Geschichte: Freie Arbeiten / Prosa / Trauriges / you.

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you.

Kurzbeschreibung
KurzgeschichteRomance, Schmerz/Trost / P12 / Gen
26.06.2022
26.06.2022
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265
 
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Ich weiß nicht wann ich mich das letzte Mal hingesetzt habe um zu schreiben. Es wirkt so befremdlich, dennoch so vertraut. Es ist etwas, das ich immer gut konnte; alles in Worte packen, das mich innerlich zerfressen würde, wenn ich es nicht täte. Und im Moment spüre ich, wie es immer mehr an meinen Nerven zehrt; sich von mir ernährt und mich komplett aussaugt.

Du bist der Grund.

Ich habe mich dir komplett hingegeben. Alles, das ich war, gehörte dir. Meine Worte gehörten dir. Meine Taten gehörten dir. Meine Gedanken gehörten dir. Meine Liebe gehörte dir. Alles, das mich verkörperte und mich Mensch sein ließ, gehörte einzig und allein dir. Du bist der Künstler meiner Selbst, der Virtuose der Komposition meines Lebens, - eine Melodie, die durch dich wie ein gesamtes Konzert klang. Das graue, tristlose Bild, das ich täglich durch meine müden Augen erblicken musste, wurde durch dich in herrliche Farben getaucht.

Doch mit einem einzigen Schlag verwischten alle Farben dieses Bildes; alle Klänge und Töne der Melodie meines Lebens klangen schief und ergaben keinen Sinn mehr. Deine Hingabe für mich - dein Kunstwerk - schwand. Ein tiefes, nichts aussagendes Grau gepaart mit bedrückenden Lauten. Das war alles, das von mir übrig blieb. Das war alles, das du für mich übrig hattest.

Und obwohl du mich als dein unfertiges Bild zurückgelassen hast, vor den Augen aller versteckt und verborgen hieltest, genoss ich jeden einzelnen Moment, in welchem du mich geformt hast.  Für nur einen kurzen Moment deines Lebens - einen Atemzug deinerseits - war ich alles, das du brauchtest. Ich war dein Ziel, dein Hiatus, dein Lebenswerk.
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