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(True Feelings #2) Sehnsucht nach dir

von xscullyx
Kurzbeschreibung
GeschichteRomance, Erotik / P18 / Gen
01.07.2022
18.08.2022
25
97.339
6
Alle Kapitel
2 Reviews
Dieses Kapitel
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05.08.2022 3.054
 
„Du solltest zum Arzt gehen, Tiara, ehrlich“, sagte Gemma besorgt und streichelte ihrer Freundin beruhigend über den Rücken. „Das ist der dritte Schwächeanfall innerhalb von vier Tagen. Und nun liegst du wieder im Loft auf der Couch und kannst kaum die Augen offenhalten.“

Tiara seufzte leise und strich sich mit dem Handrücken über die Stirn und drehte sich dann vom Bauch auf den Rücken, damit sie Gemma anschauen konnte, der, wie sie selbst wusste, die Besorgnis ins Gesicht geschrieben stand.

„Ich bin einfach nur ausgelaugt. Das gibt sich schon wieder, Gem.“

„Wenn du nicht zum Arzt gehst, dann rede ich mit Ethan und mit Zane“, verschränkte die Blondine ihre Arme und zog herausfordernd eine Augenbraue in die Höhe. „Ich würde es mir überlegen.“

Die Dunkelhaarige verzog den Mund und schloss dann für einen Moment die Augen, ehe sie ihre Freundin ergeben ansah und seufzte.

„Vielleicht hast du Recht. Ihr macht euch alle nur Sorgen um mich. Kannst du mir mein Handy geben? Dann rufe ich meinen Hausarzt an und mache einen Termin“, bat sie Gemma und diese schüttelte nachdenklich ihren Kopf.

„Ich denke, du solltest eher deinen Frauenarzt anrufen, Süße.“

„Was?“, sah Tiara sie aus aufgerissenen blauen Augen an und Gemma lächelte sanft.

„Vermutlich bist du schwanger und nicht krank. Dir ist öfter schwindelig, dir ist flau im Magen, du bist rastlos und ständig nachts wach – obwohl du müde bist und deine Haare locken sich immer mehr. Außerdem bist zu ziemlich launisch für deine sonstigen Verhältnisse, findest du nicht auch? Vor allem wütend und frustriert bist du sehr schnell.“

Unsicher biss Tiara sich auf die Unterlippe, setzte sich langsam auf und nahm ihr Handy entgegen, welches Gemma ihr reichte.

„Meinst du wirklich…? Gem, wenn das wahr ist...“

„Dann rennt Ethan mit einem dicken Dauergrinsen im Gesicht herum und wird eine noch größere Glucke als jetzt schon? Jep“, beendete Gemma den Satz ihrer Freundin lachend. „Er würde sich freuen und stolzer Daddy to be sein. Ruf deinen Frauenarzt an, Süße, ich begleite dich auch, wenn dir das lieber ist. Und bevor du nichts handfestes weißt, machst du keine Pferde scheu, hm?“

„Gott… schwanger… Ich hätte nicht gedacht, dass es so schnell möglich sein würde. Immerhin habe ich die Pille erst vor ungefähr zwei Monaten abgesetzt, nachdem wir uns noch einmal ausgiebig über Kinder unterhalten haben“, war Tiara noch immer ungläubig und wählte zeitgleich die Nummer des Gynäkologen an. „Tiara Berger hier, guten Tag. Ich benötige schnellstmöglich einen Termin bei Ihnen in der Praxis, bitte.“

Schmunzelnd ging Gemma in die Küche und nahm sich einen Joghurt aus dem Kühlschrank, um ihn zu öffnen, trat dann an den Esstisch und nahm sich einen Löffel aus dem Korb. Sie wollte Tiara einen Moment Ruhe gönnen, um über die Möglichkeit einer Schwangerschaft nachdenken zu können und stellte sich ans Fenster. Gestern hatte Dexter einen erneuten Versuch gestartet, um sie zu überreden zu ihm zurückzukommen. Dabei hatte er sie für eine andere Frau verlassen und nicht sie war gegangen. Nichtsdestotrotz hatten sich die Dinge und auch ihre Gefühle stark verändert. Für ihren Ex empfand sie nichts mehr. Nicht einmal freundschaftliche Gefühle – denn zu sehr hatte er sie mit seiner Lügengeschichte verletzt. Die Wahrheit wäre weit weniger schmerzhaft gewesen als das, was er getan hatte, damit er seine Freiheit bekam.

„Du bist weit weg mit deinen Gedanken, hm, Sunshine?“, raunte Zane leise an ihrem Ohr und sie spürte, wie er seine starken Arme von hinten um ihre Taille schob und seine Hände auf ihren Bauch legte, was sie zum Lächeln brachte. „Alles in Ordnung?“

„Hm, ja. Ich habe nur festgestellt, dass ich glücklich bin, wie alles gekommen ist und das ich dich habe“, erwiderte sie und lehnte ihren Hinterkopf lächelnd an seine Schulter.

„Bist du?“, hakte er sicherheitshalber nach und fing grinsend den Löffel mit Joghurt ab, bevor er ihren Mund erreichte, damit auch er etwas abbekam.

„Hey“, murrte sie gespielt beleidigt und sah in ihren leeren Becher. „Du hast mich um den letzten Löffel Kirschjoghurt gebracht. Nicht fair.“

Leise lachend drehte er sie zu sich herum, nahm ihr den leeren Becher nebst Löffel aus den Händen und platzierte beides auf dem Tisch neben sich. Seine Hände umfingen ihr Gesicht und seine Lippen fanden die ihren, während er mit seiner Zunge sanft um Einlass bat, welchen sie ihm leise seufzend gewährte. Er schmeckte nach dem Joghurt und Gemma grinste leicht in den Kuss, was auch ihn anzustecken schien, weshalb sie ihren Kuss unterbrachen und beide zeitgleich den Kopf schüttelten.

„Du bist unmöglich“, murmelte Zane amüsiert und küsste sie zärtlich auf die Nasenspitze.

„Ich?“, tat sie pikiert und biss ihn sanft in sein Kinn, was ihn auflachen ließ. „Du bist hier der Joghurt und Küsse klauende Dieb – nicht ich.“

„Ich soll dich also nicht mehr küssen, hm?“, zog er beide Augenbrauen in die Höhe und Gemma sah ihn böse an, was ihn zum Grinsen brachte, ehe er ihr noch einen Kuss stahl. „Als ob ich das durchhalten würde, Sunshine.“

„Ihr seid so süß zusammen“, ertönte Tiaras amüsierte Stimme hinter Zane und er sah über seine Schulter zu ihr. „So habe ich mir das vorgestellt.“

„Du hast dir vorgestellt, wie wir uns necken und küssen?“, schmunzelte er und stellte sich neben Gemma, damit er seine Schwägerin in spe richtig anschauen konnte. „Interessant.“

Er fand, dass sie noch immer ziemlich abgeschlagen aussah und verzog unwillig seinen Mund bei dieser Beobachtung, denn er machte sich Sorgen um sie.

„Wann hast du einen Termin?“, erkundigte Gemma sich und Zane sah sie überrascht an.

„Heute um siebzehn Uhr“, beantwortete Tiara ihre Frage und richtete ihr Augenmerk dann auf Zane, der einen fragenden Blick hatte. „Ich habe einen Termin beim Gynäkologen. Ethan weiß es jedoch noch nicht, da er gerade bei eurem Weinhändler ist und neue Preise aushandelt.“

„Gynäkologen?“

„Du weißt schon, der Arzt, der Frauen...“, begann Gemma grinsend und Zane hob seine Hände abwehrend vor der Brust und schüttelte den Kopf.

„Ich weiß was das ist. Aber wieso…“, wiegelte er ab und dann machte es Klick in seinem Kopf. „Natürlich! Ich Idiot – da hätte ich auch selbst drauf kommen können. Wow, wenn du wirklich schwanger bist, dann werde ich bald Onkel.“

Das Grinsen in seinem Gesicht brachte Tiara zum Lachen. Man könnte meinen, dass er gerade erfuhr, dass er selbst Vater wurde. Doch damit hatten die beiden noch reichlich Zeit, denn immerhin waren sie gerade einmal wenige Tage ein mehr als glückliches Paar.

„Könnte gut möglich sein, ja“, stimmte sie dann zu und nickte leicht.

Es klingelte an der Tür und Tiara drehte verwundert ihren Kopf in Richtung Flur. Wer wollte denn um diese Uhrzeit etwas von ihnen? Mit deutlich sichereren Schritten begab sie sich zur Tür und bediente die Gegensprechanlage, die Ethan installieren lassen hatte, da er es für sicherer befand. Ihn selbst hatte es nie gestört, an die Tür unten zu gehen, doch falls ein unliebsamer Besucher an der Tür stand, während Tiara allein zu Hause war, war dies die beste Lösung in seinen Augen gewesen.

„Hallo?“, meldete sie sich und lauschte. „Nein, ist sie nicht. Gemma ist gerade mit Zane unterwegs. Ich glaube, sie haben heute ein romantisches Date in einem dieser angesagten Luxusrestaurants. Du weißt schon… wo auch die ganzen Prominenten essen gehen und sich austauschen. Da hat man seine Ruhe und wird von niemandem belagert, mit dem man nichts zu tun haben will.“

Irritiert tauschten Gemma und Zane einen Blick aus.

„Haben wir das?“, erkundigte sie sich schmunzelnd bei Zane, welcher leise lachte.

„Ich erinnere mich nicht daran, einen Tisch reserviert zu haben. Ich meine, wenn du Wert darauf legst, mache ich das gern, allerdings war ich bis jetzt der Meinung, dass du es lieber gemütlich und klein magst.“

„Gemütlich ja, aber klein...“, erwiderte Gemma eindeutig zweideutig und er schnaufte.

„Und wenn ich klein gebaut bin? Was dann, hm? Dann hast du mich gerade zutiefst verletzt, Sunshine.“

„Irgendwie glaube ich das nicht.“

Es war verdächtig ruhig im Flur und Zane trat näher zu Tiara, welche noch immer an der Gegensprechanlage stand und den Hörer in der Hand hielt. Sie lehnte mit dem Rücken neben der Tür an der Wand, hörte scheinbar dem Menschen am anderen Ende der Leitung zu und verdrehte hin und wieder ihre Augen, während sie ansonsten ihre Nägel von allen Seiten begutachtete.

„Bist du jetzt fertig?“, erkundigte sie sich betont gelangweilt und seufzte dann schwer. „Weißt du? Ich kann dich nicht leiden, da mache ich auch gar keinen Hehl draus. Lass es einfach gut sein und hör auf hier aufzuschlagen und an Gemma heranzukommen, ja? Ansonsten kann ich dir gern Zane auf den Hals schicken. Er hat ganz sicher Lust sich mit dir zu beschäftigen, denn er wäre nicht erbaut zu wissen, was du hier gerade versuchst. Oh – zufällig steht er sogar gerade vor mir. Ich glaube, er ist doch nicht unterwegs. Hoppala.“

Mit schmalen Augen betrachtete er Tiara und trat dann noch näher zu ihr, damit er ihr den Hörer aus der Hand nehmen konnte, während sie sich zu Gemma stellte.

„Lass mich raten: Dexter?“, wollte er nonchalant wissen, obwohl es in ihm brodelte. „Ich habe dich gewarnt… lass Gem in Ruhe, ansonsten lernst du mich richtig kennen. Komm damit klar, dass sie von dir nichts mehr will und du es versaut hast.“

„Wovon hast du schon eine Ahnung, Kleiner? Du bist sechsundzwanzig, hast nur durch deinen Bruder als Inhaber Fuß gefasst und fängst etwas mit deiner eigenen Cousine an. Findest du das richtig? Du kannst wem anders erzählen, dass keine Verwandtschaft zwischen euch besteht, doch es ist und bleibt nun einmal Fakt. Und das wird auch Gemma früher oder später einsehen“, hörte er Dexter mit schneidender Stimme und versuchte ruhig zu bleiben, obwohl er gerade am liebsten in den Hörer knurren würde.

„Es ist mir scheißegal, was du glaubst und was du nicht glaubst. Ich kenne die Fakten um einiges besser als du, denn du gehörst nicht zu dem Kreis der Menschen, die solche Informationen haben oder bekommen werden. Halt dich aus unserem Leben heraus und verzieh dich wieder nach Seattle zu deinem großbrüstigen Weibchen, für welches du die Frau verlassen hast, die dich heiraten wollte, du Idiot“, gab er leise, aber eisig zurück und warf einen Blick zu Gemma, welche an der Wand gelehnt im Flur stand und die Arme verschränkt hatte. „Du wirst nicht erleben, dass sie zu dir zurückkommt.“

„Das werden wir sehen, wenn ich die großen Geschütze auffahre, Zane. Und wenn ich sie schlussendlich erneut frage, ob sie mich heiraten will, wird sie mir strahlend um den Hals fallen und ja sagen. Ich habe einmal ihr Herz erobert und werde es wieder schaffen – daran wirst auch du nichts ändern. Oder meinst du, sie wird bei dir bleiben, wenn durch einen dummen, kleinen Zufall bekannt wird, dass ihr Cousin und Cousine seid?“, verhöhnte Dexter ihn und Zanes Augen verdunkelten sich schlagartig, während seine Muskeln sich anspannten. „Das wäre ein Skandal. Die Verbindung zueinander ist erlaubt, aber verschrien.“

„Du kleiner, dreckiger...“, entfuhr es Zane und er knurrte nun doch, ehe er den Hörer auf die Halterung drückte, die Tür öffnete und die Treppe nach unten stürmte. „Dexter!“

Mit einer fließenden Bewegung packte er seinen Gegenüber am Kragen seines Hemds und riss ihn von den Füßen. Mit wütendem Blick starrte Zane Dexter an und kümmerte sich nicht darum, dass dieser seine Handgelenke packte und versuchte sich zu befreien.

„Bist du irre? Lass mich runter, du Bauer!“

„Wer hier der Bauer ist, ist wohl deutlich zu erkennen. Lass. Gemma. In. Ruhe“, knurrte Zane warnend und hob Dexter mühelos noch ein Stück höher vom Gehweg. „Ich steh nicht auf rohe und sinnlose Gewalt, aber du spielst gerade mit meiner Geduld. Wag es, Gerüchte in die Welt zu setzen, oder Leute gegen meine Freundin aufzustacheln und bei Gott, ich prügle dich krankenhausreif, damit du was zum Jammern hast. Ist das jetzt bei dir angekommen, du elender Lackaffe?“

Plötzlich spürte er eine Hand auf seinem Rücken und seufzte innerlich auf. Er erkannte Gemmas zierliche und warme Hand, weswegen er Dexter auf seinen Füßen abstellte, nicht jedoch, ohne ihm noch einen finalen warnenden Blick zukommen zu lassen. Dexter richtete seine Kleidung, warf ihm einen kalten Blick zu, ignorierte die Tatsache, dass er gewarnt wurde und grinste Zane dann schmallippig an, bevor er sich an Gemma wandte, die nun neben Zane trat und ihren rechten Arm um seine Hüfte schob.

„Baby, wir gehören zusammen, tief in deinem Inneren weißt du das. Hör auf mit diesen Spielchen und lass es sein, mich eifersüchtig machen zu wollen. Mit Zane wird das nicht funktionieren, immerhin seid ihr zusammen aufgewachsen“, schlug Dexter die Warnung in den Wind und blickte Gemma in die Augen, die ihn mit zusammengepressten Lippen ansah. „Die Leute werden reden, immerhin seid ihr verwandt miteinander.“

„Erstens versuche ich dich keinesfalls eifersüchtig zu machen, zweitens gehören wir eben nicht zusammen und drittens wird es funktionieren. Wir lieben uns. Und auch du wirst mit deinen ganzen Aktionen nichts daran ändern. Wenn du mich wirklich geliebt hast und auch nur noch einen Funken Gefühl in irgendeiner Richtung für mich übrig hast, dann lässt du uns in Ruhe und gönnst mir mein Glück. Willst du wirklich durch ein intrigantes Verhalten meinem Ruf schaden und mich an den Pranger stellen, obwohl es nicht stimmt, was du da von dir gibst?“, sprach sie nun für sich selbst und schüttelte dann leicht den Kopf. „Und bitte, hör auf mich so zu nennen. Ich habe das aus deinem Mund noch nie toll gefunden; das weißt du auch.“

Zanes Muskulatur hatte sich merklich angespannt und Gemma konnte nachempfinden, dass es ihm gegen den Strich ging, wie ihr Ex sich hier gerade aufführte, obwohl er deutlich älter war als Zane. Doch genau das war Dexters perfider Plan: ihn so lange zu provozieren, bis Zane aus der Haut fuhr und seine Faust sprechen ließ, um ihre Ehre zu verteidigen. Gemma hatte Dexter durchschaut und wollte ihm einen Riegel vorschieben.

„Gemma...“, wollte ihr Ex es anders versuchen, doch sie hob ihre freie Hand abwehrend, um ihn zum Schweigen zu bringen, da sie seine weiteren Ausführungen nicht hören wollte.

„Nein, Dexter. Das mit uns ist vorbei und wird auch nicht wieder aufleben. Denk über meine Worte nach und hör auf, Zane zu provozieren. Ich werde nicht zulassen, dass deine Schnapsidee aufgeht und du ihn danach wegen Körperverletzung anzeigen kannst. Schlag dir das ganz schnell aus dem Kopf. Und jetzt entschuldige uns bitte, aber Tiara wartet oben auf uns“, tat sie ihre Meinung mit unnachgiebiger Stimme kund, ergriff Zanes Hand zärtlich mit ihrer und zog ihn mit sich ins Gebäude, um die Tür hinter ihnen zu schließen und dann zu seufzen.

Zane nahm ohne ein Wort zu sagen ihr Gesicht sanft zwischen seine Hände, beugte sich zu ihr herab und küsste sie mit all den Gefühlen, die gerade in ihm tobten. Diese Frau war einfach unglaublich. Stark, mutig, stur und stand ihre Frau, ohne ihn um Hilfe zu bitten. Er wusste, dass er sich nicht einmischen musste, doch er tat es gern für sie.

„Ich liebe dich so sehr, Sunshine. Und ich bin froh, dass du meine Gefühle erwiderst, sonst würde ich daran zerbrechen“, flüsterte er an ihren Lippen und fühlte sich plötzlich mehr als verletzlich.

Von jetzt auf gleich schlug die Wut auf Dexter in Angst um. Angst, Gemma zu verlieren. Die Frau, die sein Herz schon über so viele Jahre in ihren Händen hielt, ohne es zu wissen. Jetzt, wo er sie in seinen Armen halten und küssen durfte, nagte die Verlustangst an ihm, ohne dass er es wollte oder etwas dagegen tun konnte. Gemma stellte sich auf ihre Zehenspitzen, schlang ihre Arme um seinen Nacken und küsste ihn nun ihrerseits, da sie seinen Stimmungsumschwung spürte und verstand, was seine Sorge war.

„Du bedeutest mir alles“, raunte Zane mit leicht zittriger Stimme an ihren Lippen und lehnte unterdrückt seufzend seine Stirn mit geschlossenen Augen an ihre, damit sie den Schmerz in seinen Augen nicht sah. „Heirate mich, Gem“, bat er sie dann plötzlich entschlossen und mit einem Ausdruck voller Liebe auf seinem Gesicht, öffnete seine Augen und sah ihr direkt in ihre. „Nachdem ich dich bei Nesrim bereits fast gefragt hätte, jedoch den Ring nicht bei mir hatte, kann ich jetzt nicht mehr warten. Ich liebe dich so sehr, dass ich es einfach in die Welt hinausschreien und dich am liebsten vom Fleck weg heiraten würde. Bitte, sag ja und werde meine Frau, Sunshine.“

Sprachlos sah sie die tiefe Liebe in seinem Blick und realisierte, dass er sie in diesem Moment wirklich fragte, ob sie ihn heiraten wollte schluckte, als er mit der rechten Hand ein schwarzes Ringkästchen aus seiner Hosentasche holte. Ihr Blick heftete sich auf seine Finger und Tränen traten in ihre blauen Augen. Zanes Herz wollte ihm aus der Brust springen und er wagte es kaum zu atmen, so angespannt war er in diesem Augenblick.

„Sag was… bitte…“, brachte er kaum hörbar und heiser hervor, was Gemma aus ihrer Starre löste.

„Ja, ich will, Zane“, rief sie leise und unter Tränen aus, lächelte ihn glücklich an und umfasste mit Nachdruck seinen Hinterkopf mit beiden Händen, um ihm mit leichtem Druck deutlich zu machen, dass er sie küssen sollte. „Ich liebe dich auch, Zane.“

Er atmete hörbar aus, strahlte sie regelrecht an und senkte dann mit geschlossenen Augen seinen Mund auf ihren, um ihr zu zeigen, wie glücklich sie ihn in diesem Moment machte, während er sie mit einem Arm eng an sich zog und ihre Nähe genoss.

„Und dabei hast du weder den Ring gesehen noch geprüft, ob ich klein oder groß gebaut bin, Sunshine“, konnte Zane nun wieder frech grinsen, als er sich von ihren Lippen trennte und ihr in die Augen sah. „Du kaufst also die Katze im Sack, hm?

Ein verführerischer Ausdruck trat in Gemmas Augen, öffnete währenddessen das Kästchen und deutete auffordernd auf den Ring, den nun genau betrachtete.

„Dann solltest du ihn mir an den Finger stecken, ehe ich es mir anders überlege, mein zukünftiger Ehemann. Und danach sollten wir die Bestellungen für die Bar noch prüfen...“, zwinkerte sie ihm mit einem frechen Grinsen zu und er knurrte dunkel auf.

„Mit vollem Körpereinsatz?“, raunte er verführerisch an ihrem Ohr und eine Gänsehaut bahnte sich ihren Weg über ihren Körper. „Ganz ausführlich?“

Zane schon den filigranen silbernen Ring über ihren Ringfinger und Gemma stöhnte unterdrückt auf, denn diese Situation war gerade mehr als erotisch. Ihr zukünftiger Ehemann hatte eindeutig die gleichen Gedanken und Fantasien wie sie.
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