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Die Geschichte einer Flint

Kurzbeschreibung
GeschichteFamilie, Liebesgeschichte / P12 / Het
Charlie Weasley OC (Own Character)
01.07.2022
01.08.2022
12
19.916
3
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02.07.2022 1.644
 
Charlie

Charlie Weasley stand noch für eine kleinen Moment in der Winkelgasse und starrte verwundert in den Himmel. Es war, als würde dieser Moment ewig dauern. Beinahe hätte er sich gewünscht, dass diese mysteriöse Unbekannte zurückkam, als er den sternschnuppengleichen Lichtschein gesehen hatte.

Er wollte wieder diese unglaubliche Spannung spüren, die immer entstand, wenn er ihr in die Augen sah. So ein Grün hatte er noch nie gesehen. Es war tief und funkelte auf eine ganz unverständliche Weise. Und als er sich einen kurzen Augenblick darauf konzentriert hatte, sahen ihre Augen aus, wie ein Wald, über er den in Rumänien gerne geflogen war. Dunkelgrüne Nadelbäume.

Seine Begleiter hatten sich bereits vorhin verabschiedet und waren nach Hause disappariert. Charlie hatte noch seinen Drink leeren wollen, bevor er ihnen folgte. Momentan schlief er bei seinem alten Freund Mitchell. Einer der wenigen Freunde, die er noch hatte, nachdem er jahrelang in Rumänien gelebt hatte. Einer der Freunde, die kein Problem mit Charlies mangelhaften und sehr seltenen Briefen gehabt hatte.
Wäre es nach seiner Mutter gegangen, hätte er Zuhause geschlafen. Molly Weasley würde alles dafür tun, dass ihre Kinder mal wieder im trauten Heim schliefen.

Ihm war der Helm sofort aufgefallen. Charlie kannte diese komischen Kopfbedeckungen der Muggel aus seinen langen Spaziergängen durch die Londoner Innenstatt. Alle Menschen, die mit diesem Motor-Fahrrad fuhren, trugen diese Helme. Außerdem wollte er mehr über die Unbekannte erfahren. Es war die einwandfreie Möglichkeit, noch einen weiteren Blick auf sie zu erhaschen. Sie hatte Charlie allein durch ihre Anwesenheit beeindruckt. Als sie hereingekommen war und Hannah mit einer Umarmung begrüßt hatte. Sie war etwas kleiner und trug eine auffällige Lederjacke, welche ihr wie angegossen passte. Besonders die Aufnäher hatten ihn überrascht, denn er konnte das Wappentier der Slytherins erkennen. Eine Schlange, die sich um ihren rechten Arm schlang, Flaggen aus aller Welt und sogar ein paar Drachen, die über das Leder flogen. Das rumänische Langhorn versuchte überdies einen der langen geflochtenen Zöpfe zu fassen zu bekommen, doch er hatte keine Chance, da er seine Klauen nicht von der Jack lösen konnte.

Der Moment als sie den Säufer auf den Tresen geknallt hatte, ohne auch nur mit den Wimpern zu zucken das Wasser getrunken und ihre Jacke gerichtet hatte. Sie strahlte so eine abenteuerliche Kraft aus und hatte damit die Aufmerksamkeit jedes männlichen Wesens in der Bar auf sich gelenkt. Irgendwie nervte Charlie das. Es war, als hätte man ihm seine unglaubliche Entdeckung einer natürlichen Schönheit weggenommen.

Der Drache in seinem Inneren fing an sich grollend aufzuplustern. Er wollte sie so sehnlichst kennen lernen. Ihren Namen erfahren. Eine der losen Haarsträhnen hinter ihr Ohr streichen. In ihre Augen sehen. Mit ihr tanzen.
Charlie war verwirrt. Wie hatte sie ihn so schnell in ihren Bann ziehen können? Wie schaffte sie es all seine Gedanken zu kontrollieren? Und wieso kannte sie seinen Vater?

Kopfschüttelnd berief er sich das Haus seiner Eltern vor sein inneres Auge und war mit einem Plopp aus der Dunkelheit verschwunden. Er musste das jetzt klären. Genau jetzt. Durch den Gartenschlauch gezwängt und schon war er da. Zuhause.

Im Fuchsbau brannte noch etwas Licht. Charlie fühlte sich gut. Sein Zuhause rief irgendwie nur bei Nacht einen beruhigenden Anblick hervor. Bei Tag kannte er es nur hektisch. Und Laut. Und mit den Vorwürfen seiner Mutter, die sich darüber aufregte, dass er nicht im Ministerium arbeitete, sondern mit Drachen. Oder, dass seine Frisur mal wieder zu lang war und er inzwischen einen Zopf trug. Oder, dass es ein neues Körperteil an ihm gab, dass entweder tätowiert, verbrannt oder mit neuen Kratzspuren übersäht war.

Seine Eltern hüteten für ein paar Tage ihre Enkeltochter, seine Nichte, Victoire. Blond wie ihre Mutter, aber wild wie ihr Vater. Und so kampflustig wie beide zusammen. Vom Dickkopf mal ganz abgesehen. Er liebte es sie mit unangemessenen Büchern über Magische Geschöpfe zu verwöhnen oder Geschichten über Drachen zu erzählen. Der kleine Engel hatte sein Herz im Sturm erobert und er konnte es noch immer nicht fassen, dass Bill ihn zum Patenonkel ernannt hatte. Kein Mensch wollte es wirklich glauben. Keine einzige Person hatte geglaubt, dass Charlie das hinbekommen würde. Nicht einmal Charlie selbst.

Die kleine Prinzessin hielt seine Eltern sehr gut auf Trapp und konnte es kaum erwarten bald große Schwester zu werden. Alle Weasley-Geschwister hatten schon Wetten abgeschlossen, ob es ein Mädchen oder ein Junge werden würde. Charlie, Bill und Ginny tippten auf ein weiteres kleines Mädchen, aber der Rest hoffte auf einen Jungen. Zum Glück gab es noch keine Wette für die Haarfarbe.

Charlie drehte seinen Schlüssel vorsichtig im Schloss und trat ein. Es war überraschend still. Er hätte vermutet, dass sein kleines Patenkind ihren Großeltern noch immer auf der Nase herumtanzte.
Sein Vater saß am Küchentisch und las den Tagespropheten, während seine Mutter in einem Wohnzimmersessel schlief, auf ihrem Schoß Victoire und beide gut zugedeckt, ein Stapel Bücher um sie herum. Der Kampf hatte wohl ein Opfer gefordert, aber im Moment war ihm auch das ganz recht. Bei all den Fragen, die er an seinen Vater hatte, konnte er es nicht wirklich gebrauchen, dass Molly Weasley hineinfunkte und ihn dazu anstachelte das Mysterium von einer Frau doch mal zum Essen einzuladen. Sie hoffte noch immer, dass Charlie endlich einen Menschen fand, der an seiner Seite bleiben würde und vielleicht ein paar Enkel beisteuern würde.

Mit einem Lächeln speicherte er sich dieses Bild im Gedächtnis ab und winkte stumm seinem Vater zu.
„Du kannst normal reden. In diesem Zustand kann sie nur noch ein Sonorus-Zauber aufwecken, wenn man ihn direkt an das Ohr deiner Mutter hält.“, schmunzelte Arthur Weasley und legte seine Zeitung bei Seite. Viel Spannendes konnte er sowieso nicht entdecken, ohne dass seine Augen langsam zufielen.
Arthur wusste, dass Charlie eigentlich in der Wohnung eines Freundes schlief, um seiner Mutter zu entkommen. Wer konnte es ihm verübeln, nicht ständig mit Fragen gelöchert werden zu wollen? Etwas musste los sein, sonst würde er nicht spät abends noch auftauchen. Auf einen Schlag machte sich der langsam grau werdende Weasley-Vater Sorgen. Bei Charlie konnte man nie wissen.

„Was kann ich für dich tun, Sohnemann? Bist du in Schwierigkeiten?“, platzte es sofort aus Charlies Vater heraus, als sich der Zweitälteste setzte. Charlie hatte eine Tendenz dazu mit Problemen Zuhause aufzutauchen, wenn er es überhaupt schaffte. Den ein oder anderen Heuler hatte er deswegen schon ertragen müssen.
„Nein, Dad, es ist alles gut. Wirklich“, beruhigte er Arthur, der für einen Moment die Luft angehalten hatte.
„Na sag schon, was ist los?“ Noch bevor Charlie antworten konnte, beschwor sein Vater zwei Tassen Tee hervor. Es war der Zitronentee, denn er immer gerne trank. Bei diesem Geruch dachte er eigentlich immer an verschneite und verregnete Tage. Dieser Geruch löste das gleiche Gefühl aus, doch auf einmal, erschien die unbekannte Frau vor seinem Inneren Auge. Es war als würde, dieser Geruch sie umschließen.
„Ich bin jemandem begegnet. Es war seltsam. Sie sagte, dass sie dich kennt und dass du ihr geholfen hast eine Fluglizenz für ihr Motorrad zu bekommen.“, erklärte Charlie und Arthurs Augen hellten ich auf. Er wollte nicht alle kleinen Details erwähnen.
„Oh, natürlich, Allie. Alenja-Kayleigh Vika Flint. Ungewöhnlicher Name. Sie sagte er sei zum Teil Russisch.“, schwärmte Arthur von seiner ebenso zufälligen Begegnung, „So eine nette junge Frau. Hat sich extra Zeit genommen und mir so viele Sachen erklärt. Alles so faszinierend. Ein Wunder das du dich nicht erinnerst, ihr wart immerhin drei Jahre im selben Jahrgang.“
Alles in Charlie erstarrte für einen Augenblick. Die Frau, die sich einfach so in seine Gedanken geschlichen hatte, stammte aus einer der bösartigsten und rassistischen Familien? Nachdem sie sich besonders über das S-Wort aufgeregt hatte?!? Wie passte das zusammen?!
„Sagtest du Flint? Wie die schwarzmagische Familie voller Todesser?“ Charlie hoffte so sehr, dass er sich verhört hatte. Sein Vater konnte das nicht ernst meinen. Das konnte auf keinen Fall wahr sein.
„Ach, Charlie, nur weil sie diesen Namen trägt, ist sie noch lange kein schlechter Mensch.“, rief Arthur seinen Sohn wieder in die Realität. Er selbst hatte sich auch schwergetan, die Menschen zu akzeptieren, die aus den alten schwarzmagischen Familien stammten. Es fiel schwer zu glauben, dass sie nicht die Ansichten ihrer Familien teilten, „Sie meinte, dass sie mit dem Rest der Familie nie was zu tun hatte, weil sie nur das Produkt vom Senior ist. Kleine Affäre bevor er geheiratet hat.“ Der Weasley-Vater erinnerte sich genau, wie angewidert Allie selbst von ihrem eigenen Erzeuger war. Sie hatte sich sogar in seinem Namen für alle Taten endschuldigt, die er ihm vielleicht getan haben könnte.
Wie weit der Apfel doch vom Stamm fallen und noch weit wegrollen konnte.
„Warte…was?“ Charlie war immer zerstreuter. Vieles in seinem Kopf machte auf einmal keinen Sinn mehr. Was war nur passiert? Wieso war das überhaupt passiert? Arthur legte eine Hand auf seinen Arm und sah ihn durchdringend an. Er legte seinen belehrenden Blick, der nur so vor Weißheit strotzen sollte. So hatte es Bill zumindest mal beschrieben.
„Ein Name macht noch lange nicht den Menschen dahinter. Und in Allies Fall ist er nur eine Fassade um eine großartige Sache auf die Beine zu stellen.“ Charlie hob zögernd seine beliebte Augenbraue. Den skeptischen Blick hatte er wirklich drauf.
„…Fassade? ...Großartige Sache?“ Charlie traute dieser Aussage nicht so sehr, wie er eigentlich wollte.
„Sie stellt ein Projekt auf die Beine. Hat was mit Magischen Geschöpfen zu tun. Wird dir gefallen. Sie war sehr erfreut, zu hören, dass du gerade einen neuen Job suchst.“, gähnte Arthur und stand auf um sich ein letztes Mal vor dem Schlafen gehen zu strecken. Charlie saß noch immer an dem alten Küchentisch und starrte seinen Vater ungläubig an.
„Allie ist übrigens ausgebildete Tierpflegerin für Magische Geschöpfe aller Art.“
Das war der letzte Satz, den Charlie von Arthur Weasley in dieser Nacht hörte, bevor der Familienvater seine Frau und seine Enkelin auf die Couch umbettete und selbst schlafen ging.
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