz kehrt machen verschwinden.Er bewegte sich langsam auf Akechi zu, blieb aber einige Schritte vor ihm stehen, als würde es eine unsichtbare Wand zwischen ihnen geben. Akechi bewahrte für einen Moment die Distanz, bis er nach ein paar weiteren Herzschlägen endlich aufsah.

“Kurusu," war das erste, was er sagte. Seine Stimme war heiser, leise. Akira blinzelte bei dem vertrauten Klang, und als er die Augen wieder aufschlug, war Akechi immer noch da — keine Halluzination.

“Akira.”

“Pardon?”

“Nenn mich Akira, Goro,” erwiderte Akira und lehnte sich gegen den Tresen. Er versuchte, seinen flatternden Herzschlag unter Kontrolle zu halten.

“Wieso… bist du hier?” fragte Akira, als Akechi nichts anderes sagte. Noch vor einigen Tagen hatte er an Akechi gedacht, aber das — das war ganz anders als er es sich in jedem Tagtraum vorgestellt hatte. Er wollte Akechi nah sein, immer noch, nach dreieinhalb Jahren — aber die Distanz zwischen ihnen erschien ihm größer als je zuvor. Größer als damals, im Maschinenraum in Shidos Yacht, oder danach, auf dem Schlachtfeld, vor Marukis Palast.

Akechi biss sich auf die Unterlippe. Zwiespalt spiegelte sich auf seinem Gesicht; als würde ihm etwas auf der Zunge liegen, aber… als könnte er es nicht aussprechen. “Es tut mir leid,” presste er schließlich leise hervor.

“Es tut dir leid?” wiederholte Akira ungläubig.

“Das sagte ich gerade.”

Akira starrte ihn perplex an. Mit allem hatte er gerechnet, aber… damit nicht.

“Es tut dir leid, dass…?” Er machte einen Schritt nach vorn, um die Distanz zu verringern. Akechi wich sofort einen Schritt zurück.

“Es tut mir leid, dass ich … ich, also — Akira — “  er senkte den Blick. “Das war eine dumme Idee. Ich sollte nicht hier sein.“

Gerade als er auf dem Absatz kehrt machen wollte, griff Akira nach seinem Handgelenk. “Warte, Goro. Geh nicht.”

Akechis Blick war eine Mischung aus Traurigkeit und Wut, aber er blieb. Akira konnte den inneren Konflikt auf Akechis Gesicht sehen, bis Akechi schließlich nachgab und seufzte. Akechis Arm wurde schlaff in Akiras Griff. Akira unterdrückte ein triumphierendes Lächeln.

“Willst du etwas essen?” fragte Akira neutral. “Curry?”

Akechi nickte wortlos, nahm das unausgesprochene Angebot, einfach zu bleiben, an. Akiras Hand löste sich von ihm. Zu Akiras Überraschung, nutzte Akechi den Moment nicht, um zu fliehen. Stattdessen ließ er sich auf einem der Barhocker nieder, während Akira sich daran machte, etwas von den Curry-Resten aus dem Kühlschrank zu erwärmen.

“Wo bist du in den letzten Jahren gewesen?” fragte Akira so beiläufig wie möglich und beobachtete Akechi aus den Augenwinkeln.

Akechi öffnete gerade die Knöpfe seines Mantels. “Du meinst, nachdem wir uns... getrennt hatten?” er streifte sich den Mantel von den Schultern. “Ich habe mich versteckt, dumme Frage. In dieser Realität gelte ich immerhin als tot oder verschollen, auch für Shidos Anhänger. Ich war eine Weile außerhalb von Tokyo. Die genauen Details erspare ich dir. Ich musste meinen Namen ändern, habe mich für die Universität eingeschrieben und versucht, ein normales Leben zu führen,” er lachte dunkel. “Als wäre das so einfach.”

Sein Schal folgte. Während er weitersprach, krämpelte er sich mit behandschuhten Händen die Ärmel seines schwarzen Longshirts nach oben. “Sie haben mich nach nicht einmal einem halben Jahr gefunden. Shidos Anhänger. Bis dahin wollten sie noch irgendwie verhindern, dass er hingerichtet wird. Ich sollte ihnen dabei helfen. Diese vernarrten Idioten. Ihr Plan ging natürlich nicht auf — ich konnte fliehen und bin zurück nach Tokyo gekommen, habe meinen Namen zum zweiten Mal geändert… Ich arbeite in drei verschiedenen Teilzeitjobs und wohne in einem Apartment in Shinjuku.”

Akira platzierte wortlos einen Teller mit warmem, duftendem Curry vor ihm.

“Das klingt… wow, ich weiß nicht, was ich sagen soll,” Akira fuhr sich mit einer Hand durch die wilden, schwarzen Locken. Akechi hatte so viel durchgemacht, und… Akira war keine Sekunde lang bei ihm gewesen. Dennoch erklärte das nicht, wieso — “Wieso bist du hier? Wieso… gerade jetzt?” Akira stützte sich auf den Handflächen am Tresen ab, gegenüber von Akechi.

“Wieso, Akira?" wiederholte Akechi mit heller Stimme. Es klang wie die Stimme, die er in Interviews als Detektiv-Prinz verwendet hatte. "Ich habe dich vermisst, natürlich.” Ein perfektes, plastisches Lächeln umspielte seine Lippen. Es erinnerte Akira an damals; an Akechis Auftritte, ihre erste Begegnung im Fernseh-Studio. Damals… hatte dieses Lächeln seine Augen genau so wenig erreicht, wie in diesem Moment.

Akira schnaubte und stieß ein halbherziges Lachen aus. Akechi hatte sich wirklich nicht verändert. “Du willst es mir nicht sagen?"

Akechi aß teilnahmslos weiter, ignorierte seine Frage. “Und was ist mit dir? Wohnst du noch hier?” Du bist nichts als krimineller Abschaum, der auf einem Dachboden wohnt! Das… hatte Akechi damals zu ihm gesagt; geschrien, viel eher, im Maschinenraum. Kurz bevor er —

Akira schüttelte den Kopf. “Nein, ich bin vor einem Jahr ausgezogen. Ich arbeite hier aber immer noch, neben dem Studium und schlafe manchmal hier. Leblanc ist näher an der Uni als mein Apartment.”

Akechi nickte nur und wandte sich wieder dem Curry zu. Für eine Weile - solange Akechi mit dem Curry beschäftigt war - hatte Akira das Gefühl, alles sei… wie früher. Es war seltsam, aber er gewöhnte sich viel schneller an Akechis Anwesenheit, als er angenommen hatte. Er erzählte ihm von seinem Psychologie-Studium, wie er die letzten Jahre ohne das Metaverse verbracht hatte - wie ein normaler Teenager und Student.

“Bist du nur hergekommen, um dich halbherzig zu entschuldigen und Curry zu essen?” fragte Akira als Akechi den Teller geleert hatte.

“Und wenn es so wäre?”

Akira lächelte. “Dann bin ich froh, dass du hier bist."

“Akira…” begann Akechi leise, “Du bist so ein unfassbarer Idiot,” beendete er harsch den Satz und schüttelte den Kopf. “Wie kannst du so etwas sagen? Ich wäre weniger überrascht, wenn du Rattengift ins Curry gemischt hättest. Wieso solltest du dich über so etwas freuen?”

Oh, da war es wieder. Akechis unberechenbarer Selbsthass. Akira seufzte und fuhr sich mit einer Hand durch das lockige, rabenschwarze Haar.

“Das schon wieder? Wie oft soll ich es dir denn noch sagen? Glaubst du, seit unserem Gespräch vor dem Kampf mit Maruki hätte sich etwas geändert?” Akira trat hinter dem Tresen hervor. “Lass es mich dir noch einmal deutlich sagen —" begann er eindringlich und legte eine Hand an Akechis Wange. Seine Haut glühte unter Akiras Fingerspitzen. “— mir liegt etwas an dir. Und dass du hier bist ist nicht selbstverständlich.”

“Tch.” Akechi wendete sich ab und schlug Akiras Hand von sich. “Du bist ein Idiot. Und ich brauche dein geheucheltes Mitgefühl nicht.” Aus dem Augenwinkel sah Akira, wie  er eine Hand an seinem Oberschenkel zur Faust ballte.

“Ich bemitleide dich ni—”

“Und ob du das tust!” Akechi erhob seine Stimme. “Wenn du unbedingt darüber reden möchtest — fein. Damals, im Maschinenraum? Du hättest mich — du hättest mich sterben lassen sollen! Aber nicht einmal dafür war ich gut genug," ein dunkles Lachen entwich seiner Kehle und seine Lippen verzogen sich zu einem düsteren Grinsen. Akira wich vor ihm zurück. Wann war das zu einem Streit eskaliert? “Stattdessen wolltest du mich retten, nicht wahr?” Akechi legte den Kopf schräg, seine roten Augen funkelten Akira an. “Lass mich dir etwas sagen. Egal, wie sehr du dir das wünschst: Du kannst mich nicht retten.”

Akira nahm einen tiefen Atemzug. Bevor er etwas erwidern konnte, fuhr Akechi fort: “Und noch etwas: Ich habe kein gutes Herz, auch wenn du das glaubst. Ich will deine Hilfe nicht. Du solltest nicht froh sein, jemanden wie mich zu sehen.”

“Und wieso bist du dann hier?” Akira bemühte sich, ruhig zu bleiben, doch das Zittern in seiner Stimme konnte er nicht verbergen.

“Ich —“

Akira wollte es nicht hören. Stattdessen schnitt er Akechi das Wort ab, “Du glaubst, du hättest keinen Wert, in Ordnung, Goro, aber es dreht sich nicht alles nur um dich und deine verzerrten Ansichten!” Er fesselte Akechi mit eisengrauen, stürmischen Augen. Akechi zuckte zusammen, als ihn Akiras harsche Worte trafen. “Wann begreifst du endlich, dass du das alles hinter dir lassen musst?”

Etwas in Akechi riss in diesem Moment, Akira konnte sehen, wie seine roten Augen unheilvoll zu Funkeln begannen. Mit einer eleganten Bewegung erhob er sich vom Barhocker, sodass er mit Akira auf Augenhöhe war.

“Und du? Was weißt du schon? Die Rache an meinem Vater war alles, wofür ich gelebt habe! Und du musstest es mir wegnehmen, so wie du mir alles genommen hast! Wenn du nicht wärst, wäre ich jetzt nicht hier!” Das Funkeln in seinen Augen verstärkte sich; Feuer brannte in seinen Augen.

“Könntest du nur etwas weiter als nur über deine lächerlichen Rachegelüste nachdenken! Du hättest dich uns anschließen können, wir hätten Shidos Herz —”

“Ich wollte diesen Bastard aber nicht zu einem Geständnis zwingen, sondern ihn tot sehen! Ich wollte Maruki tot sehen! Alle! Du und deine idealistische, idiotische Vorstellung von Gerechtigkeit mag das nicht verstehen, aber nicht alle Menschen können ihren Peinigern verzeihen, Akira!”

“Du sollst nicht ihm verzeihen, sondern dir selbst!”

Akechi begann zu lachen. Ein lautes, höhnisches Lachen, tief aus seinem Brustkorb.

“Du bist so, so gutherzig, nicht wahr? Siehst selbst in mir, einem verdammtem Mörderer, etwas Gutes? Etwas, dass sich lohnen würde, zu retten?” er lachte weiter, warf den Kopf in den Nacken und hielt sich eine Hand vor die Brust. “Wir hätten in Mementos weiter gehen sollen… Ich hätte nicht erst warten sollen, bis sie dich festnehmen würden. Erinnerst du dich? Unser Duell?" Akechis Lachen verstummte. Er sah Akira an, sein Blick war eiskalt, ohne einen Funken Menschlichkeit. "Einer von uns hätte dabei sterben sollen.”

Akira starrte ihn fassungslos an. Er wollte etwas entgegnen, irgendwas, aber Akechi kam ihm zuvor. “Ich hätte nicht zurückkommen sollen, nicht heute und auch nicht vor drei Jahren. Ganz gleichgültig, wie sehr du dir das auch gewünscht hast,” zischte er zwischen zusammengepressten Zähnen hervor.

Akira reagierte, bevor er darüber nachdenken konnte, was er tat. All die Wut, Trauer und Enttäuschung, die er in all den Jahren unterdrückt hatte, kam zurück. Akechi… war sicher; mehr oder weniger. Er lebte, doch nun, als Akira die Gewissheit hatte, dass Akechi wirklich am Leben war, zerriss es etwas in ihm, Akechi sagen zu hören, dass er lieber tot sein wollte. Wie konnte er so etwas von sich geben? Wusste er nicht, wie sehr Akira ihn —

Akira hob seine rechte Hand und schlug seine Handfläche mit voller Wucht in Akechis Gesicht.

Akechi stieß flachen Atem aus, hielt sich eine Hand gegen die Wange und starrte Akira entsetzt an.

Akira sagte nichts, beobachtete Akechi lediglich aus eiskalten, stürmisch-grauen Augen. Die Wange, die er getroffen hatte, färbte sich karminrot unter Akechis behandschuhter Hand. Akiras Mundwinkel zuckten und verformten sich zu einem leichten Grinsen bei dem Anblick von Akechi; ruiniert und irgendwie... verwirrt.

Aber Akechi fing sich schnell wieder. Seine Lippen teilten sich, als wollte er etwas sagen, aber stattdessen blieb es bei einem stummen 'O'. Er rieb an seiner Wange, als würde das den Schmerz lindern und entspannte sein Gesicht nach einigen Sekunden ein wenig. Akira meinte sogar, er würde zittern, als sein Blick an Akechi herunter wanderte und auf eine auffällig große Beule zwischen seinen Beinen fiel.

Akiras Lippen verzogen sich zu einem sadistischen Grinsen. Ein Teil seiner Selbstbeherrschung bröckelte, als er sah, wie Akechi auf ihn reagierte. Er wusste, dass er gerade in Akechis Hände spielte, dass Akechi den Schmerz genoss. Er wusste es — Marukis Palast war der Beweis dafür gewesen. Damals hatte sich Akechi kaum Zurückhalten können, egal ob er selbst Schaden genommen oder einen Schatten kaltblütig verletzt hatte. Schmerz war Akechis Schwäche.

Akira leckte sich über die Lippen und hob Akechis Kinn mit einer Hand an - die Hand, mit der ihm noch vor wenigen Momenten eine Ohrfeige verpasst hatte - mit der anderen Hand griff er den Umriss von Akechis hartem Schaft durch den Stoff der schwarzen Jeans.

Das Schaudern, dass Akechi überkam, sendete elektrische Stöße durch Akiras Fingerspitzen dort, wo er ihn berührte. Akechis Augenlider senkten sich nach unten in einer Illusion von Demut, sein Blick nahm einen viel weicheren Ausdruck an, beinahe verführerisch. Anstatt auszuweichen, lehnte er sich Akira entgegen. Als Akira mit dem Daumen über Akechis Unterlippe fuhr, leckte er mit seiner Zunge schüchtern über das Fingerglied.

Akira reagierte sofort; er sog scharf den Atem ein, murmelte einen leisen Fluch, löste den Daumen von Akechis Mund und schob stattdessen Mittel - und Zeigefinger zwischen seine Lippen. Akechi stöhnte leise auf, entgegen Akiras Fingern, die sich an seine Zunge pressten und tiefer in seinen Mund glitten, während Akira mit der anderen Hand den Druck verstärkte und Akechis Erregung durch den Stoff hindurch unablässig rieb. Akechi bewegte seine Hüften im Takt zu seiner Hand und leckte währenddessen zwischen Akiras Fingern entlang; sein Mund war heiß und feucht und — oh, es fühlte sich so gut an, die Oberhand zu haben.

“Du bist unfassbar,” raunte Akira dunkel, während er seine Finger aus Akechis Mund zurück zog. “Du kommst nach drei Jahren wieder angekrochen, um dich von deinem Rivalen ficken zu lassen? Hast du es so nötig, Akechi?” fragte Akira mit kratziger Stimme und fesselte Akechis Blick mit seinem. Akechi nickte nur, ganz leicht, Akira hätte es fast nicht bemerkt. “Deswegen bist du also hier, ja? Du widerst mich an."

Es war eine Lüge, natürlich war es das, und Akechi wusste das, seinem lustverhangenen Blick nach zu urteilen. Akira streifte seine Lippen gegen Akechis, ein Mal, zwei Mal, bevor er ihn küsste. Der Kuss war wild, leidenschaftlich, verlangend. Akiras Zunge teilte Akechis Lippen, seine Zähne verfingen sich in seiner Unterlippe und bissen zu, bis ein metallischer Geschmack sich in seinem Mund ausbreitete. Akira löste sich von ihm, leckte sich über die Lippen, als würde Zucker darauf kleben.

Akira wollte ihn. Seit Jahren. Er wollte ihn berühren, er wollte ihn unter sich fühlen, er wollte ihn fesseln und nie wieder gehen lassen. Er wollte ihn so sehr, dass sein Herz schmerzte bei dem Gedanken, ihn je wieder gehen zu lassen. Und jetzt, hier, in diesem Moment, konnte er ihn haben. Akechi gab sich ihm willig hin, kostete jede Berührung aus, als könnte er nicht genug davon bekommen.

Akira löste die Hand von seiner Jeans, und Akechi stöhnte enttäuscht auf. Er löste sich aus dem Kuss und zog Akechi wortlos am Handgelenk die Treppen nach oben, zu seinem alten Zimmer, in Richtung des Futons.

Akira setzte sich auf die Bettkante, legte seine Schürze ab, warf diese achtlos auf den Boden neben sich und stützte sich dann an den Unterarmen auf der Matratze ab.

"Zieh dich aus.“

Akechis Lippen teilten sich zu einem Grinsen, dass die Spitzen Eckzähne aublitzen ließ. “Wie lange hast du dir das schon vorgestellt, hm, Anführer?” Akechi strich sich eine Haarsträhnen aus dem Gesicht, bevor er begann, seine Handschuhe zwischen seine Zähne zu nehmen und einem nach dem anderen von seinen schlanken, hellen Fingergliedern zu streifen. Mit entblößten Händen glitt er an seinem Oberkörper entlang, zum Saum seines schwarzen Longshirts, was er packte und langsam — quälend langsam — entlang seiner Haut nach oben streifte. Angespannte Bauchmuskeln kamen zum Vorschein, dann der Rest seines Oberkörpers — spitze, rosa Nippel und scharfe, hervorstehende Schlüsselbeine.

Akira konnte kaum darauf warten, überall auf dieser perfekten, weißen Leinwand den Abdruck seiner Zähne zu hinterlassen, Akechi zu markieren, jedem zu zeigen, wem er gehörte —

Nachdem Akechi sein Oberteil achtlos neben sich und Akira auf den staubigen Fußboden geworfen hatte, strich er sich noch einmal sanft mit den Fingerspitzen über seine Brust - er fuhr die hervorstehenden Knochen seiner Schlüsselbeine nach, herunter zu seinem rechten Nippel, den er zwickte, anschließend weiter herunter, über die Rippen zu seinem Bauch und schließlich zum Verschluss seiner Hose.

Die Jeans war so eng, dass sie unmöglich verbergen konnte, wie hart Akechi war. Er öffnete den Knopf und den Reißverschluss, darunter kam der Saum einer dunkelgrauen Boxershorts zum Vorschein.

Er ließ seine Hose mit einem Mal nach unten gleiten, trat aus den Hosenbeinen und sah Akira erwartungsvoll an. “Gefällt dir, was du siehst?”

Akira ignorierte seine Frage. “Zieh alles aus,” kommandierte er scharf und Akechi folgte. Er griff den Saum seiner Shorts mit den Daumen und zog diese ebenfalls nach unten - entblößte seinen harten Schwanz, die Spitze glänzte bereits feucht.

Akira schluckte. Akechi war wunderschön; das hatte er vor dreieinhalb Jahren gedacht und dieser Eindruck hat sich seitdem nicht geändert - seine Haut war bis auf einige Narben an Waden, Oberarmen und am Bauch perfekt, makellos. Ein kleiner Teil in Akira fragte sich, ob die Narben aus dem Metaverste stammten, oder… wer ihn verletzt hatte.

“Komm her,” forderte Akira ihn auf und streckte eine Hand aus. Akechi kniete sich vor ihm, zwischen seine gespreizten Beine, auf den Boden und schmiegte seine Wange sanft gegen Akiras Hand. “Gut, genau so… Du weißt, was jetzt passiert, oder?” Bevor Akechi antworten konnte, hatte Akira eine Handvoll haselnussbrauner Strähnen gegriffen und drückte Akechis Gesicht gegen seinen Schritt.

Akechis Mund war feucht und heiß gegen den Stoff von Akiras Jeans. Mit flinken Fingern öffnete er Akiras Jeans, zog den Stoff so weit herunter, dass Akiras halb-steifer Schwanz zum Vorschein kam. Akechi blickte nach oben, Pupillen geweitet und Wangen von einem sanften Rosaton geziert, bevor er mit seiner flachen Zunge einmal von oben nach unten über Akiras gesamte Länge leckte.

Akira stöhnte und hielt die Hand in Akechis Strähnen fester, signalisierte ihm, nicht so viel Zeit zu verschwenden.

Doch Akechi ließ sich Zeit. Er küsste die weiche Haut an Akiras Schwanz entlang, hinauf zur Spitze, an der er genüsslich die ersten perlig-glänzenden Tropfen ableckte, bevor er die Spitze in seinen Mund aufnahm.

Akira war mittlerweile mehr als hart; allein Akechis Blick hätte dafür gereicht. Wie seine schönen Lippen sich um seinen Schwanz teilten, wie er die Augen schloss, während er Akiras gesamte Länge nach und nach in seinem Mund aufnahm. Das warme Licht der Nachttischlampe neben dem Bett sorgte dafür, dass Akechis lange Wimpern Schatten auf seine Wangen warfen, als Akira seinen Griff in seinem Haar verstärkte und seinen Kopf nach oben und unten bewegte.

Nachdem Akechi sich seinem Rhythmus angepasst hatte, ließ er etwas lockerer, lehnte sich zurück und genoss das Gefühl von seiner feuchten Zunge an seiner sensiblen Spitze; wie Akechi mit jedem Mal mehr von seiner Länge in sich aufnahm, bis sein Atem nur noch stoßweise über seine Nase ging.

Akira stöhnte, als er so tief in Akechis Rachen versank, dass sich die Muskeln an Akechis Hals um ihn zusammenzogen, als er versuchte zu schlucken.

“Du, ah fuck, du siehst gut aus — mit meinem Schwanz in deinem Mund —" stöhnte er gedankenverloren und streichelte durch Akechis Haar. Akechi lehnte sich ihm entgegen wie eine Katze. Als er die Augen schloss und die Kontrolle Akira übergab, hielt Akira seinen Schopf an Ort und Stelle. Akira stieß seine Hüften nach oben und fickte Akechis Mund, beobachtete, wie sich winzige Tränen in seinen Augenwinkeln bildeten, als er sie zusammenpresste.

Entfernt nahm er war, dass Akechi seine Hand zwischen seine Beine verschwinden ließ, während Akira seinen Mund benutzte. "Gut, dass du endlich still bist, du — du bist so talentiert mit deinem Mund; zu schade, dass du — dass du so viel Schwachsinn redest —"

Akechi wimmerte um ihn, die sanften Vibrationen seiner Stimme sendeten elektrisierende Schauer durch Akiras Körper.

“Ngh, Goro — Ich, ich komme… ah!” Ein Stoß in Akechis Mund, ein weiterer und Akira ergoss sich mit einem lauten Stöhnen in Akechis Rachen.

Keuchend sah Akira zu ihm herunter, als er seine Hand aus Akechis Haar löste.

Akechi sah zu ihm auf, als er sich von ihm entfernte; Die Lippen geschwollen und rot, Speichel und Sperma klebten an seinem Mundwinkel. Mit der Spitze seiner pinken Zunge fuhr er sich über die Lippen, schluckte noch einmal. Akira beobachtete die Bewegung seines Halses und sofort schoss ein Schauer durch seinen Körper, der seinen weichen Schwanz wieder halb-hart werden ließ.

Akira wischte mit dem Daumen über Akechis Unterlippe. “Das war unfassbar gut —”

Akira zog Akechi nach oben auf das Bett. Akechi lag nun unter ihm; immer noch hart, Akira über ihm. Während Akira sanft an seinem Mundwinkel entlang zu seinem Kinn küsste, versuchte er, mit der anderen Hand die Schublade des Nachttischs neben dem Bett zu öffnen. Als er endlich gefunden hatte, was er gesucht hatte, Gleitgel, arbeitete er sich von Akechis Kinn zu seinem Hals hinunter.

“Ich will dich hören. Halt dich nicht zurück, verstanden?"

Akechi schauderte unter ihm und drückte sich ihm entgegen, stöhnte, als Akira seine Zähne in seinem schlanken Hals vergrub. Akechi rieb seine eigene, pochende Erektion gegen Akiras Hose in der Hoffnung, Linderung zu erhalten.

“Du bist so verzweifelt, hm? Du sehnst dich nach mir —” murmelte Akira gedankenlos, biss erneut entlang seines Schlüsselbeins, was Akechi laut aufstöhnen ließ.

“Ngh - das… hättest du wohl gerne  — ” trotz seiner harschen Worte, schlang Akechi die Hände um Akiras Hals.

“Sag mir was du willst… vielleicht gebe ich es dir.” Akira ließ seine Lippen weiter entlang seiner Brust bis er schließlich einen Nippel erreichte. Er ließ die Zunge darüber gleiten und biss sanft zu, bis die Knospe hart wurde. Er schloss seine Lippen um die empfindliche Stelle und saugte, bis Akechi unter ihm erschauderte. Mit einem feuchten 'Pop' ließ er von ihm ab, dann ließ er seine Zähne über die empfindliche, rote Haut gleiten.

“Fick mich endlich, Ah-Akira! Shit — spar dir das verdammte Vorspiel —” keuchte Akechi.

“Bitte mich darum,” erwiderte Akira, zwickte den anderen Nippel zwischen Daumen und Zeigefinger.

Akechi funkelte ihm entgegen. Es kostete ihn offensichtliche Überwindung, zu sagen, “Ich will dich in mir… A-Akira — fick mich, verdammt! Worauf wartest du? Ich merke, wie hart du bist, du verdammter, sturer — Idiot —" Akechi bog den Rücken durch, Akiras Lippen entgegen.

Akira lächelte und gab ihm einen langsam, sanften Kuss. Dann löste er sich von Akechi und positionierte sich aufrecht zwischen seinen Beinen. Mit flinken Fingern entledigte er sich seines T-Shirts und öffnete das Gleitgel, ließ etwas davon zwischen seinen Finger laufen. Mit der anderen Hand spreizte er Akechis Beine weiter.

Als er den ersten Finger in ihm versenkte, bog Akechi erneut den Rücken durch und keuchte, murmelte Akiras Namen. Beim zweiten Finger suchte er nach Akiras Blick und oh, wie gern Akira in seine weinroten Augen schaute. Die weiten Pupillen waren unfokussiert und seine Lider halb geschlossen. Mit seinem hübschen Gesicht und den geschwollenen Lippen sah er unfassbar anziehend, erregend aus.

Als Akira einen dritten Finger dazu nahm, hatte Akechi keine Geduld mehr.

“Ah — Akira, ich brauche mehr — stopp, das ist genug Vorbereitung!” Jedes seiner Worte jagte einen Schauer über Akiras Rücken.

“Goro, wenn du wüsstest, was du mit mir machst —” murmelte er, nahm seinen Schwanz und positionierte sich vor Akechis Loch. Der Muskelring zuckte aufgeregt, als er seine Spitze in ihm versank und Akechi stöhnte laut auf. Akira beugte sich über ihn und Akechi schlang seine Arme um seinen Nacken, zog ihn erneut in einen hitzigen Kuss.

Akira versenkte seine Länge Centimeter für Centimeter weiter in Akechis enger Hitze, achtete auf jede Reaktion von ihm. Er fühlte sich so gut an, so gut, dass Akira den Verstand verlor. Als er schließlich ganz in ihm war, bog er den Rücken durch und betrachtete Akechi, strich mit der Hand über seine Wange und gab ihm einen Moment, um sich an seine Größe zu gewöhnen.

Mit dem Daumen strich er über Akechis wunde Unterlippe und —

Akechi biss harsch zu. “Beweg dich endlich, Akira! Ich zerbreche schon nicht.”

Oh, wie gerne Akira ihn zerbrechen wollte. Er stützte sich mit den Händen links und rechts neben Akechis Kopf ab, beobachtete ihn, während er ganz aus ihm heraus glitt - nur um anschließend mit einem Mal wieder seine gesamte Länge in ihm zu versenken, ihn auszufüllen, ihn zu Seinem zu machen. Akechi stöhnte laut auf, die Augen geschlossen und den Mund halb geöffnet.

Mit rauen, unrhythmischen Stößen versenkte sich Akira immer wieder in Akechi, dessen Muskeln sich um seinen Schwanz verengten. Er stöhnte immer wieder Akiras Namen als er sich von ihm nehmen ließ, seine Fingernägel gruben sich in Akiras Rücken und hinterließen Spuren auf seiner Haut. Brennende Spuren, die Akira daran erinnerten, dass das hier wirklich passierte —  

“Ah-Goro… Goro! Fuck,” fluchte Akira und biss erneut, hart, in Akechis Hals bis er Blut schmeckte. Als Akira bemerkte, wie nah Akechi dem Orgasmus war, begann er, seinen Schwanz rhythmisch mit seinen Stößen zu pumpen, bis dieser völlig erschöpft unter ihm erschlaffte.

Es dauerte nicht lang, ein, zwei Stöße, bis Akira das zweite Mal kam, tief in Akechi.

Erschöpft, keuchend ließ er sich neben Akechi auf die Laken fallen.

Er hatte die Augen geschlossen. Seine langen, schwarzen Wimpern klebten von stummen Tränen zusammen, seine Wangen glühten in zartem Rot. Am Hals, an den Schlüsselbeinen und um seine Nippel herum zierten ihn Akiras Bisse, leuchteten blutrot und violett unter seiner Haut. Akira lächelte zufrieden. Sanft fuhr er einige der Flecken mit den Fingern nach. Akechi hisste leise auf, also drückte Akira harsch mit den Fingerspitzen auf einen der Flecken nahe seines Sternum und lächelte, als Akechi erneut leise wimmerte, bevor er Akiras Hand wegschlug.

“Goro...” wisperte Akira und sah durch seine Wimpern zu Akechi auf.

“Hm?” erwiderte er müde und drehte sein Gesicht zu Akira, seine Augen wurden sanft, beinahe entspannt.

“Bleib bei mir.” Akira strich mit dem Handrücken über Akechis Wange, welche unter seiner Berührung glühte.

Für einen Moment sah Akechi ihn an. Dann atmete er seufzend aus und schloss die Augen. “Ich kann nicht, Akira."

“Nur für diese Nacht?”

“War ich so gut im Bett?” Akechi lachte leise, humorlos und öffnete die Augen wieder, weinrot leuchtend.

“Das auch, aber… ich will nicht, dass du wieder verschwindest. Ich… kann nicht…” Akira schweifte ab und zog seine Hand zurück.

Akechi verzog das Gesicht und seufzte. “Das ist es, was du unbedingt willst…?”

“Und was willst du?” entgegnete Akira und rutschte näher an ihn, so nah, dass sich ihre Lippen sich beinahe wieder berührten.

Akechi schwieg für eine Weile. “Ich weiß es nicht... Ich… bin mir nie sicher, wenn es um dich geht.”

Akira antwortete nicht, stattdessen küsste er sanft Akechis Lippen. Er hoffte, dass das genug sein würde, als er seine Arme um Akechi legte. Akechis Kopf ruhte an seiner Schulter, sein warmer Atem kitzelte Akiras Hals. Trotz des Frosts vor dem Fenster, fühlte Akira nur die Wärme, die von Akechi ausging.




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Mein AkeShu Vampire AU!
Mein AkeShu Bad End AU!
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